Archiv ‘Medien’

Sonntag, 8. März 2026

Meine Informationsquellen

Angesichts des Irankriegs, aber auch mit Blick auf die morgige Abstimmung („Halbierungsinitiative“), und auf ein aktuelles Gespräch mit einem Bekannten präsentiere ich hier wie ich mich aktuell, im März 2026, einen Überblick und eine Interpretation über das Zeitgeschehen verschaffe.

Podcasts (Audio, und/oder Video)

Viele der unten genannten Podcasts werden auch auf YouTube publiziert, was für mich aber sekundär ist — meistens höre ich die Podcasts in der Audio-Version über die Podcast-App meiner Wahl (siehe unten), in zweifacher Geschwindigkeit, während dem (derzeit nicht) täglichen Rudertraining, oder beispielsweise aktuell beim Abwasch von Baby-Material und dem Abendessen.

  • Weltwoche: Weltwoche Daily (Schweiz) und Weltwoche Daily (Deutschland resp. International). Seit Beginn der „Pandemie“ täglich ein Muss. Der eloquente, ausdauernde Frühaufsteher Köppel sucht seinesgleichen.
  • Nebelspalter: Bern einfach. Das Wichtigste zum Tag, Feusi Fédéral. Direkt aus dem Bundeshaus, Bundeshaus-Briefing. Wissen, was läuft. Sehr gut als Ergänzung zur Weltwoche. Feusi ist das beste Pferd im Nebelspalter-Stall. Somm ist deutlich rabiater unterwegs als Köppel. Kürzlich habe ich das Duo Somm und Feusi im Kontext des Ukraine- und Irak-Kriegs (die beiden sind Atlantiker, absolute USA-Fanboys) den Vergleich gemacht, dass die beiden intellektuell auf Primarschullehrer-Niveau unterwegs sind, während Köppel den Gymnasiallehrer oder gar den Privatdozenten an der Uni macht.
  • Kontrafunk: Die Sonntagsrunde Meiner Meinung nach der beste wöchentliche (hoch)deutschsprachige Podcast. Ging aus indubio (s. unten) hervor, als sich Burkhard Müller-Ulrich von Achgut Media trennte. „Sein“ indubio war der Rettungsanker in der dunklen Pandemiezeit, und von Anfang an enorm kritisch. Heute wissen wir: Recht hatte er, und seine Gäste.
  • indubio Auch gut, verpasse keine Folge, aber irgendwie nicht so viel Pepp wie Kontrafunk.
  • Nacktes Niveau Der dritte hochdeutsche, wöchentliche Podcast den ich höre. Ich glaube, ich wurde irgendwann letztes Jahr Hörer. Verglichen mit Kontrafunk und indubio hege die wenigsten Emotionen für diesen Podcast, höre ihn aber trotzdem wöchentlich. Die Aufarbeitung der Pandemie nimmt immer noch einen grossen Teil des Podcasts ein, hinzu kommt der Untergang Deutschlands.
  • PUNKT.PRERADOVIC Leute meines Alters werden sie von ihren Auftritten bei RTL in den 1990ern kennen. Jede Episode fokussiert auf ein bestimmtes Thema mit einem neuen Gast. Die Themen sind vielfältig, und manchmal hört man Dinge, über die man selber nie gestolpert wäre.
  • Judging Freedom Von Andrew Napolitano. Seine Beiträge haben mein Weltbild bezüglich Amerika stark verändert. Mahnende Stimme. Die meisten Regulars sind super, inhaltlich am Besten sind meiner Meinung nach Col. Macgregor sowie „Pädo“ Scotty. Sachs und Mearsheimer sind auch immer super.
  • Ron Paul Liberty Report Der libertäre Ron Paul ist mir bereits seit den 2000ern bekannt. Rand Paul ist sein Sohn. Mit Beginn des Iran-Krieges habe ich ihn auch abonniert, da er ein lautstarker Kritiker der „Forever Wars“ und des us-amerikanischen militärisch-industriellen Komplexes ist.
  • Glenn Diesen — Greater Eurasia Podcast. Ein Kollege hat mir bereits in den letzten Monaten regelmässig interessante Episoden geschickt — seit dem Beginn des Irankriegs habe ich Glenns Podcast nun abonniert und höre jede Folge.
  • Neutrality Studies Pascal Lottaz, notabene Schweizer, habe ich auch erst seit Kurzem abonniert.
  • Tucker Carlson Ich glaube ich habe noch nie einen ganzen Podcast von ihm von Anfang bis Ende gehört. Wenn ich ihn höre dann normalerweise zwei- und dreiminütige Schnipsel auf X. Ich habe Angst um ihn; ich befürchte, dass ihn der Mossad oder andere Organisationen aus dem Dunstkreis (inklusive der Deep State) ausschalten und „unschädlich“ machen. Aber Achtung. Wie es Somm kürzlich so schön sagte: „Tucker Carlson isch en gruuusige, gruuusige Antisemit!!!“
  • America First Sehr sehr gefährlich, Nicholas „Nick“ Fuentes hier zu erwähnen. Während das „Nazi“- und „Antisemit“-Label heute sofort jedem angeheftet wird, der unbequeme Fragen stellt, oder von der woke-diversen politischen Mehrheitsmeinung abweicht, denke ich, dass Nicholas „Fuck the Jews!“ Fuentes das Label „Antisemit“ verdient. Wieso ich ihn hier trotzdem erwähne: Sein Podcast heisst „America First“, und er gibt einen tiefen Einblick in das Selbstverständnis und die Themen der MAGA-Bewegung. Den Podcast habe ich nicht abonniert, wenn mir Fuentes präsentiert wird dann ähnlich wie Tucker Carlson: zwei- oder dreiminütige Ausschnitte auf Twitter. Für einen deutschsprachigen Europäer absolut schockend, dass er das Judentum nicht mit Samthandschuhen anfasst.

