Posts Tagged ‘Ausland’

Samstag, 27. März 2010

Wie man in Entwicklungs- und Schwellenländern richtig um den Preis feilscht

Da ich gerade in Peking weile und heute die Gelegenheit am Schopf gepackt habe, im Yashow Market meine ersten vier Kravatten zu ersteigern (schliesslich werde ich bald 30, und da gehört so etwas einfach in den Kleiderschrank), möchte ich hier meine Tipps zum „reibungslosen Feilschen“ bekannt geben.

Diese Erkenntnisse sind die Synthese aus Erfahrungen von Reisen durch Indien, Westafrika und China. Selbstverständlich ist hier aber nicht der Weisheit letzter Schluss — andere erfahrene Feilscher können sicherlich auch noch einige aus ihrer Sicht wichtige Punkte ergänzen.

Wer auf einem Markt ohne Fixpreise erfolgreich ein Produkt zu erstehen und sich einige Stunden später nicht übers Ohr gehauen fühlen möchte, benötigt optimalerweise folgende Voraussetzungen:

  • Kenntnis der lokalen Sprache
  • Kenntnis des „gerechten“ Preises des Produkts
  • Der Verkäufer verfügt mit seinem Produkt über kein Monopol
  • (leider kaum der Fall) Der Kunde hat im Grunde absolut kein Interesse, die Ware zu ersteigern (aber Aussendung der gegenteiligen Signale)

Leider können gerade Touristen, die nur wenige Tagen im Land sind, oftmals die ersten beiden enorm wichtigen Punkte nie und nimmer erfüllen. Wie kann man den Schaden aber grösstmöglich minimieren? Es ist gar nicht so schwer:

  • Die lokale Sprache kann man nicht erlernen. Das spielt aber nicht weiter eine Rolle, weil derjenige gegenüber ja oftmals auch nur bruchstückhafte Englisch, die heutige Lingua Franca, spricht. Um beim Verhandeln aber die Freude beider Teilnehmer (des Verkäufers und des Käufers) zu wecken, sind solche Kenntnisse Gold wert. Ich behaupte, dass ein freundschaftlich-respektables Verhältnis zum Verkäufer, genährt durch die Konversation in der Sprache des Verkäufers, tiefere Preise zulässt.
  • In Ouagadougou habe ich im Januar 2010 bemerkt, dass die Begleitung einer oder mehrerer junger Frauen die Situation mit ebenso jugendlichen Verkäufern drastisch bereichern kann. Manchmal liegen da sogar Geschenke mit drin — für die Frauen, selbstverständlich, nicht für den verhandlungsführenden Mann.
  • Auch wenn man den Preis des Gegenstandes nicht kennt, sollte man sich immer zuerst bei mehreren Läden umsehen und bereits erste unverbindliche Preissondierungen vornehmen. Manchmal erkennt man schon so, dass einige Verkäufer gegenüber ihren Kollegen massiv überrissene Preise verlangen. Selbstverständlich hilft es auch ungemein, wenn man einen ortskundigen Kollegen hat, der seit einigen Monat vor Ort ist und überrissene Preise, vielleicht auch sogar den annäherungsweise „gerechten“ Preis kennt. Im Zweifelsfalle kauft man lieber nichts, fragt bei Bekannten nach und schläft einmal über das Angebot, als es leichtsinnig anzunehmen.
  • Für den Vertragsabschluss förderlich ist es weiter, wenn man das eigene Maximalgebot passend in Geldnoten in der Hand oder der Tasche bereithält. Nähern sich die Verhandlungen einem Ende — bspw. durch Abbruch durch den Käufer, weil der Verkäufer entweder weiterhin hofft, den dummen Touristen mit fadenscheinigen Qualitätsbegründungen zur Bezahlung des Fantasiebetrags bewegen zu können oder aber weil der Verkäufer seinen Preis nicht weiter senken will und/oder sich Verkäufer und Käufer auf einen gemeinsamen Preis geeinigt haben — kann man das Geld hervornehmen und dem Verkäufer unter die Nase halten. Dieser Trick funktioniert (für mich anfänglich erstaunlicherweise) in den meisten Fällen. Dem Verkäufer signalisiert es, dass der Kunde a) Geld hat, b) den von Kunden genannten Preis auch wirklich bezahlen möchte und c) eine Erhöhung des Preises aussichtslos erscheint. Schlussendlich werden sich Verkäufer zu diesem Zeitpunkt nicht zweimal bitten lassen, den Verkauf abzuschliessen. Hauptsache die Ware ist (mit mehr oder weniger Profit) verkauft und das Geld hat den Besitzer gewechselt — denn der Verkäufer ist im Grunde ja nur daran interessiert.
  • Ein weiteres Druckmittel — und dieses sollte man bei jeder Preisverhandlung mindestens einmal angwendet haben — ist das Davonlaufen. In den Fällen, in denen der Verkäufer mit dem vom Kunden genannten Maximalpreis immer noch einen Profit macht, wird der davonspazierende Kunde innert Sekunden zurückgepfiffen und der Betrag wird nun plötzlich möglich. Rückblickend würde ich sagen, dass man dies bereits äusserst rasch nach Aufnahme der Verhandlungen durchführen sollte, und zwar mit einem Preis, der um vielleicht 75–100% unter demjenigen liegt, der der Verkäufer genannt hat. So merkt man rasch, ob dieser „tiefe“ Preis die Schmerzgrenze des Verkäufers wirklich unterschreitet, oder ob es doch viel eher am „gerechten“ Preis dran ist.

