Archiv ‘Apple’

Dienstag, 23. Februar 2021

iMac auf Mac mini M1 migrieren wird zu Mac mini M1 frisch aufsetzen

Vorweg: Apples macOS-Team hat hier mehrere Male grossen Mist gebaut. Unmöglich, dass ein Normalanwender diese Probleme selber lösen könnte.

Ein Bekannter hat sich kürzlich ein gebrauchtes iPhone 11 Pro geleistet.

Ein paar Tage nach dem Kauf nahm er Kontakt mit mir auf und fragte mich, wieso die Photos.app auf seinem iMac nur die Vorschaubilder der mit dem neuen iPhone geschossenen Photos anzeige, nicht aber das Original, wenn man es in der Grossansicht öffnet.

Der Fall war für mich rasch klar: HEIC. Beim iMac handelte es sich um das Early 2008-Modell, welches bis macOS El Capitan (10.11) aktualisiert werden konnte, welches vor fünf Jahren erschienen war. Unmöglich, dass die darunter laufende Photos.app HEIC versteht.

Selbstverständlich hätte ich den Bekannten nun anweisen können, das iPhone so zu konfigurieren, dass es Bilder anstelle im HEIC-Format als JPEG in iCloud Photos ablegt. Doch welcher verantwortungsbewusste ITler nutzt die Gunst der Stunde nicht, um einen solchen Bekannten zu überzeugen, doch den 13-jährigen iMac und das fünfjährige macOS mit etwas Modernem zu ersetzen?

Wir schauten uns auf Revendo kurz einige gebrauchte iMacs an, unter welchem Big Sur noch installierbar ist — doch angesichts des Wechsels der Prozessorarchitektur tendierte ich nach einem kurzen finanziellen Überschlag dazu, anstelle eines Intel-iMacs doch lieber einen Mac mini M1 mit einem höher auflösenden Bildschirm mit 22–24 Zoll Diagonale zu kaufen. Ein iMac M1 wäre mir lieber gewesen, doch dieses Teil wird wohl erst irgendwann einmal in diesem Jahr erscheinen.

Die Wahl fiel auf einen Mac mini M1 mit 8G RAM und 512GB SSD, sowie einen Dell P2421DC. Tastatur und Maus würde ich ihm schenken, da ich noch ein Magic Keyboard und eine Magic Mouse (beide mit Lightning-Ladeanschluss) herumliegen hatte.

Nachdem die Ware per Post eingetrudelt war, machte ich mich auf den Weg zum Bekannten, um die Migration vorzunehmen. Ich verband den iMac mittels Ethernet-Kabel mit dem Mac mini, startete auf beiden Geräten den Migration Assistant, und sagte dem Mac mini, dass er nun alle Kontos und Daten vom iMac herüberkopieren sollte. Der Vorgang benötigte über vier Stunden, angabegemäss mit einer Übertragungsrate von 20 MBit/s (dem iMac hatten wir vor einigen Jahren zum Glück eine SSD verpflanzt, sonst hätte der Kopiervorgang vermutlich noch deutlich länger gedauert). Da ich noch einen anderen Termin wahrnehmen musste, wies ich den Bekannten an, die Migration gelegentlich mitzuverfolgen und die Installation danach auf dem Mac mini abzuschliessen, sobald alle Daten kopiert worden sind.

Am Abend meldete der Bekannte, dass alles geklappt hätte, er nun aber ein Problem habe, das neueste macOS Big Sur-Update einzuspielen: Der Mac mini akzeptiere im Software Update-Dialog das Kennwort seines Benutzerkontos nicht — Logins nach einem Neustart funktionierten hingegen. Nichts half — Neustart, Kaltstart, neues Admin-Konto einrichten. Das Internet ist voll mit Geschichten zu diesem Problem.

Nach vermutlich einer Stunde hin und her sandte mir der Bekannte mit dem iPad angefertigte Bildschirmfotos des Migrationsassistenten (zum Glück hatte er diese selbst angefertigt, aber zu meinem Pech hatte er mir das bis 60 Minuten in den Supportfall nicht erzählt). Und da las ich zu meinem Schrecken:

Sorry. An error occurred while transferring your information.

Die Autorisierung zum Erstellen neuer Benutzer auf dem System konnte nicht erhalten werden.