Podcast-App

Ich benutze die kostenpflichtige iOS und macOS-App Overcast um die Podcasts herunterzuladen und zu hören.

Die kostenfreie Apple Podcast App könnte selbstverständlich auch blendend funktionieren. Tatsächlich benutzte ich anfänglich Apples Podcast-Player, aber auf Grund von Problemen und wegen mangelnder Konfigurationsmöglichkeiten verwende ich die App nicht mehr.

Geschriebenes Wort

  • Twitter (resp. heute X). Musks Übernahme hat das Social Media-Produkt wieder viel, viel interessanter gemacht. Aber, aus aktuellem Anlass: Elon Musk nimmt zum Irankrieg absolut nicht Stellung (ungewöhnlich, sonst lehnt er sich schnell und weit aus dem Fenster), und offenbar zensiert säubert der Product Manager Nikita Bier, angehöriger der bestimmten Religion, seit Beginn des Konflikts den Twitter-Feed massiv. Elon hat damit enorm viel Goodwill verloren.
  • Inside Paradeplatz Früher, als ich in der Finanzindustrie arbeitete, gehörte die Lektüre zur Pflicht. Heute schaue ich noch ungefähr einmal pro Woche rein, und verpasse oft die Primeure.

Was ich längst meide: SRF (TV, und natürlich auch Radio), sowie all die „klassischen“ Medienerzeugnisse wie Tagesanzeiger, NZZ, SPIEGEL Online.

Gelegentlich klicke ich mich auf das Web-Angebot von SRF. Ziel: Zu hören, was in der Schweiz so läuft. Aber sicher nicht, um mir eine unabhängige Meinung zu bilden. SRF ist abgekürzt gesagt „linksversifft“.

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Freitag, 30. Januar 2026

Unwort: Einordnen

Seit Jahren machen wir Kollegen sarkastisch Gebrauch des Worts „einordnen“, welches die hiesige Medienwelt mit viel Schwung erobert hat. Da steht im Gruppenchat regelmässig: „Louis, kannst du uns das bitte einordnen?“, als Seitenhieb gedacht auf all die (linken) Journalisten des Staatsfernsehens- und Radios, sowie der Mainstream-Medien, welche tagein, tagaus … eben … freundlicherweise jenste Dinge EINORDNEN.

Doch:

[…] diese Phrase von der ›Einordnung‹ kommt direkt aus der semantischen Hexenküche derer, die für diese Sachen [EU-Sanktionen gegen Baud und Dogru] mitverantwortlich sind.

Mündige Bürger brauchen keine ›Einordnung‹ (die den Rahmen nie in Frage stellt), sondern Analysen.

Quelle: @textkritik als Antwort auf den Tweet:

Im aktuellen Freitag gibt es meine Einordnung (leider erheblich gekürzt) zu den EU-Sanktionen gegen Baud und Dogru. Bissigere Langfassung demnächst online!

