Posts Tagged ‘Universität’

Sonntag, 23. September 2012

Jahresbericht 2011 des Medizinhistorischen Instituts und Museum Zürich

In den Medien wurde kolportiert, dass der Jahresbericht 2011 des besagten Instituts der Universität Zürich auf Grund der Causa Mörgeli unter Verschluss gehalten werde.

Nun, just zum Zeitpunkt der Medienkonferenz wurde der Bericht aufgeschaltet:

Jahresbericht 2011

Wer die Datei mit wget herunterlädt, sieht den Zeitstempel, an welchem das Dokument auf den Server gespeichert wurde:

BROTKISTE:Desktop mario$ ls -l | grep jahres
-rw-r--r--   1 mario  staff    359597 21 Sep 10:34 jahresbericht.pdf

Ich habe bisher nur das Management Summary überflogen, aber der aufmerksame Leser sieht bereits hier zwei Kritikpunkte durchschimmern:

Ferner konnten auch die zahlreichen Dissertationen Dr. med. vorangebracht werden, die teilweise bereits seit mehr als zehn Jahren am Institut bearbeitet wurden.

Da schreiben also tatsächlich Doktoranden seit satten 10 Jahren an ihrer Dissertation … fertigs Glauer!

Professor Mörgeli wird aber auch noch — durchaus objektiv — angeschossen:

Demgegenüber ist die Dauerausstellung (75% der Museumsfläche) seit 22 Jahren praktisch unverändert und damit inhaltlich und museologisch veraltet.

Das tönt — ohne Kenntnis der weiteren Umstände — ganz danach, als handelt es sich beim Geisteswissenschaftler Mörgeli um einen Beamten mit Verwaltermentalität. Aber halt, werfen das Exponenten dieser Partei normalerweise nicht allen anderen zu, die nicht ihrer Ideologie folgen? Spannend.

PS: Ob Ziehvater Blocher Herrn Mörgeli nun eine Stelle anbietet?

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Sonntag, 4. September 2011

Züchtet China die richtigen Akademiker heran?

„The gaokao rewards a special type of student: very strong memory; very strong logical and analytical ability; little imagination; little desire to question authority,“ says Jiang Xueqin, a Yale-educated school administrator in Beijing. „That person does well on the gaokao–as well as on the SAT, by the way.“

Quelle: Cramming For College At Beijing’s Second High | Fast Company

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Montag, 9. August 2010

Berner sind die langsamsten

Gerade einmal 3,8 Kilometer pro Stunde beträgt das Durchschnittstempo eines Berners, der durch seine Stadt spaziert, hat die britische Universität Hertfordshire herausgefunden. Damit gelten die Schweizer Hauptstädter als die langsamsten Menschen in der westlichen Welt.

Quelle: Verkehr: Wer in der Schweiz Auto fährt, ist selber schuld – Nachrichten Reise – WELT ONLINE

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Mittwoch, 19. Mai 2010

Der Goldene Paragraph: Dann halt beim nächsten Mal!

Wessen Namen lasen wir da vor einigen Tagen in einer illustren Liste aus dem Kreise der Rechtsverdreher, Paragraphenreiter und „quasi“-Liebhaber? Richtig:

Aus Anlass des 10-jährigen Jusletter-Jubiläums wurde ein Preis ins Leben gerufen, um die Autorin bzw. den Autor des besten Jusletter-Beitrags auszuzeichnen: Der goldene Paragraph.

Der GOLDENE PARAGRAPH wird an der Jubiläumsfeier vom 4. Mai 2010 zum ersten Mal verliehen. Die Jury besteht aus der 50-köpfigen Fachredaktion von Jusletter.

