Posts Tagged ‘Flughafen’

Donnerstag, 31. Dezember 2009

Terroristen machen den Staat zum eigentlichen Terroristen

When people are scared, they need something done that will make them feel safe, even if it doesn’t truly make them safer. Politicians naturally want to do something in response to crisis, even if that something doesn’t make any sense.

[…] Despite fearful rhetoric to the contrary, terrorism is not a transcendent threat. A terrorist attack cannot possibly destroy a country’s way of life; it’s only our reaction to that attack that can do that kind of damage. The more we undermine our own laws, the more we convert our buildings into fortresses, the more we reduce the freedoms and liberties at the foundation of our societies, the more we’re doing the terrorists‘ job for them.

Quelle: Is aviation security mostly for show? – CNN.com

Ich freue mich schon auf meinen Zwischenhalt in Amsterdam Schiphol am kommenden Sonntag. Wahrscheinlich werden wir den Flieger nach Ghana verpassen, weil wir neu ca. 2 Stunden lang gefilzt werden. Oder so.

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Montag, 27. Juli 2009

Der richtige Firmenname

Die Flughafen Zürich AG sucht einen neuen Firmennamen. Der im Jahr 2000 mit viel Brimborium präsentierte Brand Unique ist seit langem umstritten. Nun wird in einer Arbeitsgruppe nach einem neuen Namen gesucht.

Quelle: Flughafen sucht einen neuen Firmennamen (Zürich , NZZ Online)

Endlich hat’s jemand bemerkt … Selbstverständlich werden sich Marketing-, PR- und Werbefuzzis nicht für die naheliegendste Lösung („Flughafen Zürich AG“) entscheiden, sondern für etwas völlig … neues, „hippes“, „cooles“. Wichtig ist nur eines: Wer den Namen zum ersten Mal liest, darf auf keinen Fall erraten können, was sich hinter dem Namen für eine Firma verbirgt. Denn nur so rechtfertigt man als Marketing-Fuzzi seine Stelle. Als Starthilfe hier einige Tipps: Implenia, Axpo, Sunrise, Orange, …

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Montag, 29. Juni 2009

Sommerferien 2009 mit dem Web planen

Inspiration: Before you travel, research like crazy

(Dieser Artikel kann von Zeit zu Zeit mit aktualisierten Informationen, Tipps und Links revidiert werden)

Nachfolgend einige Beschreibungen mitsamt Links, die meinen Lesern helfen sollen, ihre Sommerferien möglichst günstig zu buchen, effizient zu planen und schlussendlich möglichst viel – stressfrei – zu erleben:

Flüge

Nachdem man sich über das Reiseziel klar geworden ist, gilt es, die entsprechenden Flüge zu buchen. Wer Pauschalferien bucht, macht dies normalerweise zugleich mit der Hotelbuchung. Als Schnäppchenjäger macht es aber manchmal durchaus Sinn, die Angebote separat zu buchen.

Als erste surfe ich deshalb auf Kayak.com, um Flugpreise abzurufen. Diese Web-Site glänzt mit vielen nützlichen Features und ist Artgenossen wie eBookers meilenweit überlegen (eBookers befindet sich noch im Web 0.1-Stadium, Kayak ist durch und durch Web 2.0 und ein Paradebeispiel für gute Usability). Wer noch ein wenig Zeit bis zur Buchung hat, eröffnet sich ein Benutzerkonto und richtet sich die sog. Fare Alerts ein – täglich oder wöchentlich erhält man ab sofort ein E-Mail, welches die Entwicklung der Flugpreisee für eine bestimmte Route zu einem bestimmten Zeitpunkt aufzeigt – inklusive einer schicken Grafik. Selbstverständlich kann man die Alerts auch dazu benutzen, verschiedene Varianten einer Flugreise abzulegen (bspw. Basel – London und Zürich – London oder Abflug am Freitag und Donnerstag) und im Benutzerkonto mit einem Klick wieder aufzurufen („Saved Searches“).