Der Bekannte führte die Installation anschliessend fort, realisierte aber nicht, dass macOS ihn nun aufforderte, ein neues Benutzerkonto zu erstellen. Das tat er brav.

Als ich das realisierte, erklärte ich Abbruch der Übung. Der neue Ansatz für den nächsten Tag war: Mac mini M1 platt machen, macOS Big Sur fabrikneu installieren, Benutzerkonto manuell erstellen und die Daten von iMac dann manuell rüberkopieren.

Am nächsten Tag also die Plattmacherei: Ich bootete den Mac mini M1 in den Recovery-Modus, indem ich die Power-Taste betätigte und zehn Sekunden lang gedrückt hielt. Ich wechselte in das Disk Utility und löschte („Erase“) die zwei Macintosh HD- und die Data-Partition und formatierte sie als AFPS neu. Anschliessend liess ich macOS auch über die Recovery Console neu installieren.

Ich aktivierte den Mac mini, und danach wollte ich den initialen Benutzeraccount erstellen. Nachdem ich die Informationen in das Formular eingefüllt hatte, klickte ich auf „Continue“ … und dann passierte für gefühlte 10 Minuten lang nichts. Schlussendlich die Fehlermeldung:

Computer account creation failed

Your computer account could not be created with the name and password specified. Please try again.

Der Klick auf „Try Again“ brachte nix.

Nach einigen Recherchen im Netz dann die Erkenntnis, dass man in der schönen, neuen ARM64-Welt die Macintosh HD- und Data-Partition nicht einfach platt machen darf. Stattdessen müsse man den Mac mini in den Device Firmware Update (DFU)-Modus booten und einen Restore durchführen. Dazu sei ein USB-C auf USB-C-Kabel nötig, sowie ein zweiter Mac (egal ob Intel oder ARM).

Zum Glück gibt es in unserem Haushalt zwei MacBook 12 Zoll, davon eines in meinem Besitz. Dieses musste nun zusammen mit einem Original Apple USB-C-Ladekabel für den Restore herhalten.

Doch hier nun das nächste Problem: Den Mac mini in den DFU-Modus zu booten, ist mit vielen Fallstricken umgeben. Schlussendlich half dieses Video eines Dritten (wie peinlich, wenn Apples Supportseiten weniger helfen als YouTube-Videos):

Apple Configurator 2 muss aus dem App Store heruntergeladen und gestartet werden. Wichtig ist dann, das USB-C-Kabel vom MacBook an den USB-C-Anschluss direkt neben dem Ethernet-Port des Mac minis anzuschliessen. Anschliessend zieht man das Stromkabel aus dem Gerät, zählt auf fünf, drückt den Stromschalter und steckt während man den Schalter gedrückt hält das Stromkabel ein.

Apple Configurator 2 zeigt nun mit einem riesigen Symbol und dem Schriftzug DFU an, dass der Mac mini im DFU-Modus läuft.

Anschliessend klickt man mit der rechten Maustaste auf das Symbol und wählt Restore aus. Der Mac mini wird gelöscht, partitioniert und danach das aktuellste macOS heruntergeladen und frisch auf den Mac mini rüberkopiert.

Und endlich, bei diesem nun mehr dritten Anlauf den Mac mini aufzusetzen klappte die Installation endlich wie am Schnürchen: Ich konnte das Benutzerkonto einrichten und das Konto erhielt auch tatsächlich Administratorenrechte. Jetzt endlich läuft die Kiste, und wie!

Nachtrag

According to the small print in Apple’s Platform Security Guide, when you set up a new M1 Mac, or set one up after restoring it in DFU mode, the primary admin account created is special: it’s the Owner account of that Mac. During that inital setup, the Mac sends a request to Apple for that Mac’s signed Owner Identity Certificate (OIC). This is based on a private key generated in the Secure Enclave known as the Owner Identity Key (OIK).

Each M1 Mac has just a single OIK, and access to that is confined to that primary admin user of the internal SSD, who is thus its Owner.

Quelle: Last Week on My Mac: The perils of M1 Ownership

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Dienstag, 1. Dezember 2020

Mehrere Unix Timestamps auf der macOS Kommandozeile in Daten umwandeln

Voraussetzung: MacPorts und das Utility gdate (unter Linux: date) (Teil des Pakets coreutils) sind installiert.

