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Samstag, 11. November 2017

Das Alter von AutoScout24-Inseraten herausfinden (Low-Skill-Version)

In den letzten zwei Wochen waren Stephanie und ich auf der Suche nach einem Occasion-Auto als Ersatz für unseren altgedienten TOYOTA Yaris 1.3, den wir an einen Bekannten verkaufen dürfen.

Nach einer Probefahrt an einem Samstag bei einer Garage in der Region drängte uns der Verkäufer dazu, nicht zu Lange mit dem Kaufentscheid zuzuwarten. Die Nachfrage nach solchen Fahrzeugen sei gross und vielleicht könnte bereits jemand weiteres am Montag Interesse anmelden. Beim Sondierungsanruf des Garagisten am darauffolgenden Dienstag-Morgen hatte sich die Prophezeiung dann tatsächlich erfüllt: Ein zweiter Interessent hatte sich materialisiert, aber da wir zuerst angefragt hätten, hätten wir auch das Vorkaufsrecht. Wie anständig!

Verkäufer, die einem unter Zeitdruck setzen wollen, sind mir zunehmends suspekt. Nicht zuletzt, weil ich als Security Officer regelmässig mit Phishing-Mails zu tun habe, deren Autoren mit identischen psychologischen Tricks hantieren: „Alarm, bitte rasch handeln, sonst verlierst du nach 24 oder 48 Stunden Zugang zu deiner Apple ID“. Selbst Booking.com wendet solche Räubermethoden bei ihren Hotelangeboten an („Nur noch 1 Raum zu diesem Preis verfügbar“, „In den letzten 24 Stunden von 3 Personen gebucht“). Da muss man hart bleiben.

Im vorliegenden Fall hatte ich im Hinterkopf, dass ich das probegefahrene Auto vor Wochen bereits auf AutoScout24 gesehen hatte. Wieso also sollte ausgerechnet nun Eile bestehen, überhastete Kaufentscheide zu fällen?

Doch wie konnte ich meine Vermutung verifizieren? AutoScout24 hütet sich natürlich, solche Informationen in Autoanzeigen klar sichtbar anzupreisen. Die AutoScout-Kunden sind nicht wir (für uns ist der Service selbstverständlich kostenlos), sondern die Garagen, die Fahrzeuge verkaufen wollen und dafür AutoScout24 als Mittelmann einen „Wegzoll“ entrichten dürfen. Und wer zahlt befiehlt: Die Informations-Asymmetrie muss gewährleistet bleiben, denn man stelle sich vor, ein Käufer läuft in die Garage hinein und hat im Verhandlungspoker das Wissen in der Hinterhand, dass sein Traumfahrzeug ein Ladenhocker ist.

Wenn uns AutoScout24 also nicht direkt weiterhelfen will, helfen wir uns halt selber. Nach einer Debug-Session an einem dunklen Winterabend hatte ich die Lösung, die im Grunde naheliegend ist: Die Bilder der Autos, und zwar sowohl das Speicherdatum, als auch die im Bild eingebetteten EXIF-Daten.

Wer die Web-Site bereits einmal auseinandergenommen hat, weiss, dass die Bilder nicht als Originale ausgeliefert werden, sondern über ein Script, welchem man in den Parametern den Pfad, die Bilddimensionen und JPEG-Qualität mitgeben kann. Das schaut dann etwa so aus:


https://cas01.autoscout24.ch/toyota-verso-s-kompaktvan–minivan-2015-occasion/?1024×2048/3/90/custom/434/5101434/0.jpg

Die Bausteine lassen sich teilweise entschlüsseln (und beim Fehlen ist auf Grund eines Web-Entwicklers, dem OWASP wohl kein Begriff ist, auch mit hilfreichen Fehlermeldungen zu rechnen):

