Archiv ‘Europa’

Samstag, 3. Januar 2026

Messmer sieht die Ukraine auf der Siegesstrasse

Drüben bei arlesheimreloaded.ch stimmt Manfred Messmer zum Jahresende auf eine Lobeshymne an die Ukraine an: Warum die Zeit im Ukraine-Krieg für die Ukraine arbeitet

Für mich ein komplett irritierender Blog-Post. Ich meine wir haben Ende 2025, und nicht April 2022.

Wie können zwei belesene Schweizer Zeitgenossen, in derselben Wirklichkeit lebend (oder?) zu komplett unterschiedlichen Schlüssen der Situation kommen? Ich meine es ist schon recht starker Tobak, Putin und Russland Ende 2025 in der „schwächeren“ Position zu sehen.

Begründung: Ein Land, das ums Überleben kämpft, „erzeugt höchste Widerstandskraft“.

Huh? Das napoleonische Frankreich 1815? Die Konföderierten 1865? Das deutsche Kaiserreich 1918? Nazi-Deutschland 1945? Imperiales Japan 1945? Standen diese Mächte nicht alle vor einer Niederlage, „welche keine zweite Runde erlaubt[e]“?

Auch mutig: Die 90 Milliarden, die die EU zusammengeklaubt haben will und nach Kiev schickt, würden gemäss Messmer der EU weitere zwei Jahre „Planbarkeit“ erkaufen. Was meint er damit? Dass die Ukraine damit zwei weitere Jahre gegen Russland kämpfen kann? Ist Geld wirklich das einzige — oder: wichtigste — Problem der Ukraine? Ich hätte eher auf Menschenmaterial getippt. Aber was weiss ich schon.

Egal wie viel Geld die EU noch verlocht: Wenden sich die USA ab, kollabiert das Land. Endgültig. Man erinnere sich: Kreislaufwirtschaft. Reiner Durchlauferhitzer. Das Geld, welches nicht in Taschen von Funktionären wandert, ist gleich wieder auf dem Weg aus der Ukraine zu Kreditgebern und Rüstungsproduzenten im Westen.

Nun gut, drüben in Arlesheim stirbt die Hoffnung wohl zuletzt.

PS: Trump und sein Secretary of War bringen Messmer in diesen Minuten in die Bredouille: Ich freue mich schon auf den Blog-Artikel, welcher den Endsieg der Venezuelaner und Maduros über die USA voraussagt. Die Akteure dort können „nicht mehr ausweichen“, die „Motivation ist nicht austauschbar“, und eine Niederlage „erlaubt keine zweite Runde“.

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Freitag, 2. Januar 2026

Das Jahr des Spannungsfalls?

In der zweiten Hälfte des gerade verflossenen Jahres machte das Gerücht die Runde (beispielsweise hier), dass Deutschlands bedrängte Politikerkaste aus dem schwarz-rot-grünen Milieu 2026 den „Spannungsfall“ im Land ausrufen würde, um sich im Kampf gegen den Aufstieg der AfD mehr Zeit an den Futtertrögen der Macht zu verschaffen, und die implodierende deutsche Wirtschaft mit einem gigantischen staatlichen Konjunkturprogramm zu „retten“.

Als studierter Historikers: Kommen bald schon die Mefo-Wechsel wieder? Mehr dazu.

Deutschland, auf dem Weg in die Planwirtschaftschaft, und der fortschleichende Rückbau „derer“ Demokratie?

Mittelfristig noch wichtiger: Der Spannungsfall ist eine Vorstufe des Verteidigungsfalls. Die Kriegstrommeln sind unüberhörbar und werden stündlich lauter. Und ist ja klar, dass es hier nicht um die Verteidigung des Landes vor der Abwrackung durch die wohl unfähigste Politikerclique der Nachkriegszeit geht (toleriert von zahnlosen Wirtschaftskapitänen, eine Schande), sondern um die Verteidigung ’schlaaands gegen die Nuklearmacht im Osten, der von EU- und Nato deklarierten Ausgeburt des „absolut Bösen“.

Sind wir also gespannt, was in der diesjährigen Staffel von „Bundesrepublik Deutschland“ so alles an vorhersehbaren, aber auch überraschenden Storylines geplant ist.

