Am 25. August 1999, vor etwas mehr als 21 Jahren. Chapeau!
Montag, 2. November 2020
Throwback-Monday: Meine erste Amazon-Bestellung
Tags: 1999, Amazon, Bestellung, Throwback, USA
Labels: Funny, Geschichte, Shopping
Montag, 2. November 2020
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Montag, 2. November 2020
Alle Hobbystatistiker da draussen versuchen mit R zu prognostizieren, wie schnell sich unsere Spitäler füllen werden. Und am Stammtisch starren sie die Covidioten an, und beenden jegliche Diskussion mit dem Totschlag-Argument „it’s exponential growth, stupid!“.
Falsch, setzen. Wie mich Hendrick Streeck gestern gelernt hat, modelliert man die Ausbreitung einer Pandemie mit der Gompertz-Funktion:
(Ab ungefähr 7 Minuten)
Auch der restliche Vortrag ist übrigens sehr hörenswert, da nicht auf Panik machend, pragmatisch, hoffnungsvoll.
Siehe auch (wissenschaftlicher):
The researchers from Stanford School of Medicine and ShangaiTech University show that the growth of a coronavirus disease (COVID-19) outbreak does not behave in accordance with an exponential growth law, but instead slows down exponentially with time from the very first days. Their thought-provoking findings can be currently found in the medRxiv* preprint server.
[…] the results irrevocably show that COVID-19 cases grew in accordance with the Gompertz function, and not the sigmoid function.
The main difference is that the sigmoid function starts off growing exponentially (it has a constant exponential growth factor) and then slows down. At the same time, the Gompertz function is never exponential, but instead exhibits a growth rate that decreases exponentially from the very first confirmed case.
Tags: Corona, Covid-19, Exponential Growth, Exponentialfunktion, Exponentielles Wachstum, Gompertz, Hendrick Streeck, SARS-CoV-2, Statistik
Labels: Gesundheit
Samstag, 31. Oktober 2020
Vor einigen Stunden ist ein fantastischer Artikel im Bund erschienen: Mit dem Coronavirus leben. Die Schweiz ist das neue Schweden. Das macht Hoffnung.
Die Möglichkeit eines Circuit Breakers – eines strengen Kurz-Lockdown – wurde zwar auch in der Schweiz zwischenzeitlich diskutiert. «Wenn Sie danach aber ohne weitere Massnahmen in die alte Übertragungssituation zurückkehren, sind Sie nach drei Wochen wieder in derselben Situation», sagt Tanner. Bloss kein Jo-Jo-Effekt. […]
Mitigation heisst: Die Folgen der Epidemie werden gemildert, indem man etwa Risikogruppen speziell schützt. Das Gegenteil davon wäre Containment: So heisst die Strategie, deren primäres Ziel eine Eindämmung der Epidemie ist. Man könnte auch sagen: Die Schweiz versucht, mit dem Virus zu leben. […]
So sagte der österreichische Infektiologe Franz Allerberger, Leiter der Abteilung für öffentliche Gesundheit bei der staatlichen Agentur Ages, in einem Radiointerview: «Jeder von uns wird das Virus früher oder später kriegen, ausser er stirbt vorher.» […]
Viele Virologen und Epidemiologen distanzieren sich davon. Es ist ein Konflikt, wie ihn die Schweiz auch kennt. Er lässt sich, stark vereinfacht, auf die Formel herunterbrechen: die Praktiker gegen die Theoretiker. […]
Für Marcel Tanner von der Corona-Taskforce ist es nichts als verständlich, dass Forscher und Hausärzte einen anderen Blick auf die Dinge haben: «Der eine modelliert an seinem Computer, was passieren könnte, wenn sich das Virus ungehindert ausbreitet. Und der andere sieht seinen Patienten, dem das Ausharren in der Zweizimmerwohnung psychisch stark zusetzt.» […]
Wir sind jetzt acht Monate lang Team Theoretiker gefolgt, davon ein Monat lang mit Lockdown. Die Podcaster und zwanghafte Twitterer hatten ihre Chance. Es wird Zeit, dass Team Praktiker übernimmt.
Tags: Althaus, Containment, Corona, Covid-19, Drosten, Lockdown, Mitigation, Praktiker, SARS-CoV-2, Schulen, Theoretiker
Labels: Gesundheit, Schweiz
Freitag, 30. Oktober 2020
Gestern mal wieder bei vowe (aka Volker Weber) vorbeigeschaut, und dann zwei Mal leer geschluckt:
Wir durchbrechen das nur, wenn wir aufhören, uns mit anderen Menschen zu treffen.