  • ?1024x2048 = Auflösung in Pixeln
  • /3 = „Quality Format“
  • /90 = Qualität (ein spontaner Test mit „95“ hat nicht funktioniert; d.h. die Werte sind hartkodiert)
  • /custom/434/5101434/0.jpg = Der absolute Pfad der Bilddatei auf dem NFS-Share, wobei ich den Wert 434 nicht deuten kann. Bei 434 handelt es sich um die letzten drei Zahlen der ID. AutoScout24 verwendet diese Zahl, um die Bilder strukturiert in Unterordner abzulegen, um nicht in einem einzigen Verzeichnis Millionen von Photos liegen zu haben. 5101434 ist die ID des Inserats.
    Die ID zählt übrigens stetig hoch. Kennt man also eine ID und ein Publikationsdatum vor diesem Inserat und eine ID und ein Publikationsdatum nach diesem Inserat, kann man den Veröffentlichungszeitpunkt eingrenzen und interpolieren.

Dieses Script stellt zwei Dinge sicher: Einerseits liefert der Web-Server als Erstellungsdatum des Bildes das Datum und die aktuelle Uhrzeit des Aufrufs mit. Andererseits entfernt das Script jegliche EXIF-Daten, welche viele verschiedene Informationen enthalten können, bspw. die GPS-Koordinaten, das Kameramodel, aber natürlich auch das Aufnahmedatum.

Gibt es eine Möglichkeit, auf die Originalbilder zuzugreifen? Selbstverständlich gibt es das, wird aber nirgends verwendet und ist schon gar nicht dokumentiert. Für das Photo, welches ich oben referenziert habe, lautet die URL:


https://cas01.autoscout24.ch/custom/434/5101434/0.jpg

Man benötigt also die Basis-URL https://cas01.autoscout24.ch sowie den String, der an den URLs öffentlich zugänglicher Photos hängt. Hier: /custom/434/5101434/0.jpg.

Lädt man dieses Photo nun unter macOS im Terminal mit wget herunter, liefert der Web-Server das ursprüngliche Speicherdatum mit. Das ursprüngliche Speicherdatum ist identisch mit dem Zeitpunkt, an welchem das Inserat aufgeschaltet wurde:

$ wget "https://cas01.autoscout24.ch/custom/434/5101434/0.jpg"
--2017-11-11 16:51:45--  https://cas01.autoscout24.ch/custom/434/5101434/0.jpg
Auflösen des Hostnamens cas01.autoscout24.ch… 91.208.180.147
Verbindungsaufbau zu cas01.autoscout24.ch|91.208.180.147|:443 … verbunden.
HTTP-Anforderung gesendet, auf Antwort wird gewartet … 200 OK
Länge: 542433 (530K) [image/jpeg]
Wird in »0.jpg« gespeichert.

0.jpg               100%[===================>] 529,72K  --.-KB/s    in 0,1s    

2017-11-11 16:51:47 (4,95 MB/s) - »0.jpg« gespeichert [542433/542433]

Das Upload-Datum der Datei lautet 31. August 2017, 08:50 Uhr morgens:

$ ls -l
total 1064
-rw-r--r--  1 user  staff  542433 31 Aug 08:50 0.jpg

Das ist realistisch — der 31. August war ein Donnerstag und 8:50 Uhr liegt innerhalb der Bürozeiten.

Und was sagt jhead, mit welchem man EXIF-Informationen auslesen kann?

$ jhead 0.jpg 
File name    : 0.jpg
File size    : 542433 bytes
File date    : 2017:08:31 08:50:08
Resolution   : 2048 x 1365
JPEG Quality : 89

Das sind leider keine EXIF-Informationen: AutoScout entfernt diese offenbar aus den Originalen, die sie im oben genannten Pfad ablegen.

Und so hatte ich mich in diesem konkreten Fall selber beruhigt, dass keine Hüst-und-Hott-Aktion nötig sein würde. Die Wahrscheinlichkeit, dass das als Schnäppchen angepriesene Auto zwei Monate lang herumstand und sich urplötzlich am selben Wochenende zwei Parteien dafür interessieren würden, war doch äusserst gering und wohl die Erfindung eines provisionsgetriebenen Verkäufers.