$ python -mjson.tool < netatmo.json | grep utc | cut -d ":" -f 2 | awk '{print $1}' | xargs -I '{}' gdate -d "@{}"
Mon Nov 30 22:28:06 CET 2020
Mon Nov 30 22:27:57 CET 2020
Mon Nov 30 22:28:03 CET 2020
Mon Nov 30 22:27:38 CET 2020
Mon Nov 30 22:28:03 CET 2020
Mon Nov 30 22:28:03 CET 2020
Mon Nov 30 22:28:03 CET 2020
Mon Nov 30 17:07:34 CET 2020
Mon Nov 30 17:07:21 CET 2020
Mon Nov 30 17:07:21 CET 2020
Mon Nov 30 20:03:52 CET 2020
Mon Nov 30 20:03:52 CET 2020
Mon Nov 30 20:03:52 CET 2020
Mon Nov 30 20:03:52 CET 2020
Mon Nov 30 20:03:46 CET 2020
Mon Nov 30 22:07:42 CET 2020
Mon Nov 30 22:07:00 CET 2020
Mon Nov 30 22:07:07 CET 2020

Im vorliegenden Fall nahm mich Wunder, wann meine Netatmo-Sensoren das letzte Mal einen Wert an den Server übertragen hatten.

Mindestens zwei Stationen mit einer handvoll Sensoren haben den Wert seit gestern nicht mehr aktualisiert. Ich vermute auf Grund dieses Absturzes.

Hierzu lud ich über die Netatmo API das JSON mit den Daten aller meiner Stationen herunter, gab das JSON schön formatiert aus (ein Key-Value Pair pro Zeile), selektierte die Zeilen mit dem Attribut time_utc, isolierte deren Wert — die Unix Timestamp (ein Integer), entfernte die Leerzeichen vor und nach dem Wert und übergab die Liste der Werte mittels xargs dem Tool gdate zur Umwandlung in ein menschenlesbares Datum.

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Donnerstag, 29. Oktober 2020

MagSafers sollten das neue Apple Ladegerät zukaufen

Matt Birchler captures the incongruity of Apple’s pitch that they don’t need to include chargers in the iPhone box anymore because everyone has so many chargers already, but their new MagSafe charging only works at full capability with the new 20W adapter that no one already has.

Quelle: ‘A GUY WALKS INTO AN APPLE STORE’

(oder schreibt man das im Plural als „MagSavers“?)

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Mittwoch, 14. Oktober 2020

iPhone ist „Offline“ und kann in Instruments nicht für ein Profiling Template ausgesucht werden

Kürzlich plagte mich die Vermutung, dass ein oder mehrere (Hintergrund-)Prozesse auf meinem iPhone markant viel Leistung verbrauchen.

Ich machte mich auf die Suche nach Debug-Lösungen und wurde auf Apple Instruments aufmerksam, ein Tool, welches mit Apple xCode mitgeliefert wird.

Doch leider war es mir nicht möglich, das iPhone auszuwählen:

Ich habe dann rasch aufgegeben, denn das Problem scheint bisher nicht mehr aufgetreten zu sein.

Doch heute nun habe ich eine mögliche Lösung gefunden: iOS App Wireless Profiling with Instruments: iPhone Always Offline.

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Montag, 28. September 2020

Mit coconutBattery unter macOS die Batterie von iPhone und iPad überprüfen

Seit längerem besitze ich eine Plus-Lizenz von coconutBattery. Dieses nützliche Tool zeigt die Batterie-Eigenschaften von iPhones und iPads an, die mit dem Mac verbunden sind.

Hier der Screenshot meines mittlerweile verkauften iPads:

Relevant sind folgende Attribute:

  • Manufacture date: An welchem Datum das Gerät hergestellt wurde
  • Design capacity: Die maximale Kapazität der Batterie, als das iPad vom Förderband lief
  • Full Charge Capacity: Die mittlerweile noch verbleibende maximale Kapazität der Batterie. Mit dem Gebrauch und jedem Ladezyklus sinkt die Kapazität; der Wert hier kann höchstens gleich der Design capacity sein, in den allermeisten Fällen wird der Wert aber unter der Design Capacity liegen
  • Unterhalb Design capacity (in Prozent): Die noch verbleibende maximale Kapazität im Verhältnis zur Design Capacity. Oder umgekehrt (wenn von 100 subtrahiert): Wie viele Prozent Kapazität die Batterie verloren hat, seit sie vom Förderband lief
  • Cycle Count: Wie viele Male die Batterie vollständig aufgeladen worden ist

Hier die Werte des (gebrauchten) iPads, welches ich als Ersatz für das oben abgebildete iPad Pro gekauft habe:

Wer also auf Tutti oder Ricardo nicht die Katze im Sack kaufen will, fragt den Anbieter an, einen solchen Screenshot zu posten. Dieser beantwortet alle offenen (Batterie-)Fragen.

