Archiv ‘USA’

Donnerstag, 12. Mai 2011

Die Masters of the Universe sind unschlagbar

Just yesterday, Goldman Sachs revealed its traders managed to make money every trading day except one in the last quarter. Any independent trader not privy to inside information or with a high-frequency trading platform, or whatever it’s called, would say that’s impossible.

Quelle: Where Next for Commodities?

… und das alles mit billigem Geld, dass den US-Banken von der Fed nachgeworfen wird.

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Mittwoch, 11. Mai 2011

Tiger Mums produzieren Paper Tigers

Genialer Artikel, den man gleich anschliessend auf Amy Chuas Lobeshymne auf Tiger Mums lesen muss. Die Kernfrage:

How do you undo eighteen years of a Chinese upbringing?

Quelle: Paper Tigers

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Montag, 9. Mai 2011

Osama Bin Laden: Einflussreichste Person der letzten Dekade

Bin Laden, as medieval ideologist and global terrorist, had a record of accomplishment that was as vast as it was hideous. He did more to slash the fabric of American life than anyone since the Second World War. […] He forced the rise of expensive structures of security and surveillance. He incited a national politics of paranoia and retribution. He did as much as the economic rise of China and India has done to undermine America’s short-lived post-Cold War status as a singular, self-confident, seemingly omnipotent superpower.

Quelle: How Osama Bin Laden Changed America : The New Yorker

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Montag, 9. Mai 2011

Die wirtschaftspolitische Elite verbockt es immer wieder

The policies that got us into this mess weren’t responses to public demand. They were, with few exceptions, policies championed by small groups of influential people — in many cases, the same people now lecturing the rest of us on the need to get serious. And by trying to shift the blame to the general populace, elites are ducking some much-needed reflection on their own catastrophic mistakes.

Quelle: The Unwisdom of Elites – NYTimes.com

Dasselbe in der Schweiz: Hierzulande ist die FDP mit ihren Krankenkassen- und AKW-Lobbyisten das Aushängeschild dieser Form von fataler Politik.

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Sonntag, 13. März 2011

Wie Franzosen, Briten und Amerikaner mit Fremden umgehen

Americans won’t touch strangers, the French won’t talk to them, but Brits will neither touch nor talk to them.

Quelle: FT.com / FT Magazine – Don’t touch me, I’m British

Für Amerika-Neulinge ganz wichtig:

But though Americans won’t touch strangers, they will talk to them. They will chat to people at neighbouring tables in restaurants, or in line at the supermarket. That conversation doesn’t turn the speakers into friends – a mistake Europeans sometimes make. Generalising grossly: to Americans, conversation doesn’t imply intimacy.

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Freitag, 4. Februar 2011

100 Jahre IBM — Der Film

Besonders gefallen hat mir an diesem Streifen einerseits die (nicht ganz kritikresistente) Bemerkung …

What every business needs is more people who think.
— Thomas J. Watson, Sr.

… und andererseits der Hinweis auf IBM System/360, mit welchem die ersten elektronischen Flugbuchungen gemacht wurden und die kommerzielle Luftfahrt revolutionierte. Es wäre spannend, mal die Hände an ein solches Stück Hardwaregeschichte zu legen … und den Source-Code der Fluchbuchungsapplikation zu durchstöbern.

Hierzu eine kleine Anekdote: Als ich am Dienstag-Abend in Zürich den Flug LX2816 nach Genf besteigen wollte, wurde mein Sitzplatz nicht im System gefunden. Die Mitarbeitern wandte sich deshalb ihrem Computer zu, auf welchem so etwas wie ein AS/400-Terminal unter Windows lief. Mit kryptischen Befehlen suchte sie offenbar nach meinem Namen. Ich kann mich an eine Zeichenfolge wie P/N/Aeb erinnern, worauf zuerst ein Herr Aebischer ausgespuckt wurde (offensichtlich nicht ich). Beim zweiten Versuch klappte es dann, mein Datensatz erschien auf dem Bildschirm und die Dame konnte mein neues Ticket ausdrucken. Es schaut ganz so aus, als würden Buchungen der Swiss weiterhin in einem Nachfolger von System/360 abgelegt … Erstaunlich und erschreckend zugleich, denn offenbar kann diese Hardwareplattform nicht durch ein anderes, jüngeres System ersetzt werden.

