Samstag, 6. Oktober 2007

Alle ein bisschen Liberal

Das Magazin, seineszeichen die bessere Weltwoche, hat wieder einmal einen guten Riecher gehabt und beleuchtet die grassierende Liberalismus-Manie:

[…] ein paar krachende Katastrophen haben eindrücklich belegt, dass Deregulierung und Staatsabbau kein gottgegebenes Universalheilmittel sind, sondern ein sehr gezielt einzusetzendes Instrument darstellen.

Zu den notorischen Beispielen zählen die desaströse Privatisierung der britischen Eisenbahnen, die von kostspieliger Monopolbildung begleitete Deregulierung des kalifornischen Strommarktes und das Fortsetzungsdrama an Ineffizienz und Ressourcenverschwendung des US-Gesundheitssystems, das miserable Standards der Durchschnittsdeckung erreicht, obwohl es das teuerste der Welt ist.

[…] Häufig werden gesellschaftspolitische Fragen wie die Gleichberechtigung als Nebenschauplätze abgetan, auch wenn dies gerade aus liberaler Sicht nicht zulässig ist. Wenn das freie Spiel der Marktkräfte in entscheidenden gesellschaftlichen Fragen nicht zu Freiheit und Chancengleichheit führt, dann wird das für die liberale Weltsicht in ihrer Gesamtheit zur Herausforderung.

[…] Wer die schweizerischen Debatten über Ordnungspolitik verfolgt, kann leicht den Eindruck bekommen, Liberalismus bestehe aus fanatischem Anti-Etatismus – und sonst aus gar nichts.

[…] Eigenverantwortung zu predigen, ist das eine. Sich selber oder die eigene Klientel der marktwirtschaftlichen Konkurrenz auszusetzen, ist dann noch einmal etwas ganz anderes.

Quelle: WER NICHT LIBERAL IST, HEBE DIE HAND

Und ja, auch ich bezeichne mich auf StudiVZ als „links-liberal“ …

Labels: Politik, Schweiz, Wirtschaft

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Freitag, 5. Oktober 2007

Partyguide: Volkssport gefälschte Benutzerprofile


Mel_85
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perfection
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Hmmm, da fragt man sich doch: Welche ist nun die richtige Melanie?

Bei der Kindergarten-Community Partyguide gibt es immer wieder Spassvögel, die sich mit gefälschten Angaben ein Konto eröffnen. Ganz dreist wird es aber, wenn die hinterlistigen Benutzer nicht nur Profile eröffnen, sondern auch noch gleich Bilder von anderen Partyguide-Benutzern stibitzen.

Ab und zu stolpert man auf Profilseiten auf Kommentare, wo ein User einen anderen anfährt, wieso er sein Bild in seinem Profil verwendet.

Dieses Mal hat es das Foto meiner Freundin getroffen. Mal schauen, wie lang es geht, bis „Celine Ingolds“ Account gelöscht wurde.

Lieber Oli (an den Rest der Argonauten-Truppe wende ich mich gar nicht mehr, da man lieber Banknoten zählt als die Plattform voranbringt), wann endlich wird die Verifizierung per SMS Pflicht? So kann es doch einfach nicht weitergehen!

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Labels: Blogosphäre

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Donnerstag, 4. Oktober 2007

Afghanistan, Irak … Italien?!

„If the mafia attacks someone in this country, we don’t bomb Italy.“ –– Ron Paul

Quelle: Ron Paul: „If the mafia attacks someone in this country, we don’t bomb Italy.“

Labels: Funny, Politik, USA

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Donnerstag, 4. Oktober 2007

Lesenswert: Amtsanzeiger


Tankstelle Hurni
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Jede Woche liegt er im Briefkasten. Viel zu oft wandert er danach direkt ins Altpapier: Der Amtsanzeiger. Dabei lohnt es sich, die Zeitung kurz durchzublättern und den Abschnitt über die eigene Wohngemeinde zu überfliegen.

Dank der heutigen Lektüre des Anzeigers meines Amtes weiss ich nun beispielsweise, dass von APG demnächst eine Anzeigetafel mit dem Format F24 irgendwo in der Nähe der Tankstelle Hurni gestellt werden soll.

