Jewish people always go back to 2000 years ago, like if the Bible was a land registry office.
Quelle: east
Montag, 19. Januar 2009
Jewish people always go back to 2000 years ago, like if the Bible was a land registry office.
Quelle: east
Dienstag, 13. Januar 2009
dass deutsche Polizeibeamte eine Wohnungstür eintreten, um eine Israelfahne aus einem Schlafzimmerfenster zu entfernen, weil sich unten auf der Straße Demonstranten an ihr stören – das hat eine besondere Note.
Wieder einmal beschleicht einem das Gefühl, dass (auch deutsche) Polizisten je länger desto mehr den Weg des geringsten Widerstandes gehen – und vieles tun, nur nicht dorthin zu gehen, wo es richtig weh tut. Was die Bevölkerung aber eigentlich vom Freund und Helfer erwartet.
Jedenfalls finde ich es eine Frechheit, dass man die Fahne abmontierte und nicht diejenigen Personen festnahm, die sich angesichts dieser freien Meinungsäusserung Sachbeschädigung fremden Eigentums versuchten. Auch ich, der ja nun wahrlich nicht applaudiert, dass Israel seit Ende Dezember im Gaza-Streifen „aufräumt“. Aber es soll doch bitteschön erlaubt bleiben, sich explizit auf Seiten Israels oder aber der Palästinenser zu schlagen.
Ich persönlich nehme für mich in Anspruch, mich gar für die dritte Seite auszusprechen: Für Friedens und ein tolerantes Zusammenleben überall auf dieser Welt. Amen.
Tags: Demokratie, Demonstration, Freiheitsrechte, Gaza, Israel, Krieg, Menschenrechte, Menschheit, Polizei
Labels: Allgemein
Dienstag, 13. Januar 2009
(Insider: Mazal tov)
Danke, Jon Stewart (geborener Jonathan Stuart Leibowitz und somit völlig unverdächtig, einen inneren Groll gegen Israel zu hegen), für die neutrale Berichterstattung. Aber vielleicht hat er Unrecht und die US-amerikanischen Politiker vollkommen recht. Vielleicht sollten wir alle anfangen, ein „little bit fascist“ (ab 0:50) zu werden – hat noch niemandem geschadet:
Wenn es nicht andauernd so viele Tote geben würde, könnte man meinen, die beiden Völker lebten „nur“ in einer zerrütteten Ehe:
Montag, 12. Januar 2009
Der sephardische Oberrabbiner Schlomo Amar hat am Mittwoch entschieden, die Mitglieder der indischen Gemeinschaft „Bnei Menasche“ als Nachfahren der Israeliten anzuerkennen. Diese Menschen stammen offenbar vom biblischen Stamm Manasse ab.
Amar ernannte eine Delegation von Rabbinern, welche die Stammesmitglieder formal zum orthodoxen Judentum konvertieren sollen. Dadurch können sie legal nach Israel einwandern. Dies berichtet die Tageszeitung „Ha´aretz“. Das israelische Gesetz erlaubt es jedem Juden in der Welt, die israelische Staatsbürgerschaft anzunehmen.
Sonntag, 11. Januar 2009
Ab dem 7. Januar 2009 lümmelte ich im gelobten Land herum. Erste Eindrücke:
Besucht man Museen und Ausstellungen, so wird einem schnell klar, wie sich der Israeli, oder zumindest der Tel Aviver sieht: „Wir haben das Land hier urbar gemacht, eine Metropole gebaut – das ist unsere Legitimation, das ist unser Stolz.“ Das Schicksal – oder neutraler: die Rolle – der palästinensischen Bevölkerung wird dabei oftmals ausgeblendet (in einem Video, das mir in der Independence Hall gezeigt wurde, fand diese Bevölkerungsgruppe kaum sichtbar Erwähnung).
Was mir als Historiker aufgefallen ist, der sehr gerne alte Fotografien betrachtet (Independence Hall, aber auch bei einer Architektur-Ausstellung im Shalom Tower): Bei der Verlesung der Unabhängigkeit 1948 habe ich auf den Fotos keine orthodoxen Juden gesehen. Die Leute auf den Bildern schienen mir mehrheitlich dem intellektuellen Bürgertum zu entstammen, in Anzug und Hut gekleidet.