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Samstag, 13. Juni 2020

Geniales Unboxing-Video

Die Qualität, die Musik, der Schnitt …

… im Gegensatz zu den Kommentaren unter dem Video gehe ich bei meinem derzeitigen Wissensstand davon aus, dass die Räder für den neuen Mac Pro die $699 tatsächlich wert sind.

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Sonntag, 8. März 2020

Mail.app unter macOS High Sierra sortiert IMAP-Ordner nicht (mehr) alphabetisch

Das Problem löst man, indem man Apple Mail zuerst schliesst und die Datei .mboxCache.plist des betroffenen IMAP-Kontos löscht.

Mit dem folgenden Befehl findet man alle von Mail.app angelegten Dateien mit diesem Namen:

$ find ~/Library/Mail -maxdepth 3 -type f -name .mboxCache.plist

Wer die Dateien gleich löschen möchte:

$ find ~/Library/Mail -maxdepth 3 -type f -name .mboxCache.plist -exec rm '{}' ';'

ACHTUNG: Bitte kopiert den zweiten Befehl auf eigene Verantwortung von hier. Der Befehl LÖSCHT Dateien auf deinem Computer — wenn alles gut geht nur diejenigen Dateien, die hier beschrieben wurden. Ich übernehme aber keine Gewähr..

Quelle: Using Apple Mail, my folders have stopped being displayed in alphabetical order – how can I restore this sort order?

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Sonntag, 8. März 2020

MacPorts s-nail unter macOS meldet „Cannot find a usable character set to encode message“

Kürzlich habe ich hier beschrieben, wie ich meinem iMac endlich beigebracht habe, E-Mails von der Kommandozeile zu versenden.

Heute dann die Erkenntnis, dass ein Cron- Launchd-Job folgende Fehlermeldung ins Log ausspuckt:

mail: Cannot find a usable character set to encode message: No such entry, file or directory
mail: ... message not sent

Ich habe mir dann den zu versendenden Mail-Body in eine Datei ausgegeben und überprüft, ob dort Nicht-ASCII-Charakter vorkommen (Unter Linux Nicht-ASCII-Charakter in einer Datei ausgeben). Volltreffer! Im E-Mail-Text finden sich deutsche und französische Umlaute, die als UTF-8 abgelegt sind.

Das Problem habe ich gelöst, indem ich /opt/local/etc/mail.rc um folgende Zeilen ergänzt habe:

...
set ttycharset=utf-8
set charset-8bit=utf-8
...

Seither klappt es mit dem Versand des E-Mails.

Meine Vermutung ist, dass bei launchd-Prozessen gewisse Umgebungsvariablen nicht mitkommen, die s-nail verwendet, um das Terminal-Charset zu eruieren.

Nachtrag

Die Fehlermeldung wird in Zeile 2334 des Source Codes generiert (Stand: 8. März 2020).

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Sonntag, 1. März 2020

Unter macOS High Sierra mit MacPorts, postfix und s-nail E-Mails versenden

Emails von der Kommandozeile versenden — was man bei Linux im Handumdrehen hinkriegt, erforderte bei mir unter macOS stundenlange Handstände.

MacPorts postfix anstelle macOS postfix

Doch jetzt habe ich den Kniff raus: Die von macOS mitgelieferte postfix-Installation habe ich schlussendlich ignoriert und auf das MacPorts postfix-Paket gesetzt.

MacPorts Variants nicht vergessen

Der erste Fallstrick lauert schon hier: Um heutzutage über einen Hoster E-Mails zu versenden, benötigt man zwingend SASL und TLS. Diese Features müssen als sog. MacPorts Variants explizit mitinstalliert werden, sonst landen sie nicht auf dem Mac:

# port install postfix +sasl +tls

Ansonsten meldet postfix:

...
Mar 01 14:16:11 imac postfix/smtp[70687]: warning: smtp_sasl_auth_enable is true, but SASL support is not compiled in
Mar 01 14:16:11 imac postfix/smtp[70687]: warning: TLS has been selected, but TLS support is not compiled in
...