Die Nominierten sind (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Alberto Achermann
  • Regina E. Aebi-Müller
  • Heinz Aemisegger
  • Urs R. Behnisch
  • Samantha Besson
  • François Dessemontet
  • Andrea Egbuna-Joss
  • Astrid Epiney
  • Thomas Gächter
  • Heinz Hausheer
  • Urs Hess-Odoni
  • Michael Hochstrasser
  • Daniel Kettiger
  • Peter V. Kunz
  • Jörg Künzli
  • Stefan Meichssner
  • Magnus Oeschger
  • Stefan Oesterhelt
  • René Rhinow
  • Arnold F. Rusch
  • Markus Schefer
  • Fabian Schmid
  • Marianne Schwander
  • François Vouilloz
  • Bernhard Waldmann
  • Carmen Ladina Widmer

Quelle: Weblaw Aktuell / Weblaw actuel » Blog Archive »Jusletter: Der GOLDENE PARAGRAPH

Leider ging der Preis an an Kollega Prof. Dr. Regina E. Aebi-Müller. Fabios Kommentar zur Endausmarchung werde ich leider erst in Amsterdam (Motto: Pfingsterdam 2010) erfahren, doch ich kann es mir schon jetzt in etwa zusammenreimen:

  • „War ja logisch, dass eine Frau den Preis abräumen musste. Die Jury bestand sicherlich aus 49 Frauen. Die Männer hatten unter diesen Voraussetzungen von Beginn weg keinen Hauch der Chance. Zum Teufel mit dem Matriarchat!“
  • „Die Gewinnerin heisst Aebi? Ha, dass ich nicht lache! Das sind doch alles Nichtsnutze — egal, ob sie sich mit „i“ oder „y“ schreiben …“
  • „Als ich das Bild von ihr gesehen habe, musste ich sofort denken: So kann nur eine Linke aussehen!“

Wie auch immer Junge, in deinem zarten Alter schon in einer Liste der besten 20 schweizerischen Juristen zu kommen, ist eine Glanzleistung. Und das mit einem Artikel, den du damals — noch ohne irgendwelche Berufserfahrung notabene — im Elfenbeinturm der Alma Mater Bernensis verfasst hat. Das muss in Amsterdam gehörig gefeiert werden.

Und sollten wir anlässlich dieser Feierlichkeiten mit dem Gesetz in Konflikt treten — uns kann mit Fabio an der Seite rein gar nichts mehr passieren.

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Sonntag, 11. April 2010

Wirtschaftsstudenten und ihre Anglizismen

Unübertroffene Anpassungskünstler sind diesbezüglich die Wirtschaftsstudenten. Wenn sie imponieren möchten, dann verwenden sie mindestens zwei Anglizismen pro Satz, auch wenn ein deutsches Wort ebenso gut funktionieren würde. «Organizational behaviour», «empowerment» oder «core competency» klingen einfach professionell. Wer dagegen bloss von «Kernkompetenzen», «Ermächtigung» und vom «Verhalten der Belegschaft» spricht, dem hört man viel schneller an, dass dahinter eher Esoterik steckt als eine wirklich gute Idee.

Quelle: Das Kauderwelsch der Klugschwätzer

Seit mehreren Jahren bin ich bestrebt, das Englisch aus meinem Wortschatz fernzuhalten — jedenfalls dann, wenn ich zu Normalsterblichen spreche. In der IT-Branche ist das Englisch leider (?) übermächtig.

Nächste Woche werde ich an der Diplomfeier der HSG hoffentlich die Gelegenheit haben, die Gattung der Anglizismus-Geilen näher studieren zu können.

Im Grunde schiessen aber tatsächlich die Herren Kollegas mit ihrer ach so „adäquaten“ Sprache den Vogel ab:

Aber noch schlimmer sind die Juristen. Die setzen ursprünglich deutsche Worte so zusammen, dass sie frühestens nach acht Semestern Studium Sinn machen. «Sachgedankliches Mitbewusstsein» oder «Restfreiwilligkeit» sind solche Unworte. Um mit in die Alltagssprache übernommen zu werden, sind diese aber zu sperrig. Angehende Juristen verraten sich eher dadurch, dass sie das Wort «adäquat» benutzen, als hätten sie es schon im Kindergarten gelernt.

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Freitag, 19. Februar 2010

Empfehlungen für Doktoranden

Finally, have your fun now. Five years is a long time when you are 23 years old. By the end of graduate school, you will be older, slower, and possibly married and/or a parent. So if you always wanted to walk across Nepal, do it now.

