Dienstag, 4. Dezember 2007

Christoph Blocher

Im Magazin vom letzten Samstag ist eine ausführliche Reportage über Christoph Blocher erschienen. Der Text ist äusserst lesenswert – auch wenn man, wie ich, mit dem Politiker und seiner Weltanschauung wenig anfangen kann: Eine grosse Persönlichkeit ist dieser Mensch sondergleichen.

Einige Textpassagen, die Erwähnung verdienen:

Er selbst plant, das Jahr 2008 zum «Jahr der Durchsetzung» der Gesetze zu machen. Und vielleicht gar ein paar davon wieder abzuschaffen, wenn sie nurmehr toter Buchstabe sind.

Aber die «vier Zukunftsprojekte der FDP»? Kennt noch heute kein Mensch. Stattdessen verabschiedete sich der Freisinn mit seinen «Hop Sviz»-Plakaten nach Absurdistan.

Seit einem halben Jahr ruft er seine Partei auf, «sich um die Schule zu kümmern». Regelmässig melden sich Lehrerinnen und Lehrer bei ihm – «gar keine SVPler» –, die ihm erklären, dass es so nicht weitergehen könne. Blocher fordert nichts weniger als eine «konservative Wende in der Pädagogik» […]

[…] Anspruch des Anti-68ers Blocher, das Rad in der Pädagogik – und in den Elternhäusern – um vierzig Jahre zurückzudrehen. Es wird längst nicht reichen, wenn stramme SVP-Schulräte die Budgets zusammenstreichen. Dieser Partei fehlen zwei Generationen von pädagogischen Praktikern. Unter der Schweizer Lehrerschaft sind so wenig SVP-Anhänger zu finden wie unter den Journalisten.

Quelle: KENNE DEINEN GEGNER!

Unternehmer

Der Unternehmer Blocher – Motto: Vom Pfarrerssohn, gelernten Landwirt über das Jura-Studium zum Milliardär – geniesst auch bei mir grosses Ansehen:

Bodenmann verteilte damals an den Fabriktoren in Ems Flugblätter gegen den «Lohndrücker Blocher». Der «Rattenfänger der kleinen Leute» sollte endlich als Milliardär, als Schlossbesitzer, als «riiche Siech» vorgeführt werden. Vergebens. «Zum Glück bin ich en riiche Cheib. Es gibt ja nichts Traurigeres als einen armen Unternehmer», war sein entwaffnender Standardspruch.

Gelobt wird selten, wenn kritisiert wird, dann scharf.

[Online-Kommentar] Am häufigsten waren Treffen mit Blocher zum Marketingkonzept und Dreijahresplan. Zwei Punkte waren ihm bei der Erarbeitung dieser Dokumente immer besonders wichtig. Erstens musste das Hauptproblem, mit dem sich der Unternehmensbereich in den nächsten drei Jahren konfrontiert sah, sauber herausgearbeitet werden. Ein Auswahlpalette von Problemen wurde nicht akzeptiert. Konzentration der Ziele wie der Mittel waren Blocher immer sehr wichtig. Damit die Strategie, im Jargon „Marschrichtung“, gut kommunizierbar war, musste sie klar und prägnant formuliert werden. Auch vor radikalen Zielen wie Massnahmen schreckte Blocher nicht zurück.

Vater

Im gleichnamigen Buch […] erzählt Vater Blocher, wie sein Sohn Markus eines Nachts zu Fuss die 15 Kilometer von Zürich nach Hause musste, weil er den Mitternachtszug verpasst und sich somit nicht an die Regeln gehalten hatte. «Durch Konsequenzen lernt man Regeln befolgen», sagt der Vater. («Meine Frau fand die Strafe allerdings etwas sehr hart.»)

Ich hätte meinen (imaginären) Sohn in so einer Situation auch gerne 15 Kilometer nach Hause wandern sehen, hätte es aber dann doch vorgezogen, wenn dieser gerade zum Trotz die Nacht in Zürich durchzechen gegangen wäre …

Die vier Blocher-Kinder, liest man weiter, hatten auch nie ein eigenes Auto, bis sie selber eins kaufen konnten. «Nicht Geiz war das Motiv, sondern die Erziehung zur Selbstverantwortung.»