Verzeichnisse und Pfade zur Sicherheit hardkodieren

Eine funktionierende postfix-Konfiguration mitsamt Installationsscript habe ich von meinen Linux-Servern herüberkopiert (diese Anleitung alleine würde das Format dieses Blog-Artikels sprengen). Die Konfiguration habe ich aber mit den MacPorts-Einstellungen ergänzt. Denke daran: Bei Linux liegen die Konfiguration sowie die Arbeitsverzeichnisse allesamt am erwarteten Ort (bspw. /etc/postfix/main.cf). Da wir unter macOS auf MacPorts setzen, liegt dieselbe Datei hier unter /opt/local/etc/postfix/main.cf. Deshalb habe ich zur Sicherheit in main.cf folgende von MacPorts vorgeschlagene Ergänzungen (siehe /opt/local/etc/postfix/main.cf.sample) hinzugefügt:

$ cat /opt/local/etc/postfix/main.cf
# Directories
queue_directory = /opt/local/var/spool/postfix
command_directory = /opt/local/sbin
daemon_directory = /opt/local/libexec/postfix
data_directory = /opt/local/var/lib/postfix
meta_directory = /opt/local/etc/postfix
manpage_directory = /opt/local/share/man
sample_directory = /opt/local/share/postfix/sample
readme_directory = /opt/local/share/postfix/readme
shlib_directory = no
html_directory = no

# Paths
sendmail_path = /opt/local/sbin/sendmail
newaliases_path = /opt/local/bin/newaliases
mailq_path = /opt/local/bin/mailq

# Log
maillog_file_prefixes = /var, /var/log/macports/postfix
maillog_file = /var/log/macports/postfix/postfix.log

# Other stuff ...
mail_owner = _postfix
setgid_group = _postdrop
default_privs = nobody
unknown_local_recipient_reject_code = 550
debug_peer_level = 2
...

Logs in eine Datei schreiben

Weiter hatte ich während dem Debuggen so meine liebe Mühe, die Logging-Informationen zu finden, da diese an syslog gesendet werden und bei macOS dann in der Console.app landen. Deshalb habe ich im Gegensatz zu meinen Linux-Installationen auch noch die Konfigurationsdatei /opt/local/etc/postfix/master.cf anpassen müssen. Essentiell war es, die folgende Zeile einzufügen:

...
postlog   unix-dgram n  -       n       -       1       postlogd
...

Quelle: Postfix logging to file or stdout

Verhindern, dass fälschlicherweise die macOS postfix-Konfiguration geladen wird

Damit mir die Parallelinstallation von Postfix nicht in die Quere kommt und ich mir sicher war, dass die MacPorts-Installation von postfix tatsächlich die Konfiguration unter /opt frisst, habe ich kurzerhand den macOS postfix-Ordner verschoben:

# mv /etc/postfix /etc/postfix.bkp

Ob das wirklich nötig gewesen wäre sei dahingestellt; Vorsicht, wer das auf seinem System macht: Ich garantiere für nichts.

Postfix starten und stoppen

Die Postfix-Installation lädt man folgendermassen:

# port load postfix
# launchctl unload /Library/LaunchDaemons/org.macports.postfix.plist
# launchctl load -w /Library/LaunchDaemons/org.macports.postfix.plist

Die plist-Datei zeigt als symbolischer Link nach /opt/local/etc/LaunchDaemons/org.macports.postfix/org.macports.postfix.plist. In dieser Datei habe ich folgendes angepasst/ergänzt — das ist nicht zwingend nötig, sollte aber dazu führen, dass Postfix bei jedem Neustart automatisch gestartet wird. Ausserdem sollten im Fall von Start-Problemen Fehlermeldungen in eine Log-Datei geschrieben werden:

...
        <string>--pid=none</string>
    </array>
    <key>Disabled</key>
    <false/>
    <key>KeepAlive</key>
    <true/>
    <key>StandardOutPath</key>
    <string>/var/log/launchd.macports.postfix.standard.log</string>
    <key>StandardErrorPath</key>
    <string>/var/log/launchd.macports.postfix.error.log</string>
</dict>
</plist>

s-nail verwendet standardmässig die macOS mail-Executables

Anschliessend musste noch eine Mail-Programm her, welches erlaubt, den Absender eines E-Mails selber zu setzen. MacPorts bietet hierzu s-nail an (Homepage des Entwicklers).

