Mittwoch, 15. August 2007

iTunes 7.3.2 sucks!


Logout has timed out.
Originally uploaded by emeidi

Seit ich iTunes 7.3.2 installiert habe, geht bei mir rein gar nichts mehr bezüglich digitaler Musik. Starte ich iTunes, hängt das Mistprogramm – es wird nur der Menubalken angezeigt, das eigentliche Fenster fehlt. Gleichzeitig erscheint der „Spinning Beachball“ (oder die Sat.1-Kugel, wie sie hierzulande auch genannt wird).

Selbst ein

sudo kill -9 1234

auf der Kommandozeile führt zu keinem Erfolg. Der Logout und das Herunterfahren dauert mehrere Minuten, während den ich obige Fehlermeldung wegklicken muss.

Das Problem wird in den Diskussionsforen von Apple diskutiert, eine Lösung ist aber nicht in Sicht – vor allem, wenn ich Empfehlungen wie diese lese:

Download & install iTunes ….. do NOT touch the keyboard or mouse during the entire process …. be patient!

In welchem Jahrhundert stecken wir eigentlich, wenn man Keyboard und Maus während einer Installation nicht mehr bewegen dürfen? Das ist wohl auch so einer dieser „Repair Permissions“-Fraktion – keine Ahnung von Unix, aber diese Reparatur hat es in sich …

Meine Konfiguration:

PowerMac G5, 1.8GHz-Dual, 1.5GB RAM
Mac OS X 10.3.9

Ob das wohl ein sanfter Fingerzeig Apples ist, um endlich auf Tiger zu wechseln? Mal schauen, was das nächste iTunes-Update bringt.

Nachtrag

Ich versuche nun ein Downgrade auf iTunes 7.2. Hoffen wir, dass sich das Problem so löst.

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Mittwoch, 15. August 2007

Partyguide: Die Posse nimmt kein Ende …

Heute Mittwoch-Nachmittag stand ich also vor Gericht und musste mich für meine Untaten verantworten – dachte ich zumindest. Im Schlepptau hatte ich viele Kollegen, die die Gelegenheit nutzten, endlich einmal (als Zuschauer) an einer Strafverhandlung teilzunehmen. Es waren derart viele an der Zahl, dass die für Zuschauer reservierte Bankreihe fast aus ihren Nähten platzte. Danke an alle, die mir den „Rücken gestärkt“ haben – und auch allen, die mir vorgängig viel Erfolg gewünscht haben.

Lonesome Cowboy

Nachdem wir am Amthaus in der Hodlerstrasse 7 eintraffen, durch die Schleuse gelassen wurden und danach vor Raum 002 warteten, sass da wie erwartet schon jemand auf der Wartebank. Es war definitiv kein Bekannter von uns. Wie sich später herausstellen sollte, war es aber nicht etwa der Anwalt von Partyguide, sondern Oliver Walzer, damals Freelancer, mittlerweile CTO von Partyguide. Während sich sein Chef im sonnigen Kalifornien die Nacht um die Ohren schlägt, vertrat Oliver die Firma vor Gericht.

Oli hat sich bereits mehrere Male in Kommentaren zu meinen Blog-Artikeln als Partyguide-Entwickler zu erkennen gegeben, war mir also (aus virtueller Sicht) kein Unbekannter.

Kein Vergleich möglich

Dieser Umstand führte kurz nach Verhandlungsbeginn bereits zum ersten Problem: Der Richter, auf ein möglichst schlankes und rasches Verfahren bedacht (das kostet alles!), hatte so keine Möglichkeit, die beiden Streithähne Parteien gleich zu einem Vergleich zu bewegen.

Wie ich mir nach der Verhandlung erklären liess, schliessen Kläger und Beklagter bei einem Vergleich einen Vertrag. Darin ist festgehalten, dass der Kläger die Klage zurückzieht, während der Beklagte im Gegenzug einen vereinbarten Betrag zahlt, der Teile des verursachten Aufwandes und Schadens decken.

