Archiv ‘Gesellschaft’

Montag, 28. September 2009

Irrsinn der Generation Internet

„After cunning [???] through nearly 43’000 pictures taken at a scene by the students at a dorm party they have determined that the fire was an accident.“ — „We were able to reconstruct every second of the event. […] We have around 24’000 Photos of the cigarette falling out of his hand from 14 different angles.“

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Freitag, 25. September 2009

Lasst nur noch Männer Medizin studieren! Oder?

Es wäre demnach in unser aller Interesse, bei der Zulassung zum Medizinstudium Männer zu bevorzugen.

Quelle: Arlesheim Reloaded. Mäuse schultern Elefanten. – Bevorzugt beim Medizinstudium Männer

Hmmm. Aber kann man das denn nicht bei allen Studiengängen sagen? Schliesslich lässt sich das „Phänomen“ Teilzeitarbeit nicht auf Medizinstudentinnen beschränken, sondern trifft auf einen Grossteil aller Frauen zu, die Ausbildungen absolviert haben (was ich hier überhaupt nicht als wertend festhalten möchte). Deshalb müsste man – Manfred Messner folgend – konsequenterweise Frauen zurück an den Herd verbannen, wie das die prinzipientreue Jasmin Hutter derzeit gerade demonstriert. Nur so kann man der Verschleuderung von „Staatsgeldern“ entgegenhalten.

Nun, ich persönlich habe überhaupt nichts dagegen, wenn Frauen Teilzeit arbeiten. Und noch sympathischer erscheint mir (derzeit, weit weg von familiären Verpflichtungen), wenn auch Männer Teilzeit arbeiten und sich an ein, zwei Tagen in der Woche um den Nachwuchs kümmern. Wenn die junge Familie sich so über Wasser halten kann, wen soll das dann gross stören?

Ketzerisch gefragt: Für was liessen wir Ärztinnen Vollzeit arbeiten, wenn es nach dem Aussterben der Alten keine Kinder mehr zu pflegen gäbe? Respektive: Wir könnten dieser Logik folgend den Ärztinnen ja auch einfach verbieten, Kinder zu kriegen. Darauf sollen sich eine andere Bevölkerungsschicht spezialisieren. Tönt mir alles ein wenig … zu sehr marktwirtschaftlich.

Wenn man das Problem bereits im Ursprung marktwirtschaftlich angehen würde, müssten die Studiengebühren derart auf ein exorbitantes Niveau gesteigert werden, dass ausgebildete Ärztinnen nicht darum herum kämen, 100 oder gar 120 Prozent zu arbeiten – und zwar bis ans Lebensende – um die angelaufenen Studienkosten abzuzahlen.

Und schlussendlich hat noch niemand gefragt, ob denn Ärzte, die 100 Prozent arbeiten (was nicht 42 Stunden, sondern 60 und mehr Stunden die Woche entspricht) denn 40 Prozent bessere Leistungen bringen als Ärztinnen, die 60 Prozent arbeiten. Ich bin ja wohl nicht der erste, der gehäufte Fehldiagnosen und Kunstfehler mit überarbeitete Belegschaftsärzten in Verbindung bringt. Rechnet sich das ganze dann immer noch?

Fazit: Ich glaube, wir fahren einfach mal so weiter wie gehabt. Wenn wir das Gesundheitssystem schliesslich derart zurechtrationalisiert haben, dass nur noch die pöhsen, pöhsen teilzeitarbeitenden Ärztinnen ein Problem darstellen – ja nun dann sind wir sowieso bereits im Paradies angelangt.

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Donnerstag, 17. September 2009

Die Mär vom Nutzen der Boni

Geniales Video – selbst wer diese 20 Minuten nicht hat, sollte die Präsentation von Dan Pink trotzdem schauen. Ultrakurzzusammenfassung:

  • Das Gerücht, dass Menschen in Wissensgesellschaften produktiver sind, wenn sie für ausserordentliche Arbeiten finanziell belohnt werden, ist falsch. Die Wissenschaft kann seit 40 Jahren nicht nachweisen, dass Boni und dergleichen zu besseren Leistungen führen. Wieso die Superhirnis in der UBS ihrem Ospel 18 Millionen Boni gezahlt haben, wird – neben dem mittlerweile offensichtlich gewordenen Missmanagement – hier noch doppelt fragwürdiger.
  • Das wichtigste Gut für Wissensarbeiter ist Autonomie. Keine Sitzungen, keine engen Zeitpläne – dafür das Selbstbestimmungsrecht, wo, wann und wie man etwas tun will. Nur, indem man Arbeiter von äusseren Zwängen befreit, kann sich deren Hirn entfalten (kommen wir hier schon ins Anarchistische hinein?!)
  • Aus meiner Sicht spricht dieses Video auch sehr stark für die Einführung eines Grundeinkommens. Gerade ein solches Grundeinkommen würde diese offensichtlich so nutzbringende Autonomie innerhalb der ganzen Gesellschaft etablieren lassen. Die grösste Gefahr wäre das Müssiggängertum – doch als Optimist, wie ich in solchen Dingen bin, sähe ich eine kreative Explosion.

Und ja, natürlich kenne ich Atlassian – wusste aber nichts von deren Fedex Day mit dem Motto „You have to deliver in one day!“

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Donnerstag, 10. September 2009

Amerikanische Zustände

Schmerzensgeld wegen fahrlässiger Körperverletzung: Weil ein Brückengeländer in seiner Gemeinde unter einem 115 Kilo schweren Deutschen zusammenbrach, muss ein Bürgermeister in Österreich Strafe zahlen. Das will er nicht auf sich sitzen lassen.