# port install s-nail

Als ich mit s-nail ein Test-Mail versenden wollte folgte eine weitere Hiobs-Botschaft:

$ echo "Test email" | mail user@domain.tld
unknown: fatal: open /etc/postfix/main.cf: No such file or directory
/Users/user/dead.letter 7/135
mail: ... message not sent

Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass ich Stunden mit Debugging verbracht habe. Bis ich plötzlich realisierte, dass s-nail die offiziellen Mail-Executables mail, mailx und/oder sendmail unter /usr/bin verwendet. Der Lackmus-Test: Wenn ich diese Mail-Executables manuell aufrief, erschien ein- und dieselbe Fehlermeldung.

Dies obwohl meine Bash PATH-Variable /opt/local/bin und /opt/local/sbin vor /usr/bin und /usr/sbin nennt, verwendete s-nail aus irgendeinem Grund standardmässig die letztgenannten Pfade.

Wie sage ich s-nail aber, dass es stattdessen die MacPorts mail-Befehle verwenden soll? Folgende Anpassung in /opt/local/etc/mail.rc war nötig:

...
set mta=/opt/local/sbin/sendmail

Absender (From:) der E-Mails selber festlegen

Anschliessend musste noch eine Mail-Programm her, welches erlaubt, den Absender eines E-Mails selber zu setzen. Ich verwende in Bash-Scripts sehr oft folgendes Konstrukt, und ich wollte sicherstellen, dass die Scripts sowohl unter Debian GNU/Linux als auch macOS laufen (Argument -a):

$ echo -e "Test" | $(which mail) -a "From: DNS Query Analyzer " -s 'Top 25 DNS Queries' user@domain.tld another.user@domain.tld

Ich habe leider eine schlechte, aber auch eine gute Nachricht. Die gute: Man kann auch unter macOS den Absender setzen. Leider aber nicht mit demselben Befehl wie unter Debian GNU/Linux.

Bei s-nail muss ich leider ein anderes Argument verwenden:

$ echo -e "Test" | $(which mail) -r "DNS Query Analyzer " -s 'Top 25 DNS Queries' user@domain.tld another.user@domain.tld

Postfix hat Probleme mit selber gesetzter Absenderadresse und SPF Records

Doch nun trat bereits das nächste Problem auf, wie ein Blick in die leere INBOX und in /var/log/macports/postfix.log zeigte:

...
Mar 01 15:43:59 imac postfix/smtp[81049]: 4D0E3FBBE221: to=<user@domain.tld>, relay=s000.cyon.net[149.126.4.000]:25, delay=20, delays=0.03/20/0.03/0.04, dsn=5.0.0, status=bounced (host s000.cyon.net[149.126.4.000] said: 550 SPF: 1.2.3.4 is not allowed to send mail from emeidi.com (in reply to RCPT TO command))
...

Faszinierend. Unter Linux hatte ich eine solche Fehlermeldung noch nie gesehen. Ich verwende für den Versand „offizieller“ E-Mails jeweils emeidi.com als Absenderadresse.

Schlussendlich blieb nur die Holzhammer-Methode. Ich verschob alle Konfigurationsdateien, welche auf meinen Linux-Installationen nicht existierten, von /opt/local/etc/postfix in den Unterordner _old. Schlussendlich sah das Verzeichnis so aus:

$ find /opt/local/etc/postfix/opt/local/etc/postfix
/opt/local/etc/postfix/_old
/opt/local/etc/postfix/_old/access
/opt/local/etc/postfix/_old/access.sample
/opt/local/etc/postfix/_old/aliases
/opt/local/etc/postfix/_old/aliases.sample
/opt/local/etc/postfix/_old/bounce.cf.default
/opt/local/etc/postfix/_old/canonical
/opt/local/etc/postfix/_old/canonical.sample
/opt/local/etc/postfix/_old/generic
/opt/local/etc/postfix/_old/generic.sample
/opt/local/etc/postfix/_old/header_checks.sample
/opt/local/etc/postfix/_old/LICENSE
/opt/local/etc/postfix/_old/main.cf.default
/opt/local/etc/postfix/_old/main.cf.proto
/opt/local/etc/postfix/_old/main.cf.sample
/opt/local/etc/postfix/_old/master.cf.proto
/opt/local/etc/postfix/_old/master.cf.sample
/opt/local/etc/postfix/_old/relocated
/opt/local/etc/postfix/_old/relocated.sample
/opt/local/etc/postfix/_old/TLS_LICENSE
/opt/local/etc/postfix/_old/transport
/opt/local/etc/postfix/_old/transport.sample
/opt/local/etc/postfix/_old/virtual
/opt/local/etc/postfix/_old/virtual.sample
/opt/local/etc/postfix/header_checks
/opt/local/etc/postfix/main.cf
/opt/local/etc/postfix/makedefs.out
/opt/local/etc/postfix/master.cf
/opt/local/etc/postfix/postfix-files
/opt/local/etc/postfix/sasl
/opt/local/etc/postfix/sasl/outgoing
/opt/local/etc/postfix/sasl/outgoing.db