Sonntag, 11. Januar 2009
Nach der Landung muss man sich der langwierigen Passkontrolle unterziehen. Natürlich hatte ich wieder einmal die falsche Schlange erwischt und wechselte schlussendlich von der Schlange vor demjenigen Häuschen, in dem nur eine Frau sass zu einem anderen Häuschen, in dem gleich drei (!) Frauen zum rechten sahen. Und da begannen meine Probleme:
Nachdem die Dame einige Fragen gestellt hatte („Wie spricht man Ihren Nachnamen aus?“, „Wie heissen Ihr Vater und Ihre Mutter mit Vornamen?“, „Was wollen Sie in Israel?“, „In welchem Hotel halten Sie sich auf?“), wurde mir ein Stempel in den Pass geknallt.
Das bedeutet leider, dass ich mit diesem Pass garantiert nicht mehr nach Dubai oder anderen sensiblen arabischen Nationen einreisen kann. Zusätzlich wurde noch ein Papierstreifen in den Pass gelegt.
Wie sich gleich herausstellen sollte, wurde ich von den Behörden als potentielles Sicherheitsrisiko betrachtet. Der Zettel unterschied sich nämlich von demjenigen, den Amis und andere harmlose Gesellen erhalten. Nach erneuter Abgabe des Passes an einer nachgelagerten Kontrollstelle wurde ich von einer weiteren Frau zur Seite genommen. Sie beschied mir, dass ich aus Sicherheitsgründen noch einige Fragen zu beantworten hätte.
Die Fragen wurden nun deutlich spitzer und unangenehmer – und ich nervöser.
Die traumatischte Erinnerung an eine Einreise stammte bisher aus dem Januar 2007, als ich in Los Angeles in die USA einreiste. Das Prozedere in Tel Aviv hat dies aber noch um ein vielfaches getoppt. Solche Erfahrungen sind es, die einem die Ruhe und den Frieden in der Schweiz wieder einmal zutiefst schätzen lassen … sowie das Schengen-Abkommen, dass solche Einreisehürden abschafft. (Wahrscheinlich müsste ich aber für einen richtigen Vergleich in die Haut eines Ukrainers schlüpfen, um eine Wertung über die Einreise in die Schweiz abgeben zu können).
Leider sollte diese Hürden nur ein kleiner Vorgeschmack sein, was man bei der Ausreise aus dem gelobten Land über sich zu ergehen lassen muss …
Trotz einem ausgelassenen Abend schaffte ich es am Samstag, dem israelischen Sonntag, noch vor 12 Uhr auszuchecken. Gleich vor dem Hotel konnte ich ein wartendes Taxi ergattern und wurde für deutlich überteuerte 150 Scheckel (ca. 50 Franken – angeblich, weil Sabbat war) an den Flughafen geführt.
Die Fahrt verlief ohne Probleme, da die Strassen in der Innenstadt und die Autobahn im Gegensatz zu Arbeitstagen nur mit wenigen Verkehrsteilnehmern bevölkert war. Als wir die Ausfahrt Richtung Flughafen nahmen, ging es nicht lange, und schon mussten wir am ersten Kontrollpunkt anhalten. Soldaten musterten mich und den Taxi-Fahrer. Sobald er sich auf israelisch mit ihnen zu verständigen begann, wurden wir durchgewunken – „Die wollen nur hören, ob du Israelisch ohne arabischen Akzent sprichst“, sagte der Taxi-Fahrer bei der Weiterfahrt.
Nach einigen Minuten hielt der Fahrer vor Halle 3, ich bezahlte ihn, stieg aus und holte mein Gepäck aus dem Kofferraum. Noch bevor ich in die Halle eintreten konnte, trat eine jüngere Frau an mich heran, die eine Uniform eines privaten Sicherheitsdienstes trug. Sie wollte meinen Pass sehen, erkundigte sich mit den bereits von der Einreise gewohnten Fragen über den Zweck meiner Reise und liess mich schlussendlich noch einen Metalldetektor passieren. Gegen Ende der Befragung mussten wir beide lachen, als sie sich nach Leuten erkundigte, die ich kennengelernt hätte: „Den Taxifahrer von vorhin …“, gab ich ihr zu verstehen.
Vor dem Check-In-Schalter wurde ich erneut aufgehalten. Dieses Mal schien es sich aber nur um einen gewöhnlichen Flughafen-Beamten gehandelt zu haben. Er fragte mich nach meiner Destination und wies mich daraufhin an, doch in einigen Minuten zurückzukehren – es sei noch zu früh, die Sicherheitsleute seien noch nicht am Platz.
