Samstag, 20. Oktober 2007

Kapitalmarkt überwindet den Darwinismus

Wie es wirklich um die us-amerikanische Finanzwelt steht, gibt ein köstlich geschriebenes Stück von Eric Fry preis:

But modern American-style capitalism is more like “arts and crafts” time in one of Manhattan’s pricey nursery schools. Every coddled kiddy’s “artistic” creation – no matter how inept or ghastly it may be – elicits praise from the nursery school instructors. […]

Outside the walls of the nursery school, capitalism is just as brutal and Darwinian as it has always been, perhaps even more so. But on the inside, the privileged kiddies never shed a tear without receiving an immediate hug and a “There, there. It’s okay. It wasn’t your fault… and even if it was your fault, Uncle Ben will make it all better.”

Quelle: U.S. Fed Bailout Corroding Capitalism and the U.S. Dollar

Lustig, dass die Überzeugungen und Werte der 68er schlussendlich auch im Mikrokosmos der Finanzwelt Einzug gehalten haben: Antiautoritäre Erziehung, überschwängliches Lob, keine Verlierer (nun, selbstverständlich gibt es Verlierer – es sind dies aber nicht diejenigen, die den Mist erst ermöglicht und später so richtig angefeuert haben).

Was ist das grundsätzliche Ziel eines Kapitalmarktes?

Everyone called it a rescue plan for the capital markets. But the capital markets of 1998 required no rescuing. They had worked flawlessy; they had separated fools from their money.

Einfacher hätte man es nicht ausdrücken können. Dies erinnert mich zugleich an ein Dilbert-Comic:

(Klick, um das Bild zu vergrössern)

Quelle: unbekannt

Dogbert Explains Stock Investing

  1. First, employees provide valuable data.
  2. A manager refines the data.
  3. The CEO gives „visibility“ to analysts.
  4. Accountants publish bad news in footnotes using a combination of nanotechnology and gibberish.
  5. Discount brokerage firms tell you that you’re smart.
  6. Investors do their own research.
  7. A secret society of Donald Trump look-alikes end up with all your money.

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Donnerstag, 18. Oktober 2007

Fink spinnt nach der Migration von Mac OS X 10.3 auf 10.4

Zwar kommt in wenigen Tagen Mac OS X 10.5 („Leopard“) heraus, doch erst seit Montag läuft auf meinem PowerMac Mac OS X 10.4 („Tiger“). Wieso? Nun, ich habe den Informatikerspruch „Never touch a running system“ verinnerlicht. Nun aber wurde es doch Zeit, auf ein modernes Betriebssystem zu wechseln. Die vielen Applikationen, die nur noch ab 10.4 laufen, gaben den Ausschlag. Eine Rolle hat sicherlich auch ein kürzlich auf der Arbeit durchgespieltes Upgrade gespielt, das reibungslos verlaufen ist (nie im Leben würde ich hingegen von … sagen wir … Windows 2000 nach XP upgraden).

Tiger läuft Smooth, obwohl ich mit einigen (selbstverschuldeten) Altlasten zu kämpfen hatte. So zum Beispiel ein übervoller Schriftenordner, den ich nun entrümpelt habe.

Soeben habe ich ein anderes Problem gelöst: Fink auf Version 0.8.1 zu aktualisieren.

Zuallererst galt es, die neuen Developer-Tools von der Mac OS X 10.4-CD zu übertragen. Unter anderem nutzen diese GCC 4.0 statt 3.3, wie es noch bei Panther der Fall war. Fink hatte sich darüber beschwert.

Dann musste ich einer steckengebliebenen Installation den Garaus machen:

apt-get -f install

Als nächstes hatte ich damit zu kämpfen, dass us.dl.sourceforge.net nicht ansprechbar war. Aber … auf der Web-Site stand Fink Upgrade Matrix doch, man solle …

sudo apt-get update
sudo apt-get dist-upgrade

ausführen, wenn man Fink upgraden wolle?! Bäh! Auch der Wechsel auf switch.dl.sourceforge.net brachte keine Erleichterung.

Was cheibs? Nach einer kleineren Google-Session dann die Erlösung: Seit mehreren Minuten läuft nun …

fink selfupdate
fink update-all

Quelle: apt-cache problem

… und macht nicht den Anschein, als es demnächst aufhören wolle. Zeile um Zeile flackert munter auf dem Terminal vorbei. Ob das wohl bald ein Ende nimmt?

