Montag, 5. September 2005

Schweizer verstehen

Kurz nachdem ich mein Blog-Abenteuer begann, stiess ich auf die Seite einer Kanadierin, die sich ausgerechnet unser Land als Thema ihres Blogs ausgesucht hat. Selbstverständlich wurde der Feed umgehend in die damals noch spärliche Liste meines NetNewsWir-Feed-Readers eingefügt, weshalb ich fortan auf jeden neuen Beitrag aufmerksam gemacht wurde.

Schliesslich ist es ja im Grunde sehr oft interessanter, über die eigene Kultur zu lesen, die aus einem völlig fremden, angelsächsischen Blickwinkel betrachtet und charakterisiert wird, als über irgendwelche weit entfernte Bus(c)hvölker. Erst kürzlich gerade erschien ja eine von mir brennend erwartete Ausgabe des Magazins, das den vollmundigen Besprechungen (aus meiner Sicht) nicht gerecht wurde. Da wurde vorerst nur etwas an der Oberfläche unseres Berglertums gekratzt – der harte Kern blieb aber dem neugierigen Leser verschlossen.

Kurz vor den Unwettern Ende August war die Unbekannte ’sie‘ denn auch in Begleitung ihres Freundes im Schweizer Ländle zugegen und hat gebloggt, was das Zeugs hält. Es war doch sehr amüsant, wie die Dame die typischen Klischee-Locations allesamt abgegrast hat – aber wer will ihr das verzeihen? Sie fand sogar Zeit, unsere supertolle Sprache zu verhunzen (ganz unten, 21. August):

Or at least understand what people are talking about when they say something like „Merci“ for thankyou and „velo“ the French equivalent for bike instead of Farrhad.

Das mit dem Deutsch lassen wir vorerst lieber mal *grins*

Mittlerweile wieder in den Staaten Kanada zurück, gab’s heute einen netten Hinweis auf eine Multimedia-Produktion von BBC. In der Hoffnung, etwas über mich und „unsere“ (?) Kultur zu erfahren, habe ich es mir selbstverständlich gemütlich gemacht, die Popcorn und Bier geholt und mich vor den TV zweiten (rechten) meiner 19″-TFTs geschmissen.

Obwohl ich den Audio-Beitrag noch gar nicht erschallen lassen habe, liess mich folgende Bemerkung der Abenteuer-Reisenden schmunzeln:

He [the journalist] gets some comments from such figures as Bertrand Piccard, Adolf Ogi, Jean Ziegler, Antonella Notari (the ICRC spokesperson in Geneva) and Christoph Blocher (the only interviewee who chose to answer in German).

Jaja, der Chrigel! Immer dasselbe mit ihm – einfach nicht anpassungsfähig und immer provokativ mit seinem perfekten Hochdeutsch prahlend. Ob die Kanadierin weiss, um wen es sich hier handelt? Blocher wird wohl derart versucht haben, all die potentiellen Einwanderer, (Schein-)Asylanten und Wirtschaftsflüchtlingen einzuschüchtern …

Nachtrag

Irgendwie höre ich nicht genau das, was ich eigentlich möchte. Bis heute habe ich meine Englisch-Kenntnisse als weit fortgeschritten eingestuft – aber ich kann bei Gott in diesem Clip kein Sterbenswörtchen über die Schweiz hören.

Weiter habe ich bemerkt, dass die gute Frau Expat Traveler den halben Blog-Eintrag mehr oder weniger geklaut hat. Da er aus dem Juni datiert, vermute ich gar, dass die gute Frau gar nicht erst reingehört hat – denn der Download liefert wohl bereits seit der auf den 18. Juni folgenden Woche einen anderen Beitrag. Pfui!

If I understand correctly, this will only be online until next Friday.

Judge Jonathan hat’s ja selber noch geschrieben, du Dumpfbacke!

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