Immerhin habe ich drüben bei Dan Barber einen Ausschnitt davon gefunden:
As soon as you arrive in the United States from overseas, people are yelling at you. First, they’re telling you which queues to use depending on which passport you have. Somehow, the printed signage doesn’t suffice, though I have a hard time believing that uniformed officers quickly barking orders at people is of much use to a foreign-language speaker.
Ich bin da deutlich vorsichtiger, denn: Ein klassischer Fall für die Spieltheorie! Und wenn man Spieltheorie sagt, muss man im selben Atemzug auch Christian Rieck sagen. Und siehe da — er hat offenbar gerade ein Video zum Thema veröffentlicht:
Ich habe das Video noch nicht geschaut (werde ich gleich machen), aber folgender Tweet schält aus meiner Sicht der Kern der Sache bereits hervor:
-zig Anrufe heute von Redaktionen, Freundinnen, family, bin ganz müde vom vielen Runterkochen. Nein, Putin wird die 🇺🇦 nicht so schnell angreifen. Er ist doch nicht blöd und gibt die gute Verhandlungsposition auf, in die er sich gerade erst gebracht hat. Nerven behalten, please!
Was läuft aus meiner Sicht? Russland sieht die NATO — da immer näher kommender — als immer grösser werdende Bedrohung. Wie stoppt man das Militärbündnis? Sicher nicht, indem man ruhig zu Hause sitzt und … nichts tut … und wartet, bis das ganze Land von Militärbasen mit Truppen und Marschflugkörpern umzingelt ist. Stattdessen: Die Schachfiguren auf dem Schachbrett strategisch positionieren, und dann auf Verhandlungen schielen. Verhandeln kann man aber nur, wenn man Pfande hat und/oder dem Gegner als Dank für dessen Aktion/Nichtaktion Dinge offerieren kann.
Wie die Sache auch immer ausgeht — mich beschleicht der Gedanke, dass Amerika mit Joe Biden nicht unbedingt „das beste Pferd“ im Stall hat, um den geopolitischen Allüren der Supermächte Russland und China zu begegnen. Der nächste Brandherd wird Taiwan sein. Ich bin gespannt, ob das Land bis zum Antritt des neuen (oder: alten) US-Präsidenten im Januar 2025 noch unabhängig sein wird.
Andererseits muss man sich in der gegenwärtigen Situation auch immer vor Augen führen, dass Joe Bidens Umfragewerte auf Grund von massiven, teils selbstverschuldeten Problemen im Inland (Corona, horrende Inflation) katastrophal sind, und dieses Jahr die Mid-Terms (Kongresswahlen) anstehen. Wenn sich Joe also als starker Mann positionieren kann, der Putin und Xi die Stirn bietet, könnte sich das im Wahljahr auszahlen. Und leider war es in der US-amerikanischen Geschichte schon öfters so, dass man mit Kriegen im Ausland von Problemen im Inland abgelenkt hat. Inwiefern die Wählerbasis Verhandlungserfolge anstelle von kriegerischen Handlungen honorieren wird, weiss ich nicht.
Nichtdestotrotz werden bei uns heute und am Montag die Notvorräte aufgestockt. Und da wir am 1. Oktober 2021 umgezogen sind besuchen wir am Wochenende schon mal den Luftschutzkeller im Nachbargebäude. Ein bisschen Vorsicht schadet ja nichts und niemanden.
Wer die USA bereist hat weiss: Die Preisschilder in den Läden sagen einem leider nicht, wie viel Geld man an den Kassen für die Ware effektiv bezahlen wird. Es handelt sich um „Rohpreise“ ohne staatliche („federal sales tax“), bundesstaatliche („state sales tax“) und lokale Abgaben („local“, „community“, „county“ „sales tax“). Diese Steuern werden erst an der Kasse beim Bezahlen draufgeschlagen.
Ähnliches gilt für Online-Bestellungen, bspw. bei Amazon: Je nachdem in welchen Bundesstaat man sich die Ware schicken lässt bezahlt man eine andere Steuer. Ausnahmen: Alaska, Delaware, Montana, New Hampshire, Oregon.
Twitterer Zuby ist dies offenbar auch aufgefallen:
How things are priced across the world:
'$100'
You pay: $100
How things are priced in the USA:
'$100'
You pay: $100 + $5.30 sales tax + $13.47 random ass tax 1 + $3.17 random ass tax 2 + $5.00 service charge + $8.45 because reasons + $2.50 card fee + $20 tip = $157.89
Dank einem Kommentar im Wall Street Journal bin ich auf folgende zwei Reden aufmerksam geworden:
The president’s Tuesday speech in Atlanta, on voting rights, was a disaster for him. […]
It seemed prepared by people who think there is only the Democratic Party in America, that’s it, everyone else is an outsider who can be disparaged. […]
Die Antwort liess nicht lange auf sich warten — Mitch McConnell keine 24 Stunden später:
I did not recognize the man at the podium yesterday. […]
“Yesterday, he called millions of Americans his domestic ‘enemies.’” […]
[…] to demonize Americans who disagree with him. He compared a bipartisan majority of senators to literal traitors.
“Twelve months ago, the president said that ‘politics need not be a raging fire destroying everything in its path.’ . . . Yesterday he poured a giant can of gasoline on that fire.” […]
Agree with me, or you’re a bigot. […]
“A president shouting that 52 senators and millions of Americans are racist unless he gets whatever he wants is proving exactly why the Framers built the Senate to check his power.”
What Mr. Biden was really doing was attempting to “delegitimize the next election in case they lose it.”
When national Democrats talk to the country they always seem to be talking to themselves. […] They get in the habit of talking to themselves, in their language, in a single, looped conversation. They have no idea how they sound to the non-left, so they have no idea when they are damaging themselves.