Quelle: @DrClaudiaWittig

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Dienstag, 23. Dezember 2025

Kriegstrommler in den Redaktionen

Nicolas Richter (Jg. 1973, Wikipedia) im September 2025 im Tagesanzeiger:

Drohnen über Ostpolen

Putins Provokation darf nicht unbeantwortet bleiben

Der Vorfall im polnischen Luftraum passt in das Muster eines hybriden Krieges, den Moskau immer dreister gegen Nato-Länder führt. Jetzt ist eine deutliche Reaktion notwendig.

Quelle: Putins Provokation darf nicht unbeantwortet bleiben

Schreibtischtäter.

Mein Vorschlag: Jeder kriegslüsterne Politiker, jeder kriegslüsterner Journalist darf solche Kampfesrhetorik nur noch äussern, nachdem sie sich freiwillig bei der Infanterie gemeldet haben und die Garantie haben, in der ersten Welle gegen die russischen Stellungen losgeschickt werden.

A propos 1: Nach „völkerrechtswidrigem Angriffskrieg“ hat die Meinungselite in Europa einen neuen Begriff kreiert: „hybrider Krieg“. Wenn ich die Google-Definition durchlese, vermag ich nichts Neues zu erkennen. Gab es (fast) alles schon im Ersten Weltkrieg, und im Zweiten Weltkrieg sowieso. Propaganda, Heimatfront, Zensur (jeweils alles auf beiden Seiten), Flächenbombardements von Städten.

A propos 2: Lesenswerter (aber paywall-ter) Artikel: Analyse zestig drone-incidenten in Europa: veel paniek en weinig bewijs (Volltext bei archive.is) Auch wenn man kein Niederländisch versteht: „viel Panik, wenig Beweise“.

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Sonntag, 9. November 2025

Blick: Reisserische Schlagzeilen, wichtige Details tief in den Paragraphen versteckt

Zwei Fälle als Anschauungsbeispiel.

Schock in der Kaserne Lenzburg: Kommandantin rastet aus – und schlägt auf Rekruten ein

Link zum Artikel

Nein aber auch! Skandal! Wie konnte sie nur.

Selbst wenn man den Einleitungstext liest, hat man grösstes Mitleid mit den Opfern, und es brodelt in einem der Hass auf die Prügelfrau hoch.

Erst im vierten Paragraphen liest man: „Sie [die später verprügelten Rekruten] hielten bei einer Tankstelle, um sich ein Bier zu kaufen, was nicht erlaubt ist, […]“.

Da ich mittlerweile zu alt für diesen Billig-Journalismus bin (darf man das überhaupt noch „Journalismus“ nennen?), habe ich konsequenterweise nach diesem Satz aufgehört zu lesen.

Angela Rosser, die Blick-„Journalistin“, hätte wohl als Reaktion darauf lieber gesehen, wenn die Soldaten, die sich nicht an Befehle, das Gesetz und den gesunden Menschenverstand gehalten haben, zu vier Tagen Klangschalen-Therapie verdonnert worden wären.

3 Kinder und 4 Erwachsene liefern sich wilde Schlägerei im Bezirk Bremgarten AG – die Strafen sind saftig «Ich half nur meinen Töchtern, als sie von einer fremden Mutter verprügelt wurden!»

Link zum Artikel

Hier ein weiteres Glanzstück, welches aufzeigt, was in unseren Medien schief läuft: Im elften Paragraphen erfahren wir, dass es sich bei der prügelnden Mutter um eine Kubanerin handelt.

Und Ralph Donghi, Blick-„Journalist“, wagt es nicht einmal, dies selber so festzuhalten. Es wird der angeklagte und verurteilte Raufhändler zitiert. Offenbar wäre es berufsgefährdend, wenn man das einfach so in den Artikel schreiben würde. Indem man es in ein Zitat verpackt, ist man als „Journalist“ fein raus.

Ich finde: Die Herkunft der Täterschaft (sprich: Ausländer, Eingebürgerter oder gebürtiger Schweizer) ist in allen Artikeln zu Strafverfahren an erster Stelle zu nennen.

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Sonntag, 9. November 2025

Tamedia Kundendienst unkompliziert per Email erreichen

Auf den Websiten der Produkte des Verlags findet man dem Zeitgeist entsprechend nur Hilfeartikel, Chatbots (mit der Option, an einen Kundendienstmitarbeiter zum Live-Chat weiterverbunden zu werden, wenn man zuerst unzählige Fragen beantwortet hat), und eine Telefonnummer.

