Donnerstag, 27. September 2007

Wenn es unbedingt SAP sein muss …

Stein des Anstosses war, dass der Kanton den Projektauftrag an den SAP-Anbieter Novo Business Consultants vergab, obwohl dieser im Bewerbungsverfahren offenbar nicht am besten abschnitt. […] Wie der Tages-Anzeiger weiter schreibt, wollte das Evaluationsteam eine SAP-Lösung und entschied sich darum für Novo Business Consultants.

Anstatt die ursprünglichen Bewerbungen zu berücksichtigen, wie das Gericht verlangte, hat die Verwaltung laut Tages-Anzeiger das Projekt neu ausgeschrieben, und zwar so, dass nur noch ein SAP-Anbieter in Frage kommt.

Quelle: ERP-Projekt im Kanton Baselland sorgt erneut für rote Köpfe

… Reverse Engineering einer Ausschreibung: Ausgehend von einem Werbeprospekt eines Anbieters werden die Kriterien für die gewünschte Software festgelegt. Wie ein Wunder passt die Offerte genau dieses Anbieters wie die Faust auf’s Auge. Auch eine Möglichkeit, und eine kreative dazu …

Wenn die Bebbis unbedingt SAP wollen, sollen sie’s doch kriegen!

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Mittwoch, 26. September 2007

Coca Cola und der Zuckergehalt


Coca Cola: Empfohlene Tageszufuhr
Originally uploaded by emeidi

Als ich mir in München im Subway an der Arnulfstrasse die Zeit mit Lesen von Getränkeetiketten vertrieb, fiel mir Melanie die etwas aussergewöhnliche Rechnung der Coca Cola Company auf.

Auf den ersten Blick sah die Berechnung der empfohlenen Tagesdosis an Zucker noch knapp tolerierbar aus – mit dem Genuss von 0.5 Liter Cola führte ich meinem Körper 30% des Tagesbedarfs an Zucker zu.

Bei genauerer Beobachtung fällt aber auf, das Coca Cola Purzelbäume schlägt: Anstelle den Zuckergehalt des ganzen Fläschchens anzugeben, splittet man das Getränk in „zwei Portionen“ à 250ml auf. Eine Portion enthält 30% des Tagesbedarfs an Zucker, zwei Portionen (oder 0.5 Liter oder kurz und deutlich die ganze Getränkeflasche) liefert hingegen fast zwei Drittel der empfohlenen Dosis.

Die Frage stellt sich folglich, welcher Mensch auf dieser Welt eine 0.5l-Cola in zwei Portionen trinkt? Und zwar verteilt auf zwei Tage? Lieber Getränkebrüher, das macht wohl nur euer Management. Ich kenne schlichtweg niemanden, der eine mehr als 24h geöffnete Cola mit Wonne herunterschluckt – ist die Kohlensäure einmal entwichen und das Getränk auf Zimmertemperatur erwärmt, ist es geschmacklich … nun … sagen wir: gewöhnugsbedürftig.

Spin Doctors

Ein Schelm wer denkt, dass Coca Cola die Angaben willentlich zurechtgebogen hat. Natürlich hat die Marketing- und die Gesundheitsabteilung des Unternehmens kein Wörtchen bei der Gestaltung der Etikette mitgeredet. Davon bin ich überzeugt.

Wieder einmal bestätigt sich meine bereits hier Kund getane Aufforderung, alle doch einfach mal Wasser saufen zu lassen. Wer im Tag einen Liter Cola trinkt, nimmt 54 Gramm Zucker zu sich! Soll mal einer versuchen, diese Menge an Zuckerwürfeln innert weniger Minuten herunterzuschlucken … Jugend-Diabetes, Fettleibigkeit und Zahnschäden lassen grüssen. Wollte uns das in jungen Jahren nicht auch die Zahnfee alljährlich weismachen?

Wie macht es Ronald?