BREAKING: New York Governor Kathy Hochul says she will deploy medically trained National Guard troops to replace unvaccinated healthcare workers in hospitals, who will be fired tonight. pic.twitter.com/79Vr8ZUefd
… währenddessen uns in der Schweiz eingetrichtert wird, dass man Pflegepersonal (insbesondere IPS-Personal) nicht aus dem Boden stampfen könne und dies der limitierende Faktor für die Erhöhung der Intensivbetten sei.
Eine Seite lügt, aber welche?
Dann schauen wir mal, wie sich der Staat New York mit Reservisten am Krankenbett so schlägt.
Und wer weiss, vielleicht kommen auf diesem Weg ja sogar entlassene Pfleger über die Hintertür wieder rein.
Nachtrag
(unverifiziert) Es wird immer kurioser: Eine Twitter-Benutzerin behauptet, dass die National Guard des Staates New York bis Juni 2022 von der Impfpflicht befreit ist:
I’m confused.
The national guard is replacing New York nurses who refuse to get poked, yet the national guard are not MANDATED to get the jab until JUNE 2022. Tell me again how it’s all about the virus…
Die Lösung des Problems entdeckte ich mangels klarer Fehlermeldung nur, indem ich mir den Source Code (!) der Web-Site anschaute und realisierte, dass das Eingabefeld nur Buchstaben und Zahlen akzeptiert, nicht aber Leerzeichen. Nachdem ich die Leerzeichen aus der IBAN entfernt hatte, konnte ich die Überweisung abschicken.
There is, … there is an almost dread that comes out, I think, here about having to be alone and having to be quiet and you see that when you walk in, when you walk into most public spaces in America it isn’t quiet anymore. They pipe music through. And the music is easy to make fun of, it’s usually really horrible music. But it seems significant that we don’t want things to be quiet, ever, anymore.
Dank dem beherzten, sofortigen Einschreiten von Twitter, Facebook, Apple und anderen Tech-Giganten verliert Trump seine digitalen Sprachrohre. Nach Joe Bidens Vereidigung verschwindet Trump und sein Clan kurz- bis mittelfristig von der Bildfläche und ward nie mehr gesehen. Die 75 Millionen Trump-Wähler vergessen ihren Heiland über Nacht, schlussendlich auch der harte Kern, den man an all den Trump Rallies über das ganze Jahr 2020 gesehen hat.
Bonuspunkte für:
Joe und Kamala formen in Windeseile das „neue Amerika“ mit den „neuen Amerikanern“, und alle Einwohner leben am Ende der ersten Amtszeit Joes (oder: Kamalas) im Land, wo Milch und Honig fliessen
Trump wird strafrechtlich belangt und verbringt seinen Lebensabend sogar im Knast
Szenario 2: Die parteipolitische Abspaltung
Trump verlässt die Republikanische Partei (freiwillig, oder gezwungenermassen). Er und sein Clan gründen ihren eigenen Fernsehsender und ihre eigene Social Media-Plattform. Die Vereinigten Staaten entwickeln sich in den nächsten vier Jahren zum Drei-Parteien-Staat (oder: Vier-Parteien-Staat, wenn sich die (für amerikanische Verhältnisse) „radikalen“ Linken ebenfalls von der Demokratischen Partei abspalten). Die altehrwürdigen Demokraten und Trumps neue Partei dominieren, Republikaner und Linke werden zum Juniorpartner. Zu den Wahlen 2023 tritt wieder ein Trump an (nicht zwingend Donald J.). Entweder etablieren sich die Trumps bis spätestens dann zum ernsthaften Partner/Gegner, oder dann geht es nach denn Wahlen mit etwas Verzögerung zu Punkt eins über (vergleiche: EWS und BDP).
Szenario 3: Der zweite Bürgerkrieg
Das Land zerfällt in die Küstenregionen (Pacific States, Atlantic States) und das, was dazwischen liegt (Fly Over Country). Die zwei vorher aufgezählten Szenarien werden irrelevant, da sich die zwei/drei Regionen gegenseitig zerfleischen.
Donald Trumps Kampagne hat ersten Daten zufolge ausgerechnet bei Minderheiten und bei weißen Frauen gepunktet. Insgesamt war der Rückgang bei männlichen Wähler*innen im Vergleich zur letzten Wahl deutlicher als bei weiblichen. […]
Wer Trump trotz seiner Frauenverachtung bejaht, negiert die eigene Bedrohung durch Frauenverachtung, also durch die Gefahr, zum Objekt männlicher Interessen gemacht zu werden. Es ist eine Mischung aus Zustimmung zur Objektifizierung und ihrer Leugnung, über die sich Frauen und Wähler*innen der eigenen Subjektivität, der eigenen Macht versichern können.
Mario Aeby, geboren am 25. September 1980 in Bern, Schweiz
Ein Weblog über IT (Linux, OSS, Apple), Heim-Automation; mein mittlerweile abgeschlossenes Geschichtsstudium; Erkenntnisse aus meiner aktuellen Tätigkeit in der Informationssicherheit, meine Erfahrungen als IT-Berater, IT-Auditor, Web-Developer und IT-Supporter; die Schweiz, den Kanton Bern, meine ursprüngliche und auch wieder aktuelle Wohngemeinde Neuenegg, meine vorherige Wohngemeinde Bern, über lokale, regionale und globale Politik; meine Reisetätigkeit und Erfahrungen mit anderen Kulturen; und zu Guter letzt auch das Älter werden.
Alle in diesem Blog gemachten Aussagen und Meinungen sind persönlich und nicht als Ansichten meines aktuellen und/oder meiner bisherigen Arbeitgeber zu verstehen.