NB: Finde ich die Zeit, werde ich in einem zukünftigen Artikel beschreiben, wie die High-Skill-Version ausschaut. Kurzzusammenfassung: iOS-App, mitmproxy und JSON. So findet man alle möglichen Meta-Informationen zu einem Inserat, die man als Endbenutzer selbst in der App, aber auch auf der Web-Site nie zu Gesicht bekommt respektive nur in gefilterter/formatierter Version.

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Samstag, 2. April 2016

Lackschäden am Auto beheben

Vor einigen Tagen kam es in einer Tiefgarage zu einer ungewollten Streifung zwischen unserem Yaris und einer Betonsäule. Das Auto zeigte hinten links über dem Radkasten und an der Stossstange entsprechende Schrammen und fremde Farbablagerungen.

Von meinen Automechaniker-Kollegen liess ich mir erklären, wie man solche Lackschäden an einem bald 13-jährigen Auto behebt:

Nagellack-Entferner

Zuerst dachte ich, dass mich die Kollegen verarschen — aber es funktioniert tatsächlich: Um die Farbablagerungen wegzukriegen, benötigt man als Lösungsmittel einen Nagellack-Entferner. Ich habe einen solchen für genau solche Einsätze im heimischen Werkzeugschrank abgelegt (meine Frau weiss nichts davon).

Ich habe dafür den MIGROS M-Classic Nagellack-Entferner ohne Aceton verwendet (100ml, 1.50 CHF).

Putzfäden

Um die Farbe vom Lack abzureiben, bedient man sich sogenannter Putzfäden. Diese Fäden habe ich im MIGROS Do it + Garden Bern–Marktgasse gekauft:

Putzfäden (1kg, 4.50 CHF)

Lackstift

Nachdem die Farbe und sonstige Ablagerungen vom Lack entfernt sind, verbleiben wohl in den meisten Fällen Stellen, bei denen der Lack vollständig abgetragen wurde und das Metall oder Plastic durchschimmert (bei unserem Auto: in schwarzer Farbe).

Diese Stellen kann man mit einem Lackstift in der Autofarbe abdecken. Es handelt sich um einen kleinen Pinsel in einem Gefäss — das Vorgehen ist identisch mit Tipp-Ex und Schreibfehlern.

Lackfarbe

Dabei ist es aber äusserst wichtig, dass man diejenige Lackstiftfarbe erwischt, die der Karrosseriefarbe des Autos entspricht. Diese Farbe habe ich herausgefunden, indem ich das Typenschild im Motorraum näher inspiziert habe (die Motorhaube muss geöffnet werden).

Bei unserem Toyota Yaris mit Jahrgang 2003 schlüsselten die ersten drei Ziffern in der untersten Zeile des Typenschildes die verwendete Lackfarbe auf: 1E7.

Umschlüsselung auf Lackstift

Im MIGROS Do it + Garden Bern–Marktgasse gibt es ein Regal, in welchem hunderte Lackstifte der Marke Motip (Firma MOTIP DUPLI GmbH aus Hassmersheim) gelagert werden. Damit man nun die richtige Farbe für das eigene Auto schnappen kann, sucht man den daneben angebrachten Prospekt, blättert auf die mit „Toyota“ bezeichnete Seite und sucht in der ersten Spalte den Farbcode. Hat man diesen gefunden, findet man in der Spalte ganz rechts den Motip Farbcode.

Für mich war dies der Stift mit Nummer 955300. Gekostet hat dieser 10.90 CHF.

