Donnerstag, 7. Juni 2007

Justizirrtümer

Nur vier Tage nach Antritt ihrer Haftstrafe ist die amerikanische Hotelerbin Paris Hilton aus dem Gefängnis entlassen worden. Ein Polizeisprecher sagte am Donnerstag in Los Angeles, für die Entscheidung seien medizinische Gründe ausschlaggebend gewesen.

Quelle: Paris Hilton aus Gefängnis entlassen

Der Strafprozess zum unrühmlichen Ende der Swissair hat mit Freisprüchen für alle 19 Angeklagten geendet.

Quelle: Totale Niederlage für die Anklage

Note to self: Get rich ASAP!

Per Dekret hat die Tessiner Staatsanwaltschaft Filippo Lombardi zu einer Busse von 3000 Franken und einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagen à 360 Franken verurteilt. Und sie hat eine bedingt ausgesprochene Gefängnisstrafe von 15 Tagen aus dem Jahre 2001 in eine unbedingte umgewandelt.

Quelle: Lombardi muss ins Gefängnis

Addendum: If in Switzerland, don’t let them get you twice! If in US: Nevermind.

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Mittwoch, 6. Juni 2007

Wir unechten Liberalen werden immer mehr

Hilfe, schon wieder so ein unechter:

[…] Der Gewerbler, der beim Bauern Randen kauft, diesen wäscht, kocht und weiterverkauft, wird zum potenziellen Subventionsbezüger. Der Metzger, der sein Schlachtvieh beim Bauern kauft, kriegt vom Staat zinsfreie Darlehen. Dass Letzteres genau so verstanden wird, machte Rolf Bütiker (fdp, SO) klar, der die Geneseis der neuen staatlichen Förderquelle mit Interesse verfolgte: Aus Sicht der Fleischverarbeiter sei die neue Giesskanne noch „zu käselastig“, befand Bütiker als beckennender Lobbyist der Schweizer Fleischfachverbände.

Quelle: Der Bund, 7. Juni 2007, „Die Käserei in der Vehfreude freuts“.

Dies als kleine Replik auf Smythes Spruch, den er von Köppel und dieser wiederum bei Reagan ausgelehnt hat (ich finde ihn Klasse!):

Government’s view of the economy could be summed up in a few short phrases: If it moves, tax it. If it keeps moving, regulate it. And if it stops moving, subsidize it.

Quelle: Ronnie Rules

Was lernen wir aus dem Vergleich der beiden Text-Passagen? Keiner, und sei es noch so ein „liberaler“, scheint sich dem verlockenden Honigtopf fernhalten zu können.

Und übrigens, falls sich Köppel jemals ausführlich dem Thema „Subventionen in der schweizerischen Landwirtschaft“ annimmt, … nun … nun dann abonniere ich das Käseblatt für ein ganzes Jahr. Oder noch besser: Ich suche jemanden, der es mir subventioniert!

Details

Wer sich für Details interessiert, lese Büttikers Votum im Wortprotokoll nach (Schon online? Das ging aber zackig! – „teilweise Heiterkeit“, einfach köstlich):

Wenn wir die Bergebiet-Lösung anstreben, verstärken wir diese Verzerrungen zwischen dem Flachland und dem Berggebiet. Das gibt Abgrenzungsprobleme. Wenn man dann noch die Produktekette anschaut, wo es unterschiedliche Wertschöpfungsanteile gibt, gibt es hier Probleme. Es wird auch Probleme geben – das ist die Schwäche des Antrages der Mehrheit -, denn die Betriebe müssen mindestens die erste Verarbeitungsstufe umfassen. Das mag ja bei den Käsereien richtig sein. Ich finde, die Ausrichtung der ganzen Geschichte ist etwas „käsereilastig“. Deshalb könnte das natürlich in den anderen Bereichen, im Fleischbereich (teilweise Heiterkeit) – ja, er ist ja mehrmals angesprochen worden – zu Problemen führen.

Quelle: Büttiker Rolf (RL, SO)

Wer noch nicht genug hat, liest noch die Worte von Vorredner Frick, dann stehen einem endgültig die Haare zu Berge:

Da sind wir mit zwei Prinzipien konfrontiert, die uns in ein Dilemma bringen können. Das eine betrifft die Ordnungspolitik: Mit rigider Ordnungspolitik brauchen wir keine Unterstützung der Landwirtschaft mehr, können wir die Landwirtschaftspolitik abschaffen. Aber es gibt auch andere Prinzipien: In der Landwirtschaft braucht es eben auch Waffengleichheit. Um dieses Prinzip geht es bei diesen Bestimmungen.

