Donnerstag, 29. Oktober 2020

MagSafers sollten das neue Apple Ladegerät zukaufen

Matt Birchler captures the incongruity of Apple’s pitch that they don’t need to include chargers in the iPhone box anymore because everyone has so many chargers already, but their new MagSafe charging only works at full capability with the new 20W adapter that no one already has.

Quelle: ‘A GUY WALKS INTO AN APPLE STORE’

(oder schreibt man das im Plural als „MagSavers“?)

Tags: ,
Labels: Apple

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Dienstag, 27. Oktober 2020

Corona: Übungsabbruch

Die aktuelle Lage in der Schweiz kommt mir irgendwie fürchterlich bekannt vor — alle Leute, die bereits etwas länger mit Computern hantieren, erinnern sich garantiert an folgende Geschichte, die sich so, oder sehr ähnlich, in praktisch jedem Haushalt zugetragen hat (Analogie? Metapher?):

Man besitzt eine 40GB Festplatte, die nur noch einige Gigabytes an freiem Festplattenplatz bietet. Ein, zwei Jahre zuvor, als man die Platte im Laden abholte, konnte man sich nicht ausdenken, sie je zu füllen.

Doch nun läuft sie fast über. Man lädt sich Tools aus dem Internet herunter, welche einem anzeigen, welche Ordner und Dateien am meisten Festplattenplatz beanspruchen. Ein, zwei Gigabytes an altem, unnützen Schrott hat man damit rasch gelöscht. Die Warnmeldungen verschwinden danach und man benutzt den Computer beruhigt wieder für die ursprünglichen Aufgaben.

Doch dann das: Einige Wochen später wieder dasselbe Problem. Man beginnt immer mehr, am Festplatteninhalt rumzuwursteln, steigert sich zunehmend in etwas hinein, verliert den Wald vor lauter Bäumen aus den Augen und verplämpert Stunden mit Aufräumaktionen — plötzlich sind einige wenige Megabytes an Platzgewinn das Tagesereignis schlechthin. Doch anteilsmässig kommen diese Platzreduktionen „too little, too late“, wie US-Amerikaner sagen.

Vielleicht beginnt man sogar, sich nach der „Esoterik“ im IT-Sektor umzuschauen: Doublespace (das spätere DriveSpace) (oder: wer kennt noch Stacker?). Wieso nicht einfach die Festplatte komprimieren? Die CPU-Zeit zum Dekomprimieren kann man sich leisten, rödelt die CPU doch die meiste Zeit ohne Auslastung herum. Leider funktionieren solche Techniken nur mit Textdateien und anderen effizient komprimierbaren Dateiformaten. Bei JPEG, MPEG und MP3 helfen auch solche Tools nichts mehr, und die werden zu dem Zeitpunkt bereits immer populärer.

Diese Endlosschleife wiederholt sich nun in immer kürzer werdenden Intervallen. Bis es einem schlicht zu blöd wird. Man überprüft den Kontostand, sichert sich bei der Partnerin die Finanzierung, und dann geht man zu Prompt Computer Surdyka & Co. an die Neuengasse in Bern. Und ersteht sich eine 80GB Festplatte. Ruckzuck ist diese installiert und die Daten von der alten auf die neue Platte geklont — und es strahlen einem 40GB freien Festplattenplatz entgegen. Die Platte, die hält, was sie verspricht. Vorerst. Bis sich das Rad ungefähr zwei Jahre später wieder genau gleich zu drehen beginnt.

Und nun der Übergang zur aktuelle Corona-Lage: Übungsabbruch. Ich kann sowohl das schon fast esoterisch anmutende Rumgewurstle und die Kakophonie nicht mehr ertragen. Behörden, Politik und (Mainstream-)Medien haben mein Vertrauen verspielt. Anstelle zuzugeben, dass sie weder eine Ahnung noch ein Rezept haben, der „Pandemie“ wirksam zu begegnen, werden in immer kürzeren Abständen immer hirnrissigere Massnahmen ausprobiert und dem Volk suggeriert, dass man die Situation bald im Griff habe.

Leute, die in die Taskforce eingebunden sind, führen ein Doppelleben auf Twitter — fast so wie ein Bundesrat, der in einer Sache den Beschluss des Gremiums zu vertreten hat, aber eigentlich dagegen gestimmt hat. Und dann seine Meinung überall und jedem erzählt, ob die Person es nun überhaupt hören will oder nicht.