Erste Abklärungen in dieser Richtung waren aber nicht möglich, da hierzu der Geschäftsführer selbst (oder sein bevollmächtigter Anwalt) hätten vor Ort sein müssen.

Jason Fellmann macht übrigens in einer Privatklage eine Schadenssumme von 20’000 SFr. geltend (Behebung der Sicherheitslücke, Ändern der Passwörter, Information der Benutzer, Verlust von Werbekunden, Imageschaden). Dieser Betrag wird in einem Prozess klar zu belegen sein – in einem Vergleich hinterfragt die Herleitung der Summe aber niemand (ausser höchstens der Beklagte, der aber nichts gegen Fantasiezahlen auswirken kann).

Kollege Smythe stellte einen treffenden Vergleich an: Durch meinen Hack müsste ein Arbeiter mit einem äusserst anständigen Nettolohn von 5’000 SFr. vier Monate lang arbeiten.

Die Vertretung des Klägers kommt zu Wort …

Der Richter ging deshalb zu der Befragung über. Zuerst kam Oliver an die Reihe, der aus Sicht der „Geschädigten“ schilderte, wie sie vom dritten Partyguide-Hack erfuhren und welche Massnahmen sie damals ergriffen. Im Anschluss stellte Richter Riesen einige gezielte Fragen, die ihm relevant erschienen (z.B., ob Partyguide zu dem Zeitpunkt Kreditkartendaten auf dem Server gespeichert hatte). Gemäss Aussagen von Oli entschloss man sich bei Partyguide anscheinend erst deshalb zu einer Anzeige, als ich Jason Fellmann in meinem Blog als „unfähig“ bezeichnet hatte.

Erstaunlich war, dass dem Vertreter der Klägerin der Nachname des Mitinhabers von Partyguide, Manuel Kern, entfallen war. Aber es sei sowieso Jason, der in der Angelegenheit die Federführung inne habe.

… und dann der Beklagte

Dann durfte ich auf dem Sessel in der Mitte des Raumes, vor dem Richter und der Protokollführerin, Platz nehmen. Nachdem ich über meine Rechte aufgeklärt worden war und meine Zustimmung gegeben hatte, Aussagen machen zu wollen, durfte ich aus meiner Sicht erklären, wie ich auf das Datenleck stiess. Mit der Partyguide-Suche konnte nach beliebigen Passwörtern gesucht werden, worauf ich innert 7 Tagen 13’000 Passwörter ergatterte. Auch mir stellte der Gerichtspräsident gewisse Fragen, um meinen Antrieb hinter meinem Vorgehen zu ergründen.

To Be Continued …

Am Schluss teilte der Gerichtspräsident uns Anwesenden mit, dass ein nächstes Treffen unumgänglich sein. Dann aber müsse ein Vertreter von Partyguide erscheinen, der dann auch (wenn nötig) einen Vergleich schliessen könne (sprich der Geschäftsführer). Auf die Frage von Oliver, in welchem Zeitraum die nächste Sitzung etwa stattfinden würde, wurde uns ein Zeitpunkt innerhalb der nächsten Monaten, aber garantiert noch vor Ende Jahr, versprochen.

Die Mühlen mahlen

Juhui. Langsam verstehe ich, wieso die Gesetzeshüter und Strafbehörden nicht mit ihrer Arbeit nachkommen. Übrigens: Wenn ein Vergleich nicht zustande kommt (Oliver machte Andeutungen in diese Richtung – und auch ich habe eigentlich nicht vor, Jason mit meinem sauer verdienten Geld einen neuen Porsche kaufen zu lassen), wird man nicht darum herum kommen, die mächtige Prozessmaschinerie anzuwerfen. Das bedeutet: Gutachten, Gerichts- und Anwaltskosten, die der Verlierer dann bezahlen muss. Dabei bleibt der Weg durch die Instanzen selbstverständlich vorbehalten – wogegen der Swissair-Prozess wie ein Klacks aussehen wird.

