Archiv 21. November 2007

Mittwoch, 21. November 2007

Eure Armut kotzt mich an!

What this means is that even the very rich cannot escape into their own little bubble of purity and excellence, of “haute” this and “haute” that. Ride around in a limo and you still have to sit in traffic created by ordinary people who can’t afford to live near where they work. Fly in a private jet and you’re still dependent on archaic, underfinanced, systems of air traffic control. Travel first class on the Acela train and you still have to stare out at the rotting environs of Philadelphia and Newark. Oh, and you lobbied against higher taxes and regulations on business? Then think twice before you sink your teeth into that chocolate and gold dessert. The vermin are always with you.

Quelle: America’s Rich Citizens Can’t Escape Our Poor Public Infrastructure

Wenn ein Schiff leck schlägt, aber keine Rettungsboote mit sich führt, gehen alle mit dem Ding unter – egal ob sie die Überfahrt in der Luxus-Suite oder im Kohlebunker verbracht haben.

Labels: Gesellschaft, USA

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Mittwoch, 21. November 2007

SP-Häuptling

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SP-Häuptling II
Originally uploaded by emeidi

Heute Mittwoch durfte ich am regionalen Parteitag der SP Region Bern teilnehmen. Eingeladen war ein prominenter Redner: Der Präsident der SP Schweiz, Hans-Jürg Fehr. In einer ca. 45-minütigen Rede analysierte er die Wahlniederlage vom 21. Oktober 2007 – und betonte vorgängig, dass es sich dabei nur um einen Analyse-Zwischenstand handle.

Obwohl ich hier gleich nach den Parlamentswahlen seinen Rücktritt gefordert habe – eine so fundierte, gut strukturierte und exzellent vorgetragene Analyse hätte wohl kaum ein anderer Genosse hingekriegt.

Stammtisch oder Philosophie Sternstunde?

In der anschliessenden Diskussion wurde von einem Parteimitglied die Frage in die Runde geworfen, wie die SP wieder näher an den Mann kommen könne. Allzusehr hafte der Partei der intellektuelle Touch an, welcher potentielle Wähler abschrecke und so in die Arme der Populisten treibe.

Hier erkannte ich das Dilemma unsere Partei: Gegen innen war und ist Fehr die optimale Besetzung für den Posten des Präsidenten. Denn hier spricht er die meiste Zeit zu „Intellektuellen“ (ob wir das nun hören wollen oder nicht – ist nun mal so, dass in der SP, wie ich sie seit meinem Beitritt von 2004 kenne, kaum noch Büetzer mit dreckigen Händen sitzen).

Und doch wünscht man sich dann, wenn der Präsident eben nicht zu denjenigen Personen spricht, die er längst für sich gewonnen hat, jemanden von einer einfach gestrickteren Natur, mit einem kleineren Wortschatz – aber mit agitatorischen Fähigkeiten. Rein nur der Show willen. So ein urchiger Bodenmann halt.

Baldrian für die Seele

Mein Eindruck nach Fehrs Rede: Die Probleme sind erkannt und dürfen beim Namen genannt werden. Die Worte des Häuptlings liessen keine Zweifel aufkommen und machten Mut – so schlimm steht es noch nicht.

Ein Abschnitt seiner Rede erinnerte mich an meine eigenen Worte, die ich in einem anderen Zusammenhang hier niederschrieb:

Schaue ich mich in meiner örtlichen Sektion um, finde ich kaum mehr einen Büetzer alter Schule (Industriearbeiter), der momentan in der Dorfpolitik aktiv ist. Ist das so schlimm? Ich finde: Nein. Angehörige anderer Parteien mögen uns daraus einen Strick drehen – doch nur weil wir andere Berufe ausüben als die „Gründerväter“ der Partei im 19. Jahrhundert, die Internationale weder auswendig noch singen können, müssen wir nun wirklich nicht aus der Partei austreten. Wo sollten wir auch hin?