Beim nächsten Besuch einer McDonalds-Filiale werde ich mich achten, ob auf den neuen Burger-Verpackungen ähnliche Schlaumeiereien betreiben werden. Ob „the golden arches“ die Kalorienwerter nach Brot- und Fleischscheiben aufschlüsselt?

Wenn Coca Cola Autos verkaufen würde …

Wird die Autoindustrie schon bald nachziehen? Dann haben wir innert Kürze das 4-Liter-Auto geschafft – dass es vier Liter auf 50km verbraucht, merkt der gutgläubige Kunde natürlich erst an der Zapfsäule. Oder noch perfider: Auch die Autoindustrie erfindet „Getränkeportionen“ in Form von „Tankportionen“. Es heisst dann nicht mehr „mit einer Tankfüllung kommen Sie 500km weit“ sondern „mit einer halben Tankfüllung schaffen Sie 250km“.

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Dienstag, 25. September 2007

Aechzende US-Touristen

In München hatte ich ein wenig Zeit, um mich mit „fellow Americans“ auszutauschen. Für einen kurzen Schwatz sind Angelsachsen aus Übersee die unkompliziertesten Zeitgenossen, die man sich vorstellen kann – als Schweizer, der sich manchmal über die Reserviertheit seiner Landsleute , ein Segen.

Achtung Minenfeld

Nun, natürlich habe ich mittlerweile gelernt, dass man auch (oder gerade) mit Besuchern von Übersee besser das Thema Politik nicht anspricht. Lieber den Smalltalk noch etwas ausdehnen und Nettigkeiten austauschen – rückblickend werden es beide Gesprächspartner schätzen. Sowieso sind die wenigsten Amis angebissene Politfreaks.

Das brennendste Thema

Was mich dennoch erstaunte: Beide Päärchen, sowohl die Pensionierten als auch Gary, „who runs his own business in Dallas“, kamen relativ rasch auf das Thema Währung zu sprechen: Der Wechselkurs US Dollar zu Euro „is killing us“ und „sadly, we booked the flight in February“. Tjach, damals sah alles noch rosiger aus …

Weiterhin darauf bedacht, das „deficit spending“ Regierung (und Volk!) zu erwähnen, antwortete ich versöhnlich: Nun, für uns hingegen ist es billiger denn je, nach Übersee zu fliegen und unseren Teil an den Irak-Krieg zu bezahlen. Ist doch schön, wenn auch wir einmal vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten profitieren können.

Henusode, was will man – entweder rettet man (temporär?) die Finanzwirtschaft oder den US-Dollar. Beides geht nun leider kaum miteinander. Ein Schelm, wer den kleinen Mann wieder einmal als Verlierer sieht.

Sich wandelndes Zielpublikum?

Der Tourismus in Europa sollte sich deshalb vorsorglich eher auf die neureichen Chinesen konzentrieren – keine Ahnung, ob Joe Normalverbraucher in den nächsten Monaten neben der Hypothekenkrise, dem hohen Benzinpreis und seiner verschuldeten Kreditkartenrechnung noch die Lust haben wird, ins „good old Europe“ zu fliegen und sich ein „Oktoberfest 2007“-Shirt zu kaufen.

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Montag, 24. September 2007

Oktoberfest München 2007

(Wird in den nächsten Tagen endgültig komplettiert)

Wortschatz

(Auszugsweise)

  • Schottenhammel (Zelt, wo am Samstag „ozapft“ wird)
  • Spaten (Bier – „Lass dir raten, trinke Spaten“)
  • Augustinerbräu (Bier)
  • Hacker-Pschorr (Bier)
  • Ledrhosen (Tracht des Mannes; aus Hirsch- oder Rehleder)
  • Dirndl (Tracht der Frau)

Polit-Prominenz

(in Autogrammreichweite angetroffen)

  • Oberbürgermeister Ude ohne Frau (?), aber mit Entourage (Rufe aus dem Publikum: „Der Ude!“, gefolgt von Applaus)
  • Edmund Stoiber mit Frau und Entourage (Kommentar eines neben uns stehenden jugendlichen Bayers: „Der Edmund is mein Vorbild!“)

Kulinarisches

  • zwei Brezel
  • ein halbes Hendl
  • Ochsenbraten mit Kartoffelsalat. Letzterer lecker, ersterer etwas zu trocken für meinen Geschmack.