Fazit

Linux-Bastelfeeling – jetzt auch auf ihrem Mac in der Nachbarschaft! Guet Nacht!

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Donnerstag, 18. Oktober 2007

Albaner

Wahrscheinlich haben die Autoren den Artikel zuerst der Weltwoche angeboten – doch diese zeigte kein Interesse daran. Deshalb erschien das Stück im Magazin, „der einfach besseren Weltwoche“:

Ilir Daljipi, 30, ist angehender Anwalt in Zürich und hat während seines Praktikums am Bezirksgericht Zürich des Öftern den Spruch gehört, er sei der einzige Albaner auf dieser Seite des Gerichts. […]

Die meisten meiner Landsleute stecken ihr Geld in ein Haus, in die Hochzeit und ins Auto. Dementsprechend sieht Kosovo im Sommer jeweils aus wie der Genfer Autosalon, aber Investitionen in die Bildung sieht man eben nicht sofort. Dass ich, als 26-jährige Doktorandin, kein eigenes Auto habe und auch keine teuren Kleider trage, das ist für viele unbegreiflich. […]

Quelle: ICH BIN JUNG, ICH BIN ERFOLGREICH, ICH BIN ALBANER.

Richtig integrieren

[…] Hier wollte man mich erst in die Realschule schicken, weil ich, damals 16-jährig, kein Wort Deutsch sprach. Sie schickten mich schliesslich in die Sekundarschule, weil ich sehr gut in Mathematik war. Ich erhielt neun Stunden Stützunterricht pro Woche und büffelte fünfzig neue Wörter pro Tag.»

[…] Ich sprach kein Wort Deutsch, als ich hier in der dritten Klasse in Emmen eingeschult wurde, doch ich erhielt sofort sehr guten Stützunterricht in Deutsch.

Iiih, nein, unser Staat steckt Geld in Immigranten? Er fördert, obwohl dies zu einer fachgerechten Integration nicht nötig wäre? Schliesslich integriert man sich am Besten, wenn der Staat keinen Finger rührt.

Ich als Besitzer eines roten Parteibüchleins sage: Lieber ein paar Fränkli in die jugendlichen Immigranten investieren, als später Millionen in erwachsene Kriminelle und Sozialhilfebezüger.

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Donnerstag, 18. Oktober 2007

Danke SBB!


Welle von Bern
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Wann ist es optimaler, die Rolltreppen der Welle von Bern zu putzen als zur morgendlichen Rush-Hour?

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Mittwoch, 17. Oktober 2007

Die Russen – Klingonen der Weltwirtschaft?

Wer Star Trek kennt, weiss, was ich meine. Wobei Klingonen mit ihrem wahnhaften Streben nach Ehre vielleicht auch nicht die richtige Charakterisierung sind. Vielleicht doch eher die Ferengis? Oder wieso nicht gleich die Andorianer?

Egal. Im Vergleich zu unseren stabilen, rechtsstaatlichen Demokratien hier im Westen spielt Russland wieder vemehrt das – es sei erlaubt – schwarze Schaf in der Weltwirtschaft. Und ich kann nicht verhehlen, dass ich immer eine gewisse Sympathie für diejenigen Leute empfunden haben, die gelegentlich gegen etablierte Regeln verstossen haben oder sie gleich neu schrieben. Russland, Venezuela und Iran – das sind die Störenfriede im Friede, Freude, Eierkuchen-Kindergarten namens Weltwirtschaft. Diejenigen Gofen, die einem in der Grundschule den Klötzliturm kickten und ihn mit hämischen Grinsen absichtlich zu Fall brachten; die andere Schüler vor, während und nach der Schulstunde verklopften und deshalb verhasst-gefürchtet waren.

Geradezu klassisch-frech, wie Russland mit den armen, armen „Drogenlieferanten“ der ersten Welt (Erdöl-Unternehmen) umspringt:

Let me tell you what’s afoot here, and why it appears that business ethics in Russia may not have progressed beyond the days of Tolstoy or perhaps Chekhov. BP is only the latest in a string of Western integrated companies […] that have initiated production projects in Russia, only to have their hosts begin to play hardball as time passed and energy prices rose.