Nun gut – da es mittlerweile kurz vor halb Eins Ortszeit war, entschied ich mich, etwas zu essen. Doch dies war im öffentlichen Bereich des Flughafens gar nicht so einfach – kaum ein Geschäft, McDonalds inklusive, hatte wegen des Ruhetages geöffnet. Einzig eine gut besuchte Kaffeebar verkaufte nebenbei auch Nahrungsmittel, und so gönnte ich mir ein Müesli mit israelischen Früchten und israelischem Honig. Ob mein Mahl koscher war, konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen (das sind genau die Art Fragen, die einem nach einigen Tagen Aufenthalt in Israel ur-plötzlich plagen).
Nach etwa einer halben Stunde kehrte ich zum dem Check-In vorgelagerten Security Check zurück. Mittlerweile waren alle Stationen mit Personal besetzt und prüften bereits die ersten (wenigen) Passagiere.
Nach etwa fünf Minuten war ich an der Reihe und musste die zweite Befragung an diesem Tag über mich ergehen lassen. Die junge Frau nahm meinen Pass und mein Flugticket an sich und informierte sich erneut mit den gewohnten Fragen (wohl aus dem israelischen Standardlehrbuch für Sicherheitsprofis) über meinen Aufenthalt. Wahrscheinlich war die Dame erst frisch beim Betrieb oder sogar noch in der Ausbildung – denn nachdem ich die Fragen, mittlerweile deutlich ruhiger und konziser als bei der Einreise, beantwortet hatte, verabschiedete sie sich mit der Bemerkung, dass sie ihren Supervisor holen müsse.
Zum ersten Mal während meines Aufenthaltes wurde ich nun von einem Mann befragt – er war etwa in meinem Alter, dunkelhaarig und trug Brille. Der Frage-Marathon begann von vorne, während die Dame daneben stand und zuhörte, wie der Chef den suspekten Ausreisenden mit gekonnten Fragen auseinandernahm.
Aus seinem Mund hörte ich für einmal neue Fragen (er hatte wohl zusätzlich die Ausbildung zum fortgeschrittenen Fragesteller mit Bravour durchlaufen), gemischt mit den altbekannten Fragen:
Irgendeinmal gab er die Fragerei auf, übergab die Behandlung wieder der jungen Dame, welche mich zu den Röntgengeräten vorliess. Dort wurde jedes meiner Gepäckstücke mit einem Barcode versehen und durchlief den Apparat. Der Laptop musste separat gescannt werden, womit ich über drei zu durchsuchende Gepäcksstücke verfügte.
Vis-à-vis des Scanners war hufeisenförmig ein Theke aufgebaut, die aus etwa sechs Schalter bestand. Jeder Arbeitsplatz war mit Doppelschirmen ausgerüstet, dessen Zweck mir bald offenbart werden würde. Ich wurde aufgefordert, mein Gepäck auf einen der Schalter zu legen und zu öffnen. Das war ein Novum für mich – selbst bei der Einreise in die Staaten im Januar 2007 wurde mein Gepäck von keiner Person angerührt.
Gleich zwei Personen begannen nun mit Latex-Händschchen ausgerüstet, mein Gepäck zu durchsuchen: Eine kleinere, untersetzte Frau mit dunklem, lockigen Haar sowie ein Mann in Uniform mit weissem Hemd und kahlgeschorenem Kopf (anscheinend eine äusserst beliebte Frisur in Tel Aviv). Beide waren in etwa in meinem Alter.
Dabei war ihnen der Bildschirm behilflich. Dort wurden nämlich nach dem Einlesen des Barcodes die Röntgenscans meiner Gepäckstücke angezeigt. Nach einem vorgegebenen Muster wurde nun in meinem Gepäck nach den auffälligen und sicherheitsrelevanten Stücken gesucht.
Besonderes Augenmerk galt meinem Handgepäck. Der Beamte räumte die Tasche bis auf den letzten Fünfräppler komplett leer, begutachtete meine Schreibutensilien, den iPod, meine Restaurant-Belege, Flyers (darunter ein Flyer, der eine „sensual massage by Israeli woman“ versprach, welchen ich auf den Strassen Tel Avivs unter einem Scheibenwischer eines Autos gefunden hatte) aber auch meine Jacke und sonstige Kleidungsstücke, die ich im Handgepäck mitführte.