Dr Aut hat jedenfalls schon angetönt, dass er nötigenfalls die Lokalität für eine Atriiichete in Lausanne (Bundesgericht) bereitstellen werde.

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Dienstag, 14. August 2007

LaTeX mit maximaler Seitenausnutzung und minimalen Seitenrändern

Heute habe ich eine meiner Web-Applikationen auf der Arbeit um die nützliche Funktion erweitert, PDF-Dateien auszugeben. Der Inhalt ist eine Tabelle (longtable, wer LaTeX-kundig ist), die im Querformat ausgegeben werden soll. Mit den Standardeinstellungen der Dokumentenklasse report konnte sich die Tabelle überhaupt nicht entfalten, weshalb ich mich auf der Suche nach Einstellungen machte, die den auf einer Seite zur Verfügung stehenden Platz maximieren:

\documentclass[10pt,a4paper,landscape]{report}

\setlength\topmargin{0cm}
\setlength\headheight{0cm}
\setlength\headsep{0cm}
\setlength\textheight{160mm}
\setlength\textwidth{245mm}
\setlength\oddsidemargin{0cm}
\setlength\evensidemargin{0cm}

\begin{document}
\end{document}

\textheight{} und \textwidth{} waren dabei die massgeblichen Befehle, auch wenn die anderen \setlengths ihren Teil zum Endprodukt beitragen.

Fazit: Anstelle von 16 habe ich das PDF auf 11 Seiten heruntergerechnet.

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Dienstag, 14. August 2007

Gymnasium Bern-Kirchenfeld 1999


Gymerfilme V
Originally uploaded by emeidi

Als die Schüler noch brav in der Schulstube sassen, keine Handies auf sich herumtrugen, im WG anstelle Prüfungen zu schreiben Filme produzierten (und so wohl die Matur bestanden) – aber schon zu Zeiten, als man sich als Tertianer mit einer Zigarette zeigen konnte. Und noch zu Zeiten, wo man nicht normale Desktop-Rechner mit iMovie zum Schneiden der Filme beizog, sondern enorm teure Hardware, die in der Gymerbibliothek eingelagert wurde. Zu Zeiten, wo sich Lehrer auch noch ungeniert auf Zelluloid bannen lassen konnten, ohne zu befürchten, innert Minuten auf YouTube in entwürdigen Posen der Lächerlichkeit Preis gegeben zu werden.

Erstaunlich: Ich erinnere mich an das Schulhaus, aber kaum an die Lehrer – doch als wäre es erst gestern gewesen an all die enorm hübschen Mädchen aus Lit- und Wirtschaftsgymnasium, die für einen Realgymnasiasten wie mich während all der Jahre unerreichbar fern bleiben sollten:

Gymerfilme

Der Clou am Ganzen: Der Macher der Filme hat es mittlerweile nach Hollywood geschafft. Sein Name flimmert hie und da in einem Abspann eines Blockbusters über die Kinoleinwand. Nächste Erwähnung: The Incredible Hulk, der derzeit in Toronto gefilmt wird.

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Dienstag, 14. August 2007

Alles wird gut

Oder doch etwa nicht? In einem Artikel über das us-amerikanische Spekulations-Kartenhaus lese ich einen köstlichen Vergleich:

Still, even though the subprime contagion has spread to all loan categories, the glut of homes continues to increase, and the mortgage industry is flatlining on the emergency room floor; there is room for optimism. Consider the comforting comments of Secretary of Treasury Henry Paulson: „I don’t think it [the subprime mess] poses any threat to the overall economy. . . . .In an economy as diverse and healthy as this, losses may occur in a number of institutions, but that overall this is contained and we have a healthy economy.“

“Contained?” This is “contained?”

Newsweek’s Daniel Gross had this reaction to Paulson’s remarks: “If the containment policy of the Cold War worked as well as this subprime-mess containment policy, we’d all be speaking Russian and living on collective farms.”

Quelle: The Grim Reaper pays a visit to Wall Street

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Dienstag, 14. August 2007

Klimaschwindel: Kein CO2, sondern Sommerzeit!