Quelle: Frick Bruno (C, SZ)

Labels: Politik

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Mittwoch, 6. Juni 2007

Wie heutzutage US-Präsidenten gemacht werden

  • „Popular“ candidates are placed toward the center of the stage. The few true liberals and true conservatives are positioned on the outskirts.
  • The majority of questions, though distributed somewhat evenly, are always guided back to the candidates of choice.
  • The „popular“ candidates are given far more time to speak than all other candidates.

Quelle: Corporate Media Has Decided The 2008 Election For Us

Besonders eindrücklich ist die Grafik mit den zugebilligten Sprechzeiten. Die „Spitzenkandidaten“ sowohl der Republikaner als auch der Demokraten erhalten am meisten Zeit, zu antworen.

Dennoch möchte ich vor voreiligen Schlüssen abraten: Es ist wie immer die Frage mit der Henne und dem Ei. Haben die Medien die Spitzenkandidaten erst durch ihre Hervorhebung gemacht, oder waren sie es schon vorher?

Ein kleines Beispiel aus der Sportwelt: Die meisten meiner Leser werden wohl wissen, dass unsere Fussballnationalmanschaft … nun ja … rechnet wirklich jemand damit, dass diese die EM gewinnen? Eben. Ich glaube deshalb nicht, dass es irgendein ARD- oder BBC-Zuschauer verstünde, wenn die Sender die Schweizer Nati in einer einstündigen Sondersendung porträtierten – und die Nationalelf aus England, Frankreich etc. in fünfminütigen Beiträgen abspiesen. Auch Journalisten wählen aus, und wie im Wahlkampf so auch im Sport diejenige Person/Mannschaft, die die grössten Chancen auf einen Gewinn hat (was nicht heissen soll, nur die Top-Elite zu zeigen – manchmal schafft es ja auch ein Newcomer aus dem Mittelfeld an die Spitze. Die Schweizer Nati aber garantiert nicht!).

Ist die Situation im US-amerikanischen Wahlkampf derart anders gelagert? Ich denke nicht. Auch wenn ich Ron Paul wegen seiner Unkonformität mag – seine Chance in die Endauswahl zu kommen ist mehr als gering. Dank dem Internet wird er aber nicht wie viele Leute zuvor nicht ungehört in die Geschichte der Wahlkämpfer eingehen. Das ist der grosse Unterschied zu früher.

Labels: Medien, Politik, USA

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Mittwoch, 6. Juni 2007

Die OPEC droht

Das Erdöl-Kartell Opec versucht den Westen unter Druck zu setzen: Sollten die Staaten weiter auf Biotreibstoffe setzen, könne die Opec weniger in ihre Ölanlagen investieren. Die Ölpreise würden dann „durch die Decke“ gehen, warnt der Generalsekretär.

Quelle: Opec warnt Westen vor Biosprit-Investitionen

Na, in dem Falle: Jetzt erst recht, zu verlieren haben wir ja sowieso nichts mehr. Wenn die Ölscheichs schon jetzt nicht fähig sind, mit den Abermilliarden, die wir Ihnen in den letzten Jahrzehnten geschickt haben, ihre Anlagen in Schuss zu halten, wie wird das erst, wenn „Peak Oil“ auf voller Breite einsetzt und die Förderung von Erdöl deutlich aufwändiger wird, um schlussendlich ganz zu versiegen?

Biotreibstoffe – Rettung des Status Quo?

Wobei ich mich überhaupt nicht hinter Biotreibstoffe stelle: Wer nur etwas Ahnung von den komplexen Zusammenhängen der Landwirtschaft hat, weiss, dass das mit den Biotreibstoffen nur solange gut geht, als wir immer noch über billige Erdölimporte verfügen. Versiegen diese oder werden zu teuer, setzt eine verheerende Abwärtsspirale ein:

  • Dünger und Pestizide beruhen hauptsächlich auf Erdöl – direkt oder indirekt (!). Je weniger Dünger, je weniger Pestizide, desto weniger Ertrag werfen die Felder ab. Von der Bewirtschaftung von hunderten Hektar grossen Felder wage ich gar nicht erst zu sprechen – dies geschieht nämlich mit Landmaschinen, und die … schlucken ebenfalls Benzin.
  • Durch die hohen Treibstoffkosten wird der Transport von Weizen, Raps & Co. aus allen Herren Länder an den Bestimmungsort immer kostspieliger.
  • Die Verwertung von pflanzlichen Produkten für die Tierzucht wird Fleisch und Milchprodukte äusserst teuer machen.
  • Verringert sich der Import von Nahrungsmitteln, muss der Ausgleich von der inländischen Landwirtschaft besorgt werden. Für Biotreibstoffe bleibt dann weniger oder nichts übrig – zuerst muss die Bevöklerung ernährt werden.
  • Durch die Klimaerwärmung kann es in hochproduktiven Agrarregionen zu einer abnehmenden Ertragsentwicklung kommen. Da der Ausgleich durch Import nicht mehr gegeben ist, haben Missernten auch im Westen wieder einen deutlich stärkeren Effekt – fast wie früher …

Hirngespinste? Polemik? Völlig überdrehte Schreckensszenarien? Ich hoffe es doch schwer.

Fazit

Ich wünsche, dass diese Kausalkette nie eintreten wird, bin aber trotzdem der Meinung, dass es äusserst spannend wäre, eine solche Entwicklung mitzuerleben (jedenfalls anfänglich).

Ich bin aber äusserst nüchtern: Meine Generation McDonalds wäre schlicht nicht fähig, mit Ressourcenmangel umzugehen, davon bin ich überzeugt.

Es wäre folglich besser, wenn man mit dem Worst-Case rechnen und alle nur erdenklichen Massnahmen treffen würde, um den „Impact“ auf unsere Gesellschaft so gering als möglich zu halten.

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Dienstag, 5. Juni 2007

Erobert Allison Stokke auch die deutsche Blogosphäre?


Allison Stokke1
Originally uploaded by
Angelocracy.com

Nebenstehendes Foto hat die angloamerikanische Männerwelt in bare Aufregung versetzt (oder: hibbelig gemacht, rattig werden lassen – wie man es auch immer ausdrücken möchte) und wohl schon einiges an zerbrochenem Geschirr hervorgebracht.

Das Foto warf derart grosse Wellen, dass selbst die Washington Post sich dazu verpflichtet sah, das Thema aufzugreifen:

From her computer at home, Stokke tracked the spread of her image with dismay and disbelief. She had dealt with this once before, when a track fan posted a lewd comment and a picture of her on a message board two years earlier. Stokke had contacted the poster through e-mail and, a few days later, the image had disappeared. But what could she do now, when a search for her name in Yahoo! revealed almost 310,000 hits? „It’s not like I could e-mail everybody on the Internet,“ Stokke said.

Allison ist wegen der unkontrollierbaren Öffentlichkeit stinksauer. Ihr Pappi, ein Anwalt, hat den Kampf gegen das Böse aufgenommen – nur leider kommen dank der Publizität auch gewisse Stories über sein Wirken ans Licht, das dem ganzen Fall eine neue Wendung gibt.

Irgendwie erstaunlich – da träumen Millionen andere Frauen in ihrem Alter von nur 15 Minuten Starrummel, machen sich für Music-Star oder Germanys Next Topmodel zum Affen und geben sich der Lächerlichkeit preis. Und dann wäre da andererseits Allison, nicht nur äusserst hübsch, sondern am Anfang einer vielversprechenden Sportlerkarriere stehend – und gerade sie, sie mag den Rummel nicht vertragen?! Verkehrte Welt.

Dabei weiss doch jeder, dass ihr nun viele andere Türen offen stehen, sollte sich der Traum von einer Profisportler-Karriere nicht erfüllen.

Morgen in heute?

Benkö, was meinst du? Ist im heute von morgen Mittwoch auf Seite 3 noch ein Plätzchen frei?

Links

Dia-Show

Wer noch nicht genug bekommen hat:

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Dienstag, 5. Juni 2007

Weniger Staat, aber nur solange die anderen das Sagen haben

Wie wahr, wie wahr:

John Stewart: See, I have found that republicans often times will campaign against big government. But it seems – at least with this administration – they were against government they didn’t control. But now that they control it they find it to be very useful to expand the power of it as opposed bringing it down.