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Dienstag, 14. Juli 2015

Berner Parkkarte perfekt an der Windschutzscheibe des Autos befestigen

Seit dem 1. Juli 2015 sind wir hier an der Schlösslistrasse 39 ohne festen Parkplatz: Der Hauseigentümer musste die insgesamt acht Parkplätze vor dem Haus auf Geheiss des Bauinspektorats aufheben, weshalb wir vom Vermieter Ende März 2015 die Kündigung erhielten. Grund war, dass der Hauseigentümer im Jahr 2002 offenbar eine Vereinbarung mit der Stadt Bern eingegangen war, die Parkplätze aufzuheben, wenn am Gebäude Umbauten für mehr als 100’000 CHF vorgenommen würden. Eine solche Renovation hat sich offenbar zwischen 2002 und 2012 (unserem Einzug) ereignet. Dies bedeutet einerseits, dass künftig 80 CHF Parkplatzkosten pro Monat wegfallen, wir nun aber in der blauen Zone unserer Einbahnstrasse jeweils um einen Parkplatz kämpfen müssen.

Nachdem wir vom Polizeinspektorat die umgehend bestellte Parkkarte zugesandt erhielten, stellte sich mir die Frage, wie man die Parkkarte denn nun am Besten hinter der Windschutzscheibe befestigt. Nach einer Google-Recherche stiess ich auf einen deutschen Anbieter, welcher mit seinem Produkt dieses Problem ein für alle Mal gelöst hat:

Cardpicker — Die »Glasmagnettasche« für Ihre Parklizenz

Die Online-Bestellung verlief reibungslos und die Plastichülle erreichte uns innert einiger weniger Arbeitstage per Post. Nun klebt die Hülle seit Sonntag an der Windschutzscheibe unseres Yaris und scheint selbst bei der Höllenhitze nichts an seiner Klebkraft eingebüsst zu haben:

Parkkarte Cardpicker
image-6380

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Sonntag, 1. September 2013

Ersatz für die TomTom EasyPort-Halterung

Obwohl unser Haushalt mittlerweile über vier iPhones verfügt und ich Datenroaming-Kosten über die Fringe Benefits meines Arbeitgebers begleichen kann, ist es gerade bei Auto-Ausflügen ins Ausland manchmal doch recht nützlich über ein Offline-Navigationssystem zu verfügen. Vor Jahren habe ich mir deshalb ein TomTom ONE Europe geleistet.

Seit dem Wechsel auf unseren Toyota Yaris vor einem Jahr haben wir es nicht mehr fertiggebracht, die TomTom EasyPort-Halterung an der Windschutzscheibe zu befestigen: Nach wenigen Sekunden Autofahrt kommt einem das Navigationsgerät mitsamt Halterung entgegen. Und als Bleifuss bin — zumindest — ich wahrlich nicht bekannt.

Anstelle über den Hersteller des Navigationsgerätes selbst ein Ersatz zu bestellen (TomTom EasyPort™ Mount Kit), habe ich mich nach Alternativen umgesehen — und bin fündig geworden:

HR KFZ Halter Halterung Vibrationsfreies Befestigungssystem für TomTom (Geräte mit easy-port Befestigung) (Affiliate-Link)

Die Halterung ist bei uns seit einigen Wochen fix im Auto installiert und hat uns restlos überzeugt. Die Installation des Arms erfolgt dank des Anpresshebels im Handumdrehen innert Sekunden, und hält, und hält und hält. Seit Wochen hängt die Halterung am ursprünglich installierten Platz und macht keine Anzeichen eines Schwächeanfalls.

Das Navigationssystem lässt sich problemlos in den am Arm angebrachten EasyPort-Adapter einrasten und in alle Richtungen verschieben, damit man als Fahrer immer den richtigen Blickwinkel auf das LCD-Display hat.

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Montag, 10. Juni 2013

Wochenlang parkiertes Auto: Äusserst speditive Stadtpolizei Bern

Nachfolgend ein E-Mail, welches ich soeben der Kantonspolizei Bern zugestellt habe:

Sehr geehrte Damen und Herren

Ich bin Anwohner der Schlösslistrasse hier in Bern.