Dazu ein Beispiel: In Peking wollte ich mir im oben genannten Markt die besagten Kravatten kaufen. Am Vortag hatte ich es zusammen mit meinem ortsansässigen Kollegen bei einem anderen Verkaufsstand probiert — er hatte dabei einen Preis von 10 Yuan pro Kravatte vermutet, doch leider wollte mir die Verkäuferin die Kravatten für diesen Preis nicht überlassen. Als ich am nächsten Tag selber in die Verhandlungen stieg, startete die Verkäuferin mit einem Angebot von 80 Yuan pro Kravatte. Da ich deren vier kaufen wollte, ergab das einen stolzen Preis von 320 Yuan (oder 50 Franken). Dieser Preis war mir eindeutig viel, viel zu hoch. Nach einigem hin und her verstand sie langsam, dass ich ein harter Brocken war und von meinem Maximalpreis, den ich zu bezahlen bereit war (75 Yuan für 4 Kravatten), nicht mehr abrücken würde. Als ich den Betrag gegen Schluss auch noch aus der Hosentasche zauberte und geduldig bereit hielt, gab sie auf und überliess mir die Kravatten für den tollen Preis. Nachdem der Tausch erfolgreich war, durfte ich miterleben, wie die Verkäuferin an die Besitzerinnen der Nachbarstände gerichtet über mich herumfluchte. Das war die grösste Genugtuung des ganzen Einkaufes.

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Dienstag, 27. Mai 2008

Telefongebühren bei Ferien im Ausland sparen

Kürzlich hat Comparis die Auslandtarife unserer Mobilfunkanbieter verglichen und kam zum Schluss, dass die Tarife „unverschämt teuer“ sind.

Nun, mein Trick zur Kostenersparnis in der Angelegenheit ist folgender:

  • Noch in der Schweiz bespreche ich meine Combox. Auf diese greift man mit längerem Druck auf die Taste 1 zu. Klappt dies nicht, gibt es immer noch die „Brute Force“-Methode, indem man der eigenen Handy-Nummer 086 voranzustellt (bei mir: 0860786905011) und darauf anruft. Der Text lautet in der Regel wie etwa folgt: „Grüessech […] Ich bin momentan im Ausland und ab dem X. Y. wieder erreichbar.“
  • Anschliessend stelle ich auf dem Mobiltelefon ein, dass alle eingehenden Anrufe automatisch auf die Combox umgeleitet werden. Bei Nokia-Handies findet sich diese Option irgendwo in den Telefon-Einstellungen. Beispiel Nokia 6300: Menu > Settings > Call > Call divert > All voice calls > Activate > To voice mailbox

Durch diese Einstellung ist sichergestellt, dass Anrufer direkt auf die Combox umgeleitet werden.