So, as I stated above, the first conclusion I draw from these almost-too-predictable events is that, with the world’s largest reserves of oil and gas stuffed beneath such volatile places as Russia, Saudi Arabia, Iran, and Iraq, the world of energy is likely to remain on the dangerous edge of chaos for about as far as the eye can see.

Quelle: Russia’s Latest Bad Habit

Da das Öl nie mehr so sprudeln wird wie früher, sollte man diese Nationen im Auge behalten. Schliesslich sitzen sie auf einer Schatztruhe an fossilen Brennstoffen, die mit der zunehmenden Knappheit immer wertvoller werden. Sind wir gespannt, wie sie die teilweise jungen Nationen gegenüber den westlichen Demokratien emanzipieren. Sie werden garantiert immer wieder für Überraschungen gut sein. Ich bezweifle aber, dass die besagten Nationen je auf den friedlichen und gutmütigen Pfad der liberalen Marktwirtschaft finden werden – und befürchte, dass sie allen Totengesängen der Verfechter unseres unübertroffenen Wirtschafts- und Gesellschaftssystem trotzen werden.

Wenn sich die Rahmenbedingungen ändern, werden die bisherigen Leader abgesetzt und vormalige Underdogs, die sich unkonventioneller Methoden bedienen, sind die neuen Leader.

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Mittwoch, 17. Oktober 2007

Wenn DAUs auf Ricardo.ch mitbieten


Wenn DAUs auf Ricardo.ch mitbieten
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Was soll man da noch gross sagen? Einer von uns beiden hat enorm viel Zeit mit Klicks, Page-Refreshs und neuen Geboten verplempert. Für nichts und wieder nichts (höchstens noch für den Kick – war es das wert?)

Dabei ist das Ersteigern auf Ricardo doch äussert simpel:

  1. Sich mit dem inneren Schweinehund auf einen Maximalpreis festlegen. Die Limite darf nicht überschritten werden.
  2. Dieses Maximalgebot auf den Artikel setzen.
  3. Warten.

Wenn man gegen jemanden wie mich bietet, sollte man taktisch identisch vorgehen. Selbst wenn Guelma24 1’000 SFr. als Maximalgebot gesetzt hätte – er hätte nur die 99 SFr. bezahlt, die ich als mein Maximalgebot gewählt habe.

Für mich ist es rückblickend immer noch nicht klar, was sich der Mitbieter bei seinen (anfänglich) 2 SFr.-Schritten überlegt hat. Da er den Preis immer höher trieb, musste er sich bereits Gedanken über die allfällige Höhe eines Maximalgebotes gemacht haben … Wieso hat er das nicht einfach eingegeben? *kopfschüttel*

PS: Ob es mit der möglichen Herkunft des Bieters zusammenhängt? Guelma ist eine Stadt in Algerien. Ob sich da jemand auf dem virtuellen Basar verlaufen hat?

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Mittwoch, 17. Oktober 2007

Alkistilzli


Alkistilzli
Originally uploaded by emeidi


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Mittwoch, 17. Oktober 2007

Brasilien pfeift auf das Bankkundengeheimnis

Der Sozi hat dazu gelernt und sagt jetzt dem Newspeak gleich nicht Bankgeheimnis, sondern Bankkundengeheimnis. Aus einem in den Kommentaren vorgetragenen Wortgefecht ging schlussendlich der Eindruck hervor, dass die Abschaffung des Bankkundengeheimnis dem Finanzplatz eigentlich kaum schaden würde. Aber eben: Die Abschaffung dieses würde der SP wohl so ungelegen kommen wie der SVP die bedingungslose Ausschaffung aller Ausländer in der Schweiz … Worüber könnten wir dann überhaupt noch politisieren? Himmel, da müssten wir ja damit beginnen, die wirklich wichtigen Probleme zu diskutieren, die unser Land bewegt.

Nun, in einem Kommentar zu einem hier vor wenigen Tagen erschienen Artikel, in dem ich die Einführung der Steuererklärung, die auf einem Bierdeckeli Platz, fordert, gab es den Tipp, doch mal bei brandeins vorbeizuschauen. Gesagt, getan.