Zu Gast bei Freunden

  • Furchterregende Security, teilweise etwas ratlos („Keine Ahnung, wann wir hier die ersten Leute reinlassen können“)
  • Jeder Bayer scheint Lederhosen und Dirndl im Schrank hängen zu haben. Niemand schämt sich, damit (auch nüchtern!) durch die halbe Stadt zu laufen (für Schweizer unvorstellbar). Die jüngeren Mädels scheinen zur Schere gegriffen zu haben und zeigen mehr Bein als ihre Mütter und Grossmütter. Wie der freizügige, teils bis zum Bersten gefüllte Ausschnitt der Damen bibelkonform sein soll, verstehen wohl nur die Bewohner des gottwohlgesinnten Freistaates. Männer tragen Lederhosen, kariertes Hemd sowie Halstuch. Ganz wichtig: Wollsocken!
  • Türkische Bedienung in traditionellem Kostüm. Die unflätigen Chinesen (s. unten) brechen einen Streit vom Zaun, vergessen aber, dass der Servierer über eine gute Connection zum Saalschutz zur Security verfügt. Plötzlich stehen etwa sechs grimmig dreinblickende Bären um den Tisch herum. Die Lage kann irgendwie deeskaliert werden. Im Nachgang zeigt der chinesische Reiseleiter auf den Türken und wirft ihm ein „Sie sind gar nicht nett!“ an den Kopf. Als eine der Chinesinnen schwächelt (Kopf auf Tisch), tritt die Security wieder heran und bittet die Leute, nun doch endlich zu gehen.

Internationale Kontakte

  • pensioniertes Ami-Ehepaar auf Durchreise vom Elsass her kommend, das mit uns an Eingang S-4 des Schottenhammels angestanden ist (gibt ca. 10 Minuten vor uns auf)
  • pensioniertes Bayern-Ehepaar. Lieben die Schweiz, insbesondere das Graubünden. Empfinden unsere Serviceangestellte als zuvokommend (in welche Schweiz die sich wohl verirrt haben?), die Kontaktaufnahme mit den Bündnern gestaltet sich als schwierig, glückt aber nach zehn Jahren (wir sind halt Kokosnüsse). Kennen die Alpenwelt deutlich besser als ich.
  • zuerst drei, dann fünfköpfige Delegation aus Texas (Dallas). Werden uns vom bayrischen Ehepaar bekannt gemacht: „Das dort is der Gerrrrry, das die Kahrolinaaa und hier noch die Melissa.“ Später kommt noch der „Stephan“ und sein Kollege dazu. Einer der Italo-Stelzböcke verschwindet für zehn Minuten mit dem „Gerrry“ und überzeugt ihn, ein T-Shirt als Souvenir zu erstehen. Auch die „Kahrolina“ kommt etwas später mit einem Wies’n-Shirt an – und greift wenig später zum Messer, um sich einen anständigen Ausschnitt zu verschaffen. Beim Zuprosten mit einem Italo-Stelzbock schwächelt dessen Mass und geht in die Brüche. Carolina wird an den Finger verletzt und blutet ein wenig, kann sich aber mit mitgebrachten Pflästerli selbst verarzten (Universal Healthcare, anyone?). Ziehen am Montag weiter gen Prag und danach Budapest.
  • Italo-Stelzböcke (ca. 35-jährig). Ehefrauen (beim „Giu mit dem meisten Schriiis“ ist es bereits die dritte Ehe) zu Hause, brechen die Bier-Dämme und werden alle Frauen im Umkreis von vier Tischen schamlos angetanzt (was die Herren Machos aber wirklich gut können). Ihr Erfolg ist mässig. Dennoch: Giorgo, Roger und wie ihr alle noch heisst – es war lustig mit euch *hehe*
  • Schotte im Kilt (ca. 20-jährig) Hatte wirklichs nichts drunter an, was ein Foto auf der Texaner-Digicam beweist – sowie unsere erwiderten Blicke, als sich der Jüngling bei einem Handstand versucht.
  • Neureiche Chinesen Jüngerer Textilfabrikant mit zwei Kollegen und zwei Frauen unter der Führung eines seit sechs Jahren in München lebenden „Reiseführers“. Der Textilfabrikant ist Kanne-dicht, schreit wie wild um sich, prostet sich durch den halben Block und zeigt dabei sein eindeutig nicht Hollywood-Standards entsprechenden Zahnwerk. Übrigens: Die Chinesen verfügen über neueste Digitalkameras – der Kapitalismus ist halt eben doch eine gute Sache!