Von Vorteil ist es, wenn man sich entsprechendes Piloten-Vokabular aneignet. Jeder Flughafen trägt nämlich einen dreibuchstabigen IATA-Code. Aus Zürich wird ZRH, aus Basel wird BAL (und MUL), aus Los Angeles wird LAX und aus Las Vegas LAS. Von Vorteil sind die Codes spätestens dann, wenn eine Grossstadt mehrere Flughäfen aufweist, wie bspw. London. Wer gerne das konstant verstopfte Heathrow anfliegt und genügend Zeit mitbringt, um auch mal sein Gepäck verloren gehen zu sehen, sucht nach LHR. Intelligente Köpfe wissen aber, dass der beste Flughafen der Metropole London City ist. Das Kürzel dafür lautet LCY. Aufgepasst: Die Suchfunktion von Swiss bietet trotz der expliziten Angabe von LCY manchmal auch Flüge nach LHR an. Wem egal ist, wo er aufsetzt, sucht nach dem sog. IATA-Metropolitan Code LON. So werden alle Flughäfen der Metropole gefunden.

Dennoch ist es nicht schlecht, wenn man anschliessend auch noch kurz auf Web-Sites von Airlines – in meinem Fall die Miles & More-Buden Swiss und Lufthansa – ansurft. Die „Specials“ verstecken sich bei Swiss unter dem grossen Banner in der Mitte der Seite. Dort finden sich oftmals besondere Angebote, die von Suchmaschinen wie Kayak nicht gefunden werden – was von den Airlines vermutlich auch so bewusst gehandhabt wird. Ich habe zudem auch die Newsletter der beiden Airlines abonniert, um über Aktionen frühzeitig informiert zu werden (momentan werde ich mangels Zeit aber nur „gluschtig“ gemacht). Ausserdem habe ich den Air France RSS-Feed abonniert.

Übrigens: Mit Easyjet & Konsorte reise ich nur noch widerwillig. Die Jungs dort haben sich längst vom KISS-Ansatz („Keep It Simple, Stupid“) entfernt: Zu Beginn des Buchungsvorganges wird mir die Fluggebühr angezeigt, anschliessend muss ich – selbstverständlich kostenpflichtig – aufzugebendes Gepäck mitsamt Gewicht noch hinzufügen (wer reist schon mit Gepäck, mögen sich die Easyjet-Deppen wohl gedacht haben), klicke die Reiseversicherung wieder weg und schlussendlich berappe ich noch eine happige Kreditkartengebühr. Bei Swiss und anderen professionellen Airlines weiss ich mittlerweile mit deutlich weniger Klicks, wie teuer mich ein Flug zu stehen kommt – und oftmals können die Profis mit Easyjet und dem irischen Ryan mithalten. Swiss fliegt zudem nicht an Randzeiten (wie gelange ich zu einem Abflug morgens um 7 Uhr nach Genf?!), der Web-Checkin funktioniert (mittlerweile) tadellos, das Personal am Checkin verhält sich deutlich weniger willkürlich und die Bedienung im Flieger ist zuvorkommend – zumal es etwas zu knabbern und zu trinken gibt, ohne dass ich Münz hervorsuchen muss.

Züge

Bei der ersten Version dieses Artikels ging das Transportmittel Eisenbahn vergessen – unberechtigterweise, wie ich anfügen möchte. Gerade für Reisen in umliegende Länder ist der Zug eine gute Alternative zu Flugreisen. Einerseits aus Zeitgründen (Züge kommen mitten in der Stadt an, während Flughäfen oftmals in der Peripherie liegen und deshalb bei Vergleichen zwingend noch die Fahrzeit und -kosten ins Zentrum miteinberechnet werden müssen), andererseits aus Gründen der Komfortabilität (Security-Check am Bahnhof? Negativ. Benutzung des Laptops, inklusive Stromversorgun? Klar doch. Kleine Wanderung durch das Transportmittel? Geräumigere Toiletten?).