Der erste Artikel, der mir bei der Google-Suche nach „brandeins steuern“ ins Auge sprang, hat es in sich:

Ob im Plus oder im Minus ist völlig egal. Wenn José, der brasilianische Normalverbraucher, sein Konto plündert, die Stromrechnung bezahlt, ins Minus rutscht oder einen Sechser im Lotto hat, erfährt das Finanzamt davon. Sofort und ganz automatisch. Weil die Bank dem Fiskus 0,38 Prozent von jeder einzelnen Einnahme oder Ausgabe überweist, von allen Beträgen, die über das Konto von José laufen.

Quelle: Der trockene Pelz

Ist das nicht fürchterlich? Fürchterlich effizient?

Aber nehmen wir einmal an, es gäbe keine andere Steuer, nur diese eine, und es wären nicht 0,38, sondern 18 Prozent Steuer auf den Kontenumsatz, die jeder Brasilianer mit einem Bankkonto zu zahlen hätte. Nicht auszudenken! Die brasilianischen Staatsfinanzen wären auf einen Schlag saniert – und alle, die ehrlich Steuern zahlen, wären hocherfreut. Gerecht wäre es außerdem, so gerecht, dass die armen Schlucker ohne Bankkonto mit keinem Centavo zur Kasse gebeten werden. Die heimlichen Millionäre aber zettelten eine Revolution an. Und mit ihnen die Steuerberater, Winkeladvokaten, Treuhänder, Vermögensverwalter und die Finanzbeamten sowieso – denn alle würden arbeitslos.

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Mittwoch, 17. Oktober 2007

Mails mit exim4 pipen

Kürzlich hatte ich auf der Arbeit das Problem, dass ein neu eingeführtes Ticketing-System sich automatisch aller auf die Support-Adresse eingehenden Mails annehmen hätte sollen – es aber nicht tat.

Auf dem Server läuft Debian, als MTA ist exim4 installiert.

In /etc/aliases stand nach der erfolgreichen Installation von Request Tracker (RT) bereits alles zum Besten …

rt3: "|/home/rt3/bin/rt-mailgate --queue incoming --action correspond --url http://rt3.domain.tld"

… sogar die Weiterleitung war aktiv …

pc-support: rt3

… doch irgendwie wollte die Zustellung der Mails nach RT einfach nicht klappen! In /var/log/exim4/mainlog war nach erfolglosen Mail-Versuchen (vorerst vom localhost aus, später auch aus dem LAN) zu lesen:

2007-10-09 05:23:42 1Ieqtj-0000u4-40 == |/home/rt3/bin/rt-mailgate --queue incoming --action correspond --url http://rt3.domain.tld  R=system_aliases defer (-30): pipe_transport unset in system_aliases router

Nach einer etwas längeren Google-Suche war das Problem eingegrenzt: exim4 pipet Mails in der Standardkonfiguration nicht. Die Entwickler raten in der Doku zwar vom Pipen nach herkömmlicher Art ab – aber wenn niemand ein anständiges Beispiel beilegt und die Dokumentation im Kreis herumführt (In Z steht: „Schaue in XY nach“ und in XY steht „Schaue in Z nach“), biegt man die Konfiguration halt so um, dass zumindest die „mittelalterliche“ und gewohnte Vorgehensweise klappt.

Hierzu mussten in der Datei /etc/exim4/exim4.conf.template (falls eine monolithische Konfigurationsdatei verwendet wird) folgende Zeilen eingetragen werden:

...
# for explanation and some workarounds.

SYSTEM_ALIASES_USER = rt3
SYSTEM_ALIASES_GROUP = rt3
SYSTEM_ALIASES_PIPE_TRANSPORT = address_pipe

system_aliases:
...

Seither gelangen neu eintreffende Mails direkt in das Ticketing-System und warten nun darauf, freiwillig von einem der Supporter übernommen zu werden. Dies scheint ein deutlich grösseres Problem zu sein *zwinker*

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Dienstag, 16. Oktober 2007

Der Ami muss konsumieren

[…] more than 70% of U.S. economic activity is consumer spending. Most companies thus depend on our buying, which means that most of the valuation of the U.S. stock market depends on it also.

And because we buy so many imports – almost $2 trillion worth last year – plenty of foreign economies depend on us as well. So it’s easy to see why everybody wonders what U.S. consumers will do next.

Quelle: The consumer buying binge is over

Labels: USA, Wirtschaft

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