Stammtisch-Gepflogenheiten

  • Ertönt das Prosit-Lied, gilt es mit allen Nachbarn anzustossen
  • Auch wenn das Prosit-Lied gerade mal nicht ertönt, ist es nicht verboten, mit den Nachbarn anzustossen
  • Je später die Stunde, je höher der Pegel, desto mehr Leute stehen auf die Bänke – und wollen partout nicht mehr runterkommen (ausser die Schwerkraft obsiegt …)

Attraktionen

  • Achterbahn. Wurde von uns vor dem ersten Mass bestiegen – rückblickend auch besser so. Der Höllenritt war schlimmer als Silverstar (nächstes Jahr stecken wir den Randal dort drauf! *smile*)
  • Rutsche (und vorgängiges Föderband). Zu später Stunde soll man sich hier als Zuschauer einen ablachen können – nämlich dann, wenn wieder einmal ein Besoffener das Gleichgewicht auf dem Bank verliert)

Fehler

  • Bei strahlend blauem Himmel ohne Hut und Sonnenbrille unterwegs sein/anstehen
  • Sich nach dem ausgiebigen Frühstück (ein Auszog’ne und ein Schoggi-Drink) und zwei Stunden Anstehen in der prallen Sonne das erste Mass gönnen

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Freitag, 21. September 2007

Windows-Kisten grosser Hersteller neu aufsetzen

Was einen Mac-Anwender an einem frisch gekauften Windows-Computer stört (in diesem Fall: Vaio-Laptop aus dem Hause Sony):

The VAIO came loaded with so much shovelware that it took in the ballpark of fifteen minutes just to boot the first time. After the desktop came up, the disk just kept grinding and grinding and grinding, as Norton (60 day trial!) popped up, followed by Trend Micro Anti-Spyware (60 day trial!), a dialog box warning me that my Bluetooth module was not set discoverable (uh, thanks?), a cascade of Sony windows (for which they designed their own window style), the Ask! Toolbar conveniently pre-installed itself into Internet Explorer, some bubbles asking me to set up such-and-such piece of hardware, and, I’m not kidding, an „All Programs“ menu in the Start Menu that spanned three columns.

Quelle: Macs Really Do Run Windows Better

Was macht man dagegen? Richtig, Windows neu installieren – und zwar nicht von den Recovery-CDs, sondern von einer Retail-Version. Leider hat man auch hier mit Problemen zu kämpfen:

Finding Sony’s driver site, and the correct page for my computer on that site was relatively painless. It would be the last painless moment of the process.

I suddenly found myself looking at a list of 40-50 individual installers. And of course, you can’t just click to download them — clicking on one of them takes you to the DOWNLOAD page, where you click AGAIN to download them. For every… single… one.