Geht es nach Paris, München oder Mailand, wäre der Zug für mich klar erste Wahl. Da die SBB mittlerweile auch das Internet entdeckt haben, ist es nun sogar möglich, Billette nach Deutschland, Frankreich und Italien online zu kaufen und sie per Post nach Hause schicken zu lassen:

SBB Ticket Shop (Ausland)

Nicht nur erspart man sich so den Weg an den nächstegelegenen Bahnhof, man kann so auch gleich den Preis mit Fluganbietern vergleichen. Genial ist zudem, dass Gruppenrabatte rasch ersichtlich sind und Halbtax-Abos und GAs ebenfalls berücksichtigt werden.

Es kann sich durchaus lohnen, die Portale der Bahnen des Ziellandes auch nach Ticketpreisen abzufragen, konkret: tgv.com und deutschebahn.de. Aber Achtung: Leider stecken die Eisenbahnen immer noch im 19. Jahrhundert fest. Liegt das Reisedatum nach dem Fahrplanwechsel – bei SNCF im Juli – können keine Abfragen gemacht werden. Egal welche Beweggründe auch immer dahinter stehen – mir als preis- und konkurrenzbewusstem Kunde ist es schnurzpiepegal, die Techniker haben das irgendwie hinzukriegen.

Unterkunft

Sobald man seine Destination gewählt und den Flug/Zug gebucht hat, sollte man sich um eine passende Unterkunft kümmern. Bevor ich mich in Online-Kataloge stürze, mache immer zuerst einen Zwischenhalt auf Holidaycheck. Auf dieser Seite hinterlassen Leute wie ich (sowie verdeckt handelnde Hotelmanager) Bewertungen von besuchten Hotels. Obwohl man sich über die Qualität und Aussagekraft der Bewertungen streiten mag (der griesgrämige pensionierte Deutsche, der auch in einem **-Hotel eine Fünfstern-Bedienung erwartet ist leider sehr oft zu hören) – es hilft, zumindest quantitativ die Spreu vom Weizen zu trennen. Ein Hotel, das viele Bewertungen aufweist, sollte man sich auf alle Fälle genauer anschauen.

Die Buchung geschieht anschliessend über Holidaycheck selber (manchmal gibt es dort wirklich Schnäppchen) oder über Sites wie Hotels.ch oder eBookers. Manchmal sind die Preisdifferenzen so vernachlässigbar, dass man auch gleich direkt auf der Web-Site des Hotels buchen kann – Kreditkarte vorausgesetzt. Ganz toll ist auch Kayak.com, welches die beste Visualisierung der Hotels auf einer Karte anbietet – inklusive einer benutzerfreundlichen „Umkreissuche“ von einem bestimmten Punkt auf der Karte.

Wer es billiger mag, schaut sich im Netz nach „Hostels“ – Jugendherbergen – um. Oftmals kann man diese heutzutage online per Kreditkarte buchen und muss bezüglich Infrastruktur kaum Komforteinbussen hinnehmen (WiFi – kostenlos? Kein Problem). Einziger Nachteil, der sich mir beim ersten Hostel-Besuch in meinem Leben im Frühjahr 2009 in Amsterdam eröffnete: Unangenehme Gerüche, Geschnarche, Geschmatze gehören in einem 12er-Schlag dann halt leider dazu …

Ganz kostenlos schaffen es Couchpotatoes Couchsurfers, die im Gegenzug aber auch ihre Couch für Durchreisende hergeben müssen (wäre ich alleiniger Hausherr, würde mich das kaum stören).

Mietauto

Bisher habe ich nur auf meiner Kalifornien-Reise ein Mietauto buchen müssen. Dabei habe ich aber Ratschläge in Foren befolgt, aus Versicherungsgründen nicht vor Ort einen Anbieter auszuwählen, sondern bequem von zu Hause bei Holidayautos ein Auto auszuwählen. Die Vollkasko-Versicherung ohne Selbstbehalt sowie die Haftpflichtversicherung und der Zusatz bis 2 Millionen Euro überzeugten mich im Nu, wenn auch der Preis vielleicht etwas höher als vor Ort war. So wurde ich auch nicht mit Upselling-Versuchen überhäuft …

Für Amerika ratsam: Die kleinste Wagenkategorie buchen. Vor Ort gibt es meist eh nur die nächsthöhere Kategorie (Amis halt), weshalb man ein kostenloses Upgrade kriegt.