Quelle: Österreich: Dicker deutscher Tourist fällt hin – Bürgermeister muss zahlen – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Reise

Amerikanische Zustände – und dies in doppelter Hinsicht: Einerseits eilen wir den Amis in Siebenmeilenstiefeln hinterher und werden immer fetter (meinen Artikel Sauft mal Wasser! scheinen gewisse Risikopatienten aus meinem Kollegenkreis immer noch nicht zu herzen genommen zu haben), andererseits klagen wir anscheinend auch immer häufiger. Wohl nicht nur, weil unsere Hochschulen immer mehr Juristen produzieren, die sich ja irgendwie den Lebensunterhalt verdienen müssen, sondern auch, weil bei jedem Unfall und Missgeschick jemand schuld sein muss – also koste es was es wolle ein Schuldiger gefunden werden muss.

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Donnerstag, 3. September 2009

Pensionierung aus wirtschaftlicher Sicht

Florida is a state where people go to retire. It is where people go when they stop producing and begin consuming.

Quelle: Americans Have No Money to Spend Because They Already Spent It!

So habe ich mir das noch nie überlegt … aber wie treffend es doch ist!

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Freitag, 28. August 2009

Wieviel Gewinn brauchen wir?

Bill Bonner stellt heute ein ganz philosophische Frage:

Who among our dear readers needs to earn 15% on his money…rather than, say, 5%? Will anyone starve to death if his stocks don’t go up?

Quelle: Ben Bernanke is No Hero

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Montag, 24. August 2009

Zutreffende Prophezeiung über die Stromzukunft

„Wir sehen die Zeit kommen, da die elektrischen Kraftleitungen unseren Erdboden durchziehen werden, wie jetzt die Telegraphendrähte die Luft, die Gas- und Wasserleitungen den Untergrund der Städte, da jedem Handwerker, Gewerbetreibenden und Fabrikanten die Möglichkeit geboten ist, mittels Druck auf den elektrischen Knopf die ihm nothwendige und nützliche Kraftleistung zu erhalten, Lasten zu heben, Maschinen in Bewegung zu setzen, Vehikel mit elektromotrischer Triebkraft zu versehen.“

Quelle: Initiativtext von 1892, zitiert nach Gugerli: „Redeströme. Zur Elektrifizierung der Schweiz 1880-1914“, Zürich 1996, S. 249.

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Montag, 24. August 2009

Tausendjähriges Friedensreich

Far from causing us to become more violent, something in modernity and its cultural institutions has made us nobler. In fact, our ancestors were far more violent than we are today. Indeed, violence has been in decline over long stretches of history, and today we are probably living in the most peaceful moment of our species‘ time on earth.

[…] why do so many people imagine that we live in an age of violence and killing? The first reason, I believe, is that we have better reporting. As political scientist James Payne once quipped, the Associated Press is a better chronicler of wars across the globe than were 16th-century monks.

Quelle: Greater Good Magazine | Why is There Peace?

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Dienstag, 18. August 2009

Arbeiten bis der Notarzt kommt

Doch heute sind vor allem auch das mittlere und untere Management betroffen. Globaler Wettbewerb, Druck der Shareholder, Leistungsverdichtung und ein veränderter Führungsstil brachten Arbeitszeiten wie im Manchester-Kapitalismus.

[…] Gleichwohl behaupten Manager oft, die Familie sei ihnen das Wichtigste, die Quelle ihrer Kraft. Wissenschaftler sind da skeptisch: Viele Führungskräfte seien emotional oft stärker an ihr Unternehmen als an ihre Familie gebunden.

Quelle: Familie: Krise an der Heimatfront – manager-magazin.de

Wem’s Spass macht und wer’s wirklich braucht … Nur zu!

In modernen Industriegesellschaften arbeiten Hochqualifizierte immer länger, Geringqualifizierte immer weniger. Man hat Zeit oder Geld. Ein Phänomen, das der schwedische Ökonom Staffan B. Linder bereits in den 70er Jahren beobachtet hat: Gesellschaften seien entweder reich an Gütern oder reich an Zeit.

Wenn Geschäftspartner kommen, präsentiert Dietrich Möller gern seine eloquente Frau – und sich als modernen Vater. Er habe als Erster seinen Sohn gewickelt. „Es war dann allerdings das einzige Mal“, so Julia Möller.

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Sonntag, 16. August 2009

Experiment Grundeinkommen

But giving them money? „An idiotic idea,“ says Lüttwitz, insisting that it isn’t the right way to teach them to be hardworking.

[…] Parents are now able to pay tuition, and the proportion of children attending school rose to 92 percent last year. The school has used the additional revenue to buy paper, pens and ink for its printers. The rate of malnourishment among the children has plunged from 42 to 10 percent. The local police crime statistics show a decline in theft and poaching. People with AIDS are responding more effectively to treatment, now that their nutritional needs are being met more consistently. „Suddenly the children were wearing shoes,“ says the teacher. A man went to see Dirk and Claudia Haarmann. Beaming from ear to ear, he asked: „Don’t you see?“ They asked him what he meant. „Don’t you see? I now have trousers and a t-shirt. I am now a person.“

Quelle: SPIEGEL ONLINE – Druckversion – A New Approach to Aid: How a Basic Income Program Saved a Namibian Village – SPIEGEL ONLINE – News – International

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