Denn: Öffnet man diesen eingeengten Blickwinkel etwas und betrachtet die Eltern der SP-Politiker, findet man oftmals die verschollen geglaubten Büetzer wieder (so jedenfalls meine These). Unsere „Legitimation“ ist es folglich, in einem Büetzer-Haushalt aufgewachsen zu sein. Wir leben das Gedankengut weiter, das wir von unseren Eltern mitgegeben erhalten haben, ohne uns aber dem Wandel der Zeit zu verschliessen. Viele von uns mögen zwar nicht mehr einer Gewerkschaft angehören, vielen dort gelebten Werten leisten wir immer noch Folge. Nicht zuletzt dank der politischen Vorarbeit und Schufterei unserer Eltern war es uns möglich, Gesellschaftlich aufzusteigen; in den Gymer zu gehen und zu studieren. Hätten Sozialdemokraten im 20. Jahrhundert nicht dafür gekämpft, stünden wir heute nicht hier.

Quelle: Hetze gegen Staatsangestellte

Fehr drückte es ähnlich aus: Die Arbeiter hätten sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in die bürgerliche Gesellschaft integriert und diese von innen heraus umgeformt. Gäbe es beispielsweise das Frauenstimmrecht oder das Partnerschaftsgesetz, wenn es nicht von offenen Geistern aus der SP vorangetrieben worden wäre?

Verdienter Applaus

Der Applaus, der fast in Standing Ovations auszuarten drohte, gab dem Präsidenten die Gewissheit, im parteipolitischen „Mittelstand“ der SP gut verankert zu sein und für seine Arbeit im Wahlkampf honoriert zu werden.

Oder doch zu früh Friede, Freude, Eierkuchen?

Einzig Peter Vollmer liess in seinem Votum durchblicken, dass er noch nicht ganz an die Selbstheilungskräfte der Partei glaubt.

Die Zukunft wird den Weg weisen

Ich bin gespannt, wie das Wahlresultat von 2011 aussehen wird. Mit einer Wirtschaft, die nicht mehr so ganz rund läuft, und krawallfreien Wochen vor den Wahlen sollte die SP problemlos fähig sein, Ränge gutzumachen.

Wichtig: Das nächste Mal erwähnen wir Herrn Blocher mit keinem Sterbenswörtchen – wer weiss, ob die SVP zu diesem Zeitpunkt nicht gar längst in den „Erbfolgekriegen“ stecken wird …

Nachtrag

Am 28. Oktober, eine Woche nach der Wahlniederlage, fuhr Peter Rothenbühler gegen Hans-Jürg Fehr schweres Geschütz auf:

Eine Partei, die einen wie Sie zum Präsidenten macht, ist einfach selber schuld. Womit wirklich nichts nachteiliges über sie gesagt sein soll. Sie sind ja der Inbegriff einer gewissen aufgeschlossenen Hochanständigkeit. Aber einfach kein Parteipräsident. […]

[…] Was sagt man Ihnen nach? Fairness und ausgleichendes Wirken. Das heisst doch so viel wie Langweiligkeit und mangelndes Charisma. […]

Aber eben, in ihrer Partei gibts zu viele Leute, die echt froh sind, dass es in der SP keine überragenden Leadertypen mehr gibt wie einst Helmut Hubacher oder Peter Bodenmann. All jene, die jetzt Ihre Meriten über den grünen Klee loben, wollten doch nie, dass da einer herausragt.

Quelle: SonntagsZeitung, 28. Oktober 2007, „Lieber Hans-Jürg Fehr“, S. 15.