Quelle: A room, a bar and a classrom
Fassungslosigkeit ab einer solchen Aussage. In meinen Fingern juckte es entsprechend, es kam ein mehrfach überarbeiter Kommentar zu Stande, welcher aber vom Wahrheitsministerium drüben nicht freigegeben wurde.
Dann publiziere ich ihn halt hier:
Wir erreichen null Strassenverkehrstote, wenn wir aufhören, mit Motorfahrzeugen rumzufahren.
Wir verhindern Hacks aus dem Internet, wenn wir unser LAN gar nicht erst ans Internet anschliessen.
Illusorisch.
Ergo sollte es wenn schon heissen: Die RISIKOGRUPPEN sollten aufhören, sich mit anderen Menschen zu treffen.
Tags: Corona, Covid-19, Lockdown, Pratiker, SARS-CoV-2, Theoretiker, vowe
Labels: Gesellschaft, Gesundheit
Donnerstag, 29. Oktober 2020
Seit ich auf YouTube einige Biden-Gaffe-Videos geschaut habe, erlaubt sich die Plattform, mir regelmässig Biden-kritische Clips zu empfehlen. Zum Beispiel der obige Ausschnitt, in welchem Joe Biden den Anschein macht, dass er orientierungslos auf der Wahlkampftribüne herumirrt, während seine Frau Jill eine Rede hält (aufgenommen an einer Wahlkampfveranstaltung in Bristol, Pennsylvania).
Einige Kommentare liessen mich schmunzeln, fies, aber es geht halt immer noch um das Amt des (noch) mächtigsten Mannes der Welt:
Plot twist: He’s trying to find his wife.
Joe is just trying to find the door. He wants to go home to his basement.
Jill: No, seriously will you stand with him; he’s gonna walk into traffic.
He’s just wandering around looking for you know, that thing.
Mich nahm daraufhin Wunder, ob es eine Aufzeichnung der ganzen Veranstaltung gibt, um die Situation besser einschätzen und einbetten zu können. Das tut es, ein 40-minütiges Video existiert:
Der obige Ausschnitt beginnt um 6 Minuten 35 Sekunden. Da die Rede mit einer anderen Kamera aus einem leicht anderen Winkel aufgezeichnet wurde, sieht man hier auch, dass Biden nicht einfach so auf der Bühne „herumwandert“ (irrt?), sondern zu einer Wahlkampfmitarbeitern geht und etwas mit ihr bespricht. Das Ganze schaut also schon massiv harmloser aus, als das erste Video es glauben machen wollte.
Eine Frage bleibt dennoch: Was für eine Besprechung ist derart wichtig, während der Rede seiner Frau für alle Kameras (und das Publikum) sichtbar hinter ihr hin- und herzulaufen?
Tags: Biden, Bristol, Faktencheck, Gaffe, irren, Rede, Wahlkampf
Labels: USA
Donnerstag, 29. Oktober 2020
Matt Birchler captures the incongruity of Apple’s pitch that they don’t need to include chargers in the iPhone box anymore because everyone has so many chargers already, but their new MagSafe charging only works at full capability with the new 20W adapter that no one already has.
Quelle: ‘A GUY WALKS INTO AN APPLE STORE’
(oder schreibt man das im Plural als „MagSavers“?)
Dienstag, 27. Oktober 2020
Die aktuelle Lage in der Schweiz kommt mir irgendwie fürchterlich bekannt vor — alle Leute, die bereits etwas länger mit Computern hantieren, erinnern sich garantiert an folgende Geschichte, die sich so, oder sehr ähnlich, in praktisch jedem Haushalt zugetragen hat (Analogie? Metapher?):
Man besitzt eine 40GB Festplatte, die nur noch einige Gigabytes an freiem Festplattenplatz bietet. Ein, zwei Jahre zuvor, als man die Platte im Laden abholte, konnte man sich nicht ausdenken, sie je zu füllen.
Doch nun läuft sie fast über. Man lädt sich Tools aus dem Internet herunter, welche einem anzeigen, welche Ordner und Dateien am meisten Festplattenplatz beanspruchen. Ein, zwei Gigabytes an altem, unnützen Schrott hat man damit rasch gelöscht. Die Warnmeldungen verschwinden danach und man benutzt den Computer beruhigt wieder für die ursprünglichen Aufgaben.