Erinnert mich irgendwie an die Patriotismus-Diskussion der SVP, über die ich heute morgen früh gebloggt habe. Der einzig akzeptable Patriotismus ist nach Auffassung derjenige, der von der Partei authorisiert ist („zottelnder Kuhfladen“). Wehe, wenn nun andere Parteien ebenfalls wagen, sich in diese Diskussion einzumischen.

Die SVP repräsentiert nicht das Volk, sondern nur einen Teil davon. Ausgehend von den Nationalratswahlen 2003 (Stimmbeteiligung 45,4%), wo die SVP eine Parteienstärke von 26,7% erreicht hat, lässt sich folgendes berechnen.

Total Stimmbevölkerung 4’565’7151 Pers.
Gewählt haben 45,4%
2’072’834 Pers.
Die SVP gewählt haben 26,7%
553’446 Pers.

Es käme einer Diktatur gleich, wenn Volksvertreter mit 553’446 Stimmenden im Rücken die Definitionsmacht in dieser Angelegenheit an sich reissen würde …

Labels: Politik, USA

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Montag, 4. Juni 2007

Das Magazin: Die bessere Weltwoche

Natürlich ist Meinungsfreiheit wichtig, aber diese Linken, die wollen ja nur «provozieren». Man stelle sich einmal vor: Die äussern linke Meinungen. Auf dem Rütli! An dem Ort, der die Meinungsfreiheit symbolisiert!

Quelle: In der Diskussion um die Rütli-Feier offenbart die SVP eine ganz eigene Logik.

Und so geht es durch den ganzen Text weiter – eine wahre Freude. Zugleich einer der stärksten Kommentare, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Gratulation, Daniel Binswanger!

Lustig, aber leider allzu wahr, wie uns die Spassvögel der „volksdemokratischsteen“ Partei der Schweiz auf unserer Nase herumtanzen. Claude Longchamp hat an den 2. Berner Politgesprächen im Bellevue ja die ketzerische Prognose gewagt, dass die SVP bei den Wahlen im Herbst stagnieren wird. Die Hoffnung stirbt zuletzt … Ich kann und will es noch nicht so recht glauben, schliesslich sind die Videos auf der Web-Site der Partei äusserst überzeugend.

PS: Und wenn jetzt jemand laut „linkes Mediengesocks“ schreit – auch dieses Klischee wird von Binswanger im Text auf die Schippe genommen.

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Montag, 4. Juni 2007

Wer braucht eigentlich Vista?

In terms of operating systems, Windows XP again led the pack with 93 percent. Only 5.27 percent of respondents had upgraded to Windows Vista, with the rest on Windows 2000 or Server 2003. The low uptake of Vista even among high-end gamers will undoubtedly make some developers rethink whether or not to invest heavily in DirectX 10, which is Vista-only. Many gamers reported that they tested Vista but went back to XP for various reasons […]

Quelle: Valve hardware survey shows gamers yet to embrace Vista

Dass die Unternehmenskunden den Roll-Out von Vista vertagt haben, habe ich ja bereits an dieser Stelle behauptet (Gegenstimmen sind gern gesehen – mich interessiert vor allem die Situation in den grössten schweizerischen Unternehmen).

Da auf Grund der oben verlinkten Umfrage nun sogar anzunehmen ist, dass selbst die aufrüstungswütigen Gamer nicht upgraden, frage ich mich schon, was am Ende von den Millionen verkauften Vista-Packungen übrigbleit. Höchstwahrscheinlich sind es wirklich nur die OEM-Verkäufe bei Dell, HP und anderen Kistenschiebern, bei denen die Benutzer keine Wahl haben (oder die Wahlmöglichkeit aus Unkenntnis nicht nutzen).

Aus meiner Sicht ist Windows XP mittlerweile ein anständiges und brauchbares Betriebssystem, auch wenn ich Windows 2000 weiterhin als bestes je produziertes Microsoft-Betriebssystem erachte. Vista droht in der derzeitigen Situation ein zweites Windows ME zu werden. Aber ich mag mich täuschen …

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Montag, 4. Juni 2007

Wir Liberalen pfeifen auf unsere Grundsätze

In meinem Blog habe ich Herrn Bundesrat Blocher wohl noch nie zugestimmt, doch für einmal hat er Recht:

Schon heute mache sich strafbar, wer unter 16-jährigen Jugendlichen pornografische Darstellungen zugänglich mache oder anbiete, sagte Justizminister Christoph Blocher. Wer ohne Vorprüfung des Alters der Kunden über Mobiltelefone solche Darstellungen abrufbar mache, handle also illegal. Mangelhaft sei der Vollzug, nicht das Gesetz.