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Dienstag, 25. November 2025

Die Verhandlungs- und Vertragsprofis zu Bundesbern

Wöchentlich oder gar täglich kommen neue Schmankerl aus dem Rahmenvertrag ans Licht.

Lustig ist es inbesondere dann, wenn die Verhandler und EU-Befürworter in der Schweiz kritischen Zeitgenossen erklären, dass Dinge, die im 1800-seitigen Vertrag nicht explizit und klipp und klar, sprich ohne Interpretationsspielraum, festgehalten sind, sicherlich nie zu unserem Nachteil führen werden, und von Gerichten auf gar keinen Fall gegen unsere Gunsten ausgelegt werden.

Das hatten wir doch kürzlich bereits einmal: Bundesbern war sich — auch noch gestützt auf ein Gutachten einer renommierten Kanzlei — hundertzwanzig Prozent sicher, den neuen F-35 Kampfjet zu einem Fixpreis gekauft zu haben. Wie das herausgekommen ist, wissen wir ja.

Bundesbern, der Hort der völlig überbezahlten Verhandlungs- und Vertragsprofis.

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Sonntag, 5. Oktober 2025

Die Zeichen stehen in Westeuropa auf Krieg

Starmer, Macron, Merz (inklusive seinem Vorgänger Scholz) und Von der Leyen gehören meiner Meinung nach zu den schwächsten und unfähigsten Politikern, die der Kontinent seit Jahrzehnten gesehen hat. Die Historiker werden an den Amtszeiten dieser Exponenten dereinst kein gutes Haar lassen.

Viele Wähler haben dies längst bemerkt, und deshalb ist die Situation derzeit so gefährlich: Wehe, ein Politiker realisiert, dass sein politisches Überleben am seidenen Faden hängt.

Was macht man in einer solchen Situation? Richtig, Krieg, respektive (derzeit vorerst noch) die Kriegstrommel rühren. Um von Problemen im Inland und der eigenen Unfähigkeit abzulenken, und die Wählerschaft vor dem grossen, übermächtigen, bedrohlichen Feind (mit Waschmaschinen-Chips in seinen Raketen) irgendwo im entfernten Ausland zu einen, und interne Querelen ruhen zu lassen. Das gab es in der Geschichte der Menschheit schon zig Male, und wurde von Hollywood längst — selbstverständlich völlig fiktiv — aufgegriffen.

Gradmesser Deutschland

Mir persönlich macht es ungeheuerliche Angst, wenn der deutsche Nachbar sich zum dritten Mal in etwas mehr als hundert Jahren „kriegstüchtig“ machen will. Dass die Teutonen beim dritten Mal endlich auf der richtigen Seite der Geschichte stehen werden, bezweifle ich. Es scheint eine Naturkonstante zu sein, dass man sich immer auf die Seite schlagen sollte, gegen die ’schland so hehr kämpft.

Bereits im Sommer 2024, also lange vor Merz‘ Amtsantritt, hiess es:

Für den Fall einer militärischen Konfrontation mit Russland will Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr erhöhen. „Wir müssen bis 2029 kriegstüchtig sein«, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch bei der Regierungsbefragung im Bundestag.

Quelle: Ukraine-Krieg und Zeitenwende: Kriegstüchtig bis 2029 – was heißt das konkret?

Als ehemaliger Geschichtsstudent erinnert mich das an dunkle Zeiten. Immerhin (?) spricht man dieses Mal offen darüber, und nicht nur hinter verschlossenen Türen. Und klar, damals plante man einen Angriffskrieg, dieses Mal will man ja „nur“ verteidigungsfähig sein. Oder?

Die Entwicklungen rund um die Bundeswehr der letzten Monate bauten darauf auf, und sind selbstsprechend:

  • Grundgesetzänderung für Verteidigung und Sondervermögen sowie Milliarden für die Bundeswehr – wohin geht das Geld?

    Zu den teuersten Bestellungen aus dem 100 Milliarden Sondervermögen für die Bundeswehr gehören neben den F-35-Kampfjets 60 „Chinook“-Transporthubschrauber für sieben Milliarden Euro und das Flugabwehrsystem „Arrow 3“ für vier Milliarden Euro.