Nachfolgend ein Leserbrief, der in einer us-amerikanischen Gazette erschien:

Daylight exacerbates warning

You may have noticed that March of this year was particularly hot. As a matter of fact, I understand that it was the hottest March since the beginning of the last century. All of the trees were fully leafed out and legions of bugs and snakes were crawling around during a time in Arkansas when, on a normal year, we might see a snowflake or two. This should come as no surprise to any reasonable person. As you know, Daylight Saving Time started almost a month early this year. You would think that members of Congress would have considered the warming effect that an extra hour of daylight would have on our climate. Or did they ? Perhaps this is another plot by a liberal Congress to make us believe that global warming is a real threat. Perhaps next time there should be serious studies performed before Congress passes laws with such far-reaching effects.
CONNIE M. MESKIMEN / Hot Springs

Quelle: NWAnews.com :: Northwest Arkansas‘ News Source:

Dank: Belina

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Montag, 13. August 2007

Als Besucher zum Partyguide-Gerichtstermin

Kommenden Mittwoch, 15. August 2007, werde ich im Amtshaus in Bern im Strafverfahren Partyguide v. think eMeidi (resp. Fellmann v. Aeby) einvernommen. Um 15.30 Uhr geht es los.

Die Einvernahme (mit „evtl. anschliessender Hauptverhandlung“) ist öffentlich. Wer als Schaulustiger daran teilnehmen möchte, kündet sein Erscheinen am Besten telefonisch beim Gericht an:

Gerichtskreis VIII Bern-Laupen
Hodlerstrasse 7
3011 Bern

Tel. 031 634 33 34

Achtung: Sollte es zu einem Vergleich kommen, müssen die nicht in das Verfahren involvierten Personen den Raum verlassen. Gemäss einem ortskundigen Kollegen gibt es eine „vorzügliche“ Caféteria im Gebäude.

Obligatorische Atriiichete

Vor dem Termin werden ich und Personen aus dem engeren Kollegenkreis an einem ungenannt bleibenden Ort auf einem nicht näher lokalisierten Balkon noch eine Atriiichete durchführen, um danach gemeinsam gegen das Amthaus zu verschieben. Auf jeden Fall werde ich stilgerecht im Blazer erscheinen – aber ohne Krawatte.

Rückblickend wäre es wohl intelligenter gewesen, die Atriiichete nach der Verhandlung durchzuführen – je nachdem müssten einfach die Vorzeichen gedreht werden.

Bedingungslose Gefolgschaft meiner Entourage?

Einige meiner engeren Kollegen werden zugegen sein, wobei ich über deren Motiv nicht ganz sicher bin: Geht es wirklich um Unterstützung, oder wollen sie den arroganten Spätpubertierenden mit der spitzen Feder endlich einmal auf die Schnauze fliegen sehen? Vertrauen kann ich dagegen auf meinen „Rechtsbeistand“ (Und ja, werte Agentin, mittlerweile bin ich ein wenig nervös!).

Man munkelt, dass Supporter auch bereits Plakate gemalt wurden mit dem Slogan „Free Özel!“ und „Du Siech wirsch so öppis vo iglochet!“.

Kläger in Übersee

Bereits jetzt ist aber sicher, dass der Kläger nicht an der Verhandlung teilnehmen wird. Ich erwarte, dass er durch seinen Anwalt vertreten sein wird. Schade, ich hätte dem Mann hinter Partyguide gerne vor der Verhandlung kollegial die Hand geschüttelt.

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Sonntag, 12. August 2007

Peak Oil-Schockwelle: Innert drei Tagen

Expect food shortages in our just-in-time system within three days. What then? Obviously we cannot plant seeds and wait for mature plants. If we redirect fuel to critical needs, then all other needs suffer. Put a finger in the dyke and another leak springs up.

Quelle:

Kürzlich habe ich mit einem ehemaligen Schulkollegen gesprochen, der für die Verteilzentrale von Coop in Bern-Brünnen als Techniker arbeitet. Jede Nacht werden dort hunderte von tausenden Brote gebacken, die in den frühen Morgenstunden von LKWs in alle Filialen der Region gebracht werden.