Quelle: Ständerat will Pornografie auf dem Handy verbieten

Aber eben – Wahljahr ist Zahljahr. Da überbieten sich selbst die eifrigsten Rufer nach weniger Staat und mehr Eigenverantwortung mit neuen Gesetzeserlassen. Als hätten wir nicht bereits viel zu viele Paragraphen …

Gegenteiliger Effekt

Mit der Illegalmachung wird bei der Jugend der Reiz ins Unermessliche gesteigert, solches Material auf dem Handy zu haben. Auf dem Pausenplatz ist dann definitiv derjenige „König“, wer seine 1GB-Karte randvoll mit Schmuddelmaterial gefüllt hat. Und wer wirklich glaubt, dass die Quelle solcher Filme kommerzielle Anbieter sind, gehört meiner Meinung nach nicht ins „Stöckli“. Das Material kriegt man aus unterschiedlichsten Quellen, meistens wohl in steinzeitlicher Manier durch Tauschgeschäfte. Die sind bekanntlich kostenlos und von Väterchen Staat nicht zu kontrollieren – ausser die Jugendschützer installieren den Bundestrojaner per Hintertür auf allen Mobiltelefonen in der Schweiz.

Erziehungsberechtigte

Der Ball liegt wie bereits früher erwähnt bei den Eltern. Diese haben dafür zu sorgen, dass ihre Kinder kein kleines San Fernando-Valley („Anyone who is even marginally familiar with the porn industry will know that the San Fernando Valley is the place where virtually all American porn is produced, filmed and distributed.“) in ihren Hosentaschen zur Schau tragen. Dies kann entweder mit der regelmässigen Kontrolle der Mobiltelefone geschehen (wobei selbstverständlich fraglich ist, inwiefern die Technikbanausen unserer Vorgängergeneration mit der Bedienung klar kommen werden); oder aber, was deutlich effektiver ist: Gebt euren Kinder ein 3210, und die Diskussion ist so schnell verflogen, wie sie aufgekommen ist. Das Übel liegt in den heute derart gehypten Multimedia-Handys.

Werden die Eltern nicht einmal hier zur Verantwortung gezogen, kapituliert unsere Gesellschaft endgültig vor den Problemen der Generation @.

Nachtrag

[…] ist der ständerat für das natel verbot beim sex, ne falschrum, telefonieren darf man beim vögeln, aber eben keine pornos mehr auf dem natel ansehen!

Quelle: handypornografie!

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Montag, 4. Juni 2007

Alle ein bisschen Grün

[…] Nebenbei würde die Wirtschaft wohl kollabieren, könnten die Manager und das pendelnde Projektleiterproletariat nicht nach Belieben über die Ländergrenzen jetten.

Vor allem aber ist der moderne Ablasshandel symptomatisch für die neue Ökowelle, die zurzeit jeden Lebensbereich umspült: harmlos, schmerzlos, sexy, glamourös und gar nicht anstrengend. Allenfalls ein bisschen elitär. Man hilft den andern, nicht so zu werden, wie man selber bleiben will.

George Clooney isst manchmal auch bio, ruft zur «ökologischen Revolution» auf und fährt im Elektromobil zum Flughafen – um im Privatjet an den nächsten Werbetermin für Nespresso zu fliegen (das sind die Kapseln, die mit einem Minimum an Kaffee ein Maximum an Abfall produzieren).

Quelle: Das Gewissen, etwa

Anlässlich dieses neuen Hypes, der sich übrigens auch in der Finanzwirtschaft mit „Produkten“ breit macht (Smythe weiss dazu vielleicht mehr zu sagen), finden sich in der SonntagsZeitung von gestern mindestens zwei Reklamen von Unternehmen, die das Thema für sich vereinnahmen wollen:

Wie ernst es die Unternehmen wie auch unsere Gesellschaft mit der „Nachhaltigkeit“ wirklich meint, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Standortbestimmungen à la Andreas Dietrich, so süffig und/oder polemisch sie auch vorgetragen werden, sollen helfen, sich nachhaltig um die Nachhaltigkeit zu kümmern.

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