Doch dann das: Einige Wochen später wieder dasselbe Problem. Man beginnt immer mehr, am Festplatteninhalt rumzuwursteln, steigert sich zunehmend in etwas hinein, verliert den Wald vor lauter Bäumen aus den Augen und verplämpert Stunden mit Aufräumaktionen — plötzlich sind einige wenige Megabytes an Platzgewinn das Tagesereignis schlechthin. Doch anteilsmässig kommen diese Platzreduktionen „too little, too late“, wie US-Amerikaner sagen.
Vielleicht beginnt man sogar, sich nach der „Esoterik“ im IT-Sektor umzuschauen: Doublespace (das spätere DriveSpace) (oder: wer kennt noch Stacker?). Wieso nicht einfach die Festplatte komprimieren? Die CPU-Zeit zum Dekomprimieren kann man sich leisten, rödelt die CPU doch die meiste Zeit ohne Auslastung herum. Leider funktionieren solche Techniken nur mit Textdateien und anderen effizient komprimierbaren Dateiformaten. Bei JPEG, MPEG und MP3 helfen auch solche Tools nichts mehr, und die werden zu dem Zeitpunkt bereits immer populärer.
Diese Endlosschleife wiederholt sich nun in immer kürzer werdenden Intervallen. Bis es einem schlicht zu blöd wird. Man überprüft den Kontostand, sichert sich bei der Partnerin die Finanzierung, und dann geht man zu Prompt Computer Surdyka & Co. an die Neuengasse in Bern. Und ersteht sich eine 80GB Festplatte. Ruckzuck ist diese installiert und die Daten von der alten auf die neue Platte geklont — und es strahlen einem 40GB freien Festplattenplatz entgegen. Die Platte, die hält, was sie verspricht. Vorerst. Bis sich das Rad ungefähr zwei Jahre später wieder genau gleich zu drehen beginnt.
Und nun der Übergang zur aktuelle Corona-Lage: Übungsabbruch. Ich kann sowohl das schon fast esoterisch anmutende Rumgewurstle und die Kakophonie nicht mehr ertragen. Behörden, Politik und (Mainstream-)Medien haben mein Vertrauen verspielt. Anstelle zuzugeben, dass sie weder eine Ahnung noch ein Rezept haben, der „Pandemie“ wirksam zu begegnen, werden in immer kürzeren Abständen immer hirnrissigere Massnahmen ausprobiert und dem Volk suggeriert, dass man die Situation bald im Griff habe.
Leute, die in die Taskforce eingebunden sind, führen ein Doppelleben auf Twitter — fast so wie ein Bundesrat, der in einer Sache den Beschluss des Gremiums zu vertreten hat, aber eigentlich dagegen gestimmt hat. Und dann seine Meinung überall und jedem erzählt, ob die Person es nun überhaupt hören will oder nicht.
Aus meiner Sicht sieht die Flucht nach vorne folgendermassen aus: Der Bundesrat beruft eine Pressekonferenz ein. Simonetta Sommaruga steht aufrecht und ehrlich vor die Medien und gesteht, dass man diesen Virus nicht in den Griff bekommt. Sie und Alain Berset blicken ernst in die Kamera und bereiten das Schweizer Volch auf das vor, was kommen wird: Viele weitere hundert, vermutlich sogar tausende Tote unter den ältesten, vulnerablen Bewohnern der Schweiz (plus ein paar Unglückliche mit jüngeren Jahrgängen, die zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort waren — oder von Vorerkrankungen geschwächt sind). Vielleicht übertreiben die beiden hier sogar ein wenig mit den apokalyptischen Prophezeiungen — doch lieber so, als umgekehrt: Stellt sich der Virus im Nachhinein als doch nicht so wild heraus, kann man wenigstens dann mit erfreulichen Nachrichten vor die Bevölkerung stehen und sich feiern lassen, dass nicht so viele gestorben sind, wie befürchtet.
Berset übernimmt die Verantwortung über das Debakel im BAG im spezifischen — einem Amt unter seiner Aufsicht, welches 2020 ein Budget von 168 Millionen verschlingt — und das offenbar äusserst marode Gesundheitssystem der Schweiz im Generellen (wofür ebenfalls des Departements des Innern zuständig ist). Eines der teuersten der Welt, aber offenbar nur (noch?) fähig, kleine, nicht lebensbedrohende Boboli zu behandeln. Dessen Personal- und Infrastruktur offenbar nur derart knapp dimensioniert ist, dass im Kanton Schwyz 10-20 spitalfällige Corona-Infizierte reichen, um die Spitalchefin einen Hilferuf in den Medien zu lancieren. Zu einer anderen Zeit, mit anderem Personal hätte man vielleicht statt YouTube-Videos zu filmen lieber Wege gefunden, um dem Ansturm begegnen zu können (bspw. dem Chef eines befreundeten Spitals anrufen, und freundlich um Verlegungskapazitäten anfragen).