Dem nicht genug: Mein weisses MacBook, der schon bei der Röntgenmaschine aufgeklappt in einem Spezialgerät gescannt worden war, erregte die Aufmerksamkeit der Sicherheitspersonen. Der Junge schaute sich das Gerät genau an, liess es ein weiteres Mal röntgen. Anschliessend bat er mich, die Batterie zu entfernen. Auch diese wurde erneut geröntgt. Nachdem ich die Batterie wieder eingebaut hatte, wurde ich aufgefordert, das Gerät zu starten. Ich hatte mich einzuloggen und musste dem neugierigen Beamten zeigen, wie ich ein Dokument öffnete. Dabei war er nicht zufrieden, als ich ihm „nur“ einen Screenshot zeigte („You are visiting a phishing site“ vom neuesten Safari). Erst als ich eine PDF-Datei geöffnet hatte, durfte ich das Gerät wieder ausschalten.
Das Luggage, welches ich am Check-In aufgeben wollte, wurde selbstverständlich auch durchsucht. Schade fokussierten die Beamten nicht auf die dreckige Wäsche …
Nach der ausführlichen Durchsuchung meines Gepäcks gab es zwei Unstimmigkeiten: Erstens fehlte an meinem Samsonite-Koffer nun der an einem Reisverschluss angebrachte Plastic-Halter. Die Dame bot an, dass ich sie durchsuchen dürfe – sie hätte das Ding garantiert nicht eingesackt. Andererseits fehlte mir der Pass – doch von den Beamten wollte ihn niemand an sich genommen haben. Erst später realisierte ich, dass ich ihn ja in die Hosentasche der Jeans gesteckt hatte.
Schlussendlich musste ich einschreiten, als die gute Dame versuchte, den von ihr neu gepackten Koffer zu schliessen. Mit vollem Gewicht legte sie sich auf den Deckel, weil sie den Koffer nicht mehr zubrachte – dabei lag doch noch meine Spiegelreflex und das zweite Objektiv genau unter ihrem Druckpunkt! So endete die Untersuchung, in dem ich sowohl den Rollkoffer als auch die Handgepäcks-Tasche eigenhändigt einräumte – zum zweiten Mal an diesem Tag. Als ich bemerkte, „You know, I have my own system“ verstand die Dame doch tatsächlich „sister“ statt „system“ – ich antwortete darauf spitz: „Yes, I have a sister.“
Beim Verpacken des Laptops kam plötzlich sogar eine völlig unerwartet eine Smalltalk-Situation auf: Die Dame sagte etwas von „Macintosh“ zu ihrem Kollegen, worauf ich erwiderte „There’s no better one than that!“. Sie erwähnte den neuen Aluminium-Laptop von Apple, während ich auf die Abfärbungen auf dem weissen Plastic hinweis – die Sicherheitsbeamtin hätte trotzdem gerne einen solchen weissen Mac besessen.
Fertig? Denkste. Nach den Reise-Utensilien kam nur der Reisende selbst dran. Das Gepäck blieb beim Schalter zurück, während ich brav dem Sicherheitsbeamten durch das halbe Flughafengebäude nachtrottete.
Ich kam in einen gesicherten Bereich und hatte mich in eine Umkleidekabine zu begeben. Zuerst hatte ich all meine Taschen zu leeren, damit der Beamte mich gründlich abtasten konnte (so gründlich war ich noch nie abgetastet worden – da haben Sicherheitsdienste an schweizerischen Parties noch einiges zu lernen!) und anschliessend mit einem Metalldetektor überprüfte. Aus irgendwelchen Gründen piepste das Ding in meiner Beckengegend unaufhörlich – H&M-Jeans, yeah! Daraufhin verschwand er aus der Umkleidekabine und hiess mich, auf ihn zu warten (was anderes hätte ich tun sollen?). Kurze Zeit später stand er mit seinem modisch gekleideten Supervisor (ebenfalls mit kahlgeschorenem Haupt) wieder in der Umkleidekabine. Nach der Frage, ob ich Unterhosen trage, musste ich meine Hosen runterlassen (nur bis in die Knie, wie der Supervisor noch gerade rechtzeitig anmerkte).