Aus meiner Sicht sieht die Flucht nach vorne folgendermassen aus: Der Bundesrat beruft eine Pressekonferenz ein. Simonetta Sommaruga steht aufrecht und ehrlich vor die Medien und gesteht, dass man diesen Virus nicht in den Griff bekommt. Sie und Alain Berset blicken ernst in die Kamera und bereiten das Schweizer Volch auf das vor, was kommen wird: Viele weitere hundert, vermutlich sogar tausende Tote unter den ältesten, vulnerablen Bewohnern der Schweiz (plus ein paar Unglückliche mit jüngeren Jahrgängen, die zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort waren — oder von Vorerkrankungen geschwächt sind). Vielleicht übertreiben die beiden hier sogar ein wenig mit den apokalyptischen Prophezeiungen — doch lieber so, als umgekehrt: Stellt sich der Virus im Nachhinein als doch nicht so wild heraus, kann man wenigstens dann mit erfreulichen Nachrichten vor die Bevölkerung stehen und sich feiern lassen, dass nicht so viele gestorben sind, wie befürchtet.

Berset übernimmt die Verantwortung über das Debakel im BAG im spezifischen — einem Amt unter seiner Aufsicht, welches 2020 ein Budget von 168 Millionen verschlingt — und das offenbar äusserst marode Gesundheitssystem der Schweiz im Generellen (wofür ebenfalls des Departements des Innern zuständig ist). Eines der teuersten der Welt, aber offenbar nur (noch?) fähig, kleine, nicht lebensbedrohende Boboli zu behandeln. Dessen Personal- und Infrastruktur offenbar nur derart knapp dimensioniert ist, dass im Kanton Schwyz 10-20 spitalfällige Corona-Infizierte reichen, um die Spitalchefin einen Hilferuf in den Medien zu lancieren. Zu einer anderen Zeit, mit anderem Personal hätte man vielleicht statt YouTube-Videos zu filmen lieber Wege gefunden, um dem Ansturm begegnen zu können (bspw. dem Chef eines befreundeten Spitals anrufen, und freundlich um Verlegungskapazitäten anfragen).

Berset gibt seinen sofortigen Rücktritt bekannt, denn er, der das als Vorsteher des EDI alles toleriert hat, kann schlicht nicht die Lösung des Problems sein. Er ist stattdessen Teil des Problems.

Der Befreiungsschlag hilft. Die verbleibenden Bundesräte künden nach Beratung mit den staatstragenden Parteien und Interessenverbänden einen Marshallplan für das Schweizer Gesundheitswesen an: Die nächste Pandemie kommt bestimmt, und das nächste Mal wird sie keinem etwas stärkeren Grippejahr ähneln, sondern eher der Pest im Mittelalter. Darauf bereitet man sich nun vor: Man benötigt rasch aktivierbare Intensivplätze, aber gleichzeitig auch ausreichend Personal, um die Kranken zu pflegen. Beginnt man mit der Ausbildung jetzt, könnte man es knapp bis zur nächsten Pandemie hinkriegen. Statt die Swiss mit einer zweiten Kreditlinie zu retten und teure Kampfflugzeuge anzuschaffen, erhöht man die Löhne der Krankenpfleger durchs Band.

Was er auch immer tut: Der Bundesrat tritt immer mit der klaren Ansage auf, dass es auch bei der nächsten Pandemie viele Tote geben wird. Denn der moderne Bundesstaat hat es auch nach 172 Jahren nicht geschafft, jedem von uns das ewige Leben zu garantieren.

Schlussendlich gibt es natürlich auch noch eine PUK, die sowohl im BAG keinen Stein auf dem auf dem anderen lässt (Empfehlung: vollständige Auflösung des Bundesamtes, kompletter Neustart mit frischem Blut — aber Achtung vor der Pharmaindustrie und deren Lobbyisten, die stehen dannzumal längst in den Startlöchern) als auch das fragwürdige Verhalten einzelner Mitglieder der Taskforce sowie ehemaliger BAG-Mitarbeiter transparent macht.

Tags: , , , , , , ,
Labels: Gesundheit, Schweiz

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Sonntag, 25. Oktober 2020

Ich liebe meine Uniqlo AIRism Community Face Mask!