In sasl/outgoing entfernte ich zudem den TCP-Port nach der Server-Adresse, und master.cf ergänzte ich mit Zeilen, die bisher nur unter Linux existierten.

Heureka

Und jetzt endlich kann ich mir von der Kommandozeile aus E-Mails senden. Hat nur geschlagene sechs Stunden gedauert.

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Mittwoch, 15. Januar 2020

Mit einem Apple Smart Keyboard auf dem iPad die virtuelle Tastatur einblenden

Am Montag habe ich mein iPad Pro 9.7″ von 2016 mit einem baugleichen Occasionsmodell ersetzt.

Gründe waren, dass einerseits die Kapazität des Akkus spürbar abgenommen hat. Das wäre noch einigermassen zu verkraften gewesen. Doch seit ein paar Wochen habe ich Probleme mit dem Smart Connector im Zusammenspiel mit einer Logitech Base Ladestation und der Logitech Create Tastatur. Sowohl das Laden als auch die Tastatur funktioniert nur noch sporadisch. Und die Tastatur auch nur noch, wenn man das iPad in einem bestimmten Winkel zum Smart Connector-Anschluss hält.

Das neue „alte“ iPad konnte ich auf Ricardo für einen günstigen Preis ersteigern, insbesondere wenn man bedenkt, dass die Auktionsware mit einem etwas mehr als einem Jahr alten Apple Smart Keyboard für das iPad Pro 9.7″ geliefert wurde.

Im Gegensatz zur Logitech Create-Tastatur verfügt die Apple-Tastatur über keine Funktionstasten, und auch über keine Tastatur-Taste, welche unter iPadOS die virtuelle Tastatur auf dem Bildschirm anzeigen würde (Apple nennt diese „Software Keyboard“). Und so stand ich heute morgen das erste Mal vor dem Problem, dass ich mit angeschlossenem Smart Keyboard die Software-Tastatur anzeigen lassen wollte, aber nicht herausfinden konnte, wie man das macht.

Zwar hat Apple einen Support-Artikel „Use your Smart Keyboard Folio or Smart Keyboard with iPad Pro“ veröffentlicht, der auch auf diesen Punkt eingeht:

Switch to software keyboard

You might need to use your software keyboard instead of the Smart Keyboard Folio or Smart Keyboard to do things like type accented characters or use dictation. To show the software keyboard, tap the down arrow key on your Smart Keyboard Folio or Smart Keyboard, then touch and hold [Pfeil nach unten-Symbol] until the software keyboard appears. To hide the keyboard again, tap [Tastatur über Pfeil nach unten-Symbol].

Learn more about using iOS keyboards.

Der Hilfetext ist aber derart schlecht geschrieben, dass ich ihm nicht folgen konnte und es nicht geschafft habe, die Software-Tastatur anzuzeigen. Ich tippte wie blöd auf der Cursor-Taste herum, ohne dass sich auf dem Bildschirm etwas tat.

Erst nach dutzenden Minuten Recherche dann stiess ich auf folgendes YouTube-Video:

Wie beim iPad-Besitzer im Video war bei mir die Option „Shortcuts“ nicht aktiviert. Man findet sie unter Settings > General > Keyboard > Shortcuts.

Sobald die Option aktiviert ist, erscheint jedes Mal ein grauer Balken am unteren Ende des Bildschirms, wenn man durch tippen ein Texteingabefeld aktiviert. Und dieser Balken besitzt ganz rechts das gesuchte Pfeil nach unten-Symbol. Tippt man dieses Symbol an, erscheint die Software Tastatur auf dem Bildschirm:

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