Zuerst wurde meine Unterhose vom Metalldetektor überprüft (als er über dem sensiblen Bereich war, machte ich komische Grimassen), dann ein drittes Mal meine Jeans. Nachdem selbst den pingeligsten mir je begegneten Beamten klar wurde, dass ich wohl tatsächlich nichts als körpereigene Organe in meiner Unterhose mitführte, entschuldigte sich der Supervisor halbherzig für die „inconvenience“, liess mich meine Kleidung wieder anziehen und zurück ging es im Schlepptau des ihm untergeordneten Beamten zum Gepäck.
Ich bemächtigte mich meines Gepäcks und ging – unter steter Überwachung des Sicherheitsbeamten – zum Check-In-Schalter. Nach wenigen Minuten drückte mir die hübsche Angestellte das Ticket in die Hand und mein Rollkoffer machte sich auf den Weg durch das Labyrinth der Gepäcksortierung des Ben Gurion-Flughafens.
Auch jetzt wich der Sicherheitsbeamte nicht von meiner Seite. Durch die grosse Halle ging es in Richtung Security-Check für das Handgepäck. Da ich bereits vorgängig derart gründlich gefilzt worden war, durfte ich die Abkürzung – vorbei an anderen Flugreisenden – nehmen.
Nachdem ich die Schleuse passiert hatte, überlegte ich mir während eines Bruchteils einer Sekunde, ob ich den jungen Mann zum Abschied noch kurz anhauen wollte: „Is it really worth all this?“ Ich entschied mich dann doch dagegen – in der Hoffnung, dass er sich auf Grund meiner demotivierten Haltung längst ausgemalt hatte, wie sehr mir dieses paranoide Verhalten auf den Keks gegangen war … Und schliesslich wollte ich jetzt nur mehr rasch nach Hause – eine unbedachte Äusserung, und ich sah mich schon zusammen mit PLO-Gefangenen beim Waterboarding.
Und ja, der Reiseführer hatte mit seiner Warnung vollkommen Recht: Für Tel Aviv Ben Gurion solle man mit zwei bis drei Stunden rechnen, um alle Sicherheitschecks über sich ergehen zu lassen. Ob ich bereits die grösste Gefahrenstufe für Land, Bevölkerung, Flughafen und Flugzeug eingenommen hatte, werde ich wohl nie erfahren …
Dass dieser Ratschlag nicht nur auf Personen zutrifft, auf die die israelische Rasterfahndung aufmerksam wird, zeigte sich im Flugzeug: Eine aufgeregte deutschen Passagierin in ungefähr meinem Alter klagte bei der Flight Attendant, dass sie zu spät an den Flughafen gekommen war und den Sicherheitscheck im Eiltempo durchlaufen musste. Irgendwie war ihr dabei der Laptop abhanden gekommen … Sie fliege regelmässig nach Israel und es sei das erste Mal gewesen, dass sie solche Probleme bekommen hätte.
Eine solche Behandlung trübt selbstverständlich den Eindruck, den ich vom Land erhalten habe. Aus meiner Sicht ist Israel für mich definitiv als Reiseziel gestorben – dieser Aufwand lohnt sich weder bezüglich Zeit noch bezüglich der daraus resultierenden Gemütslage. Meine Sympathie für das Land war vorher angeschlagen, verbesserte sich während des Aufenthaltes wieder, um sich während des Sicherheitschecks wieder zu verflüchtigen. Will das Israel wirklich? Mit der einen Hälfte der Welt hat man es sich schon verscherzt … ist man nun daran, auch die zweite Hälfte vor den Kopf zu stossen?
Auch frage ich mich, wie eine Gesellschaft einmal enden soll, die tagtäglich, in jeder Sekunde von einer solchen Paranoia heimgesucht wird. Selbstverständlich verstehe ich, dass Israel im Nahen Osten in einer stark exponierten Lage lebt – umgeben von arabischen Staaten, deren Politiker als auch deren Bevölkerung auf den Nachbar nicht gut zu sprechen sind. Und doch finde ich die Abwehrhaltung – gerade auch gegenüber Bewohnern westeuropäischer Staaten – stark übertrieben.