Auf Grund einer früheren Interaktion mit dem Kundendienst fand sich in meinem Email-Archiv aber eine auch heute, im November 2025, gültige Email-Adresse des Kundendiensts:

customerservice@tamedia.ch resp. heute customer.service@tamedia.ch

In einem Email habe ich mein Anliegen, welches keiner Rückfrage respektive der Intervention eines „Retention-Spezialisten“ bedurfte, am 1. November geschildert. Umgehend kam ein Auto-Reply mit einer Bearbeitungsnummer zurück. Am 7. November dann lag die Antwort eines Menschen im Briefkasten.

Übrigens: Gemäss Email-Header verwendet Tamedia für die Verarbeitung von Kundenanfragen Salesforce, und die Salesforce Entity ID von Tamedia müsste gemäss Header X-SFDC-EntityId: 500TE00000OQ3B1 lauten.

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Sonntag, 22. Dezember 2024

Wenn man den McDonalds Praktikanten an den Newsletter ranlässt …

… hat man plötzlich ein Lorem Ipsum Email in der INBOX:

Genug Häme — in einer blameless culture und mit Postmortems sollte die Erkenntnis reifen, dass man Newsletter an die ganze Kundschaft nur unter Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips auslösen können sollte.

Und: Allenfalls (wenn man Zeit und technisches Wissen hat, und die Plattform das unterstützt) könnte man sogar automatisierte Tests einbauen, die Emails mit unersetzten Variablen (>Vorname>) und Lorem ipsum Texten nicht zum Versand zulässt.

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Sonntag, 6. Oktober 2024

Woran es bei den Sozialdemokraten seit längerem krankt

Frank A. Meier vor einigen Wochen im Blick:

Zeh zählt auch die Grünen zu denen, die so handeln: nicht nur fern vom Wähler, sondern lehrerhaft überheblich […]

Wird die einstige Partei der Werktätigen von Werktätigen geführt – «von solchen wie uns»? […]

Die Entfremdung zwischen den Genossen und ihrem angestammten Wahlgefolge ist nicht einfach ein kommunikatives Missverständnis. Es ist die Distanz des Personals in den Führungsetagen der Partei zu ihrer angestrebten Zielgruppe. Die falschen Leute erläutern mit akademischem Zungenschlag bürgerferne Politik: von Willkommenskultur über Klimaregeln bis Genderbenimm – ideologisches Kunterbunt aus der universitären Wohlfühlwelt.

Quelle: Frank A. Meyer – Die Kolumne: Top down

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Montag, 5. Februar 2024

„Grüner, und gerechter“

Meine Befürchtung: Ein ganzes Land, komplett falsch abgebogen.

Als Gegenpol Friedrich Merz‘ Aussage:

„Hauptfeinde“ in unserem Land sind „die 20-jährigen Studienabbrecher in der Grünen Bundestagsfraktion, die uns von morgens bis abends die Welt erklären“

Quelle: CDU-ParteitagMerz nennt Grüne „20-jährige Studienabbrecher“, die Welt erklären wollen

„Hauptfeinde“ finde ich aber schon gerade etwas … hart ausgedrückt. Politische Gegner?

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Montag, 5. Februar 2024

Die Meinungskorridore verengen sich

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Sonntag, 21. Januar 2024

The Crown: Mutter Middleton kommt nicht so gut weg

Gestern haben wir die letzte Episode der letzten Staffel von Netflix‘ The Crown geschaut.

Bis jetzt habe ich nicht genau verstanden, wieso die Drehbuchautoren ausgerechnet die Hochzeit von Charles und Camilla als Ende der Serie ausgewählt haben.

Schliesslich lebte und repräsentierte Queen Elizabeth II. das Vereinigte Königreich noch 17 Jahre weiter (Hochzeit Charles & Camilla: 8. April 2005, Tod Queen Elizabeth II: 8. September 2022).

Die letzte Staffel schreitet im Schnellzugstempo durch die Geschehnisse nach dem Tod Dianas. Die sich anbahnende Romanze zwischen Prince William und Kate Middleton nimmt dabei eine wichtige Rolle ein. Doch die Middletons kommen in der Serie meiner Meinung nach sehr, sehr schlecht weg — als unglaublich kalkulierendes Mutter-Tochter William-Jäger-Gespann.

Zuerst dachte ich, dass dies eine Überspitzung der Drehbuchautoren sei, doch ein Artikel in Vanity Fair zeigt auf, dass die dargestellten Ereignisse vermutlich recht Nah an der tatsächlichen Geschichte dran sind: The Crown: Did Carole Middleton Really Mastermind Kate and Prince William’s Relationship?.

Und wieder kann ich mir nicht verkneifen, William und Kate, sowie auch Harry, beim Schauen der Serie vorzustellen. Surreal.

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