[…] A note about the installers themselves: They are most all the various hardware vendors‘ original driver installers, wrapped within ANOTHER installer by Sony for no apparent reason other than exclusively to piss me off. In addition, every single one of them is named in this format: SOAVUD-01451706-US.EXE

Yeah, so that number has nothing to do with anything. It’s not a version number, it’s not a date, it’s literally just 8 apparently random numbers. You give Windows users a 255 character filename limit and this is what they do?

I’m clicking away through the installers, trying to remember whether I just installed 01256339 or 12847214, so I don’t accidentally delete one I haven’t installed yet. And then the problems kick in. A couple of the installers just quit at the end, without any indication of either success or failure.

Als PC-Supporter habe ich das selbst unzählige Male erlebt. Lenovo (ex-IBM), HP, Dell – das Vorgehen ist immer identisch. Und es nervt. Die Kistenschieber haben noch viel zu lernen …

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Donnerstag, 20. September 2007

E-Mail-Passwort vergessen, aber noch in Outlook gespeichert

Heute war ich wieder auf einem Support-Einsatz bei einem Bekannten. Er hatte sich einen neuen Laptop gekauft, den er neben seiner älteren Workstation als Zweitgerät nutzen wollte.

Als ich seine zwei E-Mail-Konten (Bluewin und GMail) auf dem neuen Gerät in Outlook einrichten wollte, konnte er sich partout nicht mehr an das GMail-Passwort erinnern? Was nun?

Die Passwort Recovery-Funktion war leider nicht zu gebrauchen, da er wohl bei der Einrichtung von GMail keine Zweitadresse angegeben hatte, auf die das Passwort in solchen Fällen gesendet werden sollte. Auch die Frist von 5 Tagen Inaktivität in solchen Fällen konnten und wollten wir nicht verziehen lassen.

Deshalb entschied ich mich für das letzte noch verbliebene Hintertürchen: Da auf der Workstation das GMail-Konto mit POP-Abruf unter Outlook eingerichtet war und das Passwort dank dem lebensrettenden Häkchen gespeichert wurde, konnte ich mich eines Netzwerk-Sniffers bedienen:

SniffPass v1.02

Einziger Haken: GMail spricht nur verschlüsselt mit pop.gmail.com. Da nützt kein noch so toller Sniffer etwas. Als ich die Verschlüsselung deaktivierte, entdeckte der Sniffer weiterhin nichts. Unverschlüsselt verweigert der GMail-Server anscheinend von vorneweg den Dienst.

Die letzte Hoffnung erwies sich als begründet: Ich änderte den Posteingangsserver des GMail-Kontos in Outlook auf pop.bluewin.ch. Unlogisch, nicht? Nej, denn dieser Server hat zwei tolle Eigenschaften, die sich in diesem Notfall als äusserst nützlich erwiesen:

  • Er akzeptiert unverschlüsselte POP3-Verbindungen
  • Er akzeptiert jeden Login-Benutzernamen

Letzteres ist meines Wissens so eingerichtet, um Spammern das Leben zu erschweren: Wenn der Server nämlich brav Auskunft gibt, ob ein Benutzername (= oftmals die Mail-Adresse selbst) auf dem Server existiert, lässt sich relative rasch eine Attacke mit Wortlisten durchführen und erhält so eine Liste gültiger Mail-Adressen. (Ich mag mich bei dieser Begründung aber auch irren …)

Da der Benutzernamen offensichtlich akzeptiert worden war (so dachte es jedenfalls das gute, alte Outlook 2003), fuhr die Applikation fort, das Passwort zu übermitteln. Mangels Verschlüsselung geschah dies im Klartext – wunderbar, genau, was ich wollte! Und siehe da, einige Hundertstelsekunden später stand es in der Liste der von SniffPass abgefangenen Passwörter.

Auftrag erfüllt, der Kunde überglücklich – und das Passwort jetzt auf einem Papier als Gedächtnisstütze notiert.