Autobahnanschluss

Die unmittelbare Nähe zum Autobahnanschluss ist kein Zufall – die Verteilzentrale wurde bewusst an dieser Stelle errichtet, damit der Warenverkehr über Schnellstrassen abgewickelt werden kann. Darunter fällt nicht nur die Auslieferung von Backwaren, sondern auch die Anlieferung der Rohstoffe wie Mehl und Zucker.

Schiene

Wer genau hinschaut und in das Satellitenbild hineinzoomt, wird zudem Eisenbahnschienen entdecken. Diese scheinen in das Gebäude hineinzulaufen. Ich wundere mich, wie hoch der Anteil der Lieferung per Schiene ist. Reine Vermutung: Die Anlieferung der Rohstoffe könnte mehrheitlich per Güterwagons erfolgen, die Auslieferung der Brot-Laibe hingegen per LKW. Ich glaube nämlich nicht, dass die Brote per Eisenbahn rechtzeitig frisch duftend in den Filialen eintreffen würden.

Diese Zentralisierung der Produktion hat in Zeiten von billigem Erdöl durchaus Sinn gemacht, könnte sich aber bei einer starken Preissteigerung rasch als „Bottleneck“ herausstellen. Wenn das Brot bei einer grossen Ölknappheit überhaupt noch in den Läden ankommt, wird es erheblich teuer sein als heute.

Ob die Schockwelle hierzulande innert drei Tagen spürbar wird, kann ich nicht sagen. Der Kommentator scheint einen us-amerikanischen Hintergrund zu haben – und ich weiss nicht, ob dort Verteilzentren neben Trucks auch per Schiene an den Rohstoffverkehr angebunden sind.

Nun, vielleicht sollten wir wieder lernen, zu Hause Brote zu backen, die 14 Tage lang haltbar sind

Frappante Transportkosten

Der Transport einer Konservendose von China nach Hamburg kostet heute etwa 15 Rappen. Der Seetransport ist so billig, dass der Weg von Honkgong bis Hamburg günstiger ist als der anschliessende Transport auf dem Landweg von Hamburg in die Schweiz.

Quelle: Der Bund, „Der Boom auf den Weltmeeren“, 21. August 2007, S. 2.

Nachtrag

Seit zwei Tagen streiken in Italien die Lastwagenfahrer. Bereits werden an den Tankstellen der Treibstoff und in den Läden Früchte und Gemüse knapp.

Nach nur zwei Tagen Streik herrschte in Rom und in anderen italienischen Städten bereits der Ausnahmezustand: An den Tankstellen bildeten sich lange Schlangen, weil Hunderttausende von Autofahrern noch schnell volltanken wollten. Viele standen vergeblich an: Eine Zapfsäule um die andere schloss, weil die Reserven aufgebraucht waren. In Rom war es bereits am frühen Nachmittag kaum noch möglich, Benzin zu erhalten.

In den Läden und Supermärkten leerten sich die Regale, weil die Warenanlieferung ausblieb. Gemüse und Früchte gab es gestern kaum noch, Milch- und Fleischprodukte dürften heute ausgehen. In vielen Supermärkten kam es zu Hamsterkäufen. Der sizilianische Bauernverband hat bereits den Einsatz der Armee gefordert, weil auch die Häfen von den Lastwagen blockiert werden und tonnenweise Mandarinen und Orangen nicht aufs Festland geliefert werden können und zu verfaulen drohen. Erste Fabriken standen still, weil die Materialzulieferung ausfiel. […]

In Italien erfolgen rund 85 Prozent der Gütertransporte auf der Strasse, das Land ist deshalb bei Arbeitsniederlegungen der Lastwagenbranche besonders verletzlich.

Quelle: Der Bund, „In Italien droht das totale Chaos“, 12. Dezember 2007, S. 5.