  • Was das neue Gesetz zum Wehrdienst vorsieht

    Verteidigungsminister Boris Pistorius strebt an, die Zahl bis 2035 auf mindestens 260.000 aktive Zeit- und Berufssoldaten aufzustocken […] Die Reserve soll von derzeit rund 100.000 auf 200.000 Soldaten aufgestockt werden. […] dass vom kommenden Jahr an alle jungen Männer und Frauen zum 18. Geburtstag ein Online-Fragebogen versandt wird. Männer müssen ihn ausfüllen, für Frauen ist das freiwillig. […] Geeignete Kandidaten werden dann zur Musterung eingeladen. […] Ab dem 1. Juli 2027 wird zudem die Musterung, also die ärztliche Untersuchung auf Wehrdiensttauglichkeit, für alle Männer ab Jahrgang 2008 wieder verpflichtend. […] Kernpunkt ist die Möglichkeit, die Wehrpflicht flexibel zu aktivieren.

Vertiefte Medienschau

An Hand des SPIEGELS lässt sich die Vorbereitung des Terrains exemplarisch aufzeigen (ein Medienprodukt, über dessen Installierung, Finanzierung und politische Steuerung ein ander Mal diskutiert werden kann):

Neue durch das Dorf getriebene Sau

Mit dem Aufkommen der „Drohnensichtungen“ in den letzten Wochen vielerorts in Europa (cui bono?) dann die Medienbarrage zu dem Thema:

Ausblick

So sehr das derzeitige Gekreische, und meiner Meinung nach klarer Stossrichtung der Akteure: Mein Bauchgefühl sagt mir derzeit immer noch: „Too little, too late.“ Hoffen wir es, sonst wird unser Kontinent vermutlich ein weiteres Mal verwüstet.

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Donnerstag, 1. Mai 2025

Rika aus Japan isst sich durch Deutschland …

… und veröffentlicht ihre Abenteuer auf TikTok: @rikaaaa__aaa.

Entdeckt via diesen Tweet: It’s german sushi von roter_0ktober.

Oder war es zuerst dieser Tweet? Rika, Fleischkäse mit Brötchen

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Montag, 17. Oktober 2022

Die Deutsche Bundespolizei macht einen Ostsee-Ausflug

Am vergangenen Wochenende brach die Bundespolizei mit mehreren Schiffen auf, zum Teil von der Deutschen Marine zur Verfügung gestellt, um das Ausmaß der Zerstörung an den Pipelines zu begutachten und zu dokumentieren. Auch Taucher und Sprengstoffexperten der Bundespolizei waren dabei. Allerdings kamen die Taucher vor Ort nicht zum Einsatz, da sie nicht die nötige Ausrüstung für einen Tauchgang in 70 Metern Tiefe haben.

Quelle: Nord-Stream-Pipelines: Keine gemeinsamen Ermittlungen

Hoffentlich war das Wetter gut und die Taucher-Jungs (und -Mädels?) konnten sich ein wenig auf Deck sonnen und ein Bier geniessen.

Was mich mehr interessieren würde: Gibt es dort unten Überreste, die Hinweise auf die Amerik… Täterschaft geben?

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Montag, 22. August 2022

Es wird nicht der „kalte und dunkle Winter 2022/23“ sondern der „Wutwinter“ sein!

Wieder etwas gelernt:

»Wutwinter«-Proteste: Solche Bürger sind nicht besorgt, sondern bescheuert

Sprich der Winter wird nicht als das bezeichnet, was er war (kalt, und dunkel — mangels Gas und Strom), sondern er wird nach der Reaktion der Einwohner eines Landes betitelt.

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Montag, 22. August 2022

Gas: Europa ist nicht mehr zu helfen

Der Blick vorgestern: 200 Millionen Dollar pro Schiffslieferung: Gaskrise in Europa beschert US-Händlern fette Gewinne

Rekapitulieren wir: Wir kaufen händeringend us-amerikanisches Gas, …

  • … von welchem wir eigentlich wegkommen wollten, da bei dessen Verbrennung die weltweite CO2-Konzentration weiter ansteigt (Stichwort: Klimakatastrophe)
  • … welches mit dem äusserst umweltschädlichen Fracking-Verfahren produziert wird
  • … welches mit Dieselmotoren betriebenen Drecksschleudern über den Atlantik geschifft wird
  • … für welches wir Europäer ein Vermögen dafür bezahlen
  • … und bewirken in den Kassen der us-amerikanischen Energiekonzernen und Fracking-Unternehmen frühzeitige „Weihnachten“

Sind wir eigentlich noch ganz bei Trost?