Öffentlicher Verkehr

Normalerweise ist es kein Problem, Mehrtages-Billets für den öffentlichen Verkehr zu erstehen. Normalerweise wähle ich die Pauschalvariante, da ich nicht hundert Mal im Tag aus Kostengründen abwägen möchte, ob ich die U-Bahn nun nehmen soll oder nicht.

In meiner Schublade liegt sowohl eine aufladbare Oyster-Card (für London) als auch eine ähnliche Karte für Amsterdam. So kann man in London City aus dem Flughafen laufen, die Karte am Automaten aufladen und gleich auf die Metro rennen.

Planung des Aufenthaltes

Anschliessend – oder noch während der Suche nach Unterkünften – richte ich mir auf Google Maps eine Karte für die Reise ein. Auf dieser zeichne ich Sehenswürdigkeiten ein, die mich interessieren. Sowie Bahnhöfe, Flughäfen und natürlich auch die potentiellen Unterkünfte. So ergibt sich äusserst rasch ein Bild, in welcher Region ein Hotel vorteilhaft wäre und ob ich ein Mietauto benötige.

Obwohl von meinen Kollegen noch kaum genutzt, ist es dank Google Maps auch möglich, Karten zusammen anzuschauen und zu ergänzen.

Reisegepäck

Ausschliesslich Samsonite! Ich habe sowohl einen Rollkoffer (in Kabinengepäck-Grösse) als auch eine Tragetasche, in der mein MacBook Platz hat. Besonders gut finde ich an Samsonite-Tragetaschen, dass sie ein gut zugängliches, ca. 10cm hohes Fach haben, in welches man den Pass, das Portemonnaie und die Flugtickets deponieren kann.

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Sonntag, 22. Februar 2009

Nur noch Web-Check-In? Gerne, aber …

„Letztendlich wollen wir erreichen, dass nur noch einer von fünf Passagieren Gepäck aufgibt“, sagte O’Leary. Bisher habe noch jeder vierte Kunde mehr als nur Handgepäck dabei.

Quelle: Billigflieger Ryanair: Check-in künftig nur noch online – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Reise

Solange diese Sicherheits-Idioten das Gefühl haben, dass 101 Milliliter Flüssigkeit ein Flugzeug zum Absturz bringen können (100ml davon aber offensichtlich nicht), muss ich weiterhin Gepäck aufgeben. Denn ohne Necessaire düse ich nicht um den Globus!

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Mittwoch, 18. Februar 2009

Indien 2009: Fliegend im Land unterwegs

Dies ist der erste Blog-Artikel nach und über meine zweiwöchigen Indien-Reise. Wenn es die Zeit zulässt, werde ich meine Erlebnisse in mehreren Artikeln niederschreiben. Fotos (über 1500 an der Zahl) folgen auch irgendwann einmal auf Flickr.

Obwohl die Mehrheit der indischen Bevölkerung entweder gar nicht, Städter mit der Rikscha oder dem Töff, die Mittelklasse bereits mit Kleinwagen und die Oberschicht in Einzelfällen auch schon im Mercedes oder 7er-BMW rumkurvt, ist und bleibt der Zug das Verkehrsmittel, um zwischen Städten zu verkehren.

Die letzte Option, der Flugverkehr, erfreut sich mittlerweile auch steigender Beliebtheit, wobei aber auch hier die Unterschicht aussen vor bleibt: Wer 2-3000 Rupien im Monat verdient, kann sich schlecht einen Flug von Ahmedabad nach Goa leisten, der mit ca. 4200 Rupien zu Buche schlägt. Für uns Touristen wiederum ist es ein bequemes und schnelles Fortbewegungsmittel, dass zudem kaum etwas kostet – 4000 Rupien entsprechen knapp 100 Schweizer Franken. Die Zeitersparnis für eine Reise, bspw. von Ahmedabad nach Goa, ist zudem beachtlich: Anstelle zig Stunden im Zug verbringen zu müssen und in Mumbai umzusteigen, erreicht man Goa im Flieger innert 2 Stunden.