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Samstag, 11. August 2007

Feiern bis der Syndic kommt

Gestern startete ich das Wochenende zusammen mit Chlodwig in dem von mir heissgeliebten Restaurationsbetrieb hier in Neuenegg: Dem Sternen. Vor Ort stiess ich einerseits auf Angehörige des weiblichen Geschlechts, die mit Mineralwasser ihren Frauenabend zelebrierten und die Lokalität leider viel zu früh verliessen; als auch auf meinen Bruder und einen seiner Kollegen, die uns bezüglich der konsumierten Alkoholmenge bereits einiges im Voraus waren.

Das restliche Publikum war gemischt – einerseits diejenige Fraktion an älteren Leuten nichtgenannten Geschlechts, die sich vor den in den eigenen vier Wänden wütenden Naturgewalten zu einem Bier und ihren Leidensgenossen gesellten, einige Ü30-Päärlis (die Damen mit rot getönten Haaren und keltischen Accessoires) und (im gestrigen Fall) eine Horder Jugendlicher, denen man die Minderjährigkeit förmlich ansah.

Dealer

Da das Lenz & Stähelin-Fäbi bereits das weite gesucht hat, müssen wir Laien der Juristerei auf Anfrage einer Bedienung untereinander ausdiskutieren, ob man einem 16-jährigen zwei Bier verkaufen darf, obwohl man sich fast sicher ist, dass dieser das zweite Bier an seinen minderjährigen Kollegen weiterverhökert.

Während die anderen von einem Verbot oder einer Grauzone sprachen, legte ich das Gesetz strikt aus und sah einzig diejenige Person in der Pflicht, die dem minderjährigen den Alkohol direkt weitergibt. Im Laufe des Abends kamen mir dann aber doch Zweifel an meiner Auslegung: Könnte nicht eine Art „Mitgehilfenschaft“ des Bar-Betreibers vorliegen? Ich bin mir sicher, dass mein Stab an Juristen diese Frage in Bälde klären kann.

Musikantenstadl

Der DJ rekrutierte sich aus der letztgenannten Gruppe. Der Mann an den Plattentellern berieselte uns den ganzen Abend lang erstens in einer ohrenbetäubenden Lautstärke (O-Ton Mario: „Giele, das hie isch es Restaurant, da möchtme mitenang rede – weme wott tanze geit me is Outside!“), zweitens mit Musik, die in Abu Ghraib wohl zum Foltern der Gefangenen benutzt wird. Da der Disc Jockey seinem Namen überhaupt keine Ehre machte und auf eine gigantische MP3-Sammlung zurückgriff, konnte mein Stossgebet von dem Lenker im All nicht erhört werden: „Zum Glück isch die CD gli ferti“ – denkste!

Der DJ reagierte auf unsere Bitten, den Musikstil doch auf ein ertragbares Niveau zu heben, mit den Worten: „D’Neuenegger Dorfjugend wott das so!“. Henusode …

Wie mein Bruder treffend sagte: Würden diese pubertierenden Kinder gegen ihren Willen in ein Lokal gesperrt und mit dieser Musik zugedröhnt, würden sie innert Minuten reisaus nehmen. Wenn Sie die Musik aber selber wählen dürfen, spielen sie lustigerweise genau den Sound, den sie eigentlich verabscheuen.

Feuchtfröhliches Ambiente

Fast Forward: Vier Bier später ist die Szenerie immer noch ähnlich, der Alkohol sorgt aber bei allen Beteiligten zu gewissen Verhaltensänderungen. Da zieht eine Polonaise an uns vorbei, von der die Alterssumme der Beteiligten knapp 16 Jahre erreicht. Da flirten die älteren Semester mit den jüngeren (ob erfolgreich, sei dahingestellt), da tanzt, so scheint es, die Bedienung schon selbst fast auf den Tresen. Und wir mittendrin.

Ordnungspolitik

Und da öffnet sich die Türe des Lokals … aus der Dunkelheit der Nacht (nur ein effekthascherischer Schneesturm fehlt) betritt eine Gestalt den Ort des Geschehens. Die Anwesenden drehen sich zur Türe um und einige unter uns erstarren: Der Syndic!