Das widerspricht so in etwa jedem rot-grünen Parteiprogramm auf dem europäischen Kontinent. Wo bleibt der Aufschrei der Wählerbasis?

Es gibt mindestens eine Nation, die den Krieg in der Ukraine noch so lange wie möglich am Leben erhalten möchte. Zufälligerweise dieselbe Nation, deren Waffenproduzenten, Landwirte und Energiekonzerne ungemein davon profitieren. Cui bono?

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Montag, 22. August 2022

Kaffeesatzlesen: Mit Blick auf die Energieversorgung geht bald alles sehr schnell

Alle gesunden Leute eines Landes einzusperren, um Risikogruppen zu schützen: 2019 wäre man mit solchen Aussagen in der Klapse gelandet. Heute ein probates, anerkanntes und vielfach praktiziertes Mittel, um eine „Jahrtausendpandemie“ einzudämmen (wobei, auch diesbezüglich beginnt nun die kritische Aufarbeitung: Lockdown effects feared to be killing more people than Covid).

Corona hat gezeigt: So schnell kann es gehen, dass man starr geglaubte Prinzipien über Bord werfen kann.

Angesichts des befürchteten „kalten und dunklen Winters 2022/23“ hier in Europa vollziehen sich nun auch auf breiter Front Paradigmenwechsel. Beispiele:

Ich denke, dass es bald sehr schnell gehen wird. Ähnlich wie 2020. Denn den Politikern steht die Angst (um den Verlust ihrer einflussreichen und lukrativen Stellen) ins Gesicht geschrieben. Insbesondere in der Schweiz, wo 2023 zufälligerweise auch noch das Parlament neu gewählt wird. Ein Segen!

Vorhaben, die auf Grund überbordender Bürokratie und erdrückender Regulation bis jetzt extrem langwierig waren und drohten kurz vor dem Zieleinlauf abgelehnt zu werden, werden plötzlich in Windeseile realisiert. Natürlich immer noch nicht so schnell wie in Wuhan, wo die Chinesen im Frühjahr 2020 innert zehn Tagen ein Spital aus dem Boden stampften.

Aber der Bau von LNG-Terminals in Deutschland, Gas- und sonstigen Überbrückungskraftwerken (Kohle, Herrgott), der Erhöhung von Stauseenmauern in den Alpen, der „Streckbetrieb“ von deutschen, eigentlich stillzulegenden AKWs (nebenbei: illusorisch), die Planung und Genehmigung neuer AKWs, Abschaffung oder Aussetzung von Gesetzen, die den Bau und Weiterbetrieb von AKWs verbieten — all das wird dank Notrecht plötzlich ruckzuck möglich sein.

Die Einsprachemöglichkeiten gegen Vorhaben werden entweder komplett eliminiert, oder aber so gestrafft, dass man kaum mehr Zeit mit endlosen Einspracheschleifen verplempert.

Nicht so toller Nebeneffekt: In den Beamtenstuben drohen die Burnouts, denn bald muss es schnell gehen.

Sind wir also gespannt, was die nächsten Monate an zeit- und entscheidungstechnischen Überraschungen bieten werden. Hier, in Deutschland, und in ganz Europa.

Nachtrag

Natürlich wird es auch garantiert wieder zu völlig irrationalen Entscheiden kommen: Photovoltaisierung der Schweiz (Zupflasterung der Berge und Autobahnen mit Solarpanels)? Durchaus im Bereich des Möglichen. Kostspielige Betriebsunfälle sind in der Hysterie nicht auszuschliessen.

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Sonntag, 19. Juni 2022

Paddington am diesjährigen Queen’s Jubilee

Huere härzig:

Wir ware an dem Wochenende zwar im Land, aber diese Aufnahme ist mir erst jetzt reingeflattert.

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