Berset gibt seinen sofortigen Rücktritt bekannt, denn er, der das als Vorsteher des EDI alles toleriert hat, kann schlicht nicht die Lösung des Problems sein. Er ist stattdessen Teil des Problems.
Der Befreiungsschlag hilft. Die verbleibenden Bundesräte künden nach Beratung mit den staatstragenden Parteien und Interessenverbänden einen Marshallplan für das Schweizer Gesundheitswesen an: Die nächste Pandemie kommt bestimmt, und das nächste Mal wird sie keinem etwas stärkeren Grippejahr ähneln, sondern eher der Pest im Mittelalter. Darauf bereitet man sich nun vor: Man benötigt rasch aktivierbare Intensivplätze, aber gleichzeitig auch ausreichend Personal, um die Kranken zu pflegen. Beginnt man mit der Ausbildung jetzt, könnte man es knapp bis zur nächsten Pandemie hinkriegen. Statt die Swiss mit einer zweiten Kreditlinie zu retten und teure Kampfflugzeuge anzuschaffen, erhöht man die Löhne der Krankenpfleger durchs Band.
Was er auch immer tut: Der Bundesrat tritt immer mit der klaren Ansage auf, dass es auch bei der nächsten Pandemie viele Tote geben wird. Denn der moderne Bundesstaat hat es auch nach 172 Jahren nicht geschafft, jedem von uns das ewige Leben zu garantieren.
Schlussendlich gibt es natürlich auch noch eine PUK, die sowohl im BAG keinen Stein auf dem auf dem anderen lässt (Empfehlung: vollständige Auflösung des Bundesamtes, kompletter Neustart mit frischem Blut — aber Achtung vor der Pharmaindustrie und deren Lobbyisten, die stehen dannzumal längst in den Startlöchern) als auch das fragwürdige Verhalten einzelner Mitglieder der Taskforce sowie ehemaliger BAG-Mitarbeiter transparent macht.
Tags: Alain Berset, Althaus, Berset, Christian Althaus, Corona, Covid-19, SARS-CoV-2, Schweiz
Labels: Gesundheit, Schweiz
Sonntag, 25. Oktober 2020
Nützt höchstwahrscheinlich nichts (was wir lange vermutet haben wird vom Kassensturz-Test nachgewiesen), aber schaut in der Farbe schwarz immerhin super scharf aus!
Tags: Community Mask, Corona, Covid-19, Kassensturz, Masken, Mundschutz, Nasenschutz, SARS-CoV-2, SRF, Test
Labels: Gesundheit
Sonntag, 25. Oktober 2020
(Das Photo wurde im September 2020 von meiner Frau in Nürnberg geschossen, als ich mir nach dem Abendessen im Bratwursthäusle bei Tafelzier noch ein Dessert gönnen wollte)
… aber wenn ich mit Maske UND dem Velohelm auf dem Kopf in den Globus Lebensmittel in Bern gehe, schauen mich alle komisch an! Dabei kann sowohl eine Corona-Infektion als auch auf-den-Kopf-fallen zum Tode führen. Die Wahrscheinlichkeit ist vermutlich in beiden Fällen verschwindend klein. Aber auch ich freunde mich langsam mit dem Null-Risiko-Ansatz an.
Spass beiseite: Ich weiss, ich weiss: Ich trage die Maske, um die vulnerablen Mitmenschen vor potentiellen Corona-Aussonderungen zu schützen.
Tags: Corona, Covid-19, Lotto, Risiko, SARS-CoV-2, Schutz, Wahrscheinlichkeit
Labels: Gesundheit
Samstag, 24. Oktober 2020
Ihre Meinung: „Wissenschaftler sind ja nicht automatisch Stimmen der Vernunft.“
Meine Meinung: Bingo! Das haben die letzten acht Monate beispielhaft gezeigt. Skeptisch sollte man insbesondere gegenüber denjenigen Exponenten sein, die mit YouTube-Clicks ihr Einkommen bestreiten. Oder denjenigen, die endlich ihren Lebensinhalt mit rumtwittern gefunden haben.
Und jetzt DER HAMMER (zwingend zuerst maiLab schauen):
Tags: Gunnar Kaiser, Leiendecker, Mai Thi Nguyen-Kim, maiLab, Youtube
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