Nützt höchstwahrscheinlich nichts (was wir lange vermutet haben wird vom Kassensturz-Test nachgewiesen), aber schaut in der Farbe schwarz immerhin super scharf aus!

Tags: , , , , , , , , ,
Labels: Gesundheit

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Sonntag, 25. Oktober 2020

Helm, eh, … Maske auf!

(Das Photo wurde im September 2020 von meiner Frau in Nürnberg geschossen, als ich mir nach dem Abendessen im Bratwursthäusle bei Tafelzier noch ein Dessert gönnen wollte)

… aber wenn ich mit Maske UND dem Velohelm auf dem Kopf in den Globus Lebensmittel in Bern gehe, schauen mich alle komisch an! Dabei kann sowohl eine Corona-Infektion als auch auf-den-Kopf-fallen zum Tode führen. Die Wahrscheinlichkeit ist vermutlich in beiden Fällen verschwindend klein. Aber auch ich freunde mich langsam mit dem Null-Risiko-Ansatz an.

Spass beiseite: Ich weiss, ich weiss: Ich trage die Maske, um die vulnerablen Mitmenschen vor potentiellen Corona-Aussonderungen zu schützen.

Tags: , , , , , ,
Labels: Gesundheit

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Samstag, 24. Oktober 2020

Von der richtigen und guten Wissenschaft

Ihre Meinung: „Wissenschaftler sind ja nicht automatisch Stimmen der Vernunft.“

Meine Meinung: Bingo! Das haben die letzten acht Monate beispielhaft gezeigt. Skeptisch sollte man insbesondere gegenüber denjenigen Exponenten sein, die mit YouTube-Clicks ihr Einkommen bestreiten. Oder denjenigen, die endlich ihren Lebensinhalt mit rumtwittern gefunden haben.

Und jetzt DER HAMMER (zwingend zuerst maiLab schauen):

Tags: , , , ,
Labels: Uncategorized

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Dienstag, 20. Oktober 2020

Credit Suisse: Kartensperre in der App gratis, am Telefon 55 Franken

Schreckensstunden vor zwei Wochen: Am Donnerstag-Abend bemerkte ich nach dem Tanken, dass mir mein Portemonnaie fehlte.

Wenige Minuten vorher hatten wir eine IKEA-Filiale verlassen. Den Einkauf dort hatte ich mit einer Debit-Karte aus dem Portemonnaie bezahlt — zu dem Zeitpunkt hatte ich es also noch. Ich erinnerte mich auch, dass ich das Portemonnaie beim Einladen der Ware in das Auto garantiert noch auf mir trug.

Aber im mit Gepäck und Waren vollgestopften Auto fand sich nichts. Hatte ich den Geldbeutel vielleicht aus lauter Dummheit auf das Autodach gelegt, und war dann mit dem blinden Passagier weggefahren?

Wir durchsuchten das Auto, fuhren in den IKEA zurück, schauten uns bei unserem Parkplatz um, fragten die Rangeure der Einkaufswagen und fuhren das Parkhaus auf unserer Route ab. Schlussendlich hinterliess ich beim Kundendienst eine Verlustmeldung. Da es bereits am Eindunkeln war und wir bei Bekannten zum Besuch erwartet wurden, gab ich die Suche auf.

Bei den Bekannten nutzte ich eine ruhige Minute, um die Sperrhotline anzurufen und die Karten sperren zu lassen. Der Mitarbeiter war nett und verständnisvoll. Er empfahl, die zwei im Portemonnaie befindlichen Debit-Karten zuerst einmal zu sperren und vorerst noch keinen Ersatz zu bestellen. Er wies mich aber darauf hin, dass die Kartensperrung bereits jetzt 55 Franken kosten würde — auch wenn die Karten am nächsten Tag wieder auftauchen würden. Wohl oder übel willigte ich ein.

Das Portemonnaie fand sich am nächsten Morgen dann tatsächlich wieder — es lag bei den Fussablagen der Rücksitze kaum sichtbar unter einem Wägeli. Wie es darunter gelangt ist bleibt mir bis heute ein Rätsel.

