Sonntag, 6. Juni 2010

Die Generationen vor 1980 waren die Besten

Auch wenn ich solchen nostalgischen Powerpoint-Präsentation normalerweise skeptisch gegenüberstehe — in diesem einen Fall mache ich eine Ausnahme und finde gefallen an der aufgeworfenen Kritik.

Fundamentalkritik an der Pampers-Generation (den nach 1980 Geborenen)

Dennoch darf man nie vergessen, dass wir ein Sozialisationsprodukt unserer Eltern sind. Die Kritik an den 1980ern ist im Grunde also doch viel mehr eine Kritik an den Eltern dieser Jahrgänge …

Eine Frage sei dennoch erlaubt: Was hätte mein 1864 geborener Urgrossvater wohl über die Generation der 1960/70er gesagt?

Via: Hans

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Sonntag, 6. Juni 2010

Foxconn, Arbeiterlöhne und Suizide

Derzeit ist das Thema „Suizid unter Foxconn-Mitarbeitern“ in aller Munde. Grossfirmen wie Apple greifen auf dieses chinesische IT-Unternehmen zurück, um ihre Produkte wie bspw. das iPhone herzustellen. Die handwerkliche Arbeit ist somit längst outgesourct, es gibt kaum mehr IT-Unternehmen, die ihre Consumer-Geräte komplett Inhouse bauen.

Hören wir hier im Westen von solchen „Betriebsunfällen“, denken wir als erstes an die widerlichsten Arbeitsbedingungen, wie unsere Vorfahren sie in den Anfängen der Industrialisierung auch auf diesem Kontinent erlebten (Stichwort „Manchester-Kapitalismus“).

Soweit ich aber über die Situation bei Foxconn im Bilde bin, ist die Arbeit dort (für schweizerische Verhältnisse) zwar hart — oder etwas positiver: fordernd, aber nicht wirklich lebensbedrohlich — und wohl auch sehr monoton. Nicht dass man mich falsch versteht: Ich als Westler ohne handwerkliche Berufserfahrung würde dort wahrscheinlich knapp 2 Tage überleben und dann kollabieren. Da das Unternehmen zudem seit längerem im internationalen Blickpunkt steht, ist anzunehmen, dass man auf dem Festland China rasch Unternehmen fände, die deutlich schlimmere Arbeitsbedingungen aufweisen.

Oftmals geht aber vergessen, dass hinter den Suiziden noch andere Beweggründe als nur der enorme Druck am Arbeitsplatz steht: Meines Wissens zahlt das Unternehmen den Angehörigen eines Selbstmörders eine stattliche Entschädigungssumme aus. Genau dies könnte ein absurdes Lockmittel sein, das den Entschluss zum Selbstmord beschleunigt.

Falls es Leser gibt, die nun mit dem Kopf schütteln und die Argumentation als an den Haaren herbeigezogen empfinden: Als ich im März 2010 in Peking weilte, erzählte mir die deutsche Freundin meines Gastgebers, dass man in der chinesischen Hauptstadt begonnen habe, Autos, die ausländischen Bewohnern gehören, nicht mehr mit speziellen, von weitem gut erkennbaren Nummernschildern auszustatten. Der Grund: Immer wieder sei es vorgekommen, dass sich Chinesen aus prekären Lebensverhältnissen vor die Fahrzeuge der „reichen Westlern“ warfen, um dann grosse Entschädigungszahlungen für sich oder im schlimmsten Fall für ihre Hinterbliebenen zu erwirken …

Wie sagt man so schön: Andere Länder, andere Sitten.