In einem Parkfeld der blauen Zone vor unserem Haus (Nr. 39) ist seit mindestens Mitte April 2013 (!) ein Opel Meriva 1.7 DTI mit spanischem Nummernschild „7329 CZG“ parkiert. Nach der Anbringung von Parkbussen haben Kontrolleure des ruhenden Verkehrs das Auto spätestens am 29. April 2013 mit einer Fussfessel versehen (vgl. Foto im Anhang).

An einem Mai-Wochenende habe ich bemerkt, dass zwei Ihrer Beamten vor dem Gefährt gestanden sind und über die Zentrale die Nummer nach Spanien zu übermitteln versucht haben (inklusive der üblichen Sprachprobleme).

Das Auto steht nun nachweislich seit mindestens 45 Tagen in der blauen Zone (vgl. EXIF-Tags).

Meine Vermutungen als Laie:

  1. Dem Besitzer des Fahrzeugs ist in oder um Bern etwas Schlimmes zugestossen
  2. Das Fahrzeug wurde in Spanien gestohlen und wurde in die Schweiz gefahren. Dies würde bedeuten, dass der ursprüngliche Besitzer das Fahrzeug in Spanien nicht als gestohlen gemeldet hat, ansonsten dessen Nummer in einer international zugänglichen Datenbank auch für die Kantonspolizei Bern einsehbar wäre und so hätte zurückgeschafft werden können

Item. Gerne möchte ich Sie über diesen Kanal bitten, das Fahrzeug doch endlich abzuschleppen, damit der Parkplatz für Besucher freigemacht werden kann. Ich jedenfalls gehe nicht davon aus, dass sich der Besitzer nach dieser langen Zeit noch bei Ihnen melden wird.

Danke für Ihre Bemühungen
Viele Grüsse
Mario Aeby

Quelle: E-Mail von Mario Aeby an beschwerdestelle@police.be.ch

7329 CZG
image-5440

Nachtrag

Am 20. Juni 2013 — nur gerade 10 Tage nach meiner elektronischen Anfrage — habe ich folgende offizielle Antwort erhalten:

die Abklärungen betreffend des Fahrzeughalters eines ausländischen Fahrzeugs nehmen leider immer viel Zeit in Anspruch. Die Kantonspolizei Bern verfügt leider nicht über den notwendigen Platz, wo die blockierten Fahrzeuge aufbewahrt werden können. Daher muss das Fahrzeug bis zum Abschluss der Abklärungen an der Schlösslistrasse abgestellt bleiben.

Wahrscheinlich kann ich im Juni 2014 darüber bloggen, dass das Fahrzeug erfolgreich aus der blauen Zone entfernt wurde.

Merke: Parkplatzterrorismus à la 2013. Gegner des Individualverkehrs reiben sich die Hände.

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Sonntag, 26. August 2012

Des Bundesrats unbeabsichtigte Konsequenzen

Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf hat ein Konzept für die Einführung einer Ökosteuer vorgelegt: Der Benzinpreis soll auf fast 5 Franken pro Liter steigen und Strom um 50 Prozent teurer werden.

Quelle: Fünf Franken für einen Liter Benzin

Interessant! Und dies am Tag nachdem Stephanie und ich uns einen Toyota Yaris gekauft haben, welcher mit einem Verbrauch von durchschnittlich 6 Liter glänzt (nun, einverstanden, die Technik hat sich in den letzten 9 Jahren, in denen das Fahrzeug die Strassen unsicher macht, ebenfalls weiterentwickelt), schlägt Frau Schlumpf vor, von uns für das Zurücklegen von 100 Kilometer dereins 30 Franken verlangen. Im Gegensatz zu vielen meiner Kollegen kommt mir bei der Lektüre des Artikels nicht augenblicklich das Würgen.