Ich rief die Kartensperr-Hotline erneut an (da es Freitag und zu Bürozeiten war gehe ich davon aus, dass eine andere Abteilung den Anruf entgegennahm). Die Mitarbeiterin am Telefon fragte mich, ob ich die Credit Suisse Banking App verwenden würde, was ich bejahte. Sie wies mich an, die Banking App auf meinem iPhone zu öffnen und dort unter Karten die Sperrung der zwei Karten je mit einem Wisch aufzuheben.

Fantastisch! Endlich schliesst die behäbige Bank zu Fintechs wie Revolut auf, welche genau das seit jeher in ihrer App anbieten.

Die Überraschung kam nun diese Woche: Mir wurde für die Sperrung von zwei Karten je 55 CHF verrechnet. Ich war mir fast sicher, dass mir das der Hotline-Mitarbeiter so nicht explizit gesagt hatte (ich ging davon aus, dass es sich um einen Vorfall mit mehreren Karten handelt, und die Gebühr deshalb nur einmal verrechnet wird).

Heute nach meiner Intervention dann die freudige Nachricht: Credit Suisse erlässt mir aus Kulanz eine der zwei Sperrgebühren.

Am Telefon mit Credit Suisse frage ich vor Abschluss des Gesprächs aus Neugier, ob die Sperrung der Karte über die App eigentlich auch 55 Franken kostet. Und jetzt kommt der eigentliche Hammer: Nein!

Wieso hat mich der Hotline-Mitarbeiter an dem Abend nicht sofort nach Annahme des Anrufs darauf hingewiesen, dass ich die Karten über die App ohne Kostenfolgen selber sperren und entsperren kann? Ein Schelm, wer Böses denkt …

Ich bat die Mitarbeiterin, doch das Hotline-Personal besser zu schulen und die Kunden explizit auf diese Möglichkeit hinzuweisen. Grosse Hoffnung auf Änderungen hege ich nicht.

Tags: , , , , , , , , ,
Labels: Schweiz

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Montag, 19. Oktober 2020

BREAKING: Web-Site zeigt Auslastung der Schweizer Intensivstationen

Endlich! Während die seit acht Monaten auf Corona-Schreckensmeldungen konditionierte Öffentlichkeit täglich nach der Zahl der positiv Getesteten lechzt, wünschen sich Leute mit etwas mehr Verstand eine Übersicht der Auslastungszahlen der Intensivstationen des Landes.

Und die gibt es seit langem, nur wusste ich das nicht. Dank geht an einen Bekannten, der mir den Link freundlicherweise zugesendet hat:

icumonitoring.ch

(Nachfolgend Screenshots mit Stand 23. Oktober 2020, d.h. Prognose?)

Deutsches Äquivalent: DIVI-Intensivregister

Nachtrag

Eine Kollegin hat mich darauf hingewiesen, dass die Bettenkapazitäten (noch?) nicht das Hauptproblem sind. Das grössere Problem sei, dass qualifiziertes IPS-Pflegepersonal fehlt. Denn Patienten müssen ja nicht nur in einem Bett liegen, sondern auch von jemandem betreut werden.

Da scheint sich nun zu rächen, dass in der Schweiz offenbar seit Jahren zu wenig Personal ausgebildet wird, und das existierende Personal vermutlich deshalb auch regelmässig verheizt wird. Und sich diese Knappheit vermutlich auch nicht im Salär widerspiegelt.

Tags: , , , , , , , , ,
Labels: Gesundheit, Schweiz

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Montag, 19. Oktober 2020

Die Schweiz auf dem Weg nach Coronistan

Sehr, sehr viele Schweizer haben ihr Ticket schon gebucht, sich bereits eingecheckt und sitzen auf ihrem Sitzplatz. Für sie geht es nun mit Maske und unter der Führung der Schutzheiligen Saint Berset und Santa Sommaruga in die Utopie einer Null-Risiko-Gesellschaft.

Ich weigere mich, mit auf diese Reise zu gehen, und höre und lese lieber, was die letzten Mohikaner uns sagen möchten (Quintessenz: „Sapere aude“):

Daniele Ganser, SIPER

Ferner:

Patrick Feuz, Der Bund

Zweiter Lockdown ist keine Option Der Kampf gegen das Virus bleibt mühsam. Doch es bringt nichts, bei jedem Anstieg der Infektionsrate den Kopf zu verlieren.