Im Beamtendeutsch heisst das dann:

Baupublikation

Bauherrschaft: APG Bern, Bahnhöheweg 82, 3018 Bern

Bauvorhaben: Wandmontage von 1 F24 Plakatwerbeträger zum wechselweisen Anschlag von Fremdreklamen, nicht leuchtend.

Standort: Freiburgstrasse 31, Parz. 708, Zone Landwirtschaft

Ausnahme: Art. 24 RPG, Bauen ausserhalb der Bauzone.

Auflagestelle: Bauverwaltung, 3176 Neuenegg

Einsprachefrist bis und mit 5.11.2007.

Einsprachen und Rechtsverwarhungen sind schrifltich und begründet im Doppel beim Regierungstatthalteramt Laupen, 3177 Laupen einzureichen. Ebenfalls allfällige Begehren um Lastenausgleich, Lastenausgleichsansprüche die nicht innert der Einsprachefrist angemeldet werden, verwirken.

Neuenegg, 27.9.2007

Bauverwaltung Neuenegg

Labels: Medien, Neuenegg, Politik

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Donnerstag, 4. Oktober 2007

Crédit Suisse erachtet mich als kreditwürdig


Credit Suisse "Zahlung nach Mass"
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Seit mehreren Monaten liegt mir Crédit Suisse auf den Ohren. Anscheinend kaufe ich mit meiner Kreditkarte einfach zu wenig und zu billige Dinge.

Die Vernunft („Kaufe nur das, was du dir leisten kannst!“) hat nun ein Ende. Crédit Suisse erachtet mich seit neuestem als kreditwürdig. Bis 25’000 SFr. könnte ich mit meiner Kreditkarte verpulfern und müsste die Summe dann zu einem effektiven Jahreszins von 14.75% zurückzahlen. Wahrlich ein Schnäppchen!

Die Geister, die ich rief …

Es besteht zu befürchten, dass die Schweizer bald ihren US-Amerikanischen Kollegen in die Schuldenhölle folgen werden. Bund, Kantone und Gemeinden machen es seit Jahrzehnten vor – wieso sollte der gemeine Bürger nicht nachziehen? Schliesslich verfügt heute jeder Spacko dank Coop und MIGROS über eine Kreditkarte – wäre doch gelacht, wenn man dieses Potential nicht auch ausnutzen würde.

Der ideale Konsument

Die Kreditkarte hat also jeder, doch das nötige Wissen, wie mit Geld umzugehen ist, wurde bereits meiner Generation kaum mehr gelehrt. Buchhaltung ist für viele meiner Kollegen ein Fremdwort. Erst wenn man seine monatlichen Ausgaben (mehr oder weniger auf den Rappen genau) erfasst, kann man im Notfall reagieren und Abstriche vornehmen. Auch wird einem erst so bewusst, wie hoch die monatlichen Fixkosten sind, um knapp überleben zu können.

Ein kleines bisschen Luxus

Zurück zum Werbebrief: Neuer Plasma-Fernseher? Neue Polstergruppe? Neuwagen? Exklusive Ferien auf einer kleinen Insel irgendwo im Pazifik? Crédit Suisse hilft mir tatkräftig dabei und bewahrt mir „meine finanzielle Freiheit“ (ein Schelm, wem hier spontan Newspeak in den Sinn kommt).

Wie hiess es damals, 1961? „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen“. Ähnlich verhält es sich beim Kleinkredit unserer netten Banken: Der Kreditnehmer suchte die „finanzielle Freiheit“ und fand die lebenslange Versklavung.

Mahnfinger

Zu welchen Auswüchsen die staatlich legitimierte Kreditmafia führt, zeigt der Doku-Streifen Maxed Out. Im Film ist von mindestens drei Selbstmorden die Rede – darunter zwei junge Studenten, der eine davon mit 12’000 USD Schulden dank seiner Kreditkarte.

Lasst sie doch!

Der liberal denkende Mensch wird sagen: Eigenverantwortung! Durchaus. Es besteht aber zu befürchten, dass den Schlamassel schlussendlich die Allgemeinheit tragen muss. Schliesslich ist unser Sozialsystem deutlich besser ausgebaut als in den USA. Doch sogar ich als Linker möchte niemanden unterstützt sehen, der mit Kleinkrediten über seinen Verhältnissen gelebt hat. Plasma-Fernseher statt das tägliche Brot? Wer vom fernsehen satt wird, soll sich’s leisten können – aber dafür die Konsequenzen tragen.