Einige Mobiltelefonbesitzer, die den Durchblick mit der Anrufgeschichte nicht verstanden haben, werden einwenden: „Aber wenn der Anruf auf die Combox umgeleitet wird, zahle ich doch die Kosten ab der Schweizer Grenze in meinen Ferienort und dann wieder zurück in die Schweiz auf die Combox?!“

Falsch! In diesem Fall hier verlässt das Signal die Schweiz nicht, alle Anrufe werden direkt auf die Combox umgeleitet.

Nachteile

  • Mitreisende, die mich beim Abfeiern auf einer Mittelmeerinsel aus den Augen verloren haben, haben keine Möglichkeit, mit mir zu telefonieren (auch sie werden automatisch auf die Combox weitergeleitet). Andererseits: Meist steckt man in einem Tanzschuppen mit ohrenbetäubendem Lärm, so dass SMS in dieser Situation eindeutig das bessere Kommunikationsmittel ist.
  • Mehr als einmal ist es vorgekommen, dass der in der Schweiz zurückgebliebene Kollege Randal über eine Minute lang (belanglose) VaginaMonologe auf meine Combox gesprochen hat. Als ich aus Neugier die Combox-Nachrichten abhörte (Annahme: Wer sich die Mühe nimmt und mir auf die Combox spricht, wird wohl etwas wichtiges zu sagen haben), hörte ich förmlich mein Kleingeld klimpernd in den Taschen von Orange verschwinden.

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Freitag, 11. April 2008

Switzerland sucks!

Spannend, was Leute über unser Land und das Volk sagen (nachfolgend sei nur ein Fazit wiedergegeben – die Konversation sollte unbedingt ganz gelesen werden):

SWITZERLAND, and the SWISS are the most dull and uneventful bunch of people you could ever wish to meet.

[…] in my very humble opinion the Swiss are possibly the most boring race on the planet, and perhaps the galaxy.

Quelle: Switzerland is boring!!!!

Manchmal tut es gut, den Spiegel vorgehalten zu bekommen.

Aber eben, wer vor der Immigration in unser schönes Land Margaret Ortigs Beyond Chocolate: Understanding Swiss Culture nicht gelesen hat und sich mit dem Gesagten auseinandergesetzt hat, wird hierzulande eine äusserst langweilige Zeit verbringen …

Während Ortig versucht, den Kulturshock in eine positive Erfahrung umzuwandeln, tritt Paul Bilton in seinem Buch weiter auf uns Kuhschweizer ein, während unser Völklein längst mit einem Schädelbruch am Boden liegen:

Swiss farmers are tough, independent, hard-working, resilient, well-prepared for every kind of natural disaster and above all staunchly conservative. These characteristics have been passed on to Swiss town-dwellers, who go about their day as if they too were farming a lonely mountain cliff.

Quelle: The Xenophobe’s Guide to the Swiss

Na dann, das sind ja optimale Aussichten für die kommende Euro 08 …

Dank: Melanie

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Donnerstag, 5. Juli 2007

Chinesische (Feinschmecker-)Küche

[…] Cats are very common, so only by advertising the meat as being from a wild animal would it be attractive to diners. After removing the heads and claws and soaking the cat bodies in the herbs, even the smartest diner can’t discern that what they are eating is cat meat. Cat meat cost us 20 yuan (approximately US$2.50) for each carcass, but leopard meat cost 138 yuan (approximately US$17.25) per kilogram.