Ebenso spannend: Die Geschichte um Apollo 13 und die Berechnung der Rückflugbahn — mit einem IBM-Computer und IBM-Software. Und damit einhergehend die Erkenntnis, dass nicht die NASA selbst sondern unzählige kommerzielle US-Unternehmen die Menschheit auf den Mond schossen (und in jedem Flug wieder zurückholten). Die NASA war nur der Geldbeschaffer und Koordinator der Unternehmen.

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Mittwoch, 22. Dezember 2010

(Noch nicht ganz) Angefixt: How I Met Your Mother

Der Druck der Prüfungsvorbereitungen gegen Ende des Semesters hat es bekanntermassen so in sich, dass man händeringend jede nur ergreifbare Chance nutzt, um das Lernen weiter hinauszuschieben. Da kommt man plötzlich auf solch irre Ideen wie die Wohnung aufzuräumen, zu putzen — oder sich (vornehmlich us-amerikanische) TV-Shows zu Gemüte zu führen, die lange auf dem hauseigenen NAS lagern.

So geschieht es derzeit in meinem Haushalt, dass zwei bis drei Mal täglich die Titelmelodie von How I Met Your Mother ertönt. Obwohl die erste Season nie und nimmer an The Big Bang Theory herankommt (das ultimativ Beste, was Hollywood derzeit für Geeks bereit hält — und das seit vier Seasons), gefällt mir die Serie nach 10 Folgen nun langsam doch.

Vor allem, weil in dieser Serie, in welcher der Hauptdarsteller Ted in jeder Folge erfolglos auf der Suche nach der Liebe seines Lebens ist, derart viele Themen verarbeitet werden, die sich so (oder ähnlich) auch bereits bei mir und in meinem Kollegenkreis ereignet haben. Eine nicht abschliessende Liste:

  • Weil man an einer bestimmten Party mal eine Frau gesehen hat, in die man sich unsterblich verliebt, geht man alle Jahre wieder an diese Party — in der Hoffnung, sie wiederzusehen. Und natürlich erscheint sie nie wieder (Stichwort: „Slutty Pumpkin“)
  • Der Sylvesterabend ist als grossartiger Gruppenevent geplant — doch die Gruppe zersplittert sich dann sehr rasch: Man verliert sich, die Pärchen gehen „schlafen“, einige ziehen an eine andere Party weiter (Stichwort: „The Limo“)
  • Die Rekonstruktion einer alkoholgeschwängerten Nacht zusammen mit den Kollegen — umso lustiger an Hand von Indizien, Verletzungen etc. (Stichwort: „Pineapple Incident“)
  • Der die Freundin des WG-Mitbewohners zieht in die WG ein — und die besten Kumpels werden zu Feinden (Stichwort: „The Duel“)
  • Der Freund wird von der Freundin gezwungen, an einem langweiligen Päärchen-Abend sein Stelldichein zu geben, obwohl er viel lieber mit den Kollegen ab…feiern gehen würde. (Stichwort: „Okey Awesome“)
  • In einer völlig irren Aktion entscheiden sich zwei männliche Jäger, zwei attraktiven Frauen zu folgen (hier: von New York nach Philadelphia, indem man kurzerhand zwei Sitze auf diesem Flug bucht) — um dann herauszufinden, dass die Damen bereits vergeben sind. Solche „Sunk Costs“ werden wohl täglich fast überall auf der Welt realisiert. (Stichwort: „Sweet Taste Of Liberty“)

Nebensächliches

Übrigens — und das ist kein Spoiler — Ted wird die Liebe seines Lebens finden und mit ihr zwei Kinder zeugen. Denn die Rahmenhandlung einer (fast) jeden Episode beginnt damit, dass Ted im Jahre 2030 seinen zwei Kindern genau solche Episoden aus seinem (Liebes)leben während und nach 2005 erzählt.

Da ich nun bereits zwei Male in den Strassenkulissen von Warner Brothers in Burbank rumgelungert bin, hat jede Strassenszene ihren Glanz verloren. Man erkennt unweigerlich die ewig gleichen Strassenzüge und Pappmaché-Wände wieder. Einzig die Dekoration ist halt jedes Mal anders. Und erstaunlich ist es trotzdem, wie die Strassen mit Autos und Menschen bevölkert werden, und ein tatsächlich realistischer Eindruck entsteht. Aber: An Sylvester im angeblichen New York sollten Schauspieler beim Sprechen umgehend Dampfwolken ausstossen. Tun sie aber nicht, weil sie im sonnigen Kalifornien filmen.