Quelle: Johnsen Lab – Advice for potential graduate students

Obwohl sich der Text an Biologie-Doktoranden richtet, gilt er wohl für jeden Studiengang auf Gottes grosser Erde. Wer den Text so gut findet, dass er ihn ausdrucken und ins Zimmer (Labor?) hängen möchte, lädt sich am Besten die PDF-Version herunter.

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Mittwoch, 14. Oktober 2009

Die Hirnis von der Wall Street

“The financial system nearly collapsed,” he said, “because smart guys had started working on Wall Street.”

Quelle: Op-Ed Contributor – Wall Street Smarts – NYTimes.com

Der Artikel um diese verdammt süffige These bestätigt wieder einmal den alten Spruch drüben bei The Daily Reckoning, der lautet: „Kapitalismus trennt die Dummen von ihrem Geld.“ Wobei damit für einmal nicht gewöhnliche Arbeitnehmer wie du und ich, sondern Studienabgänger (die mit dem 4.5er-Schnitt) gemeint sind, die von ihresgleichen (die mit dem 5.5-Schnitt) ausgenommen wurden: Wer Müll verkauft, braucht logischerweise jemanden, der Müll kauft …

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Montag, 13. Juli 2009

Nutzlose Ökonomen

Für einmal muss ich kein einziges bashendes Wort verwenden – Bill macht gleich alles selber und trifft den Nagel auf den Kopf:

An economist, of the modern variety, is a statistician…an extrapolator…and a mountebank. If numbers go up two months in a row, he predicts they will go up another one. He rarely stops to ask whether his numbers really make any sense.

Instead, he merely adds them up and rolls them out. Thus – at the bubbly top in 2006 – he was he able to describe the likelihood of default on a certain derivative instrument as a „Six Sigma event“ without laughing. A Six Sigma event happens once every 2,500,000 days. Then again, when the Bubble of 2002-2007 popped, they happened once a week. The blogs are full of chatter on the subject. What good is the economics profession, asks Paul Samuelson, if it cannot foresee the biggest single economic event in at least a quarter-century?

Quelle: Robert McNamara Described as the „Architect“ of Vietnam War

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Mittwoch, 24. Juni 2009

Wird Bern deutsche Provinzuniversität?

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Die Trumpfkarte Uni Bern sticht nicht
Originally uploaded by emeidi

Letzten Montag trudelte auf meinem Studentenkonto folgendes Mail ein:

Am kommenden Montag, 29. Juni 2009, finden die Vorträge von sechs Bewerberinnen und Bewerbern für die Professur in Kommunikations- und Medienwissenschaft (Nachfolge von Prof. Roger Blum) statt. […] Vortragen werden Prof. Andrea Römmele (Bruchsal), Dr. Jürgen Maier (Koblenz-Landau), Dr. Silke Adam (Berlin), Prof. Jens Tenscher (Mannheim), Prof. Christiane Eilders (Augsburg), Prof. Frank Marcinkowski (Münster).

Quelle: ikmb-Newsletter vom 22. Juni 2009. (Programm der Vorträge vom 29. Juni 2009)

Man muss sich schon fragen, inwiefern grundverfasste Deutsche uns Studenten etwas von politischer Kommunikation in der Eidgenossenschaft beibringen können. Ganz so identisch wie im „grossen Kanton“ läuft es hierzulande ja nicht ab: Bei uns gibt es nämlich auch Zeitungen, die französisch und italienisch abgefasst sind. Und die Sache mit den Kantonen und dem Föderalismus beinhaltet garantiert auch eine gewisse Krux. Abgesehen davon ist unser Politsystem nicht auf eine Person wie beispielsweise die Frau Merkel ausgerichtet, sondern auf sieben Primadonnen unter ihresgleichen.