Fluggesellschaften

Seit der Liberalisierung des inländischen Flugverkehrs drängten in den letzten Jahren verschiedene Airlines auf das Parkett:

Wer analog zum schweizerischen Ebookers Preise verschiedenster Airlines abfragen möchte, bedient sich folgender indischer Reise-Site:

Plan My Trip

Ahmedabad

Aus der Innenstadt gelangten wir mit einem Hotel Drop-Off. Obwohl wir im Billighotel Alka (in derselben Strasse wie das General Post Office) abgestiegen waren (Zimmerpreis: 350 Rupien für ein Doppel), war es absolut kein Problem, am Tag der Abreise beim Luxus-Hotel House of MG vorzusprechen (Zimmerpreis: 7000 Rupien an aufwärts) und einen Drop-Off zu organisieren. Kostenpunkt: 500 Rupien – egal, ob eine oder fünf Personen im Auto sitzen. Da wir fünf Personen waren und eine Menge Gepäck bei uns hatten, waren wir froh, dass wir uns für dieses Transportmittel entschieden hatten.

Selbstverständlich hatten alle Mitglieder unserer Gruppe ihre Flugtickets bereits per Internet bestellt und die Bestätigung ausgedruckt. Gemäss Jet Airways sollte man spätestens 75 Minuten vor Abflug am Flughafen sein und das Check-In-Prozedere durchlaufen. Vor Ort hatte ich aber das Gefühl, dass man auch später hätte eintrudeln können … Leider war mit der Anzeige der anstehenden Abflüge etwas nicht in Ordnung – meine Flugnummer war nirgends aufgeführt, und auch die Abflugzeit 18:50 Uhr fand sich nirgends. Nachdem sich eine Mitreisende bei einem Info-Schalter kundig gemacht hatte, war das Rätsel schnell gelöst: Computerpanne. Die Flugnummern stimmten nicht mit den Destinationen überein. Anstelle der Abflugzeit war zudem die Boarding-Zeit angegeben.

Bevor man in den topmodernen Flughafen eintreten kann, muss man dem Sicherheitsposten eine ID (Reisepass, bspw.) sowie das Flugticket vorzeigen. Im Flughafengebäude sucht man sich nun nicht wie üblich den Check-In-Schalter, sondern das Baggage-Screening der jeweiligen Airline – in Indien wird das aufzugebende Gepäck bereits vor der Aufgabe gründlich auf gefährliche Inhalte hin geröntgt. Zu guter Letzt soll mit einem mechanisch festgezurrten Plasticband verhindert werden, dass jemand nachträglich Gegenstände in das Gepäck legt. Bei einem 65-litrigen Reiserucksack, wie ich ihn benutzte, war dieses Band aber nutzlos – ich hätte problemlos noch etwas ins aufzugebende Gepäck verfrachten können. Immerhin wurde eines von drei Samsonite-Schlössern mit einem Siegel (Plastickleber) versehen.

Am Check-In-Schalter ging es dann – für Indien eher ungewohnt – speditiv und ruck-zuck vorwärts. Nach wenigen Minuten besass ich meine Bordkarte und das aufgegebene Gepäck war auf Förderbändern unterwegs zum Verlad.

Sofort wurde ich aber von einer Indien-kundigen Person unserer Gruppe darauf aufmerksam gemacht, nicht nur für meinen Rucksack, sondern unbedingt auch für meine Anzugstasche ein Bändel zu verlangen. Ohne diesen wäre ich nicht durch die noch folgenden Security-Checks gekommen, da die erfolgreiche Passage mit einem Stempel auf den Zettel bestätigt wird.