Doch auch wir Grünen müssen uns vor Augen, welche unbeabsichtigten Konsequenzen eine solche Treibstoff-Erhöhung zur Folge hätte:

  • Siedlungspolitik/Raumplanung Auf Grund der enormen Treibstoffkosten werden es sich viel weniger Menschen leisten können, weit weg von ihrer Arbeit zu leben und täglich mit dem Auto in die Innenstädte zu pendeln, wo sie arbeiten. Der Druck auf die Städte steigt, entsprechenden Wohnraum anzubieten. All das in der Agglomeration in den letzten Jahre frisch eingezontes Bauland droht keine Investoren (ob privat oder institutionell) zu finden, welche Überbauungen finanzieren. Die Baulandpreise sinken, die Bodenspekulanten toben.
  • Städtische Mietpreise Die Mietpreise in den Städten explodieren — Gutverdiener wie ich und Stephanie können uns eine Wohnung in unmittelbarer Nähe des Arbeitsplatzes schlicht nicht mehr leisten. Wer Wohnraum in den Städten besitzt — statt mietet — ist fein raus, erfahren die Liegenschaften doch wieder einmal eine massive Wertsteigerung. Da städtische Wohnungsbesitzer bereits jetzt zu den gut respektive besser Begüterten gehören, arbeitet man hier weiter nach dem Credo „Für Wenige statt für Alle“.
  • Auto-Nachfrage Occasions-Fahrzeuge mit geringem Verbrauch steigen weiterhin im Preis und man bezahlt für solche Autos — sofern die Qualität stimmt — viel mehr als für vergleichbar alte, gefahrene und ausgestattete Fahrzeuge. Ein Vorteil für Besitzer eines 3-Liter-Lupos, aber auch für diejenigen, welche wie wir einen Toyota Yaris unser eigen nennen dürfen.
  • Überlastung des öffentlichen Verkehrs Da insbesondere Familien nicht einfach innerhalb von Tagen in die Kernstädte übersiedlen können, steigt der Druck auf den öffentlichen Verkehr massiv. Die Ernährer der Familien sind ja nicht blöd und rechnen sich aus, ob sich ein Libero-Abonnement („All-you-can-travel“) für 100 Franken den Monat gegenüber 15 km * 10 = 150 Kilometer = 45 Franken pro Woche Benzinfüllungen für die Strecke Neuenegg–Bern besser rentiert (tut es natürlich). Das bedeutet kurzfristig aber riesige Investitionen in den Zugsverkehr, welcher die Pendlerströme transportieren muss. Wird die dritte Klasse wieder eingeführt? Entwickelt man Züge, die nur Stehplätze anbieten, um mehr Vieh … eh, Pendler … hineinzupferchen?

Ähnliche ungewollte Effekte sehen wir derzeit auch bezüglich der vom Volk angenommenen Zweitwohnungsinitiative: Das Unterland beschied in der Abstimmung den Berglern, gefälligst ihre Alpen nicht weiter zu verbauen. Ein Anliegen, hinter welchem ich hundertprozentig stehe, da ich 4.5 Jahre Gemeinderat in Neuenegg war und erfahren durfte, wie sehr auch in solchen Mittellandgemeinden die Baulobby, die einflussreichen (sprich: geldmässig potenten) Einwohner und Politiker gemeinsame Sache machen, um ihre Anliegen durchzuboxen (Einzonungen, Ausnahmebewilligungen, gegenseitige Bevorzugung etc.). Lustigerweise scheinen auch vier Bundesräte die Partikularinteressen ihrer Klientel über das klare Votum des Volkes hinwegzusetzen — sprich, mit der Verzögerung der Umsetzung des Verfassungsartikel sowie unzähligen Schlupflöchern soll das Vorhaben aufgewässert werden.

Was hat die Zweitwohnungsinitiative gebracht?