Kleingedrucktes

Dem Schreiben lag auch noch die Option ProtectionPlus bei. Damit ermöglicht der Kunde es der Bank, ihn im Notfall (sprich wohl bei verdächtigen Bezahlvorgängen) mit ihm in Kontakt zu treten. Löblich!

Nur das Kleingedruckte macht mich ein wenig stutzig:

Ich nehme zur Kenntnis, dass beim elektronischen Informationsaustausch Informationen über ein offenes, länderübergreifendes, für jedermann zugängliches Netz transportiert werden und, auch bei entsprechender Datenverschlüsselung, unter Umständen von Dritten eingesehen werden können. Rückschlüsse auf eine bestehende oder zukünftige Bank- oder Geschäftsbeziehung sind somit möglich.

Ich habe das Gefühl, dass dieser Passus kaum mit dem Datenschutzgesetz und dem Bankkundengeheimnis vereinbart werden kann …

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Labels: Schweiz, USA

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Donnerstag, 4. Oktober 2007

Casa Del Lonny ein Opfer der Flammen!

(Dieser Blog-Artikel ist für meine Kollegen gedacht und für Aussenstehende kaum zu durchschauen)

Wie ich letzten Sonntag in der goldenen Möwe (die Amis nennen die Lokalität auch „Golden Arches“) erfahren musste, ist die Casa Del Lonny ein Opfer der Flammen geworden. Trotz sofortigem Einsatz der örtlichen Feuerbrigade konnte das schlimmste nicht mehr verhindert werden – BMW-Felgen geschmolzen, das Dampfbad über Betreibstemperatur beansprucht, das Sofa, auf dem so manches weibliches Geschöpf Platz genommen hatte, ein Schatten seiner Selbst. Ja, es besteht sogar zu befürchten, dass der Draht zur grossen, weiten Web-Welt ebenfalls geschmolzen ist – deshalb auch die GMX-Meldung …

<poensi@...>: host mx0.gmx.de[213.165.64.100] said: 550 5.1.1
    <poensi@...>... User is unknown {mx056} (in reply to RCPT TO command)

Die mutmassliche Ursache des Fegefeuers, von dem wohl auch meine seit langem vermissten Fonduegäbeli geraubt wurden, ist eine Herdplatte.

Das glücklich verliebte Pärli verbringt seine gemeinsamen Stunden deshalb momentan in einem Bed & Breakfast in Stettlen und hofft, sich demnächst irgendwo im Aaretal gen Thun niederzulassen. Auf dass der „daily commute“ endlich wieder so richtig viel fossile Brennstoffe verbraucht.

Labels: Blogosphäre, Funny

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Mittwoch, 3. Oktober 2007

10’000 Verbesserungsvorschläge für OpenXML

[…] Doch durch das heftige Drängen auf Zustimmung zu dem OpenXML-Vorschlag hätten die Redmonder der Welt nur gezeigt, „wie schlecht der vorgeschlagene Standard ist“. Gute Spezifikationen hätten derlei Druck nämlich nicht nötig. […] Zugleich verwies der FFII-Chef darauf, dass die beteiligten Länder insgesamt über zehntausend Verbesserungsvorschläge eingereicht hätten, was ein neuer Weltrekord bei einer ISO-Abstimmung sei.

Quelle: Microsoft erhält Negativ-Auszeichnung für OpenXML-Kampagne

Annähernd zwei Kritkpunkte pro Seite der 6000 Blatt-schweren Dokumentation … Nicht schlecht, MSFT!

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Mittwoch, 3. Oktober 2007

Böse: Apple sperrt iPhone-Hacks aus

If “third-party software development” is one of your requirements for a phone, buying something other than an iPhone is exactly what Apple wants you to do. Just like if you “require” a hardware keyboard, compatibility with proprietary Microsoft Exchange email servers, freely-customizable ringtones, removable faceplates, or any other features or capabilities the iPhone lacks.