Auch der Security-Check des Handgepäcks und meiner Wenigkeit ging so rasch vorüber. Während meine zwei Handgepäcksstücke durch den Röntgenapparat liefen, wurde ich durch den Metalldetektor gejagt und von einem Polizisten abgetastet. Glücklicherweise schien ich und meine Mitbringsel als unverdächtig.

In der aus drei Gates bestehenden Wartehalle kam dann leider rasch Langeweile auf: Nur gerade ein mickriger Fressstand, an dem in der Mikrowelle aufgewärmte indische Gerichte und Sandwiches angeboten wurden. Die Stühle waren zwar bequem und man konnte es sich mit einer der vielen herumliegenden Zeitungen bequem machen – doch die Klima-Anlage sorgte für Temperaturen wie im Tiefkühlhaus. Ich musste mein kurzärmliges Baumwoll-Hemd mit einem langärmligen Leinenhemd austauschen.

Pünktlich zur angekündigten Boarding-Zeit wurde das Gate geöffnet. Draussen vor dem Gate wartete ein Bus der Jet Airways, während sich drinnen eine unglaublich lange Schlange vor der Ticket-Überprüfung bildete. Wenn die indische Luftfahrt in der Krise steckt, dann sicherlich nicht Jet Airways auf der Strecke AMD-BOM. Nachdem drei oder vier Busse das Gate Richtung Rollfeld verlassen hatten, stellte ich mich in die Schlange und wurde problemlos abgefertigt.

Bevor ich aber in den Bus einsteigen durfte, wurde ich – wie alle anderen auch – erneut von Sicherheitspersonal überprüft. Einerseits stellte man sicher, dass mein Handgepäck über den obligatorischen Zettel verfügte und über den Security-Check-Stempel verfügte. Ein neuer, zweiter Stempel darauf bestätigte auch hier wieder, dass ich die Checks erfolgreich durchlaufen hatte. Auch ich wurde erneut mit tragbaren Metalldetektoren abgesucht – Männer lustigerweise vor allen anderen Passagieren, während Frauen hinter einer aufgestellten Trennwand abgetastet und mit einem Metalldetektor abgesucht wurden.

Das Flugzeug war erwartungsgemäss übervoll, doch für einen 60-minütigen Flug habe kaum Ansprüche. Wie von der Kollegin vorgewarnt gab es bei Jet Airways auch auf einem solchen kurzen Flug tatsächlich eine Mahlzeit serviert – bei Billiganbietern wartet man vergeblich auf indische Kost.

Da wir etwa 10 Minuten später von Ahmedabad abgehoben waren, kam das Flugzeug auch 10 Minuten später in Mumbai an. Alles in allem war die Abfertigung mühsam, der Flug aber sehr angenehm.

Mumbai

Der Chhatrapati Shivaji Flughafen in Mumbai (ehemals Bombay) ist in ein internationales und nationales Terminal aufgeteilt. Da ich einen Inlandflug gebucht hatte, kam ich am nationalen Terminal an (Ausnahme: Kingfisher soll dem vernehmen nach auch den internationalen Teil anfliegen). Die neu gestaltete Ankunftshalle mit dem Baggage Claim war mit vielen Leuten bevölkert. Dank meiner Freundin, die dieselbe Reise vor zwei Tagen gemacht hatte, wusste ich, dass ich das aufgegebene Gepäck abholen musste und darauf am runden Informationsschalter in der Mitte des Raumes ein kostenloses Ticket für den Bus verlangen musste, der mich vom nationalen zum internationalen Flughafen bringen sollte. Nachdem ein glatzköpfiger, tobender älterer Herr sein ganzes Repertoire an Bedrohungen durchgezogen hatte, erhielt ich gegen Vorweisung meines Tickets eine Wartenummer. Knapp nach 20:00 Uhr eingetroffen, schaffte ich es problemlos, aber mit langem Anstehen, auf den nächsten Bus, der um 20:30 Uhr verkehrte (in Wahrheit waren es zwei Busse).