Heute wurde ich an der Uni (an welcher Fakultät sollte sich aus dem Zusammenhang rasch erschliessen) per Zufall auf einen am Aushang angebrachten Zeitungsausschnitt aufmerksam, auf welchem folgende Passage hervorgehoben war:

[…] Die Philosophisch-Historische Fakultät entwickelt sich in atemberaubendem Tempo zu einer deutschen Provinzuniversität. Im Herbst fanden die Berufungsverfahren für rund 12 Professuren statt. Zu Probevorträgen wurden 53 Bewerberinnen und Bewerber eingeladen, davon stammten 8 aus der Schweiz, 38 aus Deutschland und
7 aus dem übrigen Ausland. Mit der provinziellen Ausrichtung nach Deutschland mag es zusammenhängen, dass die Uni Bern schweizweit den kleinsten Anteil ausländischer Studierender aufweist.

Quelle: Briefe an die NZZ: Die Trumpfkarte Uni Bern sticht nicht. Von Christoph Zürcher (Bern), 11. Juni 2009.

Die These, die vom Leserbriefschreiber im letzten Satz geäussert wird, erachte ich nicht wirklich als plausibel. Selbst wenn die Uni Bern für ausländische Studenten nicht anziehend ist – für Professoren anscheinend um so mehr … und nicht nur an der Phil. Hist.-Fakultät, sondern offenbar auch an der WISO-Fakultät.

Aus meiner Sicht hängt der tiefe Anteil ausländischer Studenten nicht zuletzt auch mit der Geographie zusammen – Basel, Zürich und St. Gallen liegen nun halt wohl einfach näher am Ausland als Bern im Espace Mittelland. Und ein Renommee wie die HSG, die ETH und die EPFL wird Bern zu meiner Lebzeit wohl auch nicht mehr verwirklichen können …

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Montag, 8. Juni 2009

Ambitionierte Eltern und das Gymnasium

Wieder mal ein Drama in drei Akten: Überambitionierte Eltern bringen ihre Kinder ans Limit, damit diese die Zugangsprüfung für das Gymnasium schaffen. Sind die Kinder nicht geeignet, werden Lehrer gemobbt und bei jeder Instanz Einsprachen gemacht – dass ihr Kind ganz einfach das nötige Rüstzeug für den Besuch des Gymnasiums nicht mitbringt, wird gekonnt ausgeblendet:

Die Aufnahmeprüfung ist die kleinste Hürde auf dem Weg zur Matura. Wenn ein Schüler diese Prüfung nicht besteht, ist es wahrscheinlich, dass das Gymnasium nicht das Richtige für ihn ist.

[…] Das Gymnasium ist nicht für gute Schüler gedacht, sondern für sehr gute. Wenn man noch mehr Schüler im Gymnasium zulassen würde, würden viele gute Sekschüler zu schlechten Gymnasiasten.

Quelle: «Das Gymnasium ist nicht für gute Schüler gedacht, sondern für sehr gute» – News Zürich: Kanton – tagesanzeiger.ch

Zu meiner Schulzeit wurde einem eingebläut, dass die Matura der direkte Weg ins (berufliche) Paradies sei. In den 1990ern herrschte diese Meinung noch in den Köpfen vieler Eltern vor. Anscheinend hat sich seit damals nicht viel geändert.

Mein Rat an die werten Eltern (einem reinen Bauchgefühl entstammend): Schickt eure Kinder um Himmels Willen in eine Berufslehre. Lasst sie die BMS lehrbegleitend – oder spätestens nach Abschluss der Lehre – absolvieren. Unterstützt sie finanziell, wenn sie anschliessend an der Fachhochschule studieren möchten. Aber bitte kein Lari-Fari-Studium, sondern in einem anerkannten und fordernden Fach.

Jemand, der das praktische und fachliche Know-How zum Besuch der FH wirklich mitbringt, gehört alsdann zu den Gewinnern:

So viel verdient ein Fachhochschul-Absolvent

Die Matur und die Uni ist gut und recht – wäre ja komisch, wenn ich als Student eine andere Meinung vertreten würde. Doch mich beschleicht das Gefühl, dass diese Ausbildung zu lange dauert, viele Leute ohne dringend nötige Berufserfahrung ausspuckt und viel zu viele Absolventen am Markt „vorbeiproduziert“ …

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