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Donnerstag, 20. September 2007

Ein einig Volk von Hypothenschuldnern

Nicht schlecht staunte ich, als ich heute die Schweiz endlich wieder einmal in einer Rangliste unangefochten auf Platz 1 sah:

Quelle: Housing burdens

Alle Hypothekenschulden dieses Landes zusammengefasst entsprechen deutlich mehr als 125% des Bruttosozialproduktes – auf weiter Flur kein Konkurrent. Da soll einer noch sagen, dass die Amis auf Pump leben (immerhin kaufen wir mit dem Geld nicht Billig-Schrott aus China, Panzer SUVs oder gesundheitsgefährdenden Fast-Food, sondern lebensnotwendigere Dinge wie z.B. ein Dach über dem Kopf).

Ex-Kommunisten

Ich vermute übrigens, dass es kein Zufall ist, dass die Tschechen und Ungaren das „Schlusslichtlein“ bilden. Die Wurzeln dazu liegen wohl im Kommunismus.

It can also be said that the Soviet economy was run either very well or very badly. On the plus side, that system, for all its many failings, managed to eradicate the more extreme forms of poverty, malnutrition, many diseases, and illiteracy. It provided economic security of an extreme sort: everyone knew exactly how much they would earn, and the prices of everyday objects remained fixed. Housing, health care, education, and pensions were all guaranteed. Quality varied; education was generally excellent, housing much less so, and Soviet medicine was often called „the freest medicine in the world“.

Quelle: Post-Soviet Lessons for a Post-American Century

Spannend ist hierbei das Gedankenspiel von Dmitry Orlov, was passieren würde, wenn die USA kollabierten …

The United States remains a powder keg of ethnic tension, where urban blacks feel oppressed by suburban whites, who in turn fear to venture into the cities. In a time of permanent crisis, the urban blacks are likely to riot and loot the cities, because they don’t own them, and the suburban whites are likely to get foreclosed out of their „little cabins in the woods“, as James Kunstler charmingly calls them, and decamp to a nearby trailer park. Add to this already volatile mixture the fact that firearms are widely available, and the fact that violence permeates American society.

… und hier, was in den 1990ern beim Kollabieren der Sowjetunion passierte (der ganze Text ist äusserst lesenswert!):

Another key difference: in the Soviet Union, nobody owned their place of residence. What this meant is that the economy could collapse without causing homelessness: just about everyone went on living in the same place as before. There were no evictions or foreclosures. Everyone stayed put, and this prevented society from disintegrating.

Sollte unserer Wirtschaft also irgendwann einmal etwas zustossen, könnte es auf Grund der Besitzverhältnisse (den Banken gehören – wenn ich diese Grafik richtig verstehe – einiges an Wohnraum in der Schweiz) bitter werden. In solchen Fällen würde ich den Kapitalismus gerne mit dem Kommunismus tauschen (wenn es mit der Wirtschaft rund läuft, ist jeder ein Kapitalist und möchte den Gewinn für sich alleine, wenn es mit der Wirtschaft bachab geht, möchte man die Verluste lieber sozial abfedern).

Ich frage mich hingegen, ob man bei einem Kollaps des Kapitalismus wirklich die Leute aus ihren Häusern jagen würde. Was nützte dies den Banken, wenn kaum neue Kauf-Interessenten vorhanden wären? Schliesslich würde kein Wohlhabender in eine mickrige 4.5 Zi-Wohnung ziehen, nur weil er diese für einen Schnäpchenpreis erwerben könnte … Die Alternative? Die Banken beissen in den sauren Apfel, tun nichts (oder nicht viel) und hoffen, dass irgendwie weiter Geld zurückfliesst. Irgendwie auch nicht wirklich plausibel.

Anstelle solchen hypothetischen Schmarren weiterzudenken: Die liberale Marktwirtschaft muss weiterhin ein Erfolgsmodell bleiben. Auf Biegen und Brechen, immer weiter Aufwärts, langfristig einige Prozent mehr Wachstum pro Jahr.