Quelle: Forever Is a Long Time

Eigentlich wollte ich schon lange etwas über das marginale 1 Prozent der iPhone-Benutzer schreiben, die 100 Prozent des derzeitigen Entrüstungsgeschreis in ihren Blogs kundtun. Der Grund: Apple verhindert mit einem Update des iPhones (1.1.1), dass vorher freigeschaltete SIMs anderer Anbieter als AT&T nicht mehr funktionieren und Applikationen von Dritten nicht mehr installiert werden können.

Wer die Zeche zahlt

Die restlichen 99%, die das Update ohne zu murren heruntergeladen und eingespielt haben, sind zufrieden mit den Funktionen, die ihnen das Gerät von der Stange bietet. Und das ist die Kundschaft, die massgeblich zu Apples Gewinn beiträgt und auf die sich das milliardenschwere Unternehmen aus Cupertino konzentrieren sollte.

Kann der auch Ogg?

Und die anderen 1%? Nun, die wünschen sich seit 2001 einen iPod, der „auch Ogg kann“. Träumt weiter, Jungs! Das Google- und/oder das Linux-Phone wäre eher was für euch.

Ein Blick in die sich entwickelnde Zukunft

Ich glaube übrigens daran, dass Apple das iPhone dereinst öffnen und Entwickler mit einem SDK versorgen wird. Doch das kann durchaus noch Monate oder gar Jahre dauern)

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Labels: Apple

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Dienstag, 2. Oktober 2007

Ronald Reagan gefällt mir …


Ronald Reagan – My Personal Hero
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Recht so! Jetzt verstehe ich Reagan-Fans in meinem Umfeld (eigentlich ist es nur einer, der mir bekannt ist – aber egal).

Was lernen wir daraus? Ob Rechts oder Links: Solange Politiker volle Töpfchen finden, werden diese zweckentfremdet und geleert.

Quelle

Still aus dem Dokumentarfilm Maxed Out. Spannend – ich wusste nicht, dass Kreditgeber (ha, da sind die Banken wieder – diesmal im Wolfspelz!) paradoxerweise den meisten Profit mit denjenigen Schuldnern machen, die sich Kredite am wenigsten „leisten“ können. Lustig. Eine Aussage ist mir geblieben: „Unsere besten Kunden sind diejenigen, die mit einem Bankrott vorbelastet sind. … Wieso? Wer schon einmal Privatkonkurs angemeldet hat, kann dies kein zweites Mal tun …“ (Amerikanischer Sonderfall?) „… ausserdem haben diese Kunden das Geld-Ausgeben und das Über-ihre-Verhältnisse-Leben internalisiert.“

Umso köstlicher ist dieser Film, der 2006 in die Kinos kam, angesichts des mittlerweile – im Sommer 2007 – „plötzlich“ aufgetauchten Hypothekenschlammassels. (Subprime Mortgages sind nichts anderes als Ramschkredite).

Die aufgedunsene Wasserleiche ist vom Seegrund wieder an die Oberfläche aufgestiegen. Ich bin gespannt, ob die Kreditgeber angesichts der Probleme umdenken. Wahrscheinlich nicht. Die Wasserleiche wird einfach zu dunkler Stunde verstohlen zu all den anderen Leichen in den Tresorraum gekarrt …

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Dienstag, 2. Oktober 2007

Ein MacBook für’s Studium

(Aufgenommen an der Missouri School of Journalism

Via: Mac-Monokultur

Beim Anblick dieses Bildes musste ich an den Apple Death Knell-Counter (dt. „Totenglocken-Zähler“) denken. Auf dieser Web-Site werden alle Zitate von berühmten (und weniger berühmten) Persönlichkeiten und Medienerzeugnissen gesammelt, die den baldigen Tod Apples voraussagen.

Angesichts dieses Bildes darf wohl getrost konstatiert werden: Bald ist es soweit, Apple gibt definitiv den Löffel ab!

Zuschlagen!

Freshmen (und -women) an Schweizer Unis sollten die Gunst der Stunde nutzen und zuschlagen. Nirgends gibt es MacBooks/MacBooks Pros zu derartigen Konditionen wie bei der Aktion Neptun (spätestens mit der Inklusivleistung AppleCare steht das Angebot konkurrenzlos da):

ETH Neptun

Labels: Apple

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