  • Bewilligungsflut Die Bauverwaltungen der Gemeinden werden von Baugesuchen geflutet, um noch die letzten kalten Häuser mit noch kälteren Betten an den Hang zu stellen. Ironischerweise führt diese „Ausverkaufsstimmung“ dazu, dass die Alpenlandschaft im nächsten Sommer von Baukranen übersät sein wird und die letzten Bauflächen zugebaut werden — jedes noch so kleine Chalet ein tiefer Stich ins Herz der Befürworter der weberschen Initiative.
  • Durch die Flut der Bewilligungen bedingt durch die aus Bern kommunizierten Deadline führt aus meiner Erfahrung als Gemeinderat in Neuenegg zu mindestens drei Dingen:
    • Bauverwaltungen am Limit Einerseits ist die Bauverwaltung derart überlastet, dass die Gesuche kaum mehr mit der nötigen Sorgfalt studiert werden. Dies hat sowohl Auswirkungen auf das Ortsbild als auch auf den Steuerzahler dieser Gemeinden, wenn man nämlich in einigen Jahren feststellt, dass man beispielsweise erschliessungstechnisch Murks produziert hat und diesen nun mit Steuergeldern beheben muss. Und natürlich bringt man so die eine oder andere Finesse durch, die beim gründlichen Studium des Baugesuches selbst vom berglerisch-toleranten Bauverwalter nicht durchgekommen wäre. Oh, und wer führt nächsten Sommer/Herbst eigentlich all die Bauabnahmen durch? Wahrscheinlich entscheidet der Bauverwalter vom Schreibtisch aus, ob die Häuser in Ordnung gebaut wurden.
    • Kuhhändel Die Gemeindeexekutivmitglieder, in den Alpen vermutungsgemäss oftmals der Baulobby entspringend, zeigen sich nun auf der Gemeindeverwaltung stark präsent und sorgen dafür, dass ihre bauwütigen Kollegen noch zu ihrer Bewilligung kommen. Auch in Neuenegg wird das gelbe Auto eines Exekutivpolitikers mittlerweile täglich auf dem Parkplatz der Gemeindeverwaltung gesichtet …
    • Erschliessungskosten Neue Häuser müssen erschlossen werden; sowohl mit Strassen als auch Strom, Wasser und Abwasserleitungen. Entweder erfolgt dies direkt durch die Gemeinde, oder aber die Bauten gehen nach der Bauabnahme an die Gemeinde über. Für Gemeinden sind demzufolge grosse Initialaufwendungen nötig, die zu Liquiditätsengpässen und zur neuen Schuldenaufnahme führen.

Trotz alldem: Ich habe das Gefühl, dass sich die Berggemeinden mit dieser unüberlegten, aber nachvollziehbaren Aktion wenn nicht kurz-, dann garantiert mittelfristig ins Bein schiessen werden. Schliesslich war ja bereits bei der Abstimmung die Zustimmung in solchen Gemeinden überraschend hoch. Und ich bin mir sicher, dass die Entwicklungen der nächsten 12 Monate das eine oder andere schaurig-abschreckende Beispiel produzieren werden, welche man im Gruselkabinett der schweizerischen Söihäfeli-Söidecheli-Milizpolitik auf Kommunalebene ausstellen werden kann.

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Freitag, 13. Juli 2012

Wie man die Schweizerischen Nummernschilder von Diplomatenfahrzeugen liest

Da ich und meine Partnerin seit knapp 40 Tagen in Bern wohnen und sich in unserer Strasse zufälligerweise auch die Vietnamesische Botschaft befindet, konnte ich endlich die Struktur der Diplomatenschilder entschlüsseln:

[CD|AT] BE [0-9]{1,2} • [0-9]{1,3}

Von einem Kollegen aus der Zeit am Gymnasium, der seines Zeichens Sohn eines ausländischen Diplomaten ist, wusste ich bereits, dass eine der Nummern das Entsendeland des Diplomaten enthielt. Dank den unzähligen Fahrzeugen vor der Vietnamesischen Botschaft konnte ich durch einen raschen Vergleich der Nummernschilder herausfinden, dass die zweite — und nicht wie von mir ursprünglich vermutet die erste — Nummer das Land kennzeichnet.