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Mittwoch, 19. September 2007

Schuldenfalle

„Gestern“ in den Medien:

December 28, 2000

Today, President Clinton will announce that The United States is on course to eliminate its public debt within the next decade. The Administration also announced that we are projected to pay down $237 billion in debt in 2001. Due in part to a strong economy and the President’s commitment to fiscal discipline, the federal fiscal condition has improved for an unprecedented nine consecutive years. […]

Quelle: President Clinton: The United States on Track to Pay Off the Debt by End of the Decade

Heute in den Medien:

September 19, 2007

Treasury Secretary Henry Paulson told Congress on Wednesday the government will hit the current debt ceiling on Oct. 1. […] The limit is $8.965 trillion. Unless Congress votes to raise it, the country would be unable to borrow more money to keep the government operating and to pay debt obligations coming due.

Quelle: Treasury: U.S. To Hit Debt Limit By Oct. 1

Zum Glück befinden sich nur noch gerade 2.34 US-Dollar (2.77 CHF) von meinem Kalifornien-Trip in meinem Besitz.

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Mittwoch, 19. September 2007

Sollen die USA den Iran angreifen?

Wieso haben wir in der Schweiz nie solche Diskussionen?! Das wäre wohl das erste erfolgreiche Comedy-Format auf unserem Staatsfernsehen …

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Mittwoch, 19. September 2007

Infrastruktur: Investitionen in Milliardenhöhe?

Gestern durfte ich an den Aufnahmen zu zwei Mini-Sendungen „Entscheidung 07: Parteien zur Wahl“ des Schweizer Fernsehens teilnehmen. Ab dem 24. September werden diese täglich im Zeitslot nach Meteo ausgestrahlt (19.50 – 20.00).

Mangelware Studenten – für Ersatz ist gesorgt

Studenten der Universität Bern waren vor einigen Wochen dazu aufgefordert, an der Veranstaltung teilzunehmen und sich Fragen auszudenken. Da sich bis letzte Woche nur gerade vier Studenten gemeldet hatten (darunter ich, aber nicht etwa Bernhard Eicher), musste das Fernsehen in einer notfallmässigen Übung bernische BMS-Klassen aufbieten (jedenfalls haben ich mir das mit einem ebenfalls anwesenden Kommilitonen so zusammengereimt). Dadurch war das Publikum heterogener zusammengesetzt, was ich nur begrüssen konnte. Unter anderem als Dank für den spontenen Einsatz durften pro Sendung zwei BMSler „Fragen“ stellen.

Heimelige Atmosphäre

Nun, die Fragen (und Antworten) werde ich nicht verraten. Die beiden Sendungen mit meiner (unsichtbaren?) Präsenz werden am 27. September 2007 (CSP mit Monika Bloch Süss) und am 2. Oktober 2007 (Grüne mit Ruth Genner) ausgestrahlt.

Ich kann nicht sagen, dass ich mich unter den anwesenden Parteigängern unwohl gefühlt hätte …

Opfer der Sendezeit

Wir Studenten kamen bei der Fragerei nicht zum Zuge. Wieso auch? Meine Frage hatte ich für einen Studenten üblich 24 Stunden zu spät eingereicht. Rückblickend war sie auch viel zu ausführlich – was könnte man in weniger als zehn Minuten Sendezeit auch Kritisches aus den ParteipräsidentInnen herauskitzeln? Einzeiler waren gefragt mit Themen, die die Jugend bewegt. Leider war uns das vorgängig nicht gesagt worden – auch war ich bis Ende letzter Woche der Meinung, dass wir an einer Elefantenrunde teilnehmen würden.

Nach dem Abfilmen lässt sich klar sagen: Die Sendung wird daher als seichtes Infotainment daherkommen, aber das passt ja mehr denn je zum diesjährigen Wahlkampf.