Hmmm, da war sogar ich ein Mü verwöhnter …

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Montag, 3. Dezember 2007

Langfinger unter sich

„Don’t steal, the government hates competition!“

Quelle: Paul Right To Vote Against Rosa Parks Medal

Dieses Zitat enthält einen doppelten Sinn: a) der Staat „stiehlt“ seinen Steuerzahlern das Geld aus dem Sack, b) er hasst Konkurrenz, was meiner Meinung nach auch einen Hinweis auf die freie Marktwirtschaft sein soll …

Der ist auch ganz gut:

The Congressional Gold Medal is made of solid gold, and in every instance it is awarded, it can cost taxpayers upwards of $30,000. […]

Paul also lamented the „supreme irony“ of awarding a Buddhist leader with such a costly material gift when Buddhism eschews worldly possessions in favor of spiritual wealth.

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Montag, 3. Dezember 2007

Frau 2.0

“If we can put a man on the moon,” he might point out, “why can’t we turn our wives into more agreeable companions?”

Quelle: US Government Should Pass Laws to Make Women Sexier, More Submissive

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Montag, 3. Dezember 2007

Wenn Häuser unerklärlicherweise immer wertvoller werden

The run-up of home prices made even less sense than the dot-com bubble — I mean, there wasn’t even a glamorous new technology to justify claims that old rules no longer applied — but somehow financial markets accepted crazy home prices as the new normal.

Quelle: Innovating Our Way to Financial Crisis

Auch in diesem Artikel in der New York Times wird das böse „R“-Wort wieder in den Mund genommen. Was sagt Google?

Google Trends: recession

Hmmm …

Der Markt steht über allem!

Wahrscheinlich hat sich der Staat immer noch zu stark in die Wirtschaft eingemischt …

At a deep level, I believe that the problem was ideological: policy makers, committed to the view that the market is always right, simply ignored the warning signs.

[…] The bottom line is that policy makers left the financial industry free to innovate — and what it did was to innovate itself, and the rest of us, into a big, nasty mess.

Gibt es wirklich eine Rezession (in den USA)? Wie schwer wird sie ausfallen? Auf Web-Sites, auf denen ich verkehre, werden Horrorszenarios geäussert. „Schlimmer als die Great Depression“ werde es werden, hört man dort fast schon täglich:

Do you remember the rule, dear reader? The force of a correction is equal and opposite to the delusion that preceded it. What would you expect to follow the biggest credit expansion of all time? Something pretty dramatic.

Quelle: Credit Expansion Ends, Leads to Falling House Prices

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Montag, 3. Dezember 2007

Die geheimsten Wünsche eines Coders

I wouldn’t be bothered all day by marketing folks asking could the forms be mauve, I wouldn’t have to worry about the wording of some field label on some feature that no one even knew how to get to, I wouldn’t have to deal with icons that were too Anglo-Saxon, too masculine or too feminine, I wouldn’t have to worry that some important VP wanted a new button that would confuse 90% of users. I would just write code. […]

Quelle: Formula Engine Rewrite

Das Ziel:

The engine needed to be rewritten from the ground up, it needed to be made maintainable, it needed to be faster, and it needed to be completely backwards compatible..

Alles tönte super – bis zum letzten Teilsatz. Genau diese Rückwärtskompatibilität hat den OpenXML-Standard krepieren lassen sowie zum Flop Windows Vista geführt. Rückwärtskompatibilität wird Microsoft diese und nächste Dekade das Leben verflucht schwer machen … Und somit den Entwicklern, die bei Microsoft (und anderen riesigen Software-Unternehmen) arbeiten.

Iris was a lot like most engineering organizations, most of the good work was done by handful of talented people, the others often produced barely functional crap that would need to be cleaned up someday.

Ich habe Lotus Notes noch nie benutzt, doch die Beschreibung der „Notes templates“ lässt mich aufhorchen:

Describing how Notes templates work is a difficult thing, there is really nothing else quite like it the software world, but I guess I’d describe Notes templates as sort of like web applications. As a template developer, you must deal with back-end storage issues, you are writing in scripting languages for both the back-end and front-end functionality and rendering stuff, it’s sort of like working with ASP, HTML and JavaScript…sort of.

Ich bin mir fast sicher, dass SAP etwas Ähnliches mitbringt … ABAP und so.

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Sonntag, 2. Dezember 2007

FA-18, Eurofighter, Rafale oder Gripen?