Dreh- und Angelpunkt solcher Serien ist das Wohnzimmer und die Lieblingsbar. Ich frage mich immer wieder, a) wie realitätsgetreu solche Locations gestaltet sind und ob b) der Durchschnittsami wirklich ein einer solchen Stammkneipe verkehrt.

Dass Barney — oder im realen Leben Neil Patrick Harris — bereits seit Doogie Howser, M.D. (1989-1993) schauspielert, ist seine Leistung in dieser Show hier meiner Meinung mittelmässig bis schlecht. Ironie am Rande: Neil ist schwul, spielt aber einen testosterongeladenen Draufgänger, der bei Frauen keine Anmache (und kein Fettnäpfchen) auslässt …

In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass auch Jim Parsons, der in TBBT Sheldon spielt, sich ebenfalls geoutet hat. Übrigens: Im Gegensatz zu Neil gebe ich Jim eine glatte 10 für seine Schauspielkunst.

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Montag, 6. Dezember 2010

Zensur: Die besten Schüler der Chinesen

We are shocked to find countries such as France and the United States suddenly bringing their policies on freedom of expression into line with those of China. We point out that in France and the United States, it is up to the courts, not politicians, to decide whether or not a website should be closed.

Quelle: Wikileaks hounded?

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Sonntag, 5. Dezember 2010

Welche Unternehmenskultur passt zu mir?

Ich muss nicht lange überlegen, in welcher Unternehmenskultur ich arbeiten möchte:

We’re in a creative-inventive market, not a safety-critical market like medicine or nuclear power.
— Netflix

Quelle: Netflix’s Reference Guide on our Freedom & Responsibility Culture

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Sonntag, 28. November 2010

Ausgehen für Berner in Las Vegas

Welch eine Konstellation hatten wir vor einigen Wochen für unseren Trip nach Las Vegas zusammengebracht: Alles, was Rang und Namen hatte und nicht aus beruflichen, beziehungstechnischen oder flugängstlichen Hindernissen einen Rückzieher gemacht hatte, war auf Platz.

Da wir — sechs Jungs ohne weibliche Begleitung — Vegas an einem Wochenende unsicher machten, war von Beginn weg klar: Anstehen geht gar nicht, und das Risiko, auf Grund unseres Geschlechts diskriminiert oder als grosse Gruppe gar nicht eingelassen zu werden, wollten wir komplett ausschliessen.

Nach einigen Recherchen stellte sich heraus, dass derzeit (November 2010) in Vegas folgende zwei Clubs am angesagtesten sind:

  • XS at the Encore
  • Tao at the Venetian

Nach einem Anfragemarathon per E-Mail hatten wir es eine Woche vor Abreise geschafft: Am Freitag sollte es ins XS gehen, am Samstag ins Tryst. Beide Clubs gehören zum Hotelkomplex von Herrn Steve Wynn. Das XS ist im Encore untergebracht, das Tryst im Wynn (sehr wichtig, wenn man sich mit dem Taxi hinchauffieren lässt — wer das falsche Hotel angibt, läuft gut und gerne 15 Minuten durch die Casinos und Lobbys).

Per E-Mail hatte ich einen Tisch für 6 Personen reserviert, welcher eine Zwangskonsumation von mindestens zwei Flaschen Alkohol beinhaltete. Als Mindestpreis wurde mir 1000 USD angegeben, welche keine Taxes und keine Pflicht-Gratuity für die Servierdüse beinhaltete. Schlussendlich gaben wir sowohl am Freitag als auch am Samstag je 1320 USD aus, oder 220 USD pro Nase.

Natürlich kann man in Vegas viel günstiger feiern, doch für uns überwogen die Vorteile klar:

  • 30. Geburtstagsreise von drei Teilnehmern
  • in naher Zukunft kaum schon wieder in Vegas
  • 6er-Gruppe Männer
  • kein Anstehen
  • abfeiern in den angesagtesten Clubs
  • Alkoholkonsum mit den Flaschen bei weitem abgedeckt (sozusagen All-Inclusive-Preis)

Tryst at the Wynn

Insbesondere beim Besuch des Tryst war uns sofort nach Eintreffen klar, dass wir die richtige Wahl getroffen hatten: Die Schlange zog sich bereits um 22.30 Uhr durch die halbe Lobby. Gekonnt, aber eigentlich illegal, drängten wir nach vorne, weil wir unseren Tisch bis 23 Uhr besetzen mussten, ansonsten wäre die (notabene kostenlose, ohne Angabe einer Kreditkartennummer getätigte!) Reservation wieder freigegeben worden.