Dann halt hier …

Doch da es heutzutage glücklicherweise Blogs gibt, kann ich ja meine „Frage“ (es ist eher eine Feststellung, die ich auch mit Blick auf eine Publikation im Blog geschrieben habe) hier äussern:

USA: Am 1. August 2007 stürzte in Minneapolis (Minnesota, USA) eine den Mississippi querende Autobahnbrücke ein und forderte 13 Todesopfer. Obwohl die Untersuchungen über die Ursache des Einsturzes noch nicht vorliegen, gehen Experten davon aus, dass das Unglück auf die Vernachlässigung des Unterhalts zurückzuführen ist – massgeblich bestimmt durch den prekären Finanzhaushalt des Staates und die Sparbemühungen der Regierungspartei.

Schweiz: Bei den heftigen Regenfällen vom 8. August 2007 wurde das Bahntrasse zwischen Flamatt und Schmitten im Kanton Fribourg unterspült. Während mehrerer Woche verkehrten deshalb keine Züge mehr auf der Strecke Bern-Fribourg.

Die beiden Ereignisse zeigen zwei bedenkliche Entwicklungen auf, die sich im nächsten Jahrzehnt gegenseitig verstärken könnten:

  • Durch die ausgedehnten Sparübungen der letzten Jahre besteht zu befürchten, dass man wichtige Erneuerungsarbeiten an der alternden Infrastruktur aufgeschoben hat. Dies ist nicht nur in den USA der Fall, sondern höchst wahrscheinlich auch in der Schweiz
  • Durch den Klimawandel bedingt wird es in Zukunft vermehrt zu Witterungsextremen wie Starkniederschlägen kommen. Zusätzlich neben altersbedingten Schwächen genügen deshalb viele Bauten wohl bald auch der seinerzeit berechneten Maximalbelastung nicht mehr. Vgl. auch SonntagsZeitung, 26. August 2007, „Wasserschutzbauten genügen nicht mehr“, S. 9:

    Hans-Peter Willi vom Bafu: „Die den Schutzbauten zu Grunde gelegten Bemessungswerte für die Abflusskapazitäten sind häufig zu tief.“ […] Wegen der gehäuften Grossereignisse müsse man die Bemessungsgrundlagen für die so genannten Jahrunderthochwasser überprüfen und anpassen.

Als Beispiel sei der Hagneck-Kanal genannt, dessen Dämme im August ab den enormen Wassermassen zu bersten drohten. Der Jahrzehnte alte Kanal ist zwar renovationsbedürftig, wäre aber so oder so nicht für solche Wassermassen ausgelegt. Während am Bielersee der Ernstfall glücklicherweise nicht eintrat, hat sich in meinem Wohnort, Neuenegg im Kanton Bern, gezeigt, dass Röhren für unterirdische Bachläufe nicht genügend gross dimensioniert wurden, um die Wassermassen ohne Beeinträchtigung der Siedlungen abzuführen. Als Folge davon wurden Keller und Tiefgaragen geflutet – einige gleich drei Mal in diesem Sommer.

Als Folge davon sehe ich in den kommenden Jahren Kosten in unerwarteter Höhe auf Bund, Kantone und Gemeinden zukommen. Dies entweder, indem man die Infrastruktur zügig erneuert und den neuen Gegebenheiten anpasst. Oder aber indem man mögliche Katastrophen und deren enormen Schadenssummen in Kauf nimmt.

Solche Ereignisse können mittels Reduktion des CO2-Ausstosses und anderen Vorkehrungen kaum mehr verhindert werden, da diese Massnahmen erst langfristige Wirkung zeigen. Die Politik täte gut daran, sich hier und jetzt mit den bedrohlichen Szenarien auseinanderzusetzen und sich der Gefahren für das ganze Land bewusst zu werden.

Frage: Wie stehen die anwesenden Parteien solchen Befürchtungen gegenüber?

Labels: Politik

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