Für welches teure Spielzeug man sich auch immer entscheidet – die Bedrohungslage müssen mir die uniformierten Herren erst noch genau erläutern:

Das VBS will neue, teure und laute Kampfjets gegen feindliche Truppen

[…] Scheinbar hat sich im Departement Schmid die Stahlhelmfraktion durchgesetzt, welche davon ausgeht, dass fremde Fliegerstaffeln die Schweiz angreifen könnten. Selbstredend, nachdem sie sich tausende von Kilometern durch von der NATO und der EU verteidigten Luftraum gekämpft haben.

Quelle: links.ch, November 2007, „Die Rückkehr der Stahlhelme“, S. 6.

Wer sich über die einzelnen Spielzeuge schlau machen will, schaue bei den bloggenden Offizieren vorbei:

Lasst die Dinger einfach um Himmelswillen von keinen vorbestraften Chilenen fliegen …

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Sonntag, 2. Dezember 2007

Randal meets MacBook


Goliath with MacBook
Originally uploaded by emeidi

No comment. He’s got Facebook as well …

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Samstag, 1. Dezember 2007

Neuenegg kriegt sein Pornosternchen

Lolita Bonita (Achtung: Diese Web-Site enthält pornographisches Bildmaterial und nicht jugendfreie Wörter)

Dank: Brotha Özel

Mal schauen, ob das Porno-Päärchen demnächst eine Hommage an Bernard und Bianca – Die Mäusepolizei produziert …

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Samstag, 1. Dezember 2007

Die maximale Traglast ist erreicht

We cannot come to terms with the fact that as a species we have gone beyond the ability of the planet to accommodate us. We have bred ourselves beyond the limits. We have consumed, polluted, and expanded beyond our means, and after several thousand years of superficial technological solutions we are now running short of answers. Biologists explain such expansion in terms of „carrying capacity“: lemmings and snowshoe hares — and a great many other species — have the same problem; overpopulation and over-consumption lead to die-off.

Quelle: The First Days Of Petro Collapse

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Freitag, 30. November 2007

Nach Cumulus und Supercard nun auch noch die espace.card

Den Zeitungsverlagen muss es sehr schlecht gehen, wenn diese neben dem Kernprodukt (Tageszeitung) plötzlich in völlig fremden Wirtschaftszweigen wildern gehen. Ob dies wohl damit zusammenhängt, dass der althergebrachte Verleger langsam aber sicher Horden von BWL-Abgängern weichen muss, die mit ihren Berater-Kollegen nun auch die Medien unterlaufen und zu Cash-Cows umwandeln möchten?

Heute habe ich deshalb wohl die espace.card erhalten. Nach der Lektüre des Prospektes weiss ich, dass ich damit „bis zu 20% Rabatt“ auf Einkäufe erhalte und mir diesen „Rabatt“ Ende des Jahres auf die Abonnementsrechnung oder das eigene Konto ausbezahlen lassen kann.

Wie bei Cumulus und Supercards, die ich übrigens aus Prinzip nicht benutze (viel lieber würde ich Terrabytes an Datenbank-Dumps von MIGROS und Coop in Empfang nehmen, um ein klein wenig Data-Mining zu betreiben), muss die espace.card bei einem Kauf vorgezeigt werden.

Und – dies wird dem Kärtli rasch den Todesstoss versetzen – durch einen Kartenleser gezogen werden. Für mich als Ladenbesitzer wäre also neben der Abtretung eines Teils meiner Marge an espace media auch noch die Anschaffung eines (weiteren) Kartenlesers erforderlich. Immerhin 300 Läden konnten bereits für das Vorhaben gewonnen werden – im Kanton Bern.

Fazit: Auch dieses Kärtchen verschwindet bei mir in einem Ordner und verstaubt dort bis zum Sankt-Nimmerleinstag. In meinem Porte-Monnaie hat es schlichtweg zu wenig Platz für alle diese blöden Kundenbindungskärtli …

(Ich frage mich gerade, ob sich die Entscheider bei espace media vorrechnen haben lassen, was die BWL- und Marketing-Heinis, deren Hochglanzprospekte und Web-Site, der Einkauf von Kärtchen und Kartenlesern an horrenden Initialkosten verursacht – Kosten, die man lieber zwecks Qualitätssteigerung in das Kernprodukt investiert hätte)

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