Archiv ‘USA’

Montag, 29. Dezember 2025

Trinksportart: Gelande oder Gelände oder Snowdown Quaffing

Kürzlich auf Twitter entdeckt: Ähnlich dem Pausenplatz-Tischtennis, „curlen“ sich Männer auf einem Tisch gefüllte Bierhumpen quer über das „Spielfeld“. Ob der Tisch noch speziell präpariert ist (vereist? mit Seife eingecremt?), weiss ich nicht. Der Mitspieler muss den Humpen in der Luft fassen, sobald er die Tischplatte als Unterlage verlässt, und danach leertrinken, während er die Tischseite wechselt. Dann ist er an der Reihe, einen neuen Humpen über den Tisch zu seinem Mitspieler rüberzukegeln. Von wo der Humpen kommt ist unklar:

Nachtrag: Angabegemäss besteht ein Team aus vier Leuten, die alle um den Tisch rotieren. Jedes Spiel dauert zwei Minuten, in welcher Zeit so viele Bierhumpen wie möglich getrunken werden müssen. Wird ein Humpen am Henkel gefasst, gibt es Extrapunkte.

Der Name: Auch nicht ganz klar. Zuerst resultierte eine Google-Suche in „Snowdown“ Quaffing, später las ich auch „Gelande“ Quaffing, und so nennt es auch der Guardian, gemäss welchem das Spiel im Teton Village im Jackson Hole Mountain Resort in Wyoming, USA, erfunden wurde. „Gelande Quaff“ wird im Artikel auch erwähnt, und tatsächlich, als deutschsprachiger ist einem das bereits aufgefallen: „Gelande“ ist die amerikanische, den deutschen Umlauten nicht mächtige Schreibweise für „Gelände“.

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Freitag, 26. Dezember 2025

Mit 820 PS in die Mauer

Mit (schnellen) Autos kann ich nichts anfangen.

Ich befürchte, dass zu viele Leute zu schnelle Autos fahren, und diese Leute der Herausforderung leider nicht gewachsen sind. Es ist eines, wenn sie dadurch nur ihr Leben gefährden, sind aber auch Passagiere oder gar Unbeteiligte in Raserunfälle involviert, ist es nicht mehr lustig.

Angabegemäss verfügt der 2026 Ferrari 296 GTS über knapp 820 PS.

Vor einigen Tagen brachte sich Vince Zampella mit einem solchen Bolliden auf einer Bergstrecke in den Bergen nordöstlich von Los Angeles, Kalifornien, USA, um. Auf dem Angeles Crest Highway. Vermutlich durch einen Fahrerfehler, welcher bei der gefahrenen Geschwindigkeit und Strecke zwangsläufig mit dem Tod bestraft wird.

Zampella sagte mir bis dann nichts, aber offenbar war er Spieledesigner und hat die Computerspielserie Call of Duty (CoD) mitentwickelt.

LA Times: Vince Zampella, ‘Call of Duty’ co-creator, dies in fiery crash of Ferrari on Angeles Crest Highway

Der Unfall wurde von Unbeteiligten gefilmt, die den Passagieren nach dem Unfall — trotz Flammen, Helden — zu Hilfe eilten. Leider kam jede Hilfe zu spät. Das Video findet sich vermutlich überall im Netz, hier meines Wissens in ganzer Länge, ohne Schnitte und darübergelegte Kommentare:

Twitter: Insider Paper @TheInsiderPaper Insider Paper is your source for Breaking News and Developing Stories.

Via Reddit habe ich ein Dashcam-Video gefunden, das höchstwahrscheinlich die Zufahrt zum Unfallort zeigt (und einen anders gearteten Unfall, aber an derselben Stelle, der glimpflicher ausgegangen ist) Caught on Dashcam – Car Crash and Flip Off the Side of a Mountain – Angeles Crest Highway.

Wenn ich richtig recherchiert habe, befindet sich die Ausfahrt des zweiten Tunnels genau hier (34.362625, -117.865130). Die Tunnels werden … wie unerwartet … Angeles Crest Tunnels genannt. Sie befinden sich zwischen dem Jarvi Memorial Picnic Ground im Osten, und der Eagles Roost Picnic Area im Westen.

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Dienstag, 25. November 2025

Die Verhandlungs- und Vertragsprofis zu Bundesbern

Wöchentlich oder gar täglich kommen neue Schmankerl aus dem Rahmenvertrag ans Licht.

Lustig ist es inbesondere dann, wenn die Verhandler und EU-Befürworter in der Schweiz kritischen Zeitgenossen erklären, dass Dinge, die im 1800-seitigen Vertrag nicht explizit und klipp und klar, sprich ohne Interpretationsspielraum, festgehalten sind, sicherlich nie zu unserem Nachteil führen werden, und von Gerichten auf gar keinen Fall gegen unsere Gunsten ausgelegt werden.

Das hatten wir doch kürzlich bereits einmal: Bundesbern war sich — auch noch gestützt auf ein Gutachten einer renommierten Kanzlei — hundertzwanzig Prozent sicher, den neuen F-35 Kampfjet zu einem Fixpreis gekauft zu haben. Wie das herausgekommen ist, wissen wir ja.

Bundesbern, der Hort der völlig überbezahlten Verhandlungs- und Vertragsprofis.

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Sonntag, 10. August 2025

Wieso westliche Demokratien auf unbegrenzte Zuwanderung setzen

Offenbar scheint Kanada auch ungebremste Einwanderung zu erleben — doch wieso? Der YouTuber hinter Predictive History präsentiert seine Hypothese, und … um Herrn Drosten zu zitieren … es sieht nicht gut aus für den Westen:

Der Lehrer und YouTuber wurde mit der Prophezeiung des U.S.–Angriffs auf den Iran ein Jahr bevor Eintreten berühmt:

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Sonntag, 8. Juni 2025

Das Endstadium der USA?

There will be no „collapse“ in the sense people think of it. It’s not going to be like the movies where one day everything collapses, prices skyrocket, and everyone begins to riot. Which in turn brings the army to the streets. There will be no „happening“. It’s far more insidious than that. Read the poem The Hollow Men by T.S. Eliot and you will understand a deeper meaning. You’ll just notice that every day items will become a little more expensive, day by day. Everyone’s homes will get smaller, your work hours will increase will you pay will naturally decrease through inflation. You’ll see family and friends less, and find in time you care about them less and less. Everyday you’ll find yourself lowering your standards for life in everything from work, food, relationships, etc. Job security will no longer be a concept. Less people will get married and thus even less people will have kids. People will engross themselves in technological distractions and fantasty while never truly experiencing the real world. Whatever dream people use to have about what their lives were going to be, will become something from a distance past. The only thing left for people will be the reality of their debt and poverty. And every minute of everyday they will be told „you are stupid, you are ugly, you are worthless, but together we are free, prosperous, and safe.“ That is the collapse. The reduction of the American Male into a feudal serf, incapable of feeling love or hate, incapable of seeing the pitiful nature of his situation for what it is or recognizing his own self worth.

Quelle: There will be no collapse in the sense people think of it., gefunden via (mit einigen textlichen Abweichungen): This is one of the most unsettling 4Chan posts of all time. Not with a bang, not even with a whimper. Just a slow living death forever. We’ll beg for an ecological catastrophe or an asteroid.

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Samstag, 26. April 2025

ACLU vergisst, den Elefant im Raum zu benennen

Heute Abend auf Hacker News ins Gesicht gesprungen:

ICE Deports 3 U.S. Citizen Children Held Incommunicado Prior to the Deportation

Das urenglische Wort incommunicado, im Alltags-Wortschatz einer jeden englischsprachigen Person tief verankert, ergatterte meine Aufmerksamkeit, und ich klickte deshalb auf den Link und las den Artikel.

Einige Bemerkungen:

  • Kenner wissen: Die ACLU setzt sich für Menschenrechte ein und steht links, sprich die ACLU befürwortet — meinem Verständnis nach — Immigration, die Aufnahme von Flüchtlingen, die Legalisierung des Aufenthaltsstatus illegal eingereister Personen, und ist gegen Deportationen. Unter dem dementsprechenden Blickwinkel las ich den Artikel dann auch quellenkritisch.
  • incommunicado mag ein Fachbegriff sein, mir sagt das aber nichts, und der Artikel macht sich nicht gross die Mühe zu erklären, was denn nun genau damit gemeint ist. Bei mir erzeugt der Artikel deswegen ein klugscheisserisches Geschmäckle, als ginge es dem Autor viel mehr darum, mit Fachwörtern zu prahlen, als mit einfach(er)en Worten die Mehrheit der Leserschaft für deren Sache zu gewinnen. Nachdem ich den Artikel noch einmal gelesen habe, interpretiere ich incommunicado wie folgt: Der oder die zu deportierende Personen können in der Abschiebehaft von Angehörigen und/oder rechtlichen Vertretern nicht kontaktiert werden, sowie auch umgekehrt diese nicht kontaktieren.
  • Diese stilistisch-prahlerische Eigenheit des oder der Autorin sei zu verzeihen, aber der aufmerksam-kritische Leser wird am Ende der Lektüre die Kernfrage nicht beantwortet erhalten: Wieso werden die Personen abgeschoben? Was haben sie verbrochen, was ist die rechtliche Basis für die Abschiebung? Der Elefant im Raum wird nicht angesprochen, aber für mich ist zwischen den Zeilen gelesen klar: Die Eltern sind illegal in die USA eingereist und/oder halten sich mittlerweile illegal in den USA auf. Deren Kinder sind in den USA zur Welt gekommen, und dementsprechend, auf Grund des Ius Solis, automatisch U.S.-Bürger geworden. Sprich: Die Nationalität der Kinder darf erwähnt werden, diejenigen der Eltern aber nicht. Auch wohin (in welches Land) die Familien abgeschoben wurden, erfährt man nicht. Wieso die ACLU das nicht erwähnt? Entweder weil die ACLU denkt, dass dies eine irrelevante Information ist. Dieser Logik folgend dürfte keine Person, die in den USA lebt, abgeschoben werden. Oder aber weil die ACLU sich bewusst ist, dass sie mit Bekanntgabe dieser Tatsache eine viel grössere Zahl an Lesern für ihre Sache verlieren würde.

So weit so schlecht.

Babylon Bee bringt die Kernfrage in dieser Thematik sarkastisch-schön auf den Punkt: People Who Bypassed Legal Process In Migrating To USA Demand Legal Process Before Being Kicked Out. Ich denke Babylon Bee und die ACLU werden sich in der Sache nie finden.

Ich habe auch noch die Kommentare auf Hacker News überflogen, und dieser hier resonnierte am Meisten mit mir.

Nachtrag

Mittlerweile hat die Meldung den Weg in die Mainstream-Medien gefunden. BBC hat mehr Hintergründe: Three US citizen children, one with cancer, deported to Honduras, lawyers say.

Die BBC erwähnt nicht nur, wohin die Familien abgeschoben wurden (Honduras), sondern im dritten Paragraphen auch, was die ACLU vergessen hat, explizit zu erwähnen:

Donald Trump’s border czar Tom Homan said the mothers had made the choice for their citizen children to be removed with them. „Having a US citizen child does not make you immune from our laws,“ he said, adding the mothers were in the US illegally.

Und weiter:

Homan dismissed the use of the word „deported“ to describe the removal of the children from the country.

„They weren’t deported. We don’t deport US citizens. Their parents made that decision, not the United States government,“ he said.

Fazit: Grosses Lob an die BBC für eine deutlich ausgewogenere Berichterstattung.

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Sonntag, 4. Februar 2024

„The pax americana seems to be ending“

Sehr guter Artikel des Historikers Niall Ferguson in Bloomberg News: The US and Europe Risk Flunking Geopolitics 101 (Paywall).

Unter anderem beschreibt er die drei Defizite des Amerikanischen Imperiums (als Nachfolger des Britischen Empire):

  • Economic deficit. Die USA sind überall auf der Welt verschuldet.
  • Manpower deficit. Amerikaner haben kein Bedürfnis, jahrelang in fremden Ländern mit niedrigen Lebensstandards zu verbringen.
  • Attention deficit. Wähler und Politiker verfügen nur über eine kurze Aufmerksamkeitsspanne von wenigen Jahren. Ist ein ausseramerikanisches „Problem“ bis dann nicht „gelöst“, zieht die Karawane weiter.

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Sonntag, 5. Februar 2023

Nicht „vollständig“ Geimpfte können auch weiterhin nicht in die USA fliegen

Thomas Massie, R-KY, und Byron Donalds, R-FL, setzen sich dafür ein, dass man künftig auch unvollständig geimpft auf dem Flugweg wieder in die USA einreisen kann:

H.R. 185 – To terminate the requirement imposed by the Director of the Centers for Disease Control and Prevention for proof of COVID-19 vaccination for foreign travelers, and for other purposes.

„Vollständig“ geimpft aus U.S.-amerikanischer Sicht ist man übrigens, wenn man zwei Dosen Moderna oder Pfizer intus hat. Booster werden keine verlangt.

Der lebende Beweis bin ich; ich bin sowohl im Dezember 2021 als auch im Juli 2022 von Zürich in die USA geflogen und dabei problemlos eingereist, obwohl ich aus Schweizer und Europäischer Sicht seit März 2022 als „ungeimpft“ gelte. Geprüft wird der Impfstatus dabei nur am Check-In am Flughafen, sowie am ESTA-Check beim Gate. Weder in San Franciso noch in Las Vegas interessierte sich ein Immigration Officer für meinen Impfausweis; er blieb in der Tasche.

Nach heutigem Kenntnisstand soll die Regelung am 10. April 2023 aufgehoben werden:

Die Vereinigten Staaten verlängern ihre Anforderung nach einem Impfnachweis um weitere drei Monate bis 10. April 2023. Die Regelung wurde Anfang Januar von der TSA verlängert, schreibt «The Herald».

Quelle: USA verlängern Impfpflicht für Einreise

Das Emergency Amendment der TSA findet sich hier: EA 1546-21-02B.

Nachtrag

In dem Zusammenhang muss man auch die Amerika-Reise von Daniel Stricker skeptisch sehen: Im Dezember 2021 US-Road-Trip verärgert seine Fans: Stricker unter Impf-Verdacht streamte Stricker aus Florida.

Offenbar kam nun heraus: Wegen Urkundenfälschung: Jetzt gibts ein Strafverfahren gegen Stricker

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Montag, 23. Januar 2023

Ukraine-Krieg: Selbstlose USA

Wenn die Amis in solche Händel involviert sind, muss man sich immer fragen: Cui bono? Und in den allermeisten Fällen lautet die Antwort: Den USA:

Aus der deutschen Rüstungsindustrie ist jedoch die Sorge zu hören, dass die Amerikaner nur darauf warteten, den Europäern für ihre Leopard-Lieferung Ersatz durch eigene Panzer zu offerieren. Der Ukraine-Krieg biete den USA gerade die Gelegenheit, nach Helikoptern, Kampfjets und Raketen nun auch mit Panzerfahrzeugen auf dem europäischen Rüstungsmarkt Fuss zu fassen und die deutsche Konkurrenz zu verdrängen.

Quelle: Deutsche Panzerdebatte: Welche Rolle spielen amerikanische Rüstungsinteressen?

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Sonntag, 22. Januar 2023

How To: Bei der Einreise in die USA auf die Gesichtserkennung verzichten

YK Hong beschreit, wie man das mit genug Ausdauer schafft (Vorwarnung: Nicht ganz einfach!): Since folks asked what happens whenever I opt out of facial recognition, I documented it for you while going through US border patrol. (Original-Tweet)

Spannend dabei ist, dass ich das offenbar neue Prozedere bis jetzt nicht durchmachen musste, obwohl ich im Dezember 2021 und im Juli 2022 in die USA geflogen bin. Im ersten Fall bin ich in San Francisco gelandet, im zweiten Fall in Las Vegas.

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