Nun geht es Schlag auf Schlag: Zuerst muss der DJ (gelobet sei der Herr!) die Musik leiser drehen, dann die Fenster geschlossen werden. Die beiden für den Betrieb verantwortlichen Damen werden vor das Lokal zitiert und gemassregelt. Als sie zurückkehren sind sie leicht deprimiert, was für uns positive ökonomische Konsequenzen haben wird.

Hintergründe

Wie uns eine der Angestellten im Nachgang erzählt, stecke sie in einem Dilemma: Die Chefs des Lokals würden wütend, wenn die Musik zu leise sei – die Anwohner werden wütend, wenn das Gedudel zu laut sei.

Wird die Polizei wegen der Ruhestörung alarmiert, kommt in unserer Gemeinde aber nicht etwa die Polizei – sondern der Syndic. Meines Wissens müsste die Gemeinde jährlich einen Beitrag in sechsstelliger Höhe an die Kantonspolizei Bern abdrücken, damit diese höchstpersönlich aufkreuzt. Deshalb sollte man sich in Neuenegg nicht etwa vor Streifenwagen der Rennleitung, sondern von Angehörigen des Gemeinderats in Acht nehmen, die zu nächtlicher Stunde für Ruhe und Ordnung sorgen (müssen). Das Einsatzgebiet ist das ganze Gemeindegebiet, die Fälle reichen von Räsenmähen am Mittag bis zu häuslicher Gewalt.

Ich persönlich würde das „Polizei-Abo“ lösen, wenn auch widerwillig, um eine ruhige Nacht zu haben.

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Samstag, 11. August 2007

Spam erfindet Typographie neu

Folgendes Mail ist gerade bei mir eingetroffen:

<H>[u](g)<e> <N>{e}{w}[s] To Impa+ct <C>{Y}(T)[V]

Ch`ina YouT.V <C><o>{r}{p}(.)

Symbol_: (C){Y}(T)<V>

We {h}<a><v>{e} alrea^dy [s]<e><e><n> CYT^V’s m,arket i`mpact b-efore cli-mbin_g to {o}(v)[e]<r> $2.+00 {w}<i>{t}<h> [n](e){w}(s)(.) Pres`s Rele,ase: C-hina You.TV’s Cn_Boo (W)(e){b} (S)[i]{t}(e) Rank^s <N><o><.>[1] on Mic+r-osoft {L}{i}{v}(e) Sear_ch E.ngine CnBo*o Traf+fic Incr.#eases [4]{9}(%) [O](v)(e){r} (T)[w]{o} M,onths

{R}(e){a}(d) (t)(h)(e) news^, t.hink ab.out <t>(h)(e) impac_t, and

<j>{u}(m){p} on {t}<h>(i)(s) firs^t t#hing Tomorr*_ow mor.nin_g! $0-.42 is a {g}<i>(f){t} at {t}[h]<i>(s) price….__.

Do (y)<o>[u]<r> homew^.ork [a](n)(d) watc-h [t][h][i][s] t-rade Monda^y mornin`g.

Warum das?

Spammer werden immer kreativer, wenn es darum geht, textbasierte Spam-Filter zu überwinden. Entweder verunstaltet man den Text wie in diesem Fall bis zur Unkenntlichkeit – oder aber weicht auf Bilder- oder PDF-Spam aus, der aus meiner Sicht deutlich effektiver sein sollte.

Da bleibt zum Schluss nur noch eine Frage:

Wer liest das?

Ausser mir wohl hoffentlich niemand. Ob die Aktie dank diesem Stock Spam wirklich abhebt, weil die angeschriebenen von dem todsicheren Tipp Reinfall profitieren wollen, ist höchst fraglich. Stock Spam macht – wenn überhaupt – nur einen reich: Den Absender, der sich vor dem Versand mit genügend Junk-Aktien eingedeckt hat. Mehr dazu unter Stock Spam FAQ.

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