Nach etwa 20 Minuten Fahrt, während der es meine SItznachbarin plötzlich mit der Angst zu tun bekam, als wir das Flughafengelände kurzzeitig verlassen hatten („This bus goes to International Airport, right?“), durften wir an Gate B aussteigen. Fast hätte ich im Eifer des Gefechts meine Anzugstasche im Bus vergessen … Ich bewaffnete mich mit einem dieser Gepäckroller, lud mein Gepäck darauf und versuchte, durch die Menschenmasse Richtung Lufthansa-Checkin (Gate C) zu navigieren. Manchmal wurde ich von hinten mit einem anderen Gepäckroller angefahren, manchmal kollidierte ich fast mit entgegenkommenden oder rumstehenden Personen und einmal musste ich den Roller vom höhergelegenen Trottoir wieder auf die Strasse bugsieren, weil der Weg mit Abschrankungen versperrt war. Hinzu kamen die Autos, die auf der Rundstrasse verkehrten, manchmal anhielten, um Leute abzuladen.

Um zu den Abfertigungsschaltern zu gelangen, musste ich erneut Pass und Flugbillet vorzeigen, wurde aber auch hier rasch vorgelassen. Der Lufthansa-Schalter war um 21:00 Uhr noch nicht besetzt, obwohl mein Flug LH 765 bereits auf den Bildschirmen über den Schaltern angezeigt wurde.

Nach und nach sammelten sich Deutsche, Schweizer und Italiener um die Schalter – und plötzlich kam Betrieb in die Bude. Doch bevor man sich in die Schlange stellen konnte, musste man das aufzugebende Gepäck auch hier erneut einer Sicherheitskontrolle unterziehen – dasselbe Prozedere wie in Ahmedabad.

Irgendwann hatte ich dann tatsächlich eingecheckt, hielt die Bordkarten in der Hand und begab mich Richtung Sicherheitscheck. Auf dem Weg dorthin versuchte ich noch, meine Literflasche Mineralwasser zu leeren, was mir natürlich nicht vollständig gelang. Sie fand deshalb ihre letzte Ruhestätte neben vielen anderen halbvollen Flaschen vor dem Security-Check. Lustigerweise bemängelte niemand die von mir mitgeführten Flüssigkeiten – Linsenmittel in einem 110ml-Behälter (!!!) und ein Deodorant-Stick. Ich hatte mir nicht mal die Mühe gegeben, diese in den vorgeschriebenen Plasticsack zu verstauen. Den Scan durchlief das Handgepäck ohne Problem, und wieder erhielt ich den ominösen Stempel auf die Lufthansa-Adressetikette.

Nach Vorwarnungen einer Bekannten erwartete ich im Abflugbereich die schlimmsten Zustände – war aber äusserst positiv überrascht, einen solch modernen Bereich vorzufinden. Es hatte alles, was des Indien-Rückreisenden Herz begehrt: KFC, Pizza Hut, Noodle-Bar, indisches Restaurant, Kaffee-Bar, Duty-Free-Läden, Zeitschriften-Kiosks, Souvenir-Läden … alles äusserst modern!

Trotz Verdauungsproblemen entschied ich mich, meine überzähligen Rupien für westliches Essen auszugeben und verköstigte mich im Pizza Hut. Nach mehr als 14 Tagen biss ich das erste Mal seit langem mit voller Wonne in einen Mars-Schokoriegel. Den Slumdog Crorepati (indisch für „Millionaire“)-Soundtrack für sagenhafte 160 Rupien fand ich aber leider nicht.

Nachdem die Grundbedürfnisse gestillt und das literweise getrunkene Wasser auf unzähligen Toilettensitzungen ausgeschieden war, begab ich mich ans Gate und wartete die letzte Stunde dort, kämpfte gegen die mich übermannende Müdigkeit und verliess das Land nach 1 Uhr morgens.