Vom Ambiente her hat mir das Tryst besser gefallen — obwohl auch dieser Club wie das XS einen Outdoor-Bereich hat, steht man hier nicht um einen grossen Pool herum, sondern um einen künstlichen Wasserfall mitsamt Felsen, der ca. 5–10 Meter hoch ist. Von der Tanzfläche aus hat man sehr gute Sicht auf dieses Naturschauspiel.

Leider kann die Musik hier nicht wirklich mithalten, bei unserem Besuch spielte man nämlich den ganzen Abend nur Hip-Hop. Gründe dafür: Der Club hatte Besuch von zwei Rappern und dem Boxer Floyd Mayweather Junior, den ich bis dato nicht gekannt hatte. Leider legte deren Anwesenheit das ganze Club-geschehen lahm, d.h. auf der Tanzfläche bewegte sich niemand mehr und alle Damen hielten ihre Digitalkameras gezückt in die Höhe.

Unser Tisch war im Tryst direkt am Ende der Treppe beim Eingang postiert, was rückblickend gleich zwei Vorteile hatte: Einerseits sahen wir auf Grund unserer frühen Platzierung vor Ort alle einlaufenden Partygäste, andererseits waren wir schön vom Lärm der Tanzfläche abgeschirmt, da man diese erst über einen schallschluckenden, langen Durchgang erreichte.

Die Gästeschar war bunt durchmischt, doch die asiatische Fraktion überwog die anderen Bevölkerungsgruppen. Das Partyvolk war vollkommen friedlich und nett. Unser Tisch wurde von einem Security-Mann (Afanto) bewacht, weshalb auch die ganze Gruppe ohne Bedenken auf die Tanzfläche verschieben und die Vodka-Flaschen am Tisch zurücklassen konnte.

XS at the Encore

Auch dieser Club hat uns überzeugt. Unser Tisch lag im Freien in unmittelbarer Nähe zum Pool (in welchem — meines Wissens — im Verlaufe des Abends niemand einen Schwumm nahm). Die Tanzfläche war gegen den Pool hin geöffnet und es hatte angenehm viel Volk unterwegs.

Sonstige Clubs

Da wir auch noch Sonntag- und Montag-Abend in Vegas verbrachten (aus meiner Sicht reichen drei Partynächte in Vegas rückblickend vollumfänglich aus), kann ich hier noch weitere Tipps geben:

Drais

Am Sonntag sollte man nicht zu früh aufstehen, sich danach in einem der unzähligen Buffets am Strip verköstigen, sich eventuell gar noch einmal 1-2 Stunden hinlegen und dann lange nach Mitternacht ins Drais verschieben. Am Sonntag ist dort „Industry Night“, d.h. Einwohner von Vegas kommen dann ermässigt oder gar gratis in die Disco rein. Wer aber erwartet, dass vor 2 bis 3 Uhr die Hölle los sein wird, ist falsch: Bei uns war die Tanzfläche erst nach 3 Uhr pumpevoll. Als wir um etwa halb ein Uhr in den Club reingingen, waren wir fast die einzigen Besucher dort.

Jet at the Mirage

Am Montag machten wir uns mit Ermässigungsgutscheinen, die wir am Strip einem Typen gegen ein Trinkgeld abgekauft hatten, ins Jet im Mirage. Hier liess man uns über eine Stunde anstehen, und zwar bis nach Mitternacht, zu einer Zeit also, in welcher die Gutscheine ihren Wert verloren hatten. Die Disco gefiel mir überhaupt nicht — die Türsteher sind rabiat, aggressiv und nervtötend. Der Club ist wie eine Sardinenbüchse gefüllt, man kann also kaum tanzen. Selbst wenn man es auf die Tanzfläche schafft, hält man es dort nicht lange aus, da die Laustärke ohrenbetäubend laut ist. Der Tinitus lässt am nächsten Morgen freundlich grüssen.

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