Ich wundere mich, ob Israel von Einreisenden nicht etwas wie einen „Ahnenpass“ fordern sollte, der die „Reinheit“ des Einreisenden bezüglich unerwünschter Einflüsse aufzeigt. Vielleicht entwickelt ein israelisches Unternehmen ja auch einen Instant-Bluttest, der die genetische Abstammung einer Person klar aufzeigt. So hätte meine Unbedenklichkeit wohl relativ rasch festgestellt werden können, im Gegenzug wären dafür andere, ebenfalls unbescholtene Reisende ins Visier der Sicherheitsapparates gelangt. Solche Tendenzen hatten wir in Europa ja in den 1930ern schon einmal – und wie solche Ideen schlussendlich herausgekommen ist, wissen wir leider sehr genau aus unseren Geschichtsbüchern.
Gerade die hier aufgelisteten Fragen zeigen, dass jemand, der nicht einem „normalen“ Muster entspricht, sich aus Sicht eines Israelis nicht rational und komisch verhält, völlig suspekt ist. Die Frage bleibt dabei, was denn Israelis als „normal“ bezeichnen – es ist ja nicht so, dass das Land derart homogen wie beispielsweise Japan wäre.
Auch aus (volks)wirtschaftlicher Sicht muss man sich fragen, wie lange die Steuerzahler die enormen Aufwendungen für die Sicherheit noch berappen können und wollen. Andererseits ist es ja auch ein Beschäftigungsprogramm – Türsteher mit (oft russischem) Migrationshintergrund bei Clubs und Restaurants, und all die Sicherheitsbeamten an Flughäfen absorbieren sicherlich viele Personen im arbeitsfähigen Alter. Und doch fände ich es aus ökonomischer Sicht besser, wenn das Land durch Industrie und Forschung wahren Mehrwert erschaffen würde.
Als Einwohner des Landes würde mich zudem wohl nicht mehr viel vor Ort halten, wenn ich während einiger Zeit die Freiheit und Sicherheit in westeuropäischen Städten erfahren dürfte. Hier bei uns ist ein arabisch aussehnder Mensch nicht automatisch ein Terrorist mit Bombe im Rucksack und ein stehen gelassener Plasticsack ruft noch keine Panik hervor …
Samstag, 10. Januar 2009
Da sitzt man in Tel Aviv am Flughafen, geniesst das kostenlose WLAN, liest die Newsfeeds durch und dann das:

Quelle: Message 9075033
Zum Glück benutze ich eine VPN-Verbindung in die Schweiz, sonst würden die Leute von der Sicherheitskontrolle null-komma-nix neben mir stehen …
Auch ganz gut:
Anything to declare?
War!
Dienstag, 6. Januar 2009
Das Desaster zeichnete sich bereits 1947 ab:
We utterly deny the right of Great Britain to give away Arab land for a „national home“ for an entirely foreign people.
The present catastrophe may be laid almost entirely at your door. Your government, almost alone in the world, is insisting on the immediate admission of 100,000 more Jews into Palestine—to be followed by countless additional ones. This will have the most frightful consequences in bloody chaos beyond anything ever hinted at in Palestine before.
Quelle: King Abdullah bin Al-Hussein (1882-1951)
… als Terroristen bezeichnete man damals noch die andere Seite:
It is American dollars which support the terrorists, which buy the bullets and pistols that kill British soldiers—your allies—and Arab citizens—your friends.
We in the Arab world were stunned to hear that you permit open advertisements in newspapers asking for money to finance these terrorists, to arm them openly and deliberately for murder.
Tags: Israel, Krieg, Terror
Labels: Gesellschaft
Dienstag, 6. Januar 2009
So, I third the recommendation made by Mark and Jim, get the 17-40 for scenic, and take the 50/1.8 for some medium telephoto and lowlight abilities.
Quelle: Travel Lens Dilemma – Photo.net Canon EOS Forum
In etwas abgewandelter Form fliegt mit mir also das Nikkor 18-55mm und Sigma 30mm/1.4 nach Tel Aviv.
Tags: Ferien, Israel, Kamera, Photographie, Reisen
Labels: Allgemein
Samstag, 3. Januar 2009
Erbärmlich für ein reiches, nach Westen orientiertes Land, das garantiert mit genügend klugen Köpfen bevölkert ist:
Israel has plenty of tactics for war, but none for peace
Quelle: Jonathan Freedland: Israel has tactics for war, but none for peace | Comment is free | The Guardian
Aber natürlich darf man auch weiterhin schwarz/weiss malen, und das ganze Debakel den Palästinensern in die Schuhe schieben …
Tags: Armee, Israel, Krieg
Labels: Gesellschaft, Politik