[…] Instead of using white rice vinegar to bleach the claws, the chicken claws were whitened by soaking them in Hydrogen Peroxide. […]

Once I asked Rong, „Do all restaurants take inferiors as superiors and mix the spurious with the genuine?“ She sighed and said, „People are the same all over the world. They all pursue profit.

Quelle: Former Chinese Restaurant Employee Tells All

En Guete!

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Donnerstag, 5. Juli 2007

Kiis FM LA ausserhalb der USA hören

Aktualisiert: 28. November 2007

Welcome to the The Stream Center, a list of American Radio stations broadcasting on the internet. Here you will find the backdoor links to stream the stations direct on your player, avoiding the pop-up players used by many of the stations. You can search for a station by name or callsign. The stations can also be sorted by Location, State and Format by clicking on the heading of the column.

Quelle: The Stream Center

Kiis FM auf The Stream Center

Ich habe nun ein PHP-Script geschrieben, das mir alle 15 Minuten über einen US-amerikanischen Proxy-Server die aktuelle .asx-Datei holt: kiis-fm.asx. Problem: Ich habe (noch) nicht herausgefunden, wie das ps-uid-Cookie generiert wird. Ich benutze deshalb eines, das mein Browser erhalten hat. Es steht zu befürchten, dass es vom Server bald nicht mehr akzeptiert wird. Ausserdem darf der Proxy-Server nicht vom Netz gehen. Deshalb: Es handelt sich um eine Alpha-Version – ich übernehme keine Verantwortung für das korrekte Funktionieren des Scripts. Mittlerweile habe ich herausgefunden, wo und wie das Cookie gesetzt wird. Mein PHP-Script spult nun vier URLs ab und eröffnet alle 15 Minuten eine neue Session. Solange der Proxy-Server Anfragen abnimmt, sollte auch das Script funktionieren.

We are sorry but due to licensing restrictions we are not able to allow access to the content you are requesting outside of the United States.

If you are US Military serving overseas please Click Here

Quelle: genasx.php

Mist! Dieser Sender liegt mir irgendwie am Herzen. Vor allem die Seelenklempner-Sendungen zu Arbeitsbeginn (Mutter ruft den Sender an: „Hilfe, meine 18-jährige Tochter hat einen 30-jährigen Freund!“), aber natürlich auch die Wohltätigkeitssendung „We pay your bill“. Okey, zugegeben, die Musik interessiert mich auch ein wenig …

Nach etwas Pröbeln habe ich es – dank dem temporären Einsatz eines öffentlich zugänglichen Proxy-Servers, der in den USA steht – geschafft, das ASX-File mit den Stream-Infos zu ergattern. Glücklicherweise wird auf dieser Ebene nicht mehr überprüft, ob der Hörer resp. seine IP in den USA sitzt oder nicht – lächerlicher Schutz auf Browserebene? Ich bin den Web-Entwickler hinter der Site wirklich dankbar.

Wer mal reinhören will, saugt sich die Datei von meinem Server:

kiis-fm.asx
NEU: kiis-fm.asx
NEU: kiis-fm.asx
kiis-fm.asx

Viel Spass mit sonniger Unterhaltung und Westküsten-Slang *smile*

Jingle, bald bist du mein!

Da Kiis FM jetzt aus meinen Boxen und dem Subwoofer dröhnt, kann ich endlich den geilen Jingle aufnehmen. Wenn er denn einmal gespielt wird (eine unrepräsentative Beobachtung in den Staaten hat gezeigt, dass er oft zu Beginn einer neuen Stunde abgespielt wird). Mehr dazu in Bälde …

Nachtrag: Now I’ve got it:

Kiis FM Jingle

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Sonntag, 25. Februar 2007

Zweifelhafter Dick Cheney

„When Dick Cheney says it’s a good thing, you know that you’ve probably got some big problems.“

Quelle: Obama ridicules Cheney’s Iraq comments

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