Georg Häsler Sansano, NZZ

Jetzt nur nicht die Nerven verlieren! Früher als erwartet hat die zweite Corona-Welle auch die Schweiz erfasst. Behörden und Bevölkerung müssen jetzt dem inneren freiheitlichen Kompass vertrauen. Die ausserordentliche Lage braucht es nicht mehr.

Rafael Lutz, Infosperber

Ein genbasierter Impfstoff soll’s richten Der Bund vertraut im Kampf gegen das Coronavirus auf einen mRNA-Impfstoff der Firma Moderna – er geht ein ziemliches Risiko ein.

Tags: , , , , , , , , , , , , ,
Labels: Gesundheit

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Samstag, 17. Oktober 2020

Binswanger fordert uns zu uneingeschränktem Wissenschaftsgehorsam auf

“Wir verfügen über hervorragende Wissenschafts­einrichtungen und über Forscherinnen, die zwar ganz bestimmt nicht allwissend sind, die aber ihre Erkenntnisse immer umsichtig und verant­wortungsvoll in die Debatte getragen haben. Warum werden sie nicht gehört?”

Quelle: Schluss mit dem Corona-Nonsens!

Aha. Meines Wissens sind „die“ Wissenschaftler seit Anfang 2020 auf Dauersendung, und tragen ihre Erkenntnisse „immer umsichtig und verantwortungsvoll“ in die Welt hinaus. Einige Beispiele?

Quelle: Forscher ist vorsichtig optimistisch

Lockdown eine Woche später hätte über 6000 Opfer mehr gefordert

Laut einer Modellrechnung der Uni Bern wären rund 1600 Leben gerettet worden, hätte der Bundesrat die Schweiz sieben Tage früher stillgelegt. Eine Woche später und die Spitäler wären überlastet gewesen. […] Christian Althaus, Epidemiologe der Universität Bern, ist dieser Frage nachgegangen.

Quelle: Berner Studie zu Corona-Massnahmen

Etwas anders sieht es ein emeritierter Professor, bei welchem ich seinerzeit (in grauer Vorzeit) die Einführungsvorlesung Politikwissenschaften besucht habe:

“Und so kamen Wissenschaftler mit anderen Fachbeurteilungen – vor allem auch kritische Volkswirtschafterinnen oder Juristen – gegenüber den meinungsführenden Virologen und Epidemiologen nicht zum Zug: Diese dominierten die Problemdefinition der Pandemie nicht nur zu Beginn des Prozesses, sondern auch während des gesamten Krisenmanagements. Das gab einer ebenso alten wie falschen Idee neuen Auftrieb: Dass «die» Wissenschaft die eine, richtige, gar einzig richtige Antwort auf neue Fragen finde.”

Und an die Adresse der Binswangers in den Redaktionsstuben:

“Die einseitige Medien-Berichterstattung samt den Versuchen, Kritiker insgesamt als «Verschwörungstheoretiker» zu denunzieren, ist unverzeihlich. Sie verletzt die Medien-Grundsätze der Unabhängigkeit wie des «audiatur et altera pars».”

Quelle: Wissenschaftler sollen zu den Grenzen ihres Wissens stehen

Den Kommentaren nach zu urteilen wünschen sich die meisten Republik-Leser das von Binswanger herbeifabulierte Coronistan herbei.

Tags: , , , , , , , , , , , , ,
Labels: Gesundheit

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Mittwoch, 14. Oktober 2020

Hilferuf des Spitals Schwyz — nur leider ohne harte Zahlen

Nachtrag 2: icumonitoring.ch sagt mir, dass im ganzen Kanton Schwyz (mit 4 Spitälern) insgesamt 11 Intensivbetten und 4 Beatmungsgeräte stehen. Watson: „Das Spital [Schwyz] verfügt über drei Plätze mit Beatmungsmöglichkeit, davon ist einer mit einem Covid-Patienten belegt.“ (das sind somit die Intensivbetten). Worauf das Spital Schwyz in der Videobotschaft aber vermutlich aufmerksam machen wollte: „Das Spital Schwyz hat seine Isolationsstation auf maximal 25 Personen ausgelegt. […] Am Mittwoch [14. Oktober 2020] seien 18 Plätze besetzt gewesen.“ (Quelle). Isolationsstation ist meiner Lesart nach also nicht Intensivstation, sondern Normalbetten in einem abgeschlossenen Bereich, um die COVID-19-Kranken separat von den restlichen Patienten zu behandeln. So stecken diese (hoffentlich) keine anderen Patienten an.