Eine grosse Enttäuschung war Lufthansa mit ihrem A330: In den Sitzrücken waren nicht wie von anderen Langestreckenflügen und Airlines gewohnt LCD-Schirme eingebaut. Das Unterhaltungsprogramm wurde wie anno dazumal auf einem Bildschirm in der Flugzeugmitte angezeigt – man hatte keine Wahl und musste genau die zwei Filmstreifen schauen, die Lufthansa vorgesehen hatte. Von einer Runde interaktivem Wer wird Millionär? konnte ich auch nur träumen. Das nächste Mal fliege ich wieder Swiss …

Übrigens: Ich empfehle im A330 nach Indien (LH 764 respektive LH 765) die Sitzreihe 30 – Beinfreiheit, da kein Vordermann vorhanden. Leider musste ich mich mit Reihe 31 begnügen.

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Freitag, 24. Oktober 2008

Traumjob UBS-Pilot

Jeder Schweizer hat die Swissair geliebt. Jungen wollten sein wie die Flugkapitäne der Swissair. Sie wollten nie sein wie die Banker der UBS.

Quelle: SPIEGEL ONLINE – Druckversion – Finanzplatz Schweiz: Die verunsicherte Wohlstandsinsel – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Wirtschaft

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Freitag, 8. August 2008

Bodenpreise halbiert?

sein Unternehmen sei bereit, bis zu 2 Mrd. Pfund für den Erwerb des Flughafens auszugeben. Er sei im übrigen sicher, dass Ryanair den Flughafen besser führen könne als BAA. Nach einer Übernahme wolle er eine zweite Landebahn und ein zweites Terminal in Stansted bauen und die Landegebühren halbieren. Damit solle die Zahl der Passagiere von derzeit 24 Millionen auf 40 Millionen pro Jahr gesteigert werden. Stansted ist Ryanairs Hauptdrehkreuz.

Quelle: FTD.de – Übernahmeplan: Ryanair rechnet Kauf von Stansted durch – Handel + Dienstleister

Gute Sache. Mit solchen Aussagen hat Ryanairs CEO die Boden- und Wohnungspreise in Stansted über Nacht wohl mehr als halbiert.

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Sonntag, 2. März 2008

Dieser Pilot hat den Applaus nach der Landung verdient

Nachtrag: Nach neuesten Erkenntnissen müsste der Titel dieses Artikels in „Diese Pilotin …“

Meine Fresse!

(Amateur-Filmer) „Das ging beinahe in die Hose!“ – „Weisst du was ich glaube? Dass die das gleich einstellen!“ – „Glaub ich auch!“ – „Hast du das gesehen? Der hat den Flügel meiner Meinung nach berührt …“ – „Sag ich auch, ja!“

Nachtrag

SPIEGEL Online hat nähere Infos zum Beinahe-Crash:

Die Maschine wird von der Böe auf der rechten Seite nach oben gerissen, der linke Flügel berührt die Landebahn. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE wird dabei das Winglet beschädigt […]

betraf unsere LH 044.“ An Bord befanden sich 131 Passagiere. Unmittelbar vor dem Touchdown habe die Böe den Airbus erfasst, „die Piloten haben superprofessionell reagiert und die Maschine hochgezogen“.

Quelle: Orkanböe erfasst Flugzeug – Beinahe-Crash in Hamburg

Nachtrag 2

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Quelle: User Photo (© by Lars Tretau)

Nachtrag 3

Ermittlungen nach Beinahe-Landeunfall in Hamburg

Nachtrag 4

Nicht der 39-jährige Flugkapitän ist der Held von Hamburg, sondern seine 24-jährige Co-Pilotin. Sie steuerte die Maschine beim dramatischen Landeanflug. […]

[…] Warum nicht der wesentlich routiniertere Kapitän den gefährlichen Anflug pilotierte, sondern seine junge Kollegin ist noch unklar. Ein Sprecher der Lufthansa erklärte dazu:„Der Anflug war eine Teamkooperation unter Leitung des Kapitäns“

Quelle: Co-Pilotin flog die Glücksmaschine

Klar. Und wenn der Vogel gecrasht wäre, wäre es natürlich ein PIlotenfehler durch eine Anfängerin gewesen …

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