Doch wie finde ich nun unterwegs auf der Strasse heraus, welchem Land ein Fahrzeug gehört? Ganz einfach, Wikipedia (und für einmal nicht Google) hilft gerne weiter:

Autokennzeichen (Schweiz) / Diplomaten-Kennzeichen

Indem man die Liste „Diplomatische Kodes (Nationen)“ mit Klick öffnet, finden sich die Nummerncodes von 177 Nationen.

Vietnam hat — wie ich bereits wusste — die Nummer 49 zugeteilt, die USA die Nummer 9 und China die Nummer 55. Wieso China? Bei einem Spaziergang entdeckten wir vorgestern einen Volvo auf dem Areal des Inselspitals, der die Landeskennnummer 55 trug. Anhand der „chinesischen“ Airbags, wie ich die am Rückspiegel angemachten Glücksbringer auch nenne, lag die Vermutung schon vor Ort nahe, dass es sich um ein chinesisches Fahrzeug handelt. Diese Vermutung wurde heute durch Wikipedia bestätig.

Ob jede Nation auch ein Schweizerische Nummernschild besitzt, weiss ich hingegen nicht …

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Samstag, 3. September 2011

Wenn Porsche Fahrzeuge zurückruft

Porsche ruft 900 Fahrzeuge zurück

Quelle: Porsche ruft 900 Fahrzeuge zurück (Panorama, NZZ Online)

In solchen Fällen ist von doppeltem Vorteil, nur Karrossen im Hochpreissegment herzustellen. Toyota hätte bei einem identischen Problem wohl zehntausende Fahrzeuge zurückrufen müssen.

Was aber nicht heissen soll, dass der Imageschaden nicht weniger gering ausfällt — im Gegenteil.

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Labels: Wirtschaft

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Montag, 13. Juni 2011

Wie Kalifornier den schweizerischen Alltag erleben

Ende März durfte ich meine kalifornische Freundin zum ersten Mal in der Schweiz willkommen heissen. Obwohl sie das Land bereits im August 2010 kurz besucht hatte (via Luzern nach Engelberg zu einer Übernachtung auf dem Titlis), kam sie im März 2011 zum ersten Mal mit der „richtigen“ Schweiz in Kontakt — so wie wir Schweizer sie tagtäglich erleben.

Nachfolgend einige Anekdoten:

  • (Nachdem wir es uns im Zug am Flughafen Zürich gemütlich gemacht haben und die Komposition langsam anfährt) „Is it moving?! It’s so silent!“ Mein Freundin sass in den USA erst ein- oder zweimal in Zügen …
  • (Unterwegs zwischen Zürich und Bern, mit Blick auf das Agrarland) „Where are the cows?!“
  • (Bei der Einfahrt des Zuges über die Sihl mit Blick Richtung Zürich West) „Is nobody working today? Where are the cars?!“ Aus meiner Sicht hatte es übrigens recht viele Autos auf den Strassen …
  • (Bei der Ankunft in Flamatt beim besteigen meines Peugeots 106) „Your car is cute!“ Kalifornisch in etwa für „Dein Auto hätte in meinem SUV dreimal Platz!“

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Montag, 7. Juni 2010

Haben die USA auf’s falsche Pferd gesetzt?

We spent all our collective national treasure — and quite a bit beyond that in the form of debt — building the roadway systems and the suburban furnishings for that mode of existence.  We incorporated it into our national identity as the American Way of Life. Now, we don’t know what else to do except defend it at all costs, […]

Quelle: Which Horizon? – Clusterfuck Nation

Wie ein Spielsüchtiger, der immer neue Kredite aufnimmt, weil der Erfolg in der nächsten Runde Roulette auf ihn wartet. Doch wie sagt der Croupier so schön: „Rien ne va plus!“

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