Heute erreicht uns ein Video-Hilferuf des Spitals Schwyz:

Die Nachricht ist unter anderem beim Blick, 20min und SRF angekommen und wird brühwarm weitergeleitet.

Ich weiss nicht, was genau in Schwyz abgeht.

Aber was mir als zahlenbasierter Zeitgenosse extrem wichtig erscheint, wird weder im Video noch in irgendeinem der von mir konsultierten News-Artikeln erwähnt:

  • Wie viele Normal- und Intensivbetten hat das Spital?
  • Wie viele der Normal- und Intensivbetten sind belegt, wie viele sind noch frei? (absolut, und prozentual)
  • Wie hat sich die Auslastung der Normal- und Intensivbettenbelegung seit dem ersten Corona-Fall im Kanton im März 2020 entwickelt? Das könnte man sehr schön visualisieren.
  • Wie viele der Normal- und Intensivbetten sind mit SARS-CoV-19 erkrankten Personen belegt?
  • Wie alt sind die Corona-Patienten in den Normal- und Intensivbetten durchschnittlich/im Median? Die Altersverteilung könnte man auch sehr schön visualisieren.
  • Wie viele Patienten leiden an Vorerkrankungen, wie viele Patienten waren vor der Einlieferung kerngesund?

Für (fast) jeden anderen Kanton könnte man auf dem Corona-Dashboard des Bundes (Zeitung) nachschauen, um zumindest die Rahmenbedingungen in Erfahrung zu bringen. Im Abschnitt „Covid-19-Patienten aktuell in Spitalpflege“ wird tagesaktuell die Zahl der (a) hospitalisierten an Corona Erkrankten angegeben, und (b) die Zahl derjenigen davon, welche auf der Intensivstation betreut werden müssen. Leider haben es die Datenjournalisten immer noch nicht hingekriegt, die Gesamtzahl der Spital- und Intensivbetten pro Kanton auch anzugeben und so die belegten Betten in eine greifbare Relation zu setzen.

Wie es der Zufall (?) will, gehört ausgerechnet Schwyz zu den zwei Kantonen, welche keine Zahlen melden … somit stehe ich etwas fraglos vor diesem Hilferuf: Sprechen wir von fünf Intensivpatienten, 30, 50, 100, 500?

Nachtrag

Pimärquelle

Über wie viele Betten spezifisch das Spital Schwyz verfügt, schweigt sich die Homepage (ZAHLEN AUF EINEN BLICK) völlig aus. Immerhin weiss ich jetzt aber, dass die (unbekannte Zahl an) Betten 2019 zu 85.1 Prozent ausgelastet waren.

Ich als Laie hätte ich echt gedacht, dass die Zahl der Betten eine der wichtigsten Kenngrösse eines Spitals ist, die prominent ausgewiesen wird (analog zur Zimmerzahl bei einem Hotel). Offenbar lag ich falsch.

Sekundärquellen

Gemäss dieser von Rob Salzer unterhaltenen Web-Site mit aktuellsten Corona-Statistiken waren am Freitag, 16. Oktober 2020, im ganzen Kanton Schwyz insgesamt 22 Corona-Patienten hospitalisiert.

Gemäss dieser Quelle aus dem Jahr 2012 verfügt der Kanton Schwyz über vier Spitäler (Einsiedeln, Lachen, Schwyz, Aeskulalp Klinik) und wies 2008 einen „Bedarf“ von 223 Betten aus. Ich gehe davon aus, dass dies der tatsächlich verfügbaren Bettenzahl entspricht. Für 2020 prognostizierte man damals einen Bedarf zwischen 223 (Minimum) bis 255 (Maximum) (Tabelle 29 auf Seite 72).

Zur Verifizierung dieser Zahl: 1998 zählte der Kanton gemäss BfS-Statistik noch 343 Betten. Die obigen Zahlen bewegen sich in derselben Grössenordnung, könnten also hinkommen.

Vorbildlich: Deutschland

Für Deutschland gibt es dafür das DIVI Intesivregister (Dank an Thomas Oettli, siehe Kommentar unten).

Man stelle sich vor, Kantone, Bund und Medien könnten eine solche Transparenz herstellen …

Tags: , , ,
Labels: Gesundheit

1 Kommentar | neuen Kommentar verfassen