Labels: Politik, Schweiz

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Mittwoch, 21. November 2007

Gemüsebaukurse 1916

Dass zu Ende der Kurse zirka 100 Teilnehmer weniger waren als zu Anfang, erklärt sich ohne weiteres durch den Militärdienst vieler Kursteilnehmer. Daneben gibt es ja immer Einzelne, die nicht aus eigentlichem Interesse Kurse besuchen, sondern etwa „weils Mode ist“. Diese Elemente harren gewöhnlich nicht bis zum Ende aus, was meistens auch nicht Schade ist …

Die Klage, dass immer noch zu junge Teilnehmer zu den Kursen zugelassen werden, will nicht verstummen. So die „belebteste“ Zeit der schönen Flegeljahre sollte man hinter sich haben, bevor man sich zur Teilnahme an einem Kurse meldet. Es gibt sonst leicht zuviel „Betrieb“.

Quelle: Tätigkeitsbericht der Oekonomischen und gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons Bern 1917. Bern: Buchdruckerei R. J. Wyss & Erben, 1918, S. 17f.

Zwar mangelte es damals noch garantiert an „Schülern“ mit „Migrationshintergrund“ – der Radau im „Klassenzimmer“ schien aber damals nicht weniger geherrscht zu haben als heute

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Labels: Bern, Schweiz

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Mittwoch, 21. November 2007

Mr. T vom A-Team ist zurück

Geile Original-Stimme. Wieder ein Grund mehr, dass hierzulande Serien endlich im Originalton gezeigt werden sollten …

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Mittwoch, 21. November 2007

Zuckerbergs Gesetz

„Once every hundred years media changes.“ –– Mark Zuckerberg, Gründer von Facebook

Quelle: Liveblogging Facebook Advertising Announcement (Social Ads + Beacon + Insights)

Bissige Replik

It’s true. Look back over the last millennium or two, and you’ll see that every century, like clockwork, there’s been a big change in media. Cave painting lasted a hundred years, and then there was smoke signaling, which also lasted a hundred years, and of course there was the hundred years of yodeling, and then there was the printing press, which was invented almost precisely 100 years ago, and so forth and so on up to the present day — the day that Facebook picked up the 100-year torch and ran with it.

Quelle: Facebook founder’s 100-year flub

Fast so gut wie …

„During my service in the United States Congress, I took the initiative in creating the Internet.“ –– Albert Arnold „Al“ Gore, Jr.

Quelle: Al Gore „invented the Internet“ – resources

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Mittwoch, 21. November 2007

Milchbeutel öffnen – Eine Typologie

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Stil Dachdecker
Originally uploaded by emeidi

Heute waren Installateure von Jenni Energietechnik bei uns, um die von den Hagelschlägen dieses Sommers durchlöcherten Abdeckungen der Sonnenkollektoren zu ersetzen.

Wie es sich als Auftrags- und Gastgeber gehört, lud man die Handwerker zu einem Znüni ein. Ich konnte ihnen dabei keine Gesellschaft leisten, da ich zu dem Zeitpunkt noch in den Federn lag.

Beim Abräumen des Tischgedecks fiel mir der Milchbeutel auf: Mangels Kaffeerahm hatte mein Vater den Beutel auf dem Tisch gestellt. Die Handwerker bedienten sich denn auch sowohl beim Kaffee als auch beim improvisierten „Kaffeerahm“.

Dank diesem Anschauungsbeispiel ist es mir nun eine Ehre, eine erste, provisorische Typologie der Milchbeutel-Öffnungsarten zu präsentieren:

  • Stil Dachdecker: Luftloch am „Deckel“, gegenüberliegend der Ausschank-Öffnung. Zweck: Erlaubt homogeneren Ausschank ohne Kontraktionen beim Eintritt von Luft in den Beutel. Werkzeug: Schere.
  • Stil Mario: Aufschneiden der Ausschank-Öffnung mit einer Schere entlang der vom Hersteller signalisierten Linien.
  • Stil Melanie: Aufreissen von Hand (verträgt der Nerd/Geek/Autist in mir nur äusserst unschwer – wenn immer möglich passe ich die Öffnung nachträglich mit der Schere an)

Gerne nehme ich in den Kommentaren Beschreibungen/Fotos weiterer Öffnungs-Arten entgegen.

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