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Sonntag, 6. Juni 2010

Liebe: Fiktion und Realität

Liebe ist ein vor allen Dingen innerer Vorgang, dessen äusseren Ausdruck (damit meine ich nicht Sex) wir selten in der freien Natur beobachten können, weswegen wir angewiesen, aber auch abhängig sind von der Inszenierung, Beschreibung und Interpretation anderer. Woher wollen wir denn sonst wissen, dass ein Schlafzimmer voller Rosenblätter romantisch ist? Und ein Schlafzimmer voller Salamischeiben nicht? Unser Bild von Liebe ist gelernt. Und so laufen wir mit einem riesigen Rucksack herum, in dem die Vorstellung von der perfekten Beziehung drinsteckt, mit freundlicher Empfehlung der Kulturfabrik Menschheit.

[…] Gehen wir also mal davon aus, dass Männer ihr Bild von Sex und Frauen beim Sexmachen aus Pornos beziehen, dann ist das durchaus ein bisschen unangenehm. Aber die Vorstellung, dass Frauen ihr Bild von Beziehungen und Männern beim Beziehungmachen aus Filmen haben, das finde ich, ehrlich gesagt, ähnlich gruselig.

Ich glaube, die Enttäuschung ist da grösser. Und nachhaltiger.

Quelle: Das Magazin » Unser Bild von Liebe

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Donnerstag, 3. Juni 2010

Berns Fussgängerinnenstreifen

Und das Gespött der Schweiz dürften sie nach der neuesten Veröffentlichung der rot-grünen Berner Stadtregierung auch nicht mehr sein. Denn diese hat im eifrigen Bestreben um politische Korrektheit den «Sprachleitfaden für die Stadtverwaltung» herausgegeben. Und darin hat das Wort «Fussgängerstreifen» keinen Platz mehr. Das ist aus ihrer Sicht keine geschlechtergerechte Formulierung und sollte tunlichst vermieden werden. Stattdessen sollen die städtischen Angestellten künftig das Wort «Zebrastreifen» verwenden.

Quelle: 20 Minuten Online – Bern verbietet Fussgänger-Streifen – Bern

Genau aus solchen (leider ernstgemeinten!) Fürzen bin ich vor einigen Jahren aus der SUB ausgetreten. Nun ist also die Stadt Bern dran. Austreten kann man aus dieser nicht, aber immerhin wohne ich dort nicht und bezahle folglich auch keine Steuern, die für solch unnützen Scheiss ausgegeben werden. Man könnte wirklich meinen, wir hätten sonst echt keine anderen Probleme!

Via: Raffi

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Mittwoch, 2. Juni 2010

Sex and the City für Männer erklärt

If I knew more about the actual characters of Sex and the City, I would be able to make more parallels. I do know Miranda is your C-3PO. That’s obvious. Beyond that, I’d just be guessing. Which I can do, legally, because I’m a blogger. Carrie is your Luke. Charlotte is Han Solo. Samantha is Chewbacca. All men are Darth Vader. And I bet there are vibrators involved. Hello, R2-D2.

Quelle: Tim Siedell: A Review of Sex and the City 2 by Someone Who Doesn\’t Know Anything About It

Ach sooo … da haben all die Kinogängerinnen, die heute die Fresshalle (engl. „Food Court“) im Westside gestürmt haben, wieder etwas Boden gut gemacht bei mir. Egal ob jung (ca. 16-jährig, noch ohne grosse Ahnung, was die vier Furien antreibt) oder alt (ca. 35-jährig, die Männer zu Hause gelassen und die erste Scheidung knapp vor sich — oder schon hinter sich) — wenn SATC euer Star Wars ist, dann wollen wir euch das lassen. Und doch: Star Wars ist einfach besser. Denn es enthält ferne Welten, Technik, Waffen, Gewalt, komische Kreaturen. Und eine grandiose Liebesgeschichte.

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Mittwoch, 2. Juni 2010

Die Wirtschaftskrise hat wohl doch was genützt

A whole class of companies forced into existence, forced to be lean, forced to be profitable. Nothing is so bad it’s not good for something.

Quelle: Being a starter in a recession – (37signals)

Drücken wir den Newcomern die Daumen, während die alten, im Grunde erfahrenen Hasen ihre Ölbohrplattformen im Meer versenken, sich weiterhn Millionen-Boni auszahlen und in den unteren Chargen massiv Stellen kürzen.

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Mittwoch, 2. Juni 2010

Lena und ihr Englisch

Da hatte jemand beim Economist eine böse Vorahnung — die am Samstag dann auch glatt Realität wurde:

When Germany’s Lena Meyer-Landrut takes to the Eurovision stage on May 29th to sing “Satellite” in English, purists will cringe.

Quelle: Defending the German language: Signs of the Zeitgeist | The Economist

Aber nicht, weil eine Deutsche mit einem englischen Song am Eurovision Song Contest antritt (und prompt gewinnt). Sondern weil ich einen solch fürchterlichen Akzent seit Jahren nicht mehr gehört habe — das deutsche Bildungssystem hat ganz klar versagt:

Meine (Euro)Vision: Guido Westerwelle und Lena Meyer-Landrut sollten sich zusammentun und für eine englische Sprachschule Werbung machen. Das wäre der Brüller schlechthin!

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Dienstag, 1. Juni 2010

Der epische Kampf zwischen Programmierern und dem Universum (war: Gott)

Programming today is a race between software engineers striving to build bigger and better idiot-proof programs, and the Universe trying to produce bigger and better idiots. So far, the Universe is winning.

Quelle: 17 computer geek jokes and truisms | Royal Pingdom

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Dienstag, 1. Juni 2010

Der WDR muss 90 Prozent seiner Internetinhalte löschen

Ein Hoch auf die genialen Gesetzgeber im grossen nördlichen Kanton:

Alle WDR-Online-Inhalte haben seit Inkrafttreten der neuen Regelungen am 01. Juni 2009 eine „Verweildauer“. Das heißt: Sie dürfen nur noch für eine bestimmte Frist im Netz bleiben. Bei vielen Inhalten ist diese Verweildauer ein Jahr. Eine Vielzahl von aktuellen Fernsehsendungen (wie etwa die Aktuelle Stunde und die Lokalzeit-Sendungen) bleibt als komplette Sendung nur sieben Tage „on demand“ abrufbar.

Quelle: Das große Löschen – Medienseite – WDR.de

Die spinnen doch — Information wants to be free! Ich kann mich des Eindrucks nicht verwehren, dass hier die mächtigen deutschen Verleger die Politik kurzerhand gekapert und instrumentalisiert haben, um einen leidigen Konkurrenten aus dem Verkehr zu ziehen.

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Dienstag, 1. Juni 2010

Cola, Bier und die Wassernot in Entwicklungsländern

Coca-Cola, for example, has been fiercely attacked in India for its dependence on groundwater and the effects on the water table. Yet even if it takes two litres of groundwater to produce a litre of bottled water, companies like Coca-Cola and PepsiCo are hardly significant users compared with farmers and even many industrial producers

Quelle: A special report on water: Business begins to stir | The Economist

Als ich im Januar 2010 in Westafrika weilte, musste ich beim Genuss von Bier oder eines kühlen Cokes immer wieder daran denken, wie viel kostbares Wasser bei der Produktion und wieviel Energie beim anschliessenden Transport solcher Getränke doch verschwendet wird. Gerade in solch ariden Entwicklungsländern ist Wasser nun mal Mangelware. Wohl nicht zuletzt deshalb waren der Hopfentee und die braune, koffein- und zuckerhaltige Brühe so teuer!

Wie paradox es doch ist: Aus Angst vor verunreinigtem Wasser weicht man in solchen Ländern als zartbesaiteter westlicher Tourist automatisch auf Bier und Cola aus. Denn nur bei solchen Getränken ist man nun halt einmal einfach relativ sicher, dass man am nächsten Tag nicht zwecks einem grossen Geschäft auf der Toilette sitzt — die Mitreisenden aber das Gefühl haben, dass da jemand gerade in die Schüssel pinkelt …

Wie sagt man so schön: In solchen Situationen ist sich jeder